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Kurze Geschichten

Zimbes


Unkorrigierte Leseprobe
© Rolf Robert
Frankfurt 2003

Befehle und Drill beherrschten mein neues Leben bei der Bundeswehr in den nÀchsten Monaten.
Morgens sehr frĂŒh raus, abends spĂ€t rein und den ganzen Tag immer auf Trab gehalten, durch einen minutiös geplanten Terminplan. Das Ganze dann noch angereichert mit etwas Schikane, psychologischem Druck, Schlafentzug, Wachdienst am Wochenende, Mehrbettzimmer mit einem schlimmen  Schnarcher und Schlafwandler.
Erste politische Schulungen lehrten mich, dass der Feind ist immer rot ist und aus Ostland angreift. Die VerbĂŒndeten sind immer blau und stehen hinter in Westland. Wir sind dazwischen; wie verhalten wir uns?
Erste ernsthafte Probleme bekam ich erst, als ich in den politischen Schulungen anderer Ansicht war und den Vorschlag machte, den Feind mal aus Blauland angreifen zu lassen, oder gar den Feind zuerst anzugreifen. Einfach so, richtig hinterhÀltig halt, ohne lange KriegerklÀrung.

Nach dem Ende meiner dreimonatigen Grundausbildung wurde ich zu einer Instandsetzungseinheit versetzt und in meiner Beurteilung stand, dass ich ein Störenfried und Querulant sei und mich nicht ohne Widerspruch in die militÀrischen Strukturen einordnen könnte. Viele meiner freien Wochenenden durfte ich deshalb beim Wachdienst oder gar in der Arrestzelle verbringen.
Als ich dann auch noch die Vereidigung auf die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland verweigerte, waren meiner militĂ€rischen Karriere naturgemĂ€ĂŸ enge Grenzen gesetzt.
Nach achtzehn Monaten verließ ich die Bundeswehr im Rang eines SchĂŒtzen. Die Beförderung zum Gefreiten war mir nicht mehr gegeben. Auch meine gesamte militĂ€rische Habe, bzw. das was davon noch ĂŒbrig ist, musste ich abgeben. Und dazu noch den Schaden bezahlen, der dem MilitĂ€rapparat durch mein engagiertes Mitwirken bei der Verteidigung des Vaterlandes zugefĂŒgt worden war.

Dennoch habe ich gute Erinnerungen an meine MilitÀrzeit.
Zwar war es mir nicht vergönnt, wie mein Vater, auf Kosten des MilitĂ€rs fremde LĂ€nder bereisen zu können. Aber ich hatte trotzdem viel Spaß.
Nachdem ich mich nicht mehr durch den Entzug von Urlaub und Freizeit erpressen und manipulieren ließ, kam das System der militĂ€rischen Erziehung von wehrpflichtigen Jugendlichen mit mir nicht mehr klar.
Irgendwann nach etwa sechs Monaten hat sich das System dann mit mir arrangiert.
Denn ich konnte fast alles organisieren, hatte bald freie Hand und jede Menge SonderauftrĂ€ge in und außerhalb der Kaserne. Mein Talent Probleme zu lösen, mit Menschen umzugehen, sie zu motivieren und zum Erfolg zu fĂŒhren, half mir dabei. Ich lernte Teams zusammenzustellen und Verantwortung zu ĂŒbernehmen.
Da ich keinen MilitĂ€rfĂŒhrerschein hatte, musste mich auf meinen organisatorischen AusflĂŒgen im Umland der Kaserne mit dem Mungo oder Unimog immer ein Fahrer begleiten.
Mit Zimbes hatte ich hier einen GlĂŒcksgriff getan.
Seinen richtigen Namen wusste ich nicht, vielleicht hatte er auch gar keinen. Warum er ausgerechnet Zimbes hieß, wusste ich auch nicht.
Auf jeden Fall war Zimbes der absolute GlĂŒcksgriff, die ideale ErgĂ€nzung zu mir. Er war ein paar Monate Ă€lter als ich und hatte eigentlich mal Seelsorger werden wollen. Er war auch schon einige Zeit auf einer Klosterschule gewesen. Dann waren ihm aber ein paar Ereignisse dazwischen gekommen, die wohl nicht in Einklang mit seinem spĂ€teren göttlichen Lehrauftrag zu bringen waren.
Daraufhin hatte er sich fĂŒr eine Lehre als LandmaschinenverkĂ€ufer entschieden. Und Verkaufen das konnte er. Er konnte den Leuten die Ohren blutig reden und er war außerdem ein gottbegnadeter Autofahrer. Wer mit einem MĂ€hdreschen umgehen kann, der bringt auch einen Unimog gut durch und ĂŒber die Äcker.
Zimbes kannte jede AbkĂŒrzung, jeden noch einigermaßen befahrbaren Weg und er hatte einen hervorragenden Orientierungssinn.
Und obwohl er einmal Pfarrer werden wollte, kannte er jede Menge MĂ€dchen.
WĂ€hrend ich also am Organisieren war, kĂŒmmerte sich Zimbes um die MĂ€dchen.
WÀhrend ich erkannte, dass ich drei Jahre lang den falschen Beruf erlernt hatte, war Zimbes meistens damit beschÀftigt die Wirkung seiner Uniform auf junge MÀdchen und bei Àlteren Frauen auszuprobieren.

Auf einer unserer Ausfahrten, wir waren ziemlich spĂ€t dran um noch rechtzeitig vor Zapfenstreich wieder in der Kaserne zu sein, rannten plötzlich zwei MĂ€dchen vor unserem Mungo ĂŒber die Straße. Zimbes zischte „Material“ und drosselte jĂ€h das Tempo.
„Ach fahr zu, komm lass die Schnecken in Ruh, ich bin mĂŒde und außerdem hab ich Hunger“, stöhnte ich.
„Was nix hier, eine fĂŒr mich und eine fĂŒr dich. Wir haben noch eine knappe Stunde Zeit. Das reicht noch fĂŒr ne schnelle Nummer“, meinte er und fuhr auch schon rechts ran.
Die MĂ€dchen gingen jetzt Hand in Hand auf dem Gehweg auf unserer Seite der Straße. Auf der anderen Straßenseite stand eine Gruppe halbwĂŒchsiger Jugendlicher und beobachtete uns.
Zimbes stieg aus und setzte dabei seine DienstmĂŒtze auf. Er war nicht viel Ă€lter als die Jungs auf der anderen Straßenseite und wirkte doch viel erwachsener. Die MĂ€dchen waren stehen geblieben.
„Hallo, könnt ihr uns helfen, wir haben uns verfahren“, sagte Zimbes erklĂ€rend und ging um den Mungo herum.
„Werdet ihr etwa von den Jungs da drĂŒber belĂ€stigt?“, wollte er weiter wissen und machte dazu ein wichtiges Gesicht.
