Graf Wolfgang von Rotz

18. August 2008 05:45

Lieber Freund

Sicher haben Sie auch schon mal davon gehört, dass jemand wegen seines Glaubens bestraft und exkommuniziert wurde. Zwar gibt es im Lande noch immer so etwas wie die Religionsfreiheit, das heißt aber noch lange nicht dass es ohne Konsequenzen bleibt, wenn jemand glaubt seine Miete nicht bezahlen zu müssen oder gar glaubt seine kruden Ansichten und Thesen an die Tür nageln oder gar auf die Hauswand sprayern zu müssen.

Gleiches gilt auch für beitragszahlende Mitglieder von Glaubensgemeinschaften, die sich unter einem einst sozial-demokratischem Banner zusammengerottet haben, um gemäß ihrem göttlichen Auftrag, dem gläubigen Volk das Frohlocken am Opferstock einzubleuen. Die Mission scheint geglückt und sicher stünde die SPD ohne solche Leute wie Schröder, Clemens, Steinmeier, Schily, Müntefering, Eichel, Struck und Steinbrück nicht da wo sie heute steht.

All diesen Personen eigen ist der Glaube an die Agenda 2010, die Ahnung und die Vermutung über die Richtigkeit ihrer Mission, jedoch hapert es ganz offensichtlich erheblich mit der Erfahrung, dem Wissen und der Erkenntnis über deren Auswirkungen.
Doch um sich das Gewissen nicht unnötig zu belasten und sich selbst die Finger am zuschlagenden Tor zum Paradies nicht zu quetschen, ersetzt zunehmend die wortreiche Lüge eine möglicherweise noch sporadisch aufkeimende Reue.

Nun ist Reue, zumindest laut Wikipedia, “ein Gefühl der Unzufriedenheit, der Abscheu, des Schmerzes und Bedauerns über fehlerhaftes Tun und Lassen, verbunden mit dem Bewusstsein (oder der Empfindung) von dessen Unwert und Unrecht sowie mit dem Willensvorsatz zur eventuellen Genugtuung und Besserung” und befällt in den Zeiten der rot-grünen und schwarz-roten Cholera die Menschen die gewahr werden, dass sie sich von den roten Priestern haben gutgläubig an der Nase herumführen lassen.

Daher kommt auch eine gewisse Häme auf, wenn es nun endlich einen der größten Schreier erwischte, der schon immer durch arrogant-markige Sprüche auffiel und sein eigenes Mäntelchen unter dem sozial-demokratischen Wimpel im wirtschaftlichen Reformwind hängen hatte.
Nun war das Maß voll, die Schonzeit vorbei und es durfte zum Halali geblasen werden, denn die Schiedskommission der SPD in Nordrhein-Westfalen hatte beschlossen, dem ehemaligen Ministerpräsidenten des gleichnamigen Bundeslandes und ehemaligen Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft, den Superwolli und Stinkefinger Wolfgang Clement wegen parteischädigendem Verhalten den Stuhl vor die Tür zu stellen.

Graf Rotz Leider kam diese Entscheidung um Jahre zu spät und es wäre der SPD sicher gut zu Gesicht gestanden, wenn sie die ganze Bande um Gentlemengangster Schröder gleich mit exkommuniziert hätte.

Wenn sich Wolfgang Clement nun als “Querdenker” outet und im Umgang mit ihm mehr “Sachlichkeit” einfordert, dann ist das nur noch lachhaft und ein gutes Beispiel wie getroffene Hunde beim Aufprall des ersten Steins am eigenen Leib zu fiepsen beginnen.

Doch Wolfgang Clement ist kein “Querdenker”, sondern wohl eher ein egomanischer “Querkopf” mit cholerischen Neigungen, der jahrelang sein autoritäres Verhalten als Autorität vermarktet hat. Wenn er sich nun aus dem politischen “Off” als Aufsichtsrat der RWE mitten im hessischen Wahlkampf zur Atompolitik der roten Andrea mit dem unaussprechlichen Namen äußert, dann wiegt das sicher schwerer als wenn er an der erfolglosen Gesundheitspolitik seiner Parteibuchkollegin Ulla Schmidt herumgemosert hätte, denn bei beiden Damen mit rotem Parteibuch sträuben sich dem geplagten Zeitgenossen nicht nur die Haare, sondern rollen sich auch noch gleichzeitig die Zehennägel ein.

