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Kurze Geschichten

Die Verlobte


Unkorrigierte Leseprobe
© Rolf Robert
Frankfurt 2003

Nach Kindergarten und Schule begannen am Ende meiner PubertÀt die ersten neugierig ungeschickten Kontakte zum anderen Geschlecht.
Zuerst in der Öffentlichkeit, unter den wachsamen Augen der Ă€lteren Dorfbevölkerung am Brunnen auf dem Marktplatz. SpĂ€ter dann gefolgt von verbotenem Schmusen und Knutschen am Feuerwehrsee hinter dem GerĂ€tehaus der freiwilligen Feuerwehr.
Legale körperliche Kontakte gab es beim Erlernen der wichtigsten StandardtĂ€nze in der Tanzschule. Frisch gewaschen, pomadiert und eingezwĂ€ngt in Jackett und Krawatte mussten da MĂ€dchen ĂŒber die TanzflĂ€che bewegt werden. Dazu durfte man sie an der Hand berĂŒhren und sogar die rechte Hand auf ihr linkes Schulterblatt legen. Abstand aber immer auf ArmeslĂ€nge. Trockener Mund, Stirnschweiß, feuchte HĂ€nde, zwei linke FĂŒĂŸe, weiche Knie und der heimlich begehrliche Blick in den jungfrĂ€ulichen Abendkleidausschnitt der Partnerin, die offensichtlich der mangelnden Anatomie mit einigen PapiertaschentĂŒchern der Marke "Tempo"  nachgeholfen hatte.
Nach zwei Stunden wurden dann die Zielobjekte der jungmĂ€nnlichen Begierde von sorgenden MĂŒttern vor der Tanzschule abgeholt und somit dem eigentlich interessanten Ablauf des Abends entrissen.
Ein letzter schmachtend verzweifelter Blick, ein letzter HĂ€ndedruck und dann war klar, dass es an diesem Wochenende wohl wieder nichts mit der Vertiefung der Körperkontakte werden wĂŒrde.
Der Abschlussball dann unter beiderseitiger Aufsicht und gleichzeitigem Kennenlernen der zukĂŒnftigen Schwiegereltern und die Einladung zum Mittagessen am darauffolgenden Sonntag. GriesklĂ¶ĂŸchensuppe und Schweinebraten mit SpĂ€tzle und  viel Soße. Wohnzimmer ganz in deutscher Eiche. Spitzendeckchen, Blumenvasen und Andenken an vergangene Urlaube in und auf der Kommode.
Ehrenplatz am oberen Tischende, rechts davon das jungfrĂ€uliche Zielobjekt, daneben die Mutter, Modell Matrone, zwei BrĂŒder links platziert, einer Ă€lter, permanent dĂŒmmlich wissend grinsend, einer jĂŒnger, rossmuckich, frech und vorlaut.
Der Vater, genau gegenĂŒber, leichte Stirnglatze, prĂŒfender Blick, noch ein Schnipsel durchgeblutetetes  Zeitungspapier auf der Verwundung durch die morgendliche Rasur. Bohrende Fragen nach Herkunft, Abstammung, FamilienverhĂ€ltnissen, Beruf, Religion und politischer Gesinnung, nur unterbrochen vom ĂŒblichen Tischgebet, dem nachfolgenden „Guten Appetit“ und anschließenden, teils starken EssgerĂ€uschen und Geschirrgeklapper.
Danach, zur Verdauung, Spaziergang mit der ganzen Familie. Einmal ums ganze Dorf auf dem „grĂŒĂŸ Gott Weg“, damit auch wirklich jeder sehen konnte, dass man einen ernsthaften Bewerber fĂŒr das Töchterlein gefunden hatte.
In den Wochen und Monaten danach vermehrtes, erlaubtes, hĂ€ndchenhaltendes Auftreten der Verlobten in der Öffentlichkeit. Bei Gemeindefesten, in der Kirche und auf dem Sportplatz. Dazwischen immer wieder mĂŒhsam erstohlene Minuten der Zweisamkeit mit hastigen, gierigen Befummeln und wilder Knutscherei, alles möglichst ohne Spuren zu hinterlassen.
Meinerseits lÀngst bereit, extremst willens und durch den Erwerb von PrÀservativen auch sachlich auf die angestrebte Begattung vorbereitet.