„Nein, die wollten uns nichts tun. Die haben uns nur ein bisschen angemacht. Nur so zum Quatsch halt. Und da sind wir weggerannt“, sagte die mit den langen, blonden Haaren. Die andere blickte in Richtung auf den Mungo und versuchte vermutlich zu erkennen wer da noch im Auto saß. Ich saß im Halbdunkel, sie konnte mich vermutlich nur schattenhaft erkennen. Sie hatte ein schönes Gesicht, große braune Augen, dunkle halblange Haare. Sie war schlank, vermutlich erst sechzehn oder siebzehn Jahre alt. Ich war nun fast zwanzig Jahre alt, seit einem Jahr bei der Bundeswehr und hatte genau so lange mit keiner Frau geschlafen. Ich hatte es auch nicht vermisst. Vermutlich ist an dem GerĂŒcht, dass das Essen fĂŒr die Wehrpflichtigen entsprechend mit ‚HĂ€ngolin‘ prĂ€pariert ist, doch etwas dran. Ich starrte auf das Gesicht dieses MĂ€dchens, ich starrte auf ihre BrĂŒste und bekam eine Erektion.
Zimbes war in seinem Element. Er war gerade dabei die Blonde davon zu ĂŒberzeugen, dass es sicherer wĂ€re, wenn die beiden MĂ€dchen in unseren Jeep einsteigen und nicht so alleine in der beginnenden DĂ€mmerung herumlaufen wĂŒrden.
Ich weiß nicht wie er es geschafft hat, aber nach wenigen Minuten stiegen die MĂ€dchen auf die RĂŒckbank unseres Jeeps. Mit ein paar eindeutigen Handzeichen gab er mir zu verstehen, dass er sich fĂŒr die Blonde entschieden hat und ihr noch schnell vor Zapfenstreich seinen Pimmel zwischen die Beine stecken wollte.
Ich schĂŒttelte den Kopf und sagte nach hinten zur RĂŒckbank gerichtet: „Wir fahren euch jetzt nach Hause und ihr zeigt uns dann den Weg wie wir zurĂŒck zur Kaserne kommen. Wir mĂŒssen uns beeilen, sonst kommen wir zu spĂ€t. Fahren Sie jetzt los, Gefreiter Zimbes, aber mĂ€ĂŸigen sie ihren Fahrstil und nehmen Sie RĂŒcksicht auf unsere weiblichen FahrgĂ€ste. Das ist ein Befehl“.
Mir war klar, dass ich damit Zimbes die Möglichkeit auf eine schnelle Nummer genommen hatte. Und die Art wie Zimbes den ersten Gang einlegte, zeigte dass ihm das auch klar war.
Wir haben die MĂ€dchen wohlbehalten, unberĂŒhrt unversehrt und unbefleckt zu Hause abgeliefert, ein Wiedersehen fĂŒr das nĂ€chste Wochenende vereinbart und kamen auch noch rechtzeitig zurĂŒck in der Kaserne.
Zimbes kannte eben doch immer die besten AbkĂŒrzungen.
Am nÀchsten Wochenende gingen wir getrennte Wege.
Zimbes war bereits am Freitag in den Wochenendurlaub zu Muttern nach Hause gefahren um die WĂ€sche zu tauschen. Ich hatte am Samstag Dienst und durfte die Kaserne am Sonntag nur in Uniform verlassen.
Sonntag um 15:00 Uhr waren wir mit den MĂ€dchen verabredet. Die Kleine mit den schwarzen Haaren war mir die ganze Zeit nicht aus dem Kopf gegangen. Als Zimbes mich verabredungsgemĂ€ĂŸ mit seinem Auto am Kasernentor abholte, traf ihn fast der Schlag.
Ich stand in Ausgehuniform mit SchirmmĂŒtze, sauberem Taschentuch und genĂŒgend Kleingeld in der Tasche aufgeputzt wie ein General zur Abholung bereit.
„Ach du Scheiße“, entfuhr es Zimbes, „so kann ich mit dir nicht in die Eisdiele gehen und dann in den Wald zum Ficken. Ich stell mir das jetzt mal vor, wie du mit SchirmmĂŒtze und heruntergelassenen Hosen versuchst, der kleinen Schwarzen deinen Schwanz reinzustecken. Die kriegt einen Lachanfall und ich auch. Das wird ne echte Lachnummer“.
„Mach dir keine Sorgen, ich geh nur mit in die Eisdiele und wenn sie mag, mit der kleinen Schwarzen noch ein bisschen spazieren. Du kannst in der Zwischenzeit die Blonde nach Herzenslust besteigen, wenn sie dich lĂ€sst“.
„Und ob die mich lĂ€sst, nicht nur einmal, darauf gehe ich jede Wette ein“, meinte Zimbes siegessicher beim Einsteigen, „das wĂ€re die Erste, die mich nicht lĂ€sst“.
Die MĂ€dchen warteten schon in der Eisdiele. Die Tische standen draußen, vor dem Lokal in einer kleinen gartenartigen Anlage in der Nachmittagssonne. Als Zimbes seinen VW-KĂ€fer auf dem Gehweg davor gekonnt in eine ParklĂŒcke zwĂ€ngte und ich ausstieg und langsam die SchirmmĂŒtze aufsetzte verstummten die GesprĂ€che. Alle Blicke schienen auf uns gerichtet. Zimbes ging vor und steuerte zielsicher auf den Tisch mit den beiden MĂ€dchen zu, kĂŒsste die Blonde auf den Mund und gab der kleinen Schwarzen artig die Hand. Ich setzte mich, nahm die MĂŒtze ab und strich mir durch die Haare und sagte einfach nur  „Hallo“. Die kleine Schwarze sah wirklich sĂŒĂŸ aus. Zimbes hatte sich bereits die Eiskarte gegriffen und begann die Blonde zu bearbeiten. Er hatte mir im Auto erzĂ€hlt was er mit der Blonden heute noch alles machen wĂŒrde. Ich sollte ihm nur nicht wieder in die Quere kommen und mich um die Schwarze kĂŒmmern. Das wĂ€re das Mindeste was ich fĂŒr ihn tun könnte.
Es fiel mir nicht schwer mich um die Schwarze zu kĂŒmmern. Sie hieß Helga, war gerade siebzehn Jahre alt geworden, ging noch in die Lehre bei einem Apotheker, gerade um die Ecke, gleich neben der Kirche. Sie hatte noch drei BrĂŒder. Einen Älteren und zwei JĂŒngere. Der Vater war Beamter bei der Post, die Mutter war Hausfrau.
