Heiteres Geburtenraten

31. August 2009 05:45

Lieber Freund

Wieder mal rätseln deutsche Forscher über die schrumpfende und vergreisende Gesellschaft des widerlich vereinten Landes.
Diesmal war es das Max-Planck-Institut, das der Frage nach dem ausbleibenden Nachwuchs mit wissenschaftlichen Mitteln auf den Grund zu gehen versuchte und dem SPIEGEL damit die Möglichkeit bot unter dem Titel „Europäer bleiben babymüde“ darüber zu berichten.

Es ist schon putzig, wenn man sieht wie die Erklärungen und Gründe für magere Geburtenraten zusammengepuzzelt werden und man sich allen Ernstes fragen muss, ob die Forscher denn eigentlich immer noch nicht begriffen nach welchen Regelwerken der Natur die Fortpflanzung einer Art seit Jahrtausenden erfolgt.
In jedem Biologiebuch, in dem die Erklärung dieses einfachen Vorgangs nicht am Beispiel der Bienen erklärt wird, kann man nachlesen, dass man zur Erzeugung von Nachwuchs nur ein paar ganz einfache Dinge braucht.
Unter der Annahme, dass auch Forschern bekannt sein dürfte, dass man zur Zeugung mindestens zwei Personen unterschiedlichen Geschlechts benötigt und die physikalisch-motorischen Maßnahmen zur Befruchtung einer Eizelle, die man ggf. auch im Kamasutra der alten Inder nachlesen könnte, ebenfalls als bekannt voraussetzt, dann bleibt eigentlich nicht mehr viel übrig, das man im Jahr 2009 noch erforschen könnte.
Auch den Vorgang der Geburt haben bereits Generationen vor uns beherrscht und immerhin so erfolgreich bewältigt, dass wir heute über Forscher verfügen, die sich über die existenziell wichtigen Frage sinkender Geburtenraten den Kopf zerbrechen können.

Da würde ein Blick ins Tierreich und die Erinnerung daran, dass der Mensch vom Primaten abstammt, vollauf genügen, denn die Populationshäufigkeit einer Tierart und die damit in direktem Zusammenhang stehende Geburtenrate hängt eindeutig von positiven Umgebungsfaktoren ab, die ich jetzt der Einfachheit halber mal unter dem Begriff „Kuschelfaktor“ zusammen fassen möchte.

Versuche mit zu Studienzwecken ausgesetzten Primatenpärchen haben ergeben, dass auf einer einsamen Südseeinsel selbst das hässlichste Weibchen nach einigen Wochen von dem Männchen besprungen wird, wogegen ein im Nordmeer auf einer treibenden Eisscholle ausgesetztes Pärchen auch nach Wochen noch keinerlei Interesse an einer Paarung zeigte.
Daraus kann man durchaus den Schluss ziehen, dass eine Südseeinsel einen wesentlich höheren Kuschelfaktor besitzt als eine treibende Eisscholle. Und auf einen hohen Kuschelfaktor folgt mit etwas Zeitverzögerung eine hohe Geburtenrate, während bei einem längerfristig niedrigen Kuschelfaktor die Arterhaltung bedroht ist.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass die bundesdeutschen Demografieforscher einfach mal zu der Erkenntnis kommen müssten, dass paradiesische Zustände im Lande das Problem der Überalterung am besten beseitigen helfen, während sich Affen auf einer treibenden Eisscholle auch nicht für viel Geld zu einem Paarungssprung animieren lassen.
Das eigentliche Problem scheinen also nicht die Affen zu sein, sondern der Kuschelfaktor auf der treibenden Eisscholle.

Jetzt werden Sie natürlich keinen Demographieforscher finden, der in der Lage und Willens ist diesen einfachen Sachverhalt in wissenschaftlich wichtige Worte zu fassen. Statt dessen schreiben sie etwas über das „sogenannte Ersatzniveau von statistisch 2,1 Geburten je Frau, das leider nur in einigen Ländern Europas erreicht werde, jedoch die Einwanderung eine positive Wirkung auf die Geburtenrate gezeigt hätte“.

Nun bin ich mir nicht so sicher, ob zusätzliche Affen auf einer Eisscholle den „Kuschelfaktor“ wirklich nachhaltig verändern, oder ob es sich bei der angeblich positiven Wirkung auf die Geburtenrate lediglich um einen angeborenen Reflex der ersten Generation handelt, der jedoch nach erfolgreicher Integration verpufft, denn an den Lebensbedingungen auf der Eisscholle hat sich ja durch die Zuwanderung nicht wirklich etwas geändert.
Interessant sind dann auch die Schlussfolgerungen, die von den Forschern gezogen werden. So sei zum Beispiel „die Familienpolitik wichtig und bedeutsam seien auch materielle Anreize zum Kinderkriegen sowie Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf wie Kinderbetreuung und flexible Arbeitszeiten“.