Da passierten, wie so oft im Leben, zwei Dinge die den Ablauf des weiteren Geschehens entscheidend beeinflussten. Sie passierten voneinander unabhÀngig und auch zeitlich ohne Zusammenhang.
Ereignis Nummer eins, war eine nebensĂ€chliche Bemerkung meines Vaters, bei der ErzĂ€hlung wie seine eigene Jugendzeit so verlaufen war und wie es damals, zwischen den Weltkriegen, mit den MĂ€dchen so war. Nach seinen ErzĂ€hlungen musste es eine wilde Zeit gewesen sein, denn er hatte angeblich seine Erfahrungen mit MĂ€dchen nicht erst wĂ€hrend seinem MilitĂ€rdienst fĂŒr Adolf Hitler gemacht. Und sein Vater, also mein Großvater, Gott hab ihn selig, hatte immer gesagt, bevor man sich ernsthaft mit einem MĂ€dchen einlĂ€sst, sollte man sich erst mal die Mutter ansehen. Diese Bemerkung hatte sich irgendwo in meinem paarungswilligen Gehirn eingenistet und harrte dort ihrer Verwendung.
Ereignis Nummer zwei kam per Post. An mich ganz persönlich adressiert. Von einer staatlichen Stelle, von deren Existenz ich bis dahin keine Ahnung hatte. Aber diese Behörde war sehr wohl und sehr genau ĂŒber meine Existenz informiert.
Ich sollte mich, so stand es in  dem Schreiben, zusammen mit anderen Wehrpflichtigen meines Jahrgangs zwecks ÜberprĂŒfung meiner Gesundheit und Feststellung meines Wehrtauglichkeitsgrades in nĂŒchternem Zustand zur Musterung einzufinden. Bei Zuwiderhandlung drohe mir Strafe.

Seltsamerweise löste diese Nachricht bei mir und in meinem Bekannten- und Verwandtenkreis vollkommen unterschiedliche Reaktionen aus.
Mein Vater ließ keine Gelegenheit mehr aus, um mir seine Kriegserlebnisse zu erzĂ€hlen.
Meine Mutter meinte, es wĂŒrde sich sicher positiv auf meinen Ordnungs- und Reinlichkeitssinn auswirken. Auch wĂŒrde es mir mal gut tun, nicht immer nur die FĂŒĂŸe zu Hause unter den Tisch zu stellen.
Mein Bruder fand es auch ganz gut, denn er spekulierte insgeheim darauf, wÀhrend meinem achtzehnmonatigen MilitÀrdienst meinen Plattenspieler verwenden zu können.
Meine Fußballfreunde fanden das ganz große Scheiße, ausgerechnet jetzt, denn sie wĂŒrden sich einen anderen Linksaußen suchen mĂŒssen.
Der zukĂŒnftige Schwiegervater machte ein ernstes Gesicht, kniff die Lippen zusammen, brummte ein langgedehntes „Hmmmmm“ vor sich hin und nickte dabei mehrfach wissend mit dem Kopf.
Die walkĂŒrenartige Mutter der Verlobten schlug die HĂ€nde ĂŒber dem Kopf zusammen und hatte alle möglichen Vorahnungen und BefĂŒrchtungen ĂŒber die beim MilitĂ€r lauernden Gefahren auf die Tugend der ach so armen Buben.
Der Ă€ltere, zukĂŒnftige Schwager war die HĂ€me in Person, denn er selbst hatte sich einen Studienplatz in Berlin gesichert und war damit dem Zugriff des militĂ€rischen Dienstes fĂŒr das Vaterland entzogen.
Der jĂŒngere, zukĂŒnftige Schwager enthielt sich eines Kommentars. Er hat spĂ€ter, als er selbst an der Reihe war, den Wehrdienst verweigert und ist lieber in die Altenpflege gegangen.
Die angebetete, bisher unnahbare zukĂŒnftige Verlobte brach in TrĂ€nen aus und zog sich laut schluchzend in ihr Zimmer zurĂŒck.