Bevor ich die familiĂ€ren VerhĂ€ltnisse von Helga erfahren konnte, hatte Zimbes bereits festgestellt, dass die Blonde keinen BH und einen weißen Slip trug. Sie hieß Regula, hatte ein leichtes Pferdegebiss und war die beste Freundin von Helga, bzw. sie war die Schwester vom Freund des Bruders. Regula  war ein halbes Jahr Ă€lter als Helga und schien auch etwas mehr Erfahrung im Umgang mit Jungs zu haben. Genau richtig fĂŒr Zimbes. Der fackelte nicht lange und steuerte ziemlich direkt das Objekt seiner Begierde an. Es war immer wieder erstaunlich wie er das machte. Und Regula schien seine Offenheit und seine Art zu gefallen. An Zimbes war echt ein guter Pfarrer verloren gegangen. Er bereitete Regula psychologisch geschickt, inmitten Eis essender Familien mit Kindern, auf die geplante Kopulation mit vorherigem Fellatio vor.
Nach etwa einer Stunde Eisdiele war Regula bereit mit Zimbes ein bisschen im Auto herumzufahren. Helga wollte nicht mit, denn sie hatte ihren Eltern versprochen, dass sie mit Regula nur in die Eisdiele gehen wĂŒrde. Außerdem schien ihr Zimbes mit seinen verdeckt erotischen Anspielungen etwas unheimlich zu sein. Da ich Zimbes jetzt nicht zum zweiten mal die Tour vermasseln wollte, ĂŒberredete ich Helga mit mir ein bisschen durch den Ort zu schlendern und Schaufenster zu gucken. Gegen 18:00 Uhr wollten wir uns dann mit Zimbes und Regula wieder in der Eisdiele treffen.
Zimbes sprang erleichtert auf, packte Regula an der Hand und zog sie in Richtung Auto. Dort gab es noch eine kurze heftige Diskussion, bevor sie losfuhren. Ich stellte mir vor was Zimbes in den zwei Stunden alles mit Regula anstellen wĂŒrde und beglich nebenher die Rechnung. Dann ging ich mit einem Meter Abstand neben Helga durch die Straßen und unterhielt mich mit ihr ĂŒber Musik, Mode, Partys und Schaufensterdekorationen.
Die Unterhaltung war oberflĂ€chlich, teilweise gingen wir nur schweigend nebeneinander her. Die Leute starrten uns wegen meiner Uniform an und mir lief unter dem dicken Jackett der Schweiß in Strömen ĂŒber den RĂŒcken.
Wir saßen schon lĂ€ngst wieder in der Eisdiele als Zimbes und Regula mit einiger VerspĂ€tung eintrafen. Schon von weitem signalisierte Zimbes Erfolg. Nicht nur den Daumen hielt er wie CĂ€sar nach oben, sondern gleich drei Finger. Er grinste als er Regula am Tisch ablieferte und kundtat, dass er jetzt erst mal auf die Toilette mĂŒsste. „Kommst du mit, wir mĂŒssen dann auch bald los“, meinte er zu mir. Ich stand auf und ging hinter ihm her bis zur Herrentoilette. Dort blieb ich an der Wand stehen und sah ihm zu, wie er vor dem Pissoire umstĂ€ndlich die Hose öffnete und sich erst mal ĂŒber die Schuhe pisste. Er fing an zu lachen, dreht den Kopf halb zu mir und meinte dann: „War echt gut, alles prima gelaufen. Zuerst wollte sie nicht so recht, nur ein bisschen Petting und fummeln. Dann hat sie mir einen geblasen und ich habe ihr drei Finger in die Muschi gesteckt. Hier riech mal, wie ich mich amĂŒsiert habe“. Dabei zog er sich genĂŒsslich die Finger der freien Hand unter der Nase entlang. „Zimbes, du bist ein Schwein“, sagte ich. „Ich weiß“, sagte er, wĂ€hrend er die letzten Tropfen Urin abschĂŒttelte, „deshalb habe ich ihr dann auch noch auf der RĂŒckbank vom KĂ€fer die FĂŒĂŸe durch die Halteschlaufen gesteckt und sie noch mal ordentlich gefickt, so wie es sich gehört. Tut mir leid, dass es deshalb ein bisschen lĂ€nger gedauert hat. Aber ich mach das schon wieder gut. Wie bist du mit der kleinen Schwarzen weitergekommen?“
„Gar nicht, ich bin mit ihr zwei Stunden lang durch die Stadt gelaufen und habe mir Schaufenster angesehen“, gab ich zurĂŒck, „die Kleine ist ein anstĂ€ndiges MĂ€dchen. Ich finde sie echt nett.“.
„Mann Herr General, das hört sich ja nach richtig ernsthaften Absichten deinerseits an“, lachte Zimbes wĂ€hrend er sich die Hose zuknöpfte.
„Du hast noch Spermaflecken auf der Hose und wasch dir die HĂ€nde, bevor du jetzt wieder zurĂŒck ins Lokal gehst“, erwiderte ich und verließ wĂŒtend die Toilette. Sein ironisches „jawohl Herr General“, hörte ich nur noch gedĂ€mpft.

Als er zurĂŒck zum Tisch kam, hatte er die HĂ€nde gewaschen, die Haare nass gemacht und wie Elvis Presley gekĂ€mmt.  Auf seiner Hose war vorne ein großer nasser Fleck. „Ich habe mir wegen dem blöden Wasserhahn an dem Waschbecken die ganze Hose nassgespritzt“, meinte er entschuldigend. Ich sah wie Regula rote Ohren bekam. Sie hatte sicher sein Sperma noch in Schamhaar und SchlĂŒpfer. Hatte sie ihm wirklich einen geblasen, oder hatte Zimbes das nur erfunden?
„Können wir jetzt gehen“, sagte ich und stand auf, „wir mĂŒssen zurĂŒck in die Kaserne. Wenn wir nicht rechtzeitig da sind, bekommen wir Ärger“.
Beim Verlassen des Lokals legte Zimbes seinen Arm um Regulas Schulter und ließ die Finger lĂ€ssig in Richtung Ausschnitt hĂ€ngen. Helga war schon vorausgegangen und wartete ungeduldig auf der Straße. Ich musste noch bezahlen und ewig auf den Kellner warten, da der offensichtlich beabsichtigte mein Wechselgeld als Trinkgeld zu behalten.
Zimbes wollte die MĂ€dchen noch unbedingt nach Hause fahren. Helga wirkte verĂ€rgert und wollte zu Fuß gehen. Doch nach einer kurzen Diskussion mit Regula gab sie nach, klappte die Lehne des Beifahrersitzes nach vorne und kletterte nach hinten auf die RĂŒckbank. Ich zwĂ€ngte mich neben sie. Viel Platz ist hinten in einem Volkswagen wirklich nicht. Auch die Sitze hatten schon bessere Zeiten gesehen. „Was machst du nĂ€chste Woche“, fragte ich Helga wĂ€hrend Zimbes losfuhr. „Nichts besonderes, das Übliche halt“, meinte sie nach einer kurzen Pause, wĂ€hrend Zimbes dem Motor seines KĂ€fers die höchsten Drehzahlen abverlangte. Der Krach auf der RĂŒckbank war unbeschreiblich. Um mich verstĂ€ndlich zu machen musste ich schreien.