Die Show, die in den Medien um die Person des Herrn Clement zelebriert wurde, erweckte den Eindruck, dass hier einem Menschen ein großes Unrecht geschah, das erhöhtes öffentliches Interesse erforderte um bleibende Schäden für die politische Meinungsbildung im Lande zu verhindern.
Vom Verbot der innerparteilichen eigenen Meinung war da gar die Rede, von Flügelkämpfen und vom falschen Umgang mit kritischen Geistern und der Demontage eines standhaften Mannes, der zum Besten gehöre das die SPD zu bieten haben, denn Wolfgang Clement gelte über die Parteigrenzen hinaus als Person mit Staatsräson, Wirtschaftsexpertise und Bürgersinn.
Er selbst “hätte es nie für möglich gehalten, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung in der Partei Willy Brandts so gering geschätzt wird.

Nicht nur, dass es einen großen Unterschied zwischen freier Meinungsäußerung und dem bestens honoriertem Auftragskläffen für einen Dienstherrn gibt, der rein zufälligerweise ein Atomkraftwerk im Bundesland Hessen sein eigen nennt.
Auch der von Wolfgang Clement zum Vergleich genötigte Willy Brandt hätte sich selbst noch als praktizierender Alkoholiker derart unverschämten Lobbyismus eines Parteimitgliedes verboten bevor Herbert Wehner die Gelegenheit genutzt hätte, sich so ein Großmaul wie Wolfgang Clement zur Brust zu nehmen um ihm in wenigen Worten klar zu machen wo in einer sozialen Demokratie der Hammer zu hängen hat.

Wenn Wolfgang Clement heute für sich Meinungsfreiheit einfordert und sachliche Auseinandersetzung mit seinen markigen Sprüchen, dann verbreitet das nur noch Übelkeit, denn unvergessen ist die Art und Weise wie sich dieses Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (ich musste das jetzt ausschreiben!) im Gefolge von Gerhard Schröder und einigen ebenfalls namentlich bekannter Personen mit diesem Parteibuch über das Land hergefallen sind. Keine Gelegenheit wurde unter dem Deckmäntelchen der Agenda2010 ausgelassen um den kleinen Leuten in die Eier zu treten und wer sich noch an die Pressekonferenzen und öffentlichen Auftritte von Wolfgang Clement erinnern kann, der weiß, dass gerade der keine Gelegenheit ausließ um sich, arrogant und Beifall heischend, persönlich im Sinne der INSM in Szene zu setzen.

Fast kann man das Gesülze dieses Mannes und die Glorifizierung seiner Person in den Medien nicht mehr ertragen, hat er doch die Basis der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands skrupellos als Trampolin für sich selbst und seine kruden Ideen benutzt.
Selbst jetzt noch benützt Wolfgang Clement die SPD für seine Zwecke, treibt sie fast nach Belieben vor sich her oder zerrt sie am Nasenring durch die Gegend. Fast so gekonnt wie Oskar Lafontaine, mit dem ihn einst das Parteibuch verband.
Traurig ist eigentlich nur, dass die Partei und deren “Führung” sich von Wolfgang Clement derart vorführen lässt und immer artig den Hampelmann macht.

Dabei ist man im Umgang mit anderen Parteimitgliedern, die ihre nicht parteikonforme “Meinung” in den Medien äußern, nicht so zimperlich wie im Falle von “Graf Wolfgang von Rotz”.
Aber das liegt vielleicht auch daran, dass das SPD-Mitglied Detlev von Larcher nicht über die geballte Kompetenz parteiinternen Lobbyisten und hochkarätigen Brüder im Geiste verfügt.

Doch nach dem ganzen Zeter und Mordio wird nun doch alles wieder gut, reichte doch eine einzige Presseerklärung von Superwolli Clement mit dem lauwarmen Hinweis “möglicherweise” falsch verstanden worden zu sein und schon freut sich die SPD wieder darüber, dass der Wolli sie doch noch ganz doll lieb hat und die Partei möglicherweise doch nicht ganz so tief wie befürchtet in der Scheiße steckt.
Und zur Verstärkung kommt jetzt auch noch „Münte“ zurück.
Da kann ja alles nur noch besser werden.