Und das alles nur wegen einem Brief vom Kreiswehrersatzamt mit der Aufforderung zur Musterung.
Ich verstand die Welt nicht mehr. Schließlich musste doch ich zum MilitĂ€r und das auch nur fĂŒr ein paar Monate. Schließlich verĂ€nderte sich doch mein Leben fĂŒr diese Zeit. Ich musste mich doch an etwas vollkommen Neues, etwas Fremdes gewöhnen. Ich musste mich doch bewĂ€hren, sollte  zum Mann gemacht werden und die Bundesrepublik gegen die roten Horden verteidigen. Ordnung, ZuverlĂ€ssigkeit, Sauberkeit, Gehorsam sollten doch mir beigebracht werden.

Meine Umwelt, die Menschen um mich, verĂ€nderten sich. Ich bekam das GefĂŒhl, dass es plötzlich mehr Toleranz, ja mehr VerstĂ€ndnis fĂŒr jugendliche Tor- und Tollheiten gab. Ich konnte abends lĂ€nger von zu Hause wegbleiben, ohne dass es jedes mal große Diskussionen gab. Ich konnte das Radio lauter stellen und an den Wochenenden wurde mir die Nutzung des familieneigenen PKW geradezu angeboten.

Nur bei der Vertiefung der zwischenmenschlichen Beziehung zum Austausch körpereigener Sekrete kam ich keinen Schritt weiter. Die PrĂ€servative wurden langsam brĂŒchig. Ich musste die Dinger bald aufbrauchen, je lĂ€nger ich sie in der Hosentasche mit mir herumtrug, desto höher wurde sicher das Befruchtungsrisiko.

 Der Tag der Musterung rĂŒckte nĂ€her. Gute Tipps wie man sich untauglich macht, erhielt ich von allen Seiten. Auch von denen, die ihren MilitĂ€rdienst lĂ€ngst hinter sich hatten.
Dann war er da, der Tag der Wahrheit, der Tag an dem von amtlicher Seite mein Wehrtauglichkeitsgrad ermittelt werden sollte.
Mit mindestens einhundert angehender MĂ€nner und Soldaten stand ich in einer langen Reihe, nur mit der Unterhose bekleidet und harrte der Dinge die da kommen sollten.
Ein paar Kniebeugen, nebenher ein paar Fragen ĂŒber Art und Umfang von Alkoholgenuss und Rauchergewohnheiten, dann Lunge abhorcht und Blutdruck gemessen. Danach zur Blutentnahme, Blutgruppe bestimmen und anschließend Urin abgeben, wobei wir die dazu ĂŒberlassenen ReagenzglĂ€schen wild untereinander austauschten. Jeder durfte auch mal ins Röhrchen der anderen pissen.
Das war die ganze Musterung. Bescheid kommt in ein paar Wochen, hieß es noch und dann waren wir schon wieder draußen.

Was machen junge MĂ€nner, wenn ihnen unverhofft ein ganzer freier Nachmittag an einem strahlenden Sommertag geschenkt wird? Keiner hatte etwas gegessen, nĂŒchtern sollten wir ja auch bei der Musterung erscheinen.
Ich mache es kurz.
An Details kann ich mich auch gar nicht mehr richtig erinnern. Irgendwann an diesem Nachmittag habe ich zuerst die Kontrolle ĂŒber mich, dann meine JungfrĂ€ulichkeit an eine Wirtstochter, die genau wusste was sie wollte und ganz zum Schluss das Bewusstsein verloren.

Wieder zurĂŒck ins reale Leben fand ich orientierungslos inmitten eines Maisfeldes nahe einer mir unbekannten Landstraße, mit einem RiesenbrummschĂ€del auf dem Boden liegend, neben den ausgekotzten Resten einer zwischenzeitlich zu mir genommenen Mahlzeit, die in Unmengen von Alkohol und Galle zu schwimmen schien.