„Kann ich dich mal abends anrufen, oder gibt das Ärger mit deinen Eltern?“. Helga schĂŒttelte den Kopf. Also, entweder hatte sie meine Frage nicht verstanden, oder sie war an einem Anruf nicht interessiert, oder es gab Ärger falls ich anrufen sollte. Oder auch alles zusammen.
Zimbes hatte seine rechte Hand auf Regulas nacktem Oberschenkel geparkt und lenkte den KĂ€fer gekonnt mit zwei Fingern der linken Hand mit Vollgas ĂŒber das Kopfsteinpflaster. An eine Unterhaltung war ĂŒberhaupt nicht mehr zu denken. Ich versuchte in den Kurven nicht gegen Helga zu kippen und griff nach der Halteschlaufe, die am Holm zur BeifahrertĂŒr befestigt war, um den hinten sitzenden FahrgĂ€sten das Aussteigen zu erleichtern.  Ich versuchte nicht daran zu denken, dass in dieser Halteschlaufe das rechte Bein von Regula gesteckt hatte, wĂ€hrend Zimbes im Fußraum mit dem Kardantunnel vor ihr kniete und sie, wie er es nannte, ordentlich fickte. Ich blickte zu Helga hinĂŒber. Sie hielt die linke Halteschlaufe mit beiden HĂ€nden umklammert und versuchte an Zimbes Kopf vorbei nach vorne auf die Straße zu sehen und wirkte erleichtert, als der KĂ€fer endlich vor ihrem Elternhaus stoppte. Der Abschied war kurz und schmerzlos. Zimbes und Regula stiegen aus dem Wagen und klappten die RĂŒcklehnen der Vordersitze nach vorne. Ich zog mich mit beiden HĂ€nden an der Halteschlaufe aus dem durchgesessenen RĂŒcksitz, stieß mir dabei den Kopf am oberen TĂŒrrahmen und blieb mit dem linken Schuh zwischen Vordersitz und TĂŒrschweller stecken. Wenn Regula mich nicht aufgefangen hĂ€tte, wĂ€re ich auf die Straße gestĂŒrzt oder gegen die WagentĂŒre geprallt. So fiel ich nur mit dem Gesicht gegen Regulas Busen und konnte mich mit der linken Hand irgendwo an ihrem Arm oder der Schulter festhalten. Regula stĂŒtzte mich bis ich meinen linken Schuh wieder freibekommen hatte und mit beiden Beinen auf der Straße stehen konnte.
Ich war noch leicht benommen, hatte einen eigenartigen Geruch aus ParfĂŒm, Moschus und leichtem Fischgeruch in der Nase, als mir Regula die Hand hinhielt und nach einem kurzen „TschĂŒss, danke fĂŒrs Mitnehmen“, ĂŒber die Straße rannte, wo Helga schon wartete. Noch ein kurzer Wink, dann drehten sich beide um und verschwanden hinter dem Hoftor.
Zimbes hatte sich eine Zigarette angesteckt und inhalierte so stark, dass es ihm die Backen nach innen zog und meinte dann trocken: „Geiles Wochenende, starke Braut, alles gelaufen wie geplant. So macht das Leben Spaß. Es geht halt nichts ĂŒber einen guten Fick“.
„Du hast Recht und ich meine Ruh. Komm lass uns fahren. Ich habe die Schnauze voll. Ich will jetzt nur noch raus aus der Uniform und dann besauf ich mich. Machst du mit?“
„Jawohl Herr General. Zu Befehl“.
„Arschloch“.
„Danke, selber Arschloch“.
„Ach leck mich doch“.
„Ich bin doch nicht schwul“.
„Ach fick dich doch ins Knie“.
„Wenn ich so einen langen Schwanz hĂ€tte, wĂ€re mir um meine Zukunft nicht bange“.
„Wieso ist dir etwa um deine Zukunft bange?“.
Zimbes hatte den KĂ€fer gestartet und fuhr langsam an die Straße hinunter, an den Reihen kleiner HĂ€uschen mit ordentlich hergerichteten VorgĂ€rten und sauberen Gehwegen entlang.
„Ja“, sagte er, „und lach jetzt nicht blöd, ich mach mir wirklich Gedanken um meine Zukunft. In einigen Monaten ist meine Dienstzeit beim Bund zu Ende. Ich hab keine Ahnung was ich danach machen soll. Den Job als LandmaschinenverkĂ€ufer kannst du echt vergessen. Da komme ich nie auf einen grĂŒnen Zweig. Und beim MilitĂ€r, als Zeitsoldat, mit meinem Lebenswandel, da bringe ich es nicht einmal bis zum Feldwebel. Und dann noch von einer Kaserne zur anderen versetzt, Leben in einer Dienstwohnung, Wand an Wand mit anderen Soldatenfamilien. Nein danke, das ist nix fĂŒr mich“.
Dann schwieg er, konzentrierte sich auf die Straße und schien seinen Gedanken nachzuhĂ€ngen.
„Du kannst gut Auto fahren und deine Mitmenschen, besonders die weiblichen, hirntot labern“, sagte ich um ihn aufzumuntern und auf das kommende BesĂ€ufnis einzustellen, „du könntest so eine Art Wanderprediger werden. Du wolltest doch sowieso einmal Pfarrer werden. Zuerst erzĂ€hlst du den Damen etwas vom Heiligen Geist und wenn sie dann völlig willenlos sind, dann holst du ihn aus der Hose. Das wĂ€re doch die ideale Lösung fĂŒr dich. Darin bist du doch Weltmeister“.
Er lachte laut auf, hieb mir mit der rechten Hand auf die Schulter und schrie mir durch den FahrtlĂ€rm zu: „Genau das ist es. Ich werde geiler Wanderprediger. Dann ficke ich mich kreuz und quer durch die Damenwelt der Bundesrepublik Deutschland und bekomme auch noch Geld dafĂŒr“.
„Wieso nur der Bundesrepublik Deutschland?“, schrie ich zurĂŒck, „ganz Europa, Amerika, Asien und Afrika“.
„Hast du schon mal eine Negerin gefickt?“, wollte Zimbes wissen, als er mit dem KĂ€fer in den Parkplatz vor der Kaserne einbog und eine ParklĂŒcke suchte. Er sah mich mit dem Blick eines Seelsorgers prĂŒfend von der Seite her an.
„Nein, hab ich nicht, interessiert mich auch nicht“, sagte ich und öffnete die TĂŒr um auszusteigen.
Zimbes stand auf der anderen Seite des KĂ€fers, hatte HĂ€nde und Kinn auf das Dach gestĂŒtzt und sah mich an.
„Du hast ĂŒberhaupt noch nie gefickt“, sagte er. Und dann, „ich glaube du bist noch Jungfrau“.