Angesichts nunmehr fast 60-jähriger bundesdeutscher Familienpolitik, unzähligen Reformen des Arbeitsmarktes, des Gesundheitswesens, der Sozialsysteme, der gesetzlichen Festschreibung der Gleichberechtigung von Mann und Frau, dem deutschen Wort „Kindergarten“, das sogar in andere Sprachen aufgenommen wurde und allen sonstigen Neuerung des Gesellschaftssystems ist dieses Resümee der Forscher ein Armutszeugnis, denn offensichtlich ist die Kuscheltemperatur auf der bundesdeutschen Eisscholle und mit ihr der nationale „Kuschelfaktor“ auf einen nachhaltig artbedrohenden Niedrigwert gesunken.
Und materielle Anreize werden sicher nichts daran ändern, dass den Affen einfach der Arsch auf Grundeis und die Lust an der Arterhaltung vergangen ist.
Machopan
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Wahlkater

22. Juni 2009 05:45

Lieber Freund

Wie immer nach einer Wahl beginnt bei den offensichtlichen Verlierern das Wundenlecken und bei den vermeintlichen Gewinnern das Frohlocken darüber, dass es nicht ganz so schlimm gekommen ist, wie man es vorher eigentlich befürchtet hatte.
Verwunderlich ist eigentlich nur, warum es in der Menge der Abgewatschten nur wenige lange Gesichter unter den vielen chronisch dickbackigen Langnasen gibt.
Den Mund mit Vorwahllügen und Wahlversprechungen voll genommen haben habe sie ja alle und mehr oder minder gut versucht das Ergebnis ihre Schleimspuren und Schmierblutungen während der letzten Legislaturperiode als tatkräftige „Befruchtung“ der Gesellschaft und „Entwicklung“ des wirtschaftlichen, politischen und sozialen Gemeinwesens darzustellen.

Jeder Nochmittelständler und Schonpräkarier, der seit Jahren auf den unteren Sprossen der bundesdeutschen Gesellschaftsleiter den Hampelmann machen darf, kennt zwischenzeitlich die von der „ehrenwerten Gesellschaft der oberen Zehntausend“ ausgeheckten wirtschaftlichen, politischen und sozialen Gemeinheiten des bundesdeutschen Gemeinwesens zur Genüge. Auch die flotten Sprüche, die leeren Worthülsen und hirnrissigen Entscheidungen der verschiedenfarbigen Regierungen sind hinlänglich bekannt.

Vor diesem, teilweise existenzgefährdenden und menschenverachtenden Hintergrund ist es mehr als verwunderlich, dass die Mehrheit der Deutschen nur „politikverdrossen“ ist, den Wahlen fernbleibt und sich damit der Stimme enthält.
Für die Parteien ist dies jedoch kein Grund zur Sorge oder gar zur Besinnung und Rückkehr zur Vernunft, denn auch wenn nur noch Minderheiten wählen, so ergeben sich daraus durchaus politische Mehrheiten und nur die spielen für machtgeile Politiker eine Rolle.
Frei jeglicher Selbstkritik sieht dann auch SPD-Chef Franz Müntefering die Ursache für das schlechte Abschneiden seiner ehemals sozialdemokratischen Partei bei der Europawahl in erster Linie in der niedrigen Wahlbeteiligung, denn die SPD habe es offensichtlich nicht geschafft, die eigenen Wähler von den Zielen der Partei zu überzeugen.

Nun muss man sich allen Ernstes fragen, welche Ziele Münte denn noch meinen kann, nachdem sich die ehemalige Sozialdemokratische (Volks)Partei Deutschland (SPD) unter Schröder und Merkel selbst in die Unwählbarkeit regiert hat. Und solange sich die Parteibasis immer noch brav von den alten Strippenziehern am Nasenring vorführen lässt, statt Schröders Kumpane und Merkels Sympathisanten endlich aus der Partei zu kicken, solange wird sich daran auch nichts ändern.
Diese „Sozialdemokraten nach Gutsherrenart“ sind nicht Teil einer Lösung, sie sind das Problem, denn welcher Arbeitnehmer wird im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte noch eine Partei mit einem Kanzlerkandidaten Steinmeier und einem Parteivorsitzenden Müntefering wählen?
Von den anderen Figuren in Führungspositionen wollen wir erst gar nicht reden, denn zwischenzeitlich reicht schon die Erwähnung der Namen „Steinbrück“, „Schmidt“, „Scholz“ „Tiefensee“, „Gabriel“, „Zypries“ und „Heil“ aus, um jeden friedlichen Stammtisch binnen Minuten zur blutrünstigen Horde mutieren zu lassen.