Der Tag der Musterung hatte mein Leben nachhaltig verÀndert. Ich hatte mein erstes PrÀservativ verbraucht und meinen ersten richtigen Rausch gehabt. Ich denke, dass das in dieser Reihenfolge geschehen sein muss. Ganz sicher bin ich mir allerdings bis heute nicht.
Die spĂ€tere, nicht ganz wahrheitsgemĂ€ĂŸe, Berichterstattung ĂŒber den Ablauf des Musterungstages, löste bei meinem Vater wohlwollendes Schulterklopfen aus.
Meine Mutter kĂŒmmerte sich aufopfernd um die Wiederherstellung meiner Gesundheit.
Die Verlobte war sich aber mit untrĂŒglichen Instinkt einer werdenden Frau sicher, dass sich an diesem Tag, neben der ÜberprĂŒfung meiner WehrdienstfĂ€higkeit und dem Vollrausch auch noch andere Dinge ereignet haben mussten. Nach anfĂ€nglichem, merklich misstrauisch wiederholtem Nachfragen, begann sie ihre ablehnende und bestimmte Verhaltensweise mir gegenĂŒber zu Ă€ndern. Statt „hör auf“ oder „lass das“ gab es jetzt ein „nicht hier“ oder gar ein „spĂ€ter“.
Auch an mir war der Musterungstag nicht spurlos vorĂŒbergegangen. Ich sah MĂ€dchen und Frauen nun mit anderen Augen.
Und die Worte meines Vaters fielen mir wieder ein. „Bevor du dich mit der Tochter einlĂ€sst, schau dir erst die Mutter an“.
Und das tat ich in den nĂ€chsten Wochen bei jeder Gelegenheit. Die Mutter war dick, rund, mĂŒtterlich, eben eine fĂŒrsorgliche, ordentliche Hausfrau. Trug unter ihrem schwarzen oder dunkelblauen Hauskittel anscheinend ein ganzes Mieder und fleischfarbene StĂŒtzkniestrĂŒmpfe. ZĂ€rtlichkeiten zwischen ihr und ihrem Mann bekam ich nicht zu sehen. Er machte auch keinen besonders glĂŒcklichen Eindruck auf mich. Er interessierte sich mehr fĂŒr sein Hobby und war, sofern er nicht auf Arbeit war, lieber beim Angeln als zu Hause.
Ich begann zum ersten Mal ĂŒber mein bisheriges Leben und die drohende Zukunft als Ehemann einer möglicherweise dicken gutmĂŒtigen Frau die Fischbeinmieder und fleischfarbene StĂŒtzstrĂŒmpfe trĂ€gt, nachzudenken. Irgendwie gefiel mir das alles nicht so gut.
Je mehr ich nachdachte und meine weitere Lebensplanung auf das Ende meines bevorstehenden Wehrdienstes verlegte, desto stÀrker wurde seltsamerweise die Paarungsbereitschaft der Verlobten.

Und am letzten Sonntagnachmittag vor meiner Einberufung war es dann soweit. Zuerst war es ein Sonntag wie alle anderen auch. Oma und Opa waren auf Besuch. Mittagessen mit Suppe, Fleisch und Soße. Danach Spaziergang mit Eltern und Großeltern auf dem „GrĂŒĂŸ Gott Weg“ und rechtzeitig zum Kaffeetrinken wieder daheim.
Danach fuhren die Eltern die Großeltern mit dem Auto nach Hause. Ein Stunde Fahrzeit hin, eine Stunde Fahrzeit zurĂŒck. Der Ă€ltere Bruder beim Studium in Berlin, der jĂŒngere Bruder noch mit dem Fußballverein unterwegs.

Plötzlich allein. Zwei Stunden allein. Zwei Stunden Zeit. Und die Möglichkeit auf mehr als Knutschen und Fummeln. Lange ersehnt, erhofft, erwartet. Nun peinliche Stille. Verlegenes Schweigen. RĂ€uspern. Dann ergriff sie die Initiative. Sie nahm meine Hand und fĂŒhrte mich in ihr Zimmer. JungmĂ€dchenromantik, Kuscheltiere, selbstgemalte Bilder, oft gelesene KinderbĂŒcher, BlĂŒmchenwĂ€sche auf dem Bett.
Ich schaute sie an und sie tat mir plötzlich leid. Sie war erst knapp siebzehn Jahre alt und doch wĂŒrde sie ihr Leben irgendwann hier in dieser Umgebung, in diesem Dorf, unter diesem Dach zu Ende leben. Und ich wusste in diesem Moment, dass ich sie auf ihrem weiteren Lebensweg nicht begleiten wĂŒrde. Ich war nur ein Ereignis in ihrem Leben, ein Moment, ein flĂŒchtiger Moment, ich war nicht von Dauer.
Ich wollte nicht von Dauer sein. Ich wollte das, was jetzt gleich passieren wĂŒrde, nicht. Ich wollte das jetzt nicht mehr. Ich wollte ihr das nicht mehr antun. Nicht zum Schluss. Nicht mehr am Ende unserer Beziehung.