Machopan
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Gelöbnis

11. August 2008 05:45

Lieber Freund

Es ist wieder soweit!
Die historischen Ereignisse in der Bundeshauptstadt überschlugen sich.
Während die Massen dem amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama vor der nationalsozialistisch vorbelasteten Siegessäule lauschten um zu erfahren wie man mit noch mehr Waffengewalt den Irakern und Afghanen ein Demokratieverständnis nach westlichem Vorbild einbleut, legten fast zeitgleich, jedoch weitgehendst unter Ausschluss der Öffentlichkeit erstmals Rekruten der Deutschen Bundeswehr vor dem nationalsozialistisch völlig unbelasteten Reichstag ihr Gelöbnis ab.
Zum Jahrestag des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 bekannten 500 junge Soldaten am Sonntag ihre Treue zur Werteordnung des Grundgesetzes und Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sprach von einem „historischen Tag“.

Einem guten Deutschen, der demütig und gebückt unter der drückenden Erblast seiner Väter durchs Leben zu gehen hat, muss sich ob einer solch widerlichen Verlogenheit der Magen umdrehen.
Es sind gleichen Sprüche, es sind die gleichen Argumente und es sind charakterlich die gleichen Personen, die unter dem Deckmäntelchen des Gedenkens an Widerstand und unter dem stetigen Hinweis der inneren und äußere Sicherheit zu dienen, nichts anderes im Schilde führen als ihre perfiden Visionen einer wirtschaftlichen und militärischen Großmacht zu realisieren.

Stück für Stück wird aus den Grundrechten herausgebrochen, Stein um Stein werden die Fundamente der Demokratie zu Festungen und Gefängnissen umgebaut, und keine Gelegenheit wird ausgelassen um das Volk auf die passende Ideologie einzuschwören.
Jedes Mittel ist dazu recht, sei es mangelnde Bildung, hohe Arbeitslosigkeit, wirtschaftliche Ausbeutung, zunehmende Überwachung, militärische Stärke und Präsenz, zunehmender Personenkult und -last but not least- eine Häufung symbolträchtiger Handlungen und historischer Ereignisse.
So werden hier ein paar militärische Orden für Tapferkeit vor dem Feind wiederbelebt und im demokratiefreien befriedeten Bezirk vor dem Reichstag werden 500 Rekruten der Bundeswehr vereidigt
Gesichert wurde die Feier auf dem weiträumig abgesperrten Terrain von rund 1800 Polizisten. Mannschaftswagen standen dicht an dicht, Polizeiboote patrouillierten auf der nahen Spree.

Dieses „historische Ereignis“ legt man dann exakt auf den Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler und lässt die jungen Soldaten ihr “feierliches Gelöbnis” sprechen: “Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.
Weigert sich ein Rekrut jedoch, dieses Gelöbnis abzulegen, so ist er für den Rest der Dienstzeit von Beförderungen ausgeschlossen. Es gibt eben doch noch gewisse demokratiefreie Bereiche in der Bundesrepublik Deutschland in denen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) keine Anwendung findet.

Da die tapfere Verteidigung der Republik zunehmend außerhalb der Landesgrenzen stattfindet, muss ein solcher Rekrut damit rechnen, dass ihm post mortem die neue Tapferkeitsmedaille an die kalte Brust geheftet wird. Und in der Tagespresse erscheinen wieder die Todesanzeigen, in denen der Obergefreite Gefreite Maier, Träger des Tapferkeitsordens am Bande, im heroischen Kampf für Kanzlerin, Volk und Vaterland sein Leben lassen musste. Wir werden ihn nie vergessen!
Echt, man könnte kotzen, am besten gleich von der Glaskuppel des Reichtagsgebäudes aus gleich runter in den Bundestag.

Damit ich es nicht vergesse und man mir volksverhetzende Geschichtsverfälschung vorwerfen könnte, möchte ich ausdrücklich erwähnen, dass die Bundesregierung bei obigem „historischen Ereignis“ die Widerstandskämpfer gegen das nationalsozialistische Gewaltregime als Vorbilder für heute ausdrücklich gewürdigt hat.

Bundesaußenminister Steinmeier war sogar persönlich anwesend um schon mal die Schlagkraft seiner außenpolitischen Argumente in Augenschein zu nehmen.
Und Bundesverteidigungsminister Jung ermahnte die jungen Soldaten, dass vom Widerstand der Auftrag ausgehe, das Handeln der Soldaten immer an das Grundgesetz zu binden, denn “der 20. Juli 1944 war als Aufstand des Gewissens eine befreiende Tat.”
Jung ließ es sich zudem nicht nehmen zusammen mit der ebenfalls persönlich anwesenden Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, die Ehrenformation abzuschreiten.