Es kann sicher keine Rechtfertigung sein, dass die Namen anderer Führungsgrößen und anderer Parteien ähnlich stimulierende Wirkung beim Souverän auslösen. Und wenn der bereits unter völligem Realitätsverlust leidende Bundesfinanzminister und stellvertretende Parteivorsitzende der SPD, Peer Steinbrück, vehement einer Führungskrise widerspricht, weil er der festen Überzeugung sei, dass „sich das Spitzenpersonal der SPD gegenüber dem anderer Parteien nicht zu verstecken habe“, dann ist das für den Wähler nur ein weiteres Indiz für das gesellschaftspolitisch verheerende Niveau dieser Partei.

Dass man in der SPD auch mit einem Wahlergebnis knapp über dem aktuellen Mehrwertsteuersatz noch immer nicht zur Besinnung kommt zeigt die Äußerung von SPD-Generalsekretär Hubertus Heil, der im NDR davor warnte Rückschlüsse von der Europawahl auf die Bundestagswahl zu ziehen, denn „das Rennen ist offen“.

Dennoch denkt der SPD-Bundestagsabgeordneten Jörn Thießen darüber nach, die Bürger der Bundesrepublik Deutschland per Gesetz zum Wählen zu verpflichten und Wahlverweigerung mit 50 Euro Strafe zu belegen. Vermutlich würde eine derartige Maßnahme nur die Zahl der ungültigen Stimmzettel nach oben katapultieren und bundesweit Erinnerungen an die Zustände in der Deutschen Demokratischen Republik wachrufen.

Der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz forderte die Politik dazu auf, über Möglichkeiten nachzudenken, künftig per Internet die Wählerstimme abgeben zu können, denn „wenn es eine sichere Übertragung gibt, sollte man darüber nachdenken“.
Man mag es kaum glauben, aber das ist der gleiche Wiefelspütz, der sich zur Bekämpfung von Kinderpornographie im Internet für DNS-Sperren und eine stärkere Überwachung des Internet durch das Bundeskriminalamt stark macht.
Dass der Mann jetzt erst mal darüber nachdenkt, ob es im Internet eine „sichere Übertragung“ gibt, wirft ein bezeichnendes Licht auf seine fachlichen Kenntnisse als „Internetinnenexperte“ der SPD.

Fast schon vernünftig wirkt da der ehemalige Bundesminister für Bildung und Wissenschaft und frühere Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi, der in der „Thüringer Allgemeinen“ die Ansicht vertrat, dass die „SPD mit ihren wirtschaftspolitischen Argumenten nicht überzeugt und mit sich selbst und der Linken im Streit liege wie weit man Sozialpolitik losgelöst vom Wettbewerb betreiben könne“.

Wie wäre es also zur Abwechslung mal mit einer Politik, bei der die Profiteure nicht nur in den Chefetagen und Aufsichtsraten der Konzerne sitzen oder als Mitglieder der bundesdeutschen High-Society damit beschäftigt sind mit Hilfe der Politik ihr Vermögen auf Kosten der kleinen Leute zu vermehren?
Ein solcher Richtungswechsel würde sich, zusammen mit einer rigorosen und konsequenten Neubesetzung der wichtigsten Führungspositionen, sicherlich nicht negativ auf das Wahlergebnis der SPD auswirken.

Machopan
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Plünderer

14. April 2008 05:45

Lieber Freund

Angst und Furcht plagen den früheren Bundespräsidenten Roman Herzog.
Wegen der außerplanmäßigen Erhöhung der Renten um sagenhafte Nullkommaquetsch-Prozent sieht er düstere Zeiten an seinem geistigen Horizont aufziehen, denn er befürchtet “wir sehen gerade die Vorboten einer Rentnerdemokratie und das könnte am Ende in die Richtung gehen, dass die Älteren die Jüngeren ausplündern“.