Ich gab ihm keine Antwort, das Thema war mir unangenehm. Sollte ich ihm etwa von dem roten Schleifchen auf dem Slip meiner Fastverlobten erzĂ€hlen. Von dem kurzen Augenblick von der Erektion bis zum Orgasmus. Von dem geplatztem PrĂ€servativ, das halt doch schon ein bisschen zu alt gewesen war. Von den anschließenden BemĂŒhungen die Spermaflecken und das Blut auf der BettwĂ€sche zu entfernen, bevor die Mutter es entdeckt. Und von der Angst beim ersten Mal gleich ein MĂ€dchen geschwĂ€ngert zu haben.
Nein, das behielt ich lieber fĂŒr mich.

Schweigend gingen wir nebeneinander der Weg zur Kaserne hoch, passierten die Wachposten und gingen auf unsere Zimmer.
Eine halbe Stunde spĂ€ter saßen wir in der Kantine beim Kampftrinken. Wer nicht mithalten konnte musste bezahlen. Es war wie ein wiederkehrendes Ritual um das Wochenende zu vergessen und um die notwendige Lethargie zu entwickeln, die uns den Stumpfsinn der kommenden Woche ertragen ließ.
Einige Tage spĂ€ter bekam ich den Marschbefehl nach Grafenwöhr zum TruppenĂŒbungsplatz. Eine Einheit der Panzerartillerie, die von meiner Instandsetzungskompanie betreut wurde, benötigte Ersatzteile fĂŒr ein liegengebliebenes Fahrzeug. Ich sollte die Teile anliefern und die Reparatur durchfĂŒhren. Zimbes konnte nicht mit. Er war dienstunfĂ€hig geschrieben und bewegte sich in Trainingsanzug und KrĂŒcken zwischen Unterkunft und Kantine. Wir hatten zusammen nach Feierabend in der Werkstatt an einem defekten AutokĂŒhler herumgelötet. Dabei war Zimbes mit seinen Jesussandalen lĂ€ngere Zeit auf dem heißen Lötkolben gestanden, der am Boden lag. Erst als es schon stark nach verbranntem Leder, geschmolzenen Nylonsocken und  nach stark gegrilltem Schweinefleisch roch, haben seine Nerven den Schmerz an das Großhirn weitergemeldet. Da war es schon zu spĂ€t und Leder, Nylon und Fleisch hatte sich zu einer schwarzen, stinkenden Masse vereinigt, die ihm dann von diensthabenden SanitĂ€ter mit Skalpell und Pinzette entfernt wurde.
WĂ€hrend des Krieges hĂ€tte man zu einer solchen Verletzung „Heimatschuss“ gesagt. Schwer genug um nicht mehr an die Front zu mĂŒssen, aber nicht lebensgefĂ€hrlich. Zimbes aber litt, denn er durfte wĂ€hrend seiner DienstunfĂ€higkeit die Kaserne nicht verlassen. Und er konnte nicht zu seiner nĂ€chsten Verabredung mit Regula.
„Du musst da hin“, sagte er zu mir. „Du musst ihr sagen, dass ich krank bin und nicht kommen kann. Ich habe keine Telefonnummer von ihr. Wir wollten uns nĂ€chsten Samstag auf dem Parkplatz am Grillplatz treffen. Ohne dich und ohne Helga“. Dabei grinste er mich verlegen an.
„Weißt du, sonst hĂ€tte es wieder so einen Stress gegeben. Wegen dem Zeitdruck. Ich mag das nicht, wenn ich mich beim Ficken beeilen muss. Wir hatten das letzte Mal ja nur knapp zwei Stunden Zeit. Komm tu mir den gefallen, fahr hin und sag Regula Bescheid. Sie kann mich ja am Wochenende hier in der Kaserne besuchen. Rumlaufen kann ich ja. Und wenn sie mir die KrĂŒcke hĂ€lt bekommen wir bestimmt auch noch irgendwo eine schnelle Nummer im Stehen hin. Du kannst auch mein Auto nehmen. Vielleicht bekommst du bei der Gelegenheit auch die Helga auf die RĂŒckbank. Na, ist das ein Angebot?“.
„Zimbes ich bin am Wochenende nicht da. Ich fahre morgen nach Grafenwöhr und komme sicher nicht vor Montag zurĂŒck, eventuell sogar erst spĂ€ter. Also, wenn ich der Regula Bescheid sagen soll, dann muss ich das heute Abend machen“.
„OK, dann fahr heute Abend. Ich schreib dir einen Zettel. Wenn sie nicht da ist, wirfst du den in den Briefkasten. Ich schreib die Telefonnummer von unserer Schreibstube drauf, da kann sie mich dann erreichen. Den Rest mach ich dann wieder alleine und das nĂ€chste Wochenende ist gerettet und wenn ich sie durch den Maschendraht am Kasernenzaun ficken muss“.
„Mensch Zimbes, du hast auch nur ein Thema“.
„NatĂŒrlich, dazu ist der Mensch doch auf der Welt. Doch nur um sich fortzupflanzen. Es ist dabei die Aufgabe der MĂ€nnchen alles zu befruchten, was es zu befruchten gibt, oder sich befruchten lĂ€sst. So steht es schon in der Bibel. In der Woche vier, schadet weder ihr noch mir, hat schon Martin Luther gesagt. Also gilt das zumindest fĂŒr die AnhĂ€nger der evangelischen Religionsgemeinschaft, oder?“.
„Wolltest du eigentlich katholischer oder evangelischer Pfarrer werden?“.