Auch die CDU wollte an so einem historischen Tag nicht zurückstehen und ließ über ihren Generalsekretär Ronald Pofalla verkünden, dass auch die Christlichen-Demokraten die Kämpfer gegen das Nazi-Regime würdigen: “Wir verneigen uns vor ihnen angesichts der Opfer, die sie gebracht haben“, erklärte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla in einer Mitteilung. “Sie bezahlten für ihre Überzeugungen mit ihrem Leben.”

Da die Regierung der Bundesrepublik Deutschland aus der Geschichte offensichtlich nichts lernen will, hielt Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) es schon mal für notwendig den Soldaten der 5. und 6. Kompanie des Wachbataillons zu versichern: «Ihr könnt Euch darauf verlassen: Dieser Staat wird Euch nicht missbrauchen.»
Selbst wer den aktiven Wehrdienst bereits hinter sich hat und bestenfalls noch als “Kanonenfutter” oder für den “Landsturm” taugt, sollte sich nicht auf solche Sprüche verlassen

Daher “gelobe ich, dass ich mit allen mir in einem demokratischen Gesellschaftssystem zur Verfügung stehenden Mitteln gegen all jene Personen stellen werde, die eine Militarisierung der deutschen Außenpolitik und den Aufbau eines innerstaatlichen Überwachungssystems betreiben, fördern, zulassen oder zumindest billigend in Kauf nehmen.
Als bekennender Atheist werde ich das allerdings wohl ohne Gottes Hilfe tun müssen.

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Stauabbau

4. August 2008 05:45

Lieber Freund

Flachwassertaucher Wolfgang Tiefensee, der verkehrte Verkehrsminister hat die schlechte Luft über der bunten Repupslik mal wieder mit einem seiner, wie immer, übelst riechenden Hirnwinde angereichert.

Diesmal ist es ein ganzes Maßnahmenpaket oder, wie der SPIEGEL schreibt, ein Bündel an Ideen zur Vermeidung von Stau auf bundesdeutschen Autobahnen, denn des Verkehrsministers wichtigstes Anliegen ist, so erzählte er wörtlich der BLÖD am SONNTAG, “dass sich Lkw und Pkw auf den Autobahnen weniger in die Quere kommen”.

Nun weiß selbst jeder Fahranfänger, der einen Stau noch für eine gute Möglichkeit zum stehenden Verkehr betrachtet, dass es auf der Autobahn so gut wie keinen Querverkehr gibt. Manchmal gibt es zwar etwas Gegenverkehr, aber normalerweise wird man auf der Autobahn verkehrstechnisch von hinten bedrängt und das nur, weil es dem Hintermann (die sind wirklich meist männlich) mal wieder nicht schnell genug vorwärts geht.

Nach den oben erwähnten „Überlegungen“ des Herrn Tiefensee sollen die Kerle mit den langen Dingern (Frauen aufgepasst, meiner ist 18 Meter lang) zukünftig mit einem Überholverbot belegt werden, eine eigene Spur bekommen und zur Hauptverkehrszeit, im Volksmund auch Stoßzeit genannt, eine höhere Verkehrsmaut bezahlen. Außerdem soll in Ballungsgebieten der Standstreifen für den Verkehr freigegeben werden, wobei der Minister bei der Nennung dieser, seiner Idee das Wort “Straßenstrich” tunlichst vermied.

Einen Beweis seiner völligen Ahnungslosigkeit erbrachte der Minister mit dem Satz: “Wer unbedingt zwischen 6 und 9 Uhr am Frankfurter Kreuz unterwegs sein will, muss mehr bezahlen als der Lkw-Fahrer, der die Autobahn zwischen 9 und 15 Uhr nutzt. Dort ist dann mehr Raum für die Autofahrer“, denn die morgendlichen Staus zwischen 6 und 9 Uhr um Frankfurt herum werden primär durch die Berufspendler aus Gießen, Wiesbaden, Mainz, Darmstadt und Aschaffenburg verursacht, die um diese Zeit alle zu ihren Arbeitsplätzen in Frankfurt wollen.

Tiefensee sagte weiter, er strebe durch seinen Maßnahmenkatalog eine Senkung des Benzinverbrauchs durch weniger verkehrsbedingte Staus an. Unerwähnt blieb allerdings, dass es für Verkehrsteilnehmer finanziell keinerlei Unterschied macht, ob sie auf der Autobahn durch Mautgebühren oder an der Tankstelle über Mineralölsteuer und Mehrwertsteuer abgezockt werden.