Nun weiß ja nun wirklich fast jeder Arbeitnehmer und zwangsweise rekrutierter Beitragszahler in der gesetzlichen Rentenversicherung, dass dieses Rentensystem über Jahrzehnte hinweg nicht von den Rentner geplündert wurde, sondern von Politikern ausgiebig zur Finanzierung “versicherungsfremder Leistungen” jeglicher Art missbraucht wurde.

Das weiß natürlich auch der ehemalige Bundespräsident und Bundesverfassungsrichter Roman Herzog, denn dumm ist der Mann natürlich nicht. Er hat ja auch nicht etwa Angst um seine eigene Rente oder gar davor, dass ihn im Alter die Armut dahinrafft. Außerdem ist der Herr Herzog ja auch ein christlicher Mensch und nicht nur Mitglied in einer christlich-demokratischen Partei, sondern auch noch Familienvater. So jemand käme doch nie auf die Idee, dass Eltern ihre eigenen Kinder “ausplündern” würden. Außerdem müssten sich die “Rentnereltern” ja mit dem Wenigen begnügen, das der Staat von den bereits mehrfach ausgeplünderten “Billiglohnkindern” noch übrig lässt.

Nein, der Herr Herzog “befürchtet” in Wirklichkeit nur, dass immer mehr in Altersarmut lebende Rentner ihren politischen Willen auf demokratische Weise zum Ausdruck bringen könnten und die bestehende Parteienlandschaft mit ihren christlich-sozial-demokratischen “Plünderern” durch die Wahrnehmung ihres Wahlrechtes etwas aufmischen und verändern könnten.

Um die Macht der Älteren zu begrenzen und um dem politischen Übergewicht der Alten entgegenzuwirken, denken ganz clevere Parteidemokraten nun sogar schon über eine Herabsetzung des Wahlalters nach, denn wenn die Alten nicht “in die Urne springen” wollen, dann müssen eben mehr Junge “zu den Urnen eilen”.
Sicher ein schönes Denkmuster für Politiker, denen der Mehrheitswille des Volkes in Wirklichkeit am fettgesessenen Arsch vorbeigeht.

So sagte der Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen, Johannes Vogel, dem “Hamburger Abendblatt”, man könnte das Wahlalter heruntersetzen, um eine bessere Partizipation der Jüngeren zu erreichen.
In die gleiche Richtung äußert sich der Sprecher der Grünen Jugend, Jan Albrecht. Er fordert ein Wahlrecht ab 14 Jahre.
Der CDU-Abgeordnete Marco Wanderwitz plädiert in der Zeitung für ein Stellvertreterwahlrecht für Eltern, das sich nach der Anzahl der Kinder richtet.

Nur leider tut sich die Republik mit der Aufzucht des Nachwuchses so schwer, da hilft auch die Legehennenprämie der Bundesfamilienministerin nicht viel, denn die staatlich subventionierte Wahlhilfe für die Merkeljugend wird wohl für viele Politiker der “Volksparteien” zu spät kommen. Außer man entschließt sich bereits in naher Zukunft die Kinder schon im Vorschulalter ins Wahllokal zu tragen

Ähnlich systemgefährdend sieht die demographische Entwicklung wohl auch der Bundes(von S)innenminister Wolfgang Schäuble. Ja, der IM Zweirad hat doch unlängst der BLÖD-Zeitung verblubbert, dass er sich dafür einsetzen wolle, aus humanitären Gründen mehr “christliche Iraker” nach Deutschland zuwandern zu lassen. Vermutlich kalkuliert der Innenwolfgang damit, dass die Iraker dann mit einem beschleunigten Einbürgerungsverfahren noch vor der nächsten Wahl aus lauter Dankbarkeit die CDU wählen. Bei Helmut Kohl ist Anfang der 90-iger Jahre, diese Rechnung mit den dankbaren Russlanddeutschen voll aufgegangen und für “Birne” hat es trotz “verglühender Landschaften im Osten” noch mal für eine weitere Amtszeit gereicht.

Auch wenn Roman Herzog sowohl seine Amtszeit als auch seine beste Zeit schon weit hinter sich gelassen hat, so macht er sich nicht nur Sorgen um die “plündernden Alten” und die “ausgeplünderten Jungen”, sondern auch um die Verfassungsmäßigkeit der demographischen Entwicklung, denn, so Roman Herzog, “wenn die Älteren die Jüngeren immer stärker zur Kasse bitten, würde die Staatsquote wachsen. Und ich gehe davon aus, dass ab einem gewissen Punkt eine hohe Staatsquote durchaus verfassungswidrig ist“.