„Gute Frage. Ich wollte katholischer Priester werden. Das Zölibat erschien mir eine Zeit lang die beste Möglichkeit zu sein um nicht immer nach paarungswilligen Frauen suchen zu mĂŒssen. Aber ich bin damit nicht klargekommen. Ich liebe die Menschen, besonders die Frauen. Und von denen besonders die Blonden mit den etwas grĂ¶ĂŸeren BrĂŒsten. Und ganz besonders die, die nicht lange rumzicken, sondern genau wissen was sie wollen. Ich habe das noch nie jemand erzĂ€hlt, aber jetzt erzĂ€hle ich es dir. Zum ersten Mal habe ich gefickt, als ich 13 Jahre alt war. Es hat mir gefallen, obwohl ich noch nicht so richtig verstanden hab, was ich dabei fĂŒr eine Rolle spielte. Meinen Vater kenne ich nicht. Meine Mutter hat nie ĂŒber ihn gesprochen. Wie und wo sie schwanger geworden ist, darĂŒber wurde nie gesprochen, sie hatte einfach keine SexualitĂ€t und was fĂŒr mich viel schlimmer war, sie hatte keine ZĂ€rtlichkeit und keine WĂ€rme. Wir wohnten zusammen in einer kleinen Wohnung zur Miete im Haus einer fast gleichaltrigen Frau deren Mann im Krieg gefallen war. Sie hatte einen Sohn der etwa zwei Jahre Ă€lter war als ich. Mit Hacky, eigentlich hieß er Hartmut, habe ich Blutbruderschaft geschlossen, meine erste Zigarette geraucht, zum ersten Mal onaniert und Doktorspiele gemacht. Er hat dann einige Male versucht mir seinen Pimmel hinten rein zustecken. Das war aber nicht so mein Ding. Und dann hat er eines Tages ein Ă€lteres MĂ€dchen aus der Nachbarschaft angeschleppt. Wir sind in den Keller gegangen. Das MĂ€dchen hatte schon richtige BrĂŒste und Haare zwischen den Beinen. Sie hat Hacky die Hose aufgemacht und seinen Pimmel herausgeholt. Er durfte ihre BrĂŒste kneten und lecken und die Finger in die Muschi stecken. Dann hat sie ihm einen heruntergeholt und ich habe dabei zugesehen. Ficken durfte er sie nicht, denn sie wollte sich nicht auf den Boden legen, damit ihr Kleid nicht schmutzig wird. An mir hatte sie kein Interesse. Ich stand einfach nur daneben und habe zugesehen. Nach diesem Erlebnis bin ich fast jeden Tag heimlich in den Keller geschlichen und habe mir in der Phantasie das MĂ€dchen vorgestellt und dabei onaniert. Irgendwann hat mich die Mutter von Hacky dabei erwischt. Ich hatte fĂŒrchterliche Angst, dass sie es meiner Mutter erzĂ€hlt. Aber einige Tage spĂ€ter hat sie mich nachmittags zu sich in die Wohnung gerufen und hat mich dort entjungfert. VerfĂŒhren musste sie mich nicht. Sie wusste genau was sie wollte, hat sich genommen was sie brauchte, hat gemacht was ihr gefiel, hat nicht herumgejammert oder sich zickig angestellt. Sie war blond, hatte halblange Haare, die sie normalerweise als Knoten trug, hatte große, weiche BrĂŒste. Seitdem mag ich am liebsten blonde Frauen mit großen BrĂŒsten. Von ihr habe ich gelernt, dass Frauen eine eigene SexualitĂ€t haben, dass sie nicht untĂ€tige Opfer sind.  Sie zeigen dir, wenn sie mit dir Ficken wollen, du musst es nur sehen und verstehen. Du kannst es an ihrer Körpersprache und in den Augen sehen. Und wenn du nah genug rankommst, dann kannst du es auch riechen. Es ist die Haut, die diesen Duft ausströmt, da hilft auch kein ParfĂŒm. Ich rieche das und ich weiß, die Braut ist heiß. Vier Jahre hat unsere Beziehung gedauert. Keiner hat es bemerkt. Ich habe sie mindest drei bis viermal in der Woche besucht. Wenn sie ihre Periode hatte, dann hat sie mir einen geblasen. Ohne Wenn und Aber. Sie war eine gute, geduldige und verstĂ€ndnisvolle Lehrerin. Sie hat mir gezeigt, dass es nichts gibt, was MĂ€nner und Frauen nicht miteinander machen können. Sie hat mich zum Mann gemacht und ich denke auch zu einem mĂ€nnlichen, zĂ€rtlichen und guten Liebhaber. Ich liebe die Frauen. Ich bin nicht krank, aber ich bin verrĂŒckt nach ihnen. Ich kann nicht ohne sie leben. Ich brauche sie wie Essen und Trinken. Jeden Tag“.
Dann hielt er erschöpft inne und zog die Luft mit einem langen Seufzer in die Lunge.
Ich beneidete ihn plötzlich und seine ErzÀhlung hatte eine riesige Erektion in meiner Hose verursacht.
„OK, du hast mich ĂŒberzeugt. Ich fahre heute Abend los und suche Regula und wenn es sein muss, dann bringe ich sie auch noch zum Ficken an den Kasernenzaun“.
„Ich hab gewusst, dass du mich nicht im Stich lĂ€sst. Das bewundere ich so an dir. Du bist durchsetzungsstark, strukturiert, zuverlĂ€ssig, hilfsbereit, und wĂŒrdest niemand ĂŒber den Tisch ziehen. Du wĂŒrdest auch nicht auf die Idee kommen, die Situation heute Abend auszunutzen und Regula Selbst zu ficken. Jeder andere hier in der Kaserne wieder das sicher versuchen,  mich selbst eingeschlossen. Ich geb dir noch einen guten Rat. Gib dich nicht mit Helga ab, das bringt dir nichts. Die will Heiraten, Kinder und ein HĂ€usle mit Garten haben, die will versorgt sein. Wenn die dich ranlĂ€sst, dann will sie frĂŒher oder spĂ€ter schwanger werden. Als ĂŒberlass die VerhĂŒtung nicht ihr. Bevor du dich umsiehst bist du bei der Familienvater. Dann klappt sie die Beine zusammen, nimmt ihre MigrĂ€ne und rennt bei jeder Gelegenheit zum Beichten in die Kirche. Ich kenne diesen Typ Frau mit den zusammengekniffenen Lippen noch aus meiner Zeit als Ministrant. Lieber tot als so eine Frau zu Hause, das sag ich dir“.
„Willst du mir jetzt hier deine ganze Lebensgeschichte erzĂ€hlen und mir gute RatschlĂ€ge geben, oder soll ich die Sache mit Regula klĂ€ren? Wenn ja, dann gib mir die AutoschlĂŒssel, denn ich muss jetzt los“.
Im Hinterkopf hatte ich die Möglichkeit, dass ich heute Abend noch mit Helga sprechen konnte, natĂŒrlich schon in Betracht gezogen.
Nach Dienstschluss zog ich meine beste Zivilkleidung an, holte Zimbes KĂ€fer vom Parkplatz und machte mich auf die Suche nach Regula. Ich wollte nicht gleich zu ihr nach Hause fahren, denn da lief ich mit hoher Wahrscheinlichkeit ihren Eltern in die HĂ€nde. Also versuchte ich zuerst mein GlĂŒck an der Eisdiele, dann fuhr ich langsam die Straßen ab, schaute am Sportplatz und der Turnhalle vorbei. Als es langsam anfing dunkel zu werden, wurde mir klar, dass ich doch wohl in die Höhle des Löwen musste.
Ich parkte den KĂ€fer, unter den wachsamen Augen der Nachbarn, einige HĂ€user weiter am Straßenrand. Obwohl die Straße schmal war, wagte ich es nicht den Wagen halb auf dem Gehweg zu parken, wĂ€hrend der Hausbesitzer noch im Vorgarten war. Also parkte ich den Wagen besonders sorgfĂ€ltig und schaute mich mehrmals um, ob ich nicht doch irgendwo ein Verbotschild ĂŒbersehen hatte. Dann schloss ich den KĂ€fer sorgfĂ€ltig ab, obwohl hier sicher in den letzten zwanzig Jahren nichts gestohlen worden war. Ich nĂ€herte mich dem Haus und wartete irgendwie darauf, dass jetzt gleich ein Wachhund laut bellend auf mich losstĂŒrzt. Aber alles blieb still. Die stechenden Blicke der Nachbarn im RĂŒcken, drĂŒckte ich auf den einzigen Klingelknopf am Gartentor. Nichts geschah. Ich wartete einige Minuten und war mir dann nicht ganz sicher, ob ich wirklich fest genug auf die Klingel gedrĂŒckt hatte. Ich drĂŒckte noch mal, diesmal aber fest und lĂ€nger.