Dumpf kann ich mich noch daran erinnern, dass der LKW-Verkehr schon anno dunnemals von der Straße auf die Schiene verlagert wurde, aber ich weiß nicht mehr so genau, ob das nun vor oder nach der Bahnprivatisierung war.

Nun gehört das Klappern nicht nur zum Storchenhandwerk einer Bundesfamilienministerin, bei der sich Meister Adebar persönlich schon siebenmal die Ehre gab, bevor er sie der Nation als Ei ins Kabinett legte. Auch ein Verkehrsminister darf manchmal klappern, selbst wenn es bei ihm nicht das Gelbe im Ei ist, sondern nur so anhört wie das motorisch bedingte Klappern eines taubeneigroßen Hirns in einem straußeneigroßen Schädel.

Wundern muss man sich in dieser Republik schon eigentlich über gar nichts mehr, außer über die Geduld, stoische Ruhe und die bereits ins Koma übergehende Lethargie des autofahrenden, rauchenden und sich dazu auch noch falsch ernährenden Steuerzahlers.

Machopan
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Bundesmelderegister

28. Juli 2008 05:45

Lieber Freund

Selbst unter wohlwollender Berücksichtigung möglicher mildernder Umstände kann sich auch der unkritische Betrachter nicht mehr der Erkenntnis verschließen, dass dieses Land nur noch von Vollidioten, völlig Ahnungslosen, chronischen Egomanen, dumpfbackigen Dampfplauderern, selbsternannten Missionarren und gerissenen Halunken regiert wird.
Es kann sich jeder selbst aussuchen, zu welcher Gruppe der sicherheitspolitische Sprecher der SPD und der zu den christlichen Demokraten gehörende Bundesinnenminister gehören.
Gerade noch hat das Wiefelspützchen in den Medien über den großen Wurf des neuen BKA-Gesetzes geschwelgt und die gute Zusammenarbeit mit dem Innenminister gelobt und schwups, schon kann er nicht erkennen, warum der Bundesinnenwolf nun (auch noch) ein zentrales bundesweites Melderegister benötigt.
Schäuble muss belegen, ob wir das benötigen“, verblubberte der SPD-Innenexperte der Neuen Ruhr/Rhein Zeitung und offenbarte damit seine völlige Ahnungslosigkeit, denn inzwischen kann jeder Blinde mit Krückstock erkennen, an was der IM Zweirad im Rahmen des von Angelas der Ersten aus der Uckermark genehmigten Großprojektes „STASI 2.0“ da bastelt.

Man muss jedoch dem Innenexperten der SPD zu Gute halten, dass grenzenlose Ahnungslosigkeit, profundes Nichtwissen und hartnäckige Lernresistenz zwar noch nicht zu den Grundvoraussetzungen für eine Mitgliedschaft in dieser Partei gehören, aber der innerparteilichen Karriere zumindest nicht besonders abträglich sind.
Ganz in diesem Sinne äußerte sich auch die sozial-demokratische Bundesjustizministerin Brigitte Zypries und meldete in der Sächsischen Zeitung “Gesprächsbedarf” an, denn sie sei nicht davon überzeugt, “dass wir ein Bundesregister in dieser Form brauchen“.

Vielleicht wäre es der Verbesserung des Durchblicks der Bundesjustizbrigitte dienlich gewesen, sich mal zum “Nasepudern” auf der Damentoilette des Deutschen Bundestages mit der Innenexpertin der Freien Demokraten zu verabreden, denn hegt zumindest einen Anfangsverdacht an welchem Schuh der Bundesinnenwolf in enger Abstimmung mit der Bundesangela da strickt, denn Gisela Piltz nannte Schäubles Vorhaben schon mal “ein weiteres Puzzlestück im Datensammlungswahn des Staates“.

Auch wenn die FDP seit dem Fallschirmabsprung ihres halbseidenen Parteivorsitzenden beim Wähler einen eher lauwarmen Eindruck hinterlässt, so muss man doch neidlos zugeben, dass die Gisela Piltz das vollkommen richtig erkannt hat, denn jeder Depp könnte, wenn er denn wollte, erkennen welchen Informationsgehalt ein solches zentrales “Bundesmelderegister” bietet.
In Verbindung mit der einheitlichen Steuer-Identifikationsnummer, der Rentenversicherungsnummer, einigen anderen personenbezogenen Daten und mit Verknüpfungen zu ELENA, SCHUFA und EGA ermöglicht es jegliche Art der Datenselektion für jeden Zweck.