Bei solchen verbalen Absonderungen, muss man sich ins Gedächtnis rufen, dass der Mann jahrelang Richter am Bundesverfassungsgericht war und von 1987 bis 1994 sogar dessen Präsident. Weniger bekannt ist aber, dass er als Leiter der „Herzog-Kommission“ der Bundesregierung einen Bericht vorlegte, wie die deutschen Sozialversicherungssysteme „reformiert“ werden könnten. Dieses Dokument bildete dann die inhaltliche Grundlage für den Wahlkampf von Angela Merkel im Jahr 2005.
Die Äußerungen in der BLÖD-Zeitung sind also kein verbaler Ausrutscher oder gar ein seit Helmut Kohl in Mode gekommener “Black Out” als Erklärung für Lügen und dummes Geschwätz, denn Roman Herzog ist offensichtlich ein Überzeugungs- und Wiederholungstäter in Sachen “Generationenkonflikt”.

So sieht es wohl auch Gunnar Winkler, der Präsident des Wohlfahrtsverbands Volkssolidarität, und reagiert entsprechend empört: “Wir warnen davor, immer wieder zu behaupten, die Älteren würden die Jüngeren ausplündern. Wer so was in die Welt setzt, zündelt als geistiger Brandstifter gefährlich am sozialen Frieden in unserem Lande und gefährdet die Demokratie. Offenbar müsse die These vom vermeintlichen „Generationenkrieg“ immer dann herhalten, wenn in der Bevölkerung verstärkt die Frage nach sozialer Gerechtigkeit gestellt und nach den Ursachen des Gegensatzes von Arm und Reich gefragt werde. Nicht die demographische Entwicklung belaste die Sozialkassen, sondern die anhaltende Massenarbeitslosigkeit, Niedriglöhne, prekäre Beschäftigung und sinkende Einkommen”.

Ich habe den Worten von Gunnar Winkler nichts hinzuzufügen und stattdessen ganz spontan überlegt wie man dem ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog und seinen Gesinnungsgenossen die berechtigten Ängste vor einer “mächtigen Rentnerdemokratie” nehmen kann. Die angedachte Lösung ist selbstverständlich verfassungskonform und absolut demographiesicher, denn es würde meines Erachtens völlig genügen, den Rentnern wegen Altersdemenz das aktive Wahlrecht zu entziehen.
Auf jeden Fall wäre das aber wesentlich besser als politische Hosenscheißer zur Wahlurne zu tragen.

Ganz persönlich bin ich jedoch der Meinung, dass dieses Land dringend viel mehr Straßenlaternen braucht!
Das würde nicht nur etwas zur Erhöhung der inneren Sicherheit beitragen denn man könnte die Plünderer und Brandstifter schon erkennen bevor sie das Weite suchen, sondern den Bürgern würde endlich auch mal ein Licht aufgehen.
Und als schönen Nebeneffekt könnte man die „Plünderer“ und die „Brandstifter“ auch gleich an den Laternenpfählen aufhängen.
Das wäre, zumindest meiner geringwertigen Meinung nach, weitaus wirkungsvoller und nachhaltiger als jede Änderung der Verfassung.

Machopan
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Effizienzreserven

10. März 2008 05:45

Lieber Freund

Dass die zu halbierende Zahl der Langzeitarbeitslose in ihrer meist selbstverschuldeten Situation „gefördert und gefordert“ und „gewaschen und geschnitten“ werden müssen, ist im Jahre 3 nach Schröder hinlänglich bekannt.
Jetzt ist der Bundesgesundheitsulla aufgefallen, dass für diese Personengruppe im Krankheitsfall auch noch durch „heilen und pflegen“ erhebliche Kosten entstehen, denn laut Expertenmeinung werden durch Arbeitslosigkeit die Erkrankungsrisiken sogar noch erhöht.