„Die sind hinten im Garten, die hören das nicht“, rief hinter mit eine Stimme ĂŒber die Straße. Ich drehte mich um und sagte „Danke“.
„Sie sind doch der Soldat der letzten Samstag die Helga nach Hause gebracht hat. Das ist doch das gleiche Auto, oder? Sie sind aber nicht von hier. Wenn sie die Helga suchen, die ist nicht da. Die ist immer Mittwochs mit ihrer Freundin, der Regula in der Tanzstunde. Ich hab sie vorhin, kurz vor acht weggehen sehen.“.
Ich sagte noch mal „Danke“ und wie zur Entschuldigung dann „Vielen Dank“ und ging zurĂŒck zum Auto.  Schöne Scheiße, was soll ich jetzt machen. Soll ich jetzt den Zettel mit der Telefonnummer einfach in den Briefkasten werfen und dann nichts wie weg hier?
Ich drehte mich um und steuerte schnurstracks auf den Nachbarn am Gartenzaun zu. „Entschuldigen Sie“, sagte ich höflich, „ich suche eigentlich die Regula. Mein Kamerad ist mit ihr befreundet. Ich will ihr nur die Nachricht bringen, dass ihr Freund einen Unfall hatte und im Lazarett liegt. Er ist noch unter Narkose und sagt immer wieder ihren Namen. Aber ich habe keine Adresse und keine Telefonnummer um sie zu benachrichtigen. Ich muss sie unbedingt heute Abend noch finden, denn morgen habe ich Marschbefehl nach GrĂ€fenwöhr und ich weiß nicht wann ich wieder zurĂŒck komme“.
Ich konnte in den Augen des Nachbarn die Erinnerung an seine eigene MilitĂ€rzeit sehen. Diesen immer wieder gleichen Film ĂŒber Liebe, Abschied, Hoffnung, die letzte unvorsichtige Kopulation vor der RĂŒckkehr zur Front, die Ferntrauung, das Kind ohne Vater. Diese Zeit, die ihm die Jugend, viele seiner Freunde, vielleicht seine BrĂŒder, die Schwester, Vater oder Mutter und die unbeschwerte Fröhlichkeit seines jungen Lebens genommen hatte. Die Zeit die ihm Entbehrung, Schmerz, Angst, Blut und TrĂ€nen gebracht hatte. Und Zucht, Ordnung und Gehorsam. Er muss damals ungefĂ€hr so alt gewesen sein wie ich jetzt.
„Wart mal einen Moment“, sagte er und hatte nicht bemerkt, dass er zum ‚Du‘ ĂŒbergangen war, „ich such die Adresse und Telefonnummer der Tanzschule aus dem Telefonbuch raus. Dann fahr ich mit dir hin. Du findest das sonst nicht. Ich zieh mir nur schnell eine andere Hose und Schuhe an. Ich bin gleich zurĂŒck. Oder komm kurz rein. Willst du was trinken? Ich hab frischen selbstgemachten Most. Ein Gedicht, sowas kannst du heute nicht mehr kaufen“.
„Vielen Dank, aber ich warte lieber hier, ich hab nicht mehr so viel Zeit. Ich muss vor dem Zapfenstreich wieder in der Kaserne sein, sonst bekomme ich Ärger mit dem Spieß“. 
„Oh, das kenn ich aus eigener Erfahrung. Ich beeile mich. Bin gleich wieder da“, rief er noch, dann war er auch schon um die Ecke verschwunden.
Ich lehnte mich an den Pfosten des Gartentors und summte leise die Melodie von Lilli Marleen, das Lied zu dem Hunderttausende von Soldaten Rotz und Wasser geplÀrrt hatten:

Vor der Kaserne, vor dem großen Tor,
stand eine Laterne und steht sie noch davor.
So woll'n wir uns dort wiedersehn,
bei der Laterne woll'n wir stehn,
wie einst Lilli Marleen, wie einst Lilli Marleen.
Unsre beiden Schatten sah'n wie einer aus.
Dass wir so lieb uns hatten, das sah man gleich daraus.
Und alle Leute soll'n sehn, wenn wir bei der Laterne stehn, wie einst Lilli Marleen, wie einst Lilli Marleen.
Schon rief der Posten, "Sie blasen Zapfenstreich!
Es kann drei Tage kosten, "Kam'rad ich komm' sogleich!
Da sagten wir auf wiedersehn.
Wie gerne wollt' ich mit Dir gehn.
Mit Dir Lilli Marleen, mit Dir Lilli Marleen.

Ich dachte gerade darĂŒber nach, wie der Text weiterging, das klopfte mir auch schon der Nachbarn auf die Schulter. „Wir können los, ich bin fertig. Adresse habe ich aufgeschrieben und angerufen auch schon. Die Tanzstunde dauert bis halb Zehn. Regula ist auch da. Ich habe gesagt, sie sollen sie auf jeden Fall festhalten, bis wir da sind. Ach ĂŒbrigens ich heiße Hans, du kannst du zu mir sagen“.
„Ich heiße Rolf“, sagte ich wĂ€hrend wir losfuhren, „eigentlich Rudolf, aber das ist mir aber zu lang. Wie muss ich jetzt fahren?“
„Da einfach die Straße runter und dann unten links. Ich sag dir dann schon, wo es lang geht. In höchstens zehn Minuten sind wir da. Wir schaffen das schon noch, keine Bange, da haben wir schon ganz andere Dinger hingekriegt“.
Er zog eine Schachtel Zigaretten aus der Brusttasche und hielt sie mir hin. „Rauchst du?“ Ohne meine Antwort abzuwarten steckte er sich selbst eine Zigarette an und schirmte dabei die Flamme des Streichholz mit beiden HĂ€nden ab, als wĂŒrde er im stĂ€rksten Schneesturm in einem SchĂŒtzengraben irgendwo in den Weiten Russlands Wache schieben.
„Kennst du das Lied von Lilli Marleen“, fragte ich durch die entstandene Stille.
„Ja, kenne ich. NatĂŒrlich, wer kennt das nicht wenn er Soldat war“, erwiderte er, „der Komponist ist ein Namensvetter von mir. Der hieß auch Hans. Hans Leip. Der hat die Verse im April 1915, da war er erst dreiundzwanzig Jahre alt, geschrieben. Nur wenige Tage, bevor er mit seinen Kameraden an die russische Front verlegt wurde“.