Sie suchen eine Frau, Ende Dreißig, blond, Körbchengröße 80C, unverheiratet, aber mit Abitur?
Oder brauchen Sie etwa einen Organspender, Nichtraucher, Blutgruppe 0+, ohne Erbkrankheiten und noch ledig?
Und wie wäre es mit einer Liste aller männlichen Fahranfänger unter 35 Jahren mit eigenem PKW und Erstwohnsitz im Postleitzahlgebiet 68?

Sie brauchen jetzt nicht zu lachen, denn das Lachen wird Ihnen, und das nicht erst eines Tages, im Halse stecken bleiben, denn die Regierungschefs von Bund und Ländern haben sich im Aktionsplan “Deutschland Online” darauf verständigt, das Meldewesen in eine “zukunftsfähige Struktur” zu überführen um bei Rettungseinsätzen und in Notfallsituationen schnell und zuverlässig Informationen für Polizei, Feuerwehr und Hilfsdienste über Identität und Aufenthalt von Personen zur Verfügung zu stellen.
Und damit haben sie dem Innenwolfgang eine Steilvorlage für sein Modell „Stasi 2.0“ geliefert und so eine Chance lässt der sich doch nicht entgehen.
Denn das „Zentrale Melderegister“ beantwortet nicht nur artige Fragen, sondern auch abartige.
Sie suchen eine Gebärmutter, mit dominanter Blond-Epistase und IQ > 100?
Oder brauchen Sie etwa nur die Leber von einem Nichtraucher, Blutgruppe 0+, epigenetisch unbelastet und ohne nähere Angehörige?
Und wie wäre es mit einer Liste der wehrfähigen deutschsprachigen politischen Abweichler mit Auslandskontakten und Erstwohnsitz im Postleitzahlgebiet 68?

Bei Bedarf könnte man aus einem “Zentralen Bundesmelderegister” auch so was wie “Schindlers Liste” abfragen. Aber wer möchte das schon, denn außer den “offiziellen Stellen” hat offiziell ja niemand Zugriff auf die Datenbestände und die “Datenprofile” von 82 Millionen Bürge(r)n.

Allein die Diskussion über ein mit zusätzlichen Informationen und Datenbankverbindungen angereichertes „Bundesmelderegister“ ist unnötig, denn ein solches Register darf es NIEMALS geben.
Und wenn die Befürworter dieses „Deutschland Online“-Teilprojektes darauf beharren die Daten der Menschen in diesem Land „zentral“ zu erfassen und dies (unter anderem) damit begründen um “die Versorgung der Behörden und sonstiger öffentlicher Stellen durch regelmäßige Datenübermittlungen zu unterstützen, denn derzeit seien die Adress-, Namen- oder Geburtsangaben von rund 4,8 Millionen Einwohnern mangelhaft“, dann ist lachhaft.
Also lachen Sie ihnen ins Gesicht und schicken sie schnellstmöglich zum Teufel.
Sonst wird Ihnen das Lachen bald vergehen.

Machopan
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Platzwahl

21. Juli 2008 05:45

Lieber Freund

Wer bisher noch versucht hatte, dem Intelligenzquotienten deutscher Politiker eine positive Wertigkeit zuzuordnen, der konnte sich vermutlich nicht vorstellen zu welchem innenpolitischen Possenspiel der Besuch eines amerikanischen Präsidentschaftskandidaten in Berlin einmal werden könnte.
Für Tenzin Gyatso, den 14. Dalai Lama, das politische und religiöse Oberhaupt aller Tibeter, hat sich am 19. Mai des Jahres 2008 ja noch ein völlig unpolitisches Plätzchen am Brandenburger Tor gefunden, das nicht mit nationalsozialistischem Gedankengut befleckt ist.
Jetzt will Barack Obama, der möglicherweise 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, in Berlin ebenfalls einige Worte fallen lassen und die Politiker aller Parteien überbieten sich mit Argumenten und Befürchtungen bei der Platzwahl.
Natürlich hätte man es einfach beim Brandenburger Tor belassen können, denn wo sich einen Tag lang Tunten, Schwule und Lesben tummeln dürfen, würde für ein paar Minuten sicher auch ein amerikanischer Präsidentschaftskandidat nicht weiter auffallen.
Oder man hätte einfach eine Münze werfen können um sich zwischen Siegessäule und Luftbrückendenkmal zu entscheiden. Tritt der unwahrscheinliche Fall ein, dass die Münze auf der Kante stehen bleibt, so hätte man einfach Bush’s bedenkentragende Busenfreundin Angela auf die Ersatzbank geschickt und Obama hätte einfach unter der gläsernen Kuppel des Reichstags gesprochen, unter der das Jahr über sowieso nur Blech erzählt wird.