In der Zeit vor ALGII waren die Arbeitslosen bei der Bundesagentur für Arbeit, die damals noch Arbeitsamt hieß, krankenversichert und die Bundesagentur hat die gesamten Kosten getragen, wenn so ein Arbeitsloser krank wurde.
Dann kam Frau Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und fand es äußerst diffamierend, dass Arbeitslose und ALGII-Bezieher beim Arzt abrechnungstechnisch wie Menschen zweiter Klasse behandelt würden. Also hat sie Kraft ihres Amtes das Gesetz angepasst und bestimmt, dass die Krankheitskosten von Arbeitslosen nicht mehr über das Arbeitsamt sondern ebenfalls auch über die Krankenkassen abgerechnet werden müssen um anschließend dann vom Arbeitsamt an die Kasse zurückerstattet zu werden.
Schon damals gab es Stimmen, die vor einer Mogelpackung warnten, denn dies wäre nur der erste Schritt sei, um die Krankheitskosten der Arbeitslosen durch die Hintertür auf die „Solidargemeinschaft“ der Zwangsmitglieder der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) abwälzen zu können.
Frau Schmidt hat das immer eifrig dementiert und weiter an ihrer „größten Reform der Sozialsysteme seit Bismarck“ herumgewurstelt und ständig den Versicherten sinkende Versicherungsbeiträge in Aussicht gestellt.
Dann folgte logischerweise und von den zahlenden Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherung weitgehendst unbemerkt, die Umstellung der Kostenerstattung gegen eine Beitragsmodell. Statt also wie bisher die vollständigen Krankheitskosten der Arbeitslosen zu übernehmen, musste die Bundesagentur für Arbeit für jeden Arbeitslosen nur noch einen Monatbeitrag von 118,00 Euro an die gesetzlichen Krankenkassen überweisen.
Während sich fortan die Bundesagentur für Arbeit und der Finanzminister über die „erwirtschafteten Überschüsse“ und die Politiker über den „Erfolg der Reformen“ freuten, übernahm die „Solidargemeinschaft der Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen“ den Rest der Kosten.
Nach einem ähnlichen Verfahren hatte man schon nach der Wiedervereinigung die anfallenden Kosten der Ostrentner auf die „Solidargemeinschaft der Mitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung“ abgewälzt. Schon damals hatten Experten vor diesem Schritt gewarnt, auch wenn die Politik versprach eventuell auftretenden „Finanzierungslücken“ durch Zuschüsse aus Steuermitteln auszugleichen. Aus den Finanzierungslücken wurden die Finanzierungslügen und aus den Ausgleichszahlungen aus Steuermitteln wurde die Steuersubvention der Rentenversicherung, die in den folgenden Jahren zur Haushaltskonsolidierung des Bundes konsequent gekürzt wurde.
Während sich der Finanzminister vor laufenden Kameras und hingehaltenen Mikrofonen mit seiner Leistung brüstete, kam die Versorgungslücke über das Volk und es durfte zur Sicherung der Zukunft privat geriestert und bis zum 67sten Lebensjahr gearbeitet werden.
Noch nimmt die überwiegende Mehrheit der Beitragszahler in der gesetzlichen Rentenversicherung das angerichtete Desaster und ihre kommende Altersarmut nicht wahr oder übt sich in Hoffnung auf ein Wunder, dass dieser Kelch an ihnen vorübergehen wird. Aber wer den Kopf in den Sand steckt, dem wird eben der Arsch abrasiert und man kann noch nicht einmal sehen ob das ein roter, schwarzer oder grüner Rasenmäher war.

Doch zurück zur „gesetzlich kranken Versicherung“ und ihren Mitgliedern mit den niedrigen Beitragssätzen. Für Arbeitslose beträgt der monatliche Beitrag „nur“ 118 Euro pro Monat. Rentner dagegen müssen rund 40 Euro mehr bezahlen und einen Arbeitnehmer kostet der gleiche Versicherungsschutz sogar 80 Euro mehr.
Die Ministerin will nun die Beitragssätze nicht mehr, wie seit Jahren mehrfach erfolglos angekündigt absenken, sondern die Beitragssätze der Krankenkassen auch nach dem Start des umstrittenen Gesundheitsfondues stabil halten. Denn dieser gesundheitspolitische Käse wird wohl erheblich teuerer kommen, als man das bisher zugeben will und außerdem erwarten die „Experten“ aufgrund steigender Kosten für Medikamente und die niedergelassenen Ärzte einen deutlich Anstieg der Kosten.
Damit werden die niedrigen Beitragssätze der Langzeitfaulenzer, die man einst den gesetzlichen Krankenkassen geschickt untergejubelt hat, nun zum Problem.
Auch wenn die Bundesgesundheitsministerin heute ihren Vorstoß damit begründet, dass die gesetzlichen Krankenkassen aus ihren Mitgliedsbeiträgen zurzeit die Kosten der Arbeitslosigkeit mitfinanzieren, wird es wohl diesmal nicht so sang- und klanglos wie bei der gesetzlich verordneten Abzocke der „Solidargemeinschaft“ über die Bühne gehen, denn aus dem Finanzministerium formiert sich Widerstand gegen höhere Krankenkassenbeiträge für Langzeitarbeitslose.
Ja, Sie haben richtig gelesen - aus dem Finanzministerium!
Und das hat gute Gründe, denn höhere Krankenkassenbeiträge für Arbeitslose müssten ja von der Bundesagentur für Arbeit aus den Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung „erwirtschaftet“ werden und diese Beiträge hat man als wirtschafts- und sozialpolitische „Glanzleistung“ der schwarz-roten Bundesregierung ja gerade erst abgesenkt. Außerdem würden durch höhere Krankenkassenbeiträge die an das Finanzministerium überwiesenen „Überschüsse“ der Bundesagentur empfindlich geschmälert. Wie empfindlich erfährt man nicht nur aus dem Munde der Bundesgesundheitsministerin, sondern kann es sich auch noch selber ausrechnen, denn 3,5 Millionen Arbeitslose multipliziert mit monatlich 62 (180-118) Euro mehr Krankenkassenbeitrag sind ungefähr 217 Millionen im Monat und im Jahr etwa 2,5 Milliarden.
Da zucken selbst abgebrühte Finanzjongleure wie Peer Steinbrück zusammen, denn von seiner schwarzen Null im Bundeshaushalt würde dann nichts mehr übrig bleiben.