Dann verstummte er und fuhr nach einer kurzen Pause fort, „eigentlich geht es in dem Lied um die Liebe zu zwei MĂ€dchen. Um Lili und um Marleen. Lili war VerkĂ€uferin in einem GemĂŒseladen und Marleen Arzthelferin in einem Lazarett. Die Liebe war nur kurz, das ist im Krieg meistens so. Mir gefĂ€llt die letzte Strophe am besten“.
Und dann fing er an zu singen:

Aus dem stillen Raume, aus der Erde Grund,
hebt mich wie im Traume, Dein verliebter Mund.
Wenn sich die spÀten Nebel drehn,
werd ich bei der Laterne stehn,
wie einst Lilli Marleen, wie einst Lilli Marleen

Er hatte eine gute Stimme und verstand etwas von Musik.
„Ich bin im Kirchenchor und im Musikverein“, sagte er, fast wie um sich zu entschuldigen.
Und dann, „wir sind da. Du kannst den VW gleich hier abstellen. Dort drĂŒben, wo die Lichter brennen, ist der Eingang zur Tanzschule. Ich gehe zu Fuß zurĂŒck, der Spaziergang tut mir ganz gut. Also, viel GlĂŒck, mach’s gut und deinem Kameraden wĂŒnsche ich gute Besserung. Vielleicht kommst du mal wieder vorbei. Ich habe wirklich einen guten Most. Und die Schelllackplatte mit Lale Andersen und Lilli Marleen habe ich auch“.
Dann drehte er sich um, hob die Hand noch zum Gruß als wollte er salutieren und verschwand im Dunkeln unter den BĂ€umen.

Ich schloss den KÀfer ab und ging auf die Lichter der Tanzschule zu. Eigentlich war es eine Art Fest- oder Turnhalle. Von drinnen hörte man Musik. Langsamer Walzer. Nicht so gerade meine Stilrichtung.
Neben dem Eingang glimmte eine Zigarette auf und Regula trat einen Schritt ins Licht.
„Mein Gott, da bist du ja endlich. Was ist denn passiert. Sie haben mich aus dem Tanzkurs rausgeholt, weil jemand einen Unfall hatte. Helga ist noch drin. Was ist mit Zimbes? Ist es schlimm? Mensch sag doch endlich was und lass dir nicht alles aus der Nase ziehen.“
„Wenn du mal ruhig bist, komme ich vielleicht auch mal zu Wort. Ich mach hier fĂŒr euch den Postillion d’amoure und werde vor Überbringen der Nachricht zuerst einmal angeschissen. Also, Zimbes hat sich den Fuß heftig an einem Lötkolben verbrannt und kann nur auf KrĂŒcken gehen. Andere wichtige Körperteile sind nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Er darf nur die Kaserne nicht verlassen. Deshalb sollst du ihn auch am nĂ€chsten Wochenende in der Kaserne besuchen. Das ist alles. Hier ist ein Zettel mit der Telefonnummer, wo du ihn erreichen kannst.“
Ich packte ihre Hand und drĂŒckte ihr den Zettel hinein. Dann drehte ich mich um und wollte gehen.
„Und was ist mit Helga?“, rief sie mir nach.
Ich blieb stehen. „Was soll mit ihr sein?“
„Ja, willst du sie nicht sehen? Sie ist in der Turnhalle. Ich hole sie. Warte hier“. Bevor ich antworten konnte war Regula verschwunden.
Es schien ewig zu dauern. Ich stand wie bestellt und nicht abgeholt vor der TĂŒr herum und wusste nicht genau was ich jetzt machen sollte. Als ich die Hand hob um auf die Uhr sehen, stieg mir der Geruch von Regulas ParfĂŒm in die Nase. Es roch nach Moschus, aber der leichte Fischgeruch fehlte diesmal.
Ich versuchte mir gerade vorzustellen wie sie wohl nackt aussieht, als die TĂŒr zur Tanzschule aufging und Helga auf der oberen Stufe stehen blieb. Sie trug ein leichtes Sommerkleid, durch das Licht der hinter ihr in der Halle brennenden Lampen fiel. Sie sah aus wie nackt und konnte mich in der Dunkelheit nicht sofort erkennen. Ich hob die Hand um mich bemerkbar zu machen und wĂ€hrend mir wieder der Geruch von Regula in die Nase stieg bekam ich eine Erektion.
Ich steckte die Hand in die linke Hosentasche, rief „Hallo, hier bin ich“ und machte zögernd ein paar Schritte nach vorne.
Helga kam die Treppe herunter und sagte „komm doch mit rein. Wir können uns drinnen noch ein bisschen unterhalten. In einer halben Stunde werden wir dann abgeholt“.
 â€žIch hab nicht so viel Zeit, ich muss zurĂŒck“, log ich und umklammerte dabei meine Erektion, „morgen fahre ich nach Grafenwöhr. Ich weiß nicht wann ich zurĂŒck komme. Kann ich dich anrufen, wenn ich zurĂŒck bin?“
„Ruf einfach bei Regula an, Sie fĂ€hrt am Wochenende zu Zimbes in die Kaserne und gibt ihm dann ihre Telefonnummer. Bei mir zu Hause kannst du nicht anrufen. Das gibt nur großen Ärger“.
„Wo wohnst du eigentlich? Da wo wir euch beim letzten Mal ausgeladen haben, da wohnt Regula. Ich habe gedacht da wĂŒrdest du wohnen“.
„Ich habe da nur an dem Wochenende ĂŒbernachtet, weil wir am nĂ€chsten Tag von hier aus direkt in die Berufschule gefahren sind. Ich wohne nicht hier im Ort. Ich wohne woanders“.
„Und wo“, wollte ich wissen.
„Das ist doch egal. Da wo ich wohne kannst du sowieso nicht hinkommen. Mein Vater versteht da keinen Spaß. Rufst du an, wenn du wieder zurĂŒck bist?“.
„Mal sehen, ja, wahrscheinlich schon, kann ich aber im Moment noch nicht sagen“.
Helga stieg wieder die Treppe hinauf, stand kurz wie nackt im Licht der Lampen. Dann schloss sich die TĂŒr, mit einem unanstĂ€ndig schmatzenden GerĂ€usch hinter ihr.
Wenn ich jetzt gewusst hĂ€tte, wo es in dieser Ortschaft ein MĂ€dchen gibt, das sich fĂŒr Geld ficken lĂ€sst, dann wĂ€re ich da hingefahren. Einfach so, kein Gequatsche, kein langes Herumreden, kein Zieren, keine Diskussion. Einfach Geld auf den Tisch. Hose runter und Schwanz raus. Dann zwischen ihre gespreizten Beine und reinstecken. Reinstecken und rausziehen. Reinstecken und rausziehen. Einfach so lange rein- und raus, bis der Kopf leer wird und der Frust aus mir rausspritzt.
Sowas hÀtte ich jetzt gebraucht.
Stattdessen setzte ich mich ins Auto und fuhr zurĂŒck zur Kaserne.

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