Die Mauer in Berlin hat man ja dummerweise schon abgerissen und somit den Gästen Berlins die Möglichkeit genommen ihre Appelle und Botschaften, zusammen mit den Wünschen auf Besserung, hinüber zu den Brüdern im Osten zu rufen.
Ursprünglich wollte der Präsidentschaftskandidat der amerikanischen Demokraten ja am Brandenburger Tor reden, aber die Angela von den christlichen Demokraten Deutschlands war der Meinung, dass dieser geschichtsträchtige Ort nur für Widerstandskämpfer und nicht für Wahlkämpfer geeignet wäre.

Dass Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit den Platz am Brandenburger Tor voll in Ordnung fand, kann man zwar verstehen, muss es aber nicht kommentieren, denn der würde sogar noch die toten Pferde der Quadriga vor seinen Karren spannen um irgendwo vorne mit dabei zu sein.
Vielleicht schwelgt Wowi ja auch nur in Erinnerungen an seinen eigenen Wahlkampf im Jahre 2001 und hofft darauf, dass Barack Obama die wesentlichen Inhalte seiner Politik mit dem Satz „Ich bin schwul und das ist gut so“ zusammenfassen könnte.

Ich hatte ja mal den Berliner Zoo zur Platzwahl gestellt, doch scheint diese Stimme der Vernunft in den Zeiten der rot-schwarzen Pest und Cholera ungehört zu verhallt zu sein, denn jetzt ist wohl endgültig eine Entscheidung für die Siegessäule gefallen.

Andreas Schockenhoff, Vizevorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, gab daher schon mal zu Bedenken, dass “die Berliner Siegessäule auf dem Großen Stern dem Sieg über Nachbarn gewidmet ist, die heute unsere europäischen Freunde und Verbündeten sind. Das halte ich für eine unglückliche Symbolik“.

Nun kann ich den Herrn Schockenhoff beruhigen und ihm versichern, dass zumindest den Franzosen völlig egal ist, an welchem Platz Barack Obama seine Botschaften in Berlin absondern darf, solange er die Deutschen nicht dazu auffordert ihre Truppen wieder mal unter dem „Arc de Triomphe“ durchmarschieren zu lassen.

Zu allem anderen Übel kam jetzt auch noch der stellvertretende FDP-Vorsitzende Rainer Brüderle aus der Versenkung gekrochen und verklickerte der “BLÖD am Sonntag”, dass “die Siegessäule in Berlin von Adolf Hitler vom Reichstag weg auf ihren heutigen Platz gestellt wurde. Sie war für ihn das Symbol deutscher Überlegenheit und siegreicher Kriege gegen Dänemark, Österreich und Frankreich. Daher stelle sich ihm, Rainer Brüderle heute die Frage, ob Barack Obama richtig beraten war, die Siegessäule als Redeort für seine Visionen einer Welt der Zusammenarbeit zu wählen”.

Vor diesem Hintergrund ist es mir allerdings ein absolutes Rätsel warum der Deutsche Bundestag am 20. Juni 1991 mehrheitlich den Beschluss fasste vom kuscheligen Wasserwerk in Bonn in den geschichtsbelasteten Reichstag nach Berlin umzusiedeln.
War das denn noch Wiedervereinigungstaumel oder schon kollektiver Größenwahn?
Oder war damals noch nicht bekannt, dass dieses Gebäude und der nach 1945 von Berlin übriggebliebene traurige Rest und Trümmerhaufen einst geradezu eine Brutstätte des Nationalsozialismus war?

Eines haben die bundesdeutschen Politiker bei der ganzen Debatte über die Platzwahl zu Barack Obamas Rede in Berlin völlig übersehen - der Mann tourt gerade durch die größten Krisengebiete der Welt: Irak, Afghanistan und Berlin.

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