So wundert es nicht, dass ein Sprecher dieses Ministerium die Forderung als „nicht sachgerecht“ zurückwies, denn „sie widerspreche dem Solidaritätsprinzip in der Krankenversicherung. Wer wenig Geld habe, solle demnach auch weniger in die Krankenkasse einzahlen“.
Und auch der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Carsten Schneider hält das „für keine realistische Idee der Bundesgesundheitsministerin, denn die Koalition habe schon jetzt Probleme, die vorgesehenen, jährlich steigenden Milliarden-Zuschüsse für den Gesundheitsfonds zu finanzieren. Die vollständige Finanzierung dieser Zuschüsse sei in der mittelfristigen Finanzplanung des Bundes bisher noch offen. Wer die finanzielle Lage der Krankenkassen verbessern wolle, “muss Effizienzreserven im Gesundheitssystem heben“.

Da zockt man lieber weiter die Zwangsmitglieder der Solidargemeinschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung mit mehr als 2 Milliarden Euro im Jahr ab und trommelt sich selbst an die Brust um die „schwarze Null“ des Staatshaushaltes zu feiern und sich der Absenkung der Lohnnebenkosten um 0,5% bei der Arbeitslosenversicherung zu rühmen.
Ach ja, fast hätte ich noch die „Überschüsse“ der Bundesagentur für Arbeit vergessen, mit denen sich auch die Erfolge der Bundesregierung in der Arbeitsmarktpolitik so schön nachweisen lassen.
Jetzt bin ich aber echt gespannt, welche weiteren „Effizienzreserven im Gesundheitssystem“ bis zur nächsten Bundestagswahl jetzt noch gehoben werden.

Machopan
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Panikmache

14. Januar 2008 05:45

Lieber Freund

PanikmacheDas neue Jahr beginnt, wie könnte es in den Zeiten der gewollten politisch-wirtschaftlich-gesellschaftlichen Apokalypse auch anders sein, mit den üblichen Horrormeldungen, denn die Energiekosten steigen weiter, der Mindestlohn wird Millionen von Billiglöhnern den Arbeitsplatz kosten, die Schmierereien bei Siemens sind größer als erwartet und werden nur noch von der Ahnungslosigkeit des Managements übertroffen, recht radikale Glatzköpfe blasen zur Hetzjagd auf dunkelhaarige Zugewanderte, jugendliche Schläger machen deutsche Rentner platt und während sich die andauernde Tarifauseinandersetzungen zwischen GDL und Bahn nun bald zum ersten mal jährt, erfährt der Bürger aus den Medien: „Wer vorsorgt ist der Dumme“.