Sie sah mich an, bemerkte mein Zögern. Wir sahen uns schweigend in die Augen und wussten beide, dass das jetzt das Ende war. Wenn wir dieses Zimmer wieder verließen, wĂŒrden wir getrennte Wege gehen.
„Komm“, sagte sie, „ich will das. Ich will das wirklich. Ich will es jetzt machen. Und ich will es mit dir machen. Ich habe mir das fest vorgenommen“. Dann fing sie an sich auszuziehen. Streifte sich den Pulli ĂŒber den Kopf, schlĂŒpfte geschickt aus dem BH, den sie eigentlich noch gar nicht brauchte.
Ich zögerte noch, stand unentschlossen in der NĂ€he der TĂŒre und ballte die Faust in der Hosentasche um die angebrochene Packung mit den PrĂ€servativen.
„Komm“, sagte sie noch mal und ließ die aufgeknöpften Jeans auf den Boden fallen. Auf ihrem weißen Slip waren kleine rosa BlĂŒmchen und vorne unter dem Bauchnabel ein kleines rotes Schleifchen.
Ich spĂŒrte meine Erektion gegen die Faust mit den PrĂ€servativen drĂŒcken.
„Komm jetzt“, sagte sie ungeduldig, „wir haben nicht unendlich viel Zeit. In spĂ€testens zwei Stunden sind meine Eltern zurĂŒck. Bis dahin muss alles wieder aufgerĂ€umt sein. Jetzt mach schon“.
Dann schlug sie die Bettdecke zurĂŒck, legte sich aufs Bett und spreizte die Beine. Aus dem Slip ragten rechts und links blonde Schamhaare und glitzerten in der Nachmittagsonne.
Meine Erektion schien sich in Luft aufzulösen. Das Schleifchen auf dem Slip irritierte mich. Ich ließ das PrĂ€servativ los.
„Was ist los, willst du nicht? Komm jetzt, ich habe mir das fest vorgenommen. Ich will das jetzt haben und ich will es mit dir machen. Es ist mir egal, dass du morgen zur Bundeswehr musst und nur alle paar Wochen oder vielleicht gar nicht wiederkommst. Ich mache das nicht fĂŒr dich, ich mache das fĂŒr mich. Ich will es mit dir machen und nicht mit einem Anderen. Ich will es jetzt machen und hier. Und jetzt komm schon. Und zieh das PrĂ€servativ ĂŒber, das du immer in der Hosentasche hast.“.

Ich spĂŒrte wie meine Ohren Farbe und Temperatur Ă€nderten, zog die Hand mit den PrĂ€servativen aus der Hosentasche und knöpfte mit der anderen Hand die Hose auf.

Am nĂ€chsten Tag rĂŒckte ich zur Bundeswehr in die Kaserne ein und verbrachte dort die nĂ€chsten achtzehn Monate meines Lebens.
Anfangs hatten wir noch telefoniert und uns geschrieben. Dann nach einigen Monaten hatte ich von ihrem Bruder erfahren, dass sie schwanger war und wohl einen Schulfreund von mir heiraten wĂŒrde.

Einige Jahre spÀter habe wir uns zufÀllig auf einem Dorffest noch einmal getroffen.
Sie war etwas ĂŒppiger und rundlicher geworden. Ich war alleine und sie in Begleitung ihres Mannes und eines kleinen Jungen, der „Mama“ zu ihr sagte.
Sie sah wohl die stumme Frage in meinen Augen, denn sie lĂ€chelte leicht  und schĂŒttelte dann fast unmerklich den Kopf.

Ich habe sie danach nie wiedergesehen.

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Die Verlobte

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