Nun ist das ja alles nicht neu, lediglich die Prioritäten in der Berichterstattung verschieben sich, je nach Interessenlage und in Abhängigkeit der Sau, die gerade mal wieder durchs Land getrieben wird..
So ist man als Leser in der medialen Welle der Gewalttätigkeit durch ausländische Jugendliche ja schon fast dankbar, wenn irgendwo mal wieder ein Ausländer Dresche bezogen hat. Aber nach der Landtagswahl in Hessen und dem Koch’schen Machterhalt ist dieses Thema sicher vom Tisch und aus den Medien, was nicht heißen wird, dass dann weniger Rentner verkloppt werden.
Wenden wir daher unser Augenmerk lieber den „vorsorgenden Dummen“ zu, denn „eigene Vorsorge“ tut Not haben uns die Vertreter der Bundesregierung und Versicherungswirtschaft in Personalunion doch nun wirklich schon so lange erzählt, bis der letzte Depp sich mit mindestens 5 Euro im Monat „riestern“ ließ.
Nur dreißig oder vierzig Jahre brav „riestern“ hat es geheißen und dann sieht man im Alter als „Rentier“ nicht so alt aus wie die „Rentner“.
Und ausgerechnet jetzt, so mitten im Wahlkampf, berichtet das ARD-Magazin „Monitor“, dass dem wohl nicht so sein wird und „die vom Munde abgesparte Vorsorge für das Alter rund zehn Millionen Rentner gar nichts nützt“ und das Entsetzen ist allerseits groß.
Dabei ist auch das nicht neu, denn wer nach seiner Berufstätigkeit eine staatliche Rente bezieht, die unterhalb der Grundsicherung von rund 660 Euro liegt und deshalb Anspruch auf zusätzliche Unterstützung aus den Sozialkassen hat, muss sich seine Riester-Rente anrechnen lassen. Für den Rentner bedeutet das, dass er womöglich trotz Riesterente nicht mehr Geld in der Tasche hat, als der Nachbar, der ohne Riesterrente die Differenz zur Grundsicherung vom Staat erhält.
„Dumm gelaufen“ mag da so mancher Werktätige denken, „das kann mir nicht passieren, denn meine Rente wird im Rentenalter sicher über der „Grundsicherung“ liegen, denn von 660 Euro im Monat kann man ja nicht leben.

Ähhhhmmm …

Haben Sie schon mal Ihre Rentenauskunft aufmerksam gelesen und auch verstanden? Natürlich ohne die hineingerechneten Mutmaßungen über mögliche zukünftige Rentenerhöhungen zur Kenntnis zu nehmen.
Falls Sie dann immer noch glauben Ihre Rente würde über dem Grundeinkommen liegen, dann mein lieber Freund sind Sie wirklich ein unverbesserlicher Optimist, ein Besserverdiener oder einfach ein Lebenskünstler.
Denn ein Durchschnittsverdiener braucht heute 25 Beitragsjahre, um sich einen monatlichen Rentenanspruch von 660 Euro zu erwerben. Im Jahr 2030 muss man für den gleichen Anspruch schon 30 Jahre arbeiten. Natürlich lückenlos, versteht sich! Für Langzeitstudenten, Arbeitslose und Geringverdiener wird es wohl also eng werden.
Momentan erhalten in den alten Bundesländern 23,9 Prozent aller Männer und 66,4 Prozent aller Frauen eine staatliche Rente, die unter 600 Euro liegt.
Wie aus einer im November 2007 bekannt gewordenen Studie des Bundesarbeitsministeriums ersichtlich ist, wird sich die Zahl der „armen Rentner“ zukünftig allerdings drastisch erhöhen, denn Arbeitslosigkeit und Hungerlöhne führen zwangsläufig zu Altersarmut und außerdem werden die rot-grünen Rentenreformen das gesetzliche Rentenniveau in den nächsten zwei Jahrzehnten noch empfindlich nach unten drücken.

Aber dann ist es zu spät um den Verantwortlichen ordentlich in die Fresse zu hauen, denn die haben sich mit ihren stattlichen staatlichen Pensionen und diversen Nebeneinkünften in der Versicherungswirtschaft längst aus dem Staub gemacht.

Sofern Sie sich, angesichts dieser Sachlage (noch) nicht für Gewalttätigkeiten entscheiden können, sollten Sie, statt zu „riestern“ lieber ein Los der Glückspirale kaufen, denn die Gewinnwahrscheinlichkeit dürfte dort wesentlich höher sein und zudem ist der Gewinn steuerfrei.

Ach übrigens, das Bundesarbeitsministerium unter Leitung von Arbeitsminister Glos hat die Berichterstattung über die nach dem ehemaligen Bundesarbeitsminister „Riester“ benannte Rente als „Panikmache“ verurteilt.
Es fehlte nur noch der Hinweis auf den ehemaligen Bundesarbeitsminister Blüm, der sich mit den Sprüchen „die Rente ist sicher“ und „eine Gesellschaft glücklicher Idioten ist machbar“ in den Annalen der Bundesrepublik Deutschland verewigt hat.

So don’t panic, denn Ruhe war schon immer die erste Bürgerspflicht!

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