Endspiel

7. Juli 2008 05:45

Lieber Freund

Kennen Sie eigentlich den Unterschied zwischen einem Endspiel und einem Trauerspiel?
Egal was Ihnen dazu spontan einfällt, ich weiß spätestens seit dem letzten Spieltag der Fußball-Europameisterschaft 2008, dass die Schnittmenge beider Ereignisse nahezu bei 100% liegen kann.

An der quantitativen personellen Besetzung der Tribünen hat es sicher nicht gelegen, denn das Haus war voll und die Stimmung war auch nicht schlecht, wobei aus Sicht der deutschen Mannschaft mit zunehmender Spieldauer das Endspiel zu einem Trauerspiel mutierte. Als Zuschauer musste man nur ab und zu einen Blick auf die eingefrorenen Lefzen der Bundesangela werfen, um zu erkennen, dass es nicht gut um Deutschland stand und die Rechnung mit dem Sommermärchen 2008 nicht aufging.
Dabei hatte die Angela aus Berlin ja noch extra Jubelverstärkung mitgebracht, sogar Horst “meine- Frau-und-ich” war da, allerdings musste die Gattin des Bundespräsidenten in der zweiten Reihe Platz nehmen, während beim Spiel Deutschland gegen die Türkei die Frau Erdogan, sogar mit Kopftuch, neben ihrem Göttergatten sitzen durfte. Derartige Beobachtungen sollte man sich gut merken, um sie ann bei zukünftigen Diskussionen über die Unterdrückung kopftuchtragender Frauen in der türkischen Kultur als Stein des Anstoßes ins Spiel zu werfen.

Wie bereits im Jahr 2006, während der Fußballweltmeisterschaft, hat die Bundesregierung die Zeit der nationalen Freude und Glückseligkeit wiederum geschickt genutzt um, weitgehendst unbeachtet vom Volk, einige weitreichende Gesetze zu beschließen.
War es in 2006 mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer die unverschämteste Steuererhöhung der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte, so war es diesmal noch viel schlimmer. Aber wen interessiert das schon, angesichts der “Erfolge” der deutschen Fußballnationalmannschaft, die es diesmal sogar bis ins Endspiel geschafft hat. Dagegen kommt bei Menschen, die nicht nur den Sportnachrichten lauschen, sich keine Nationalfarben ins Gesicht schmieren und vom Deutschlandlied nicht nur die dritten Strophe singen können, so langsam Endzeitstimmung auf.

So weit, so gut, kommen wir daher zum Schluss dieses Trauerspiels und zum Spielverlauf des Endspiels aus deutscher Sicht.
Der ist rasch erzählt, denn statt langer Pässe auf dem Spielfeld, gab es am Ende lange Gesichter auf der Tribüne.
“Selten war eine 0:1-Niederlage so deutlich”, schrieb die Presse tags darauf, denn erst schoss Metzfelder nach einem Ballverlust von Hitzsperger fast ein Eigentor, das von Lehmann auf der Linie gerade noch verhindert werden konnte. Dann bediente Mertesacker per Fehlpass die Spanier, anschließend ließ sich Metzfelder von Torres tunneln, der dann gleich darauf höher stieg als Mertesacker, aber da noch nicht ins Tor von Lehmann traf, sondern nur den Pfosten.
Von diesem Schock in der 16ten Minute erholte sich das deutsche Team bis zum Spielende nicht mehr und wagte sich bis zum Schlußpfiff kaum noch über die Mittellinie, geschweige denn in den Strafraum vor dem gegnerischen Tor.

Jetzt einzelne Spieler wegen ihrer Leistungen aus dem bundesdeutschen Herumgekicke herauszugreifen macht wenig Sinn, auch wenn es mich schon jucken würde, solchen Spielfiguren wie „Schweini“ mal die gegeelten Blondborsten ordentlich gegen den Strich zu bürsten.

Und Ballack?
Who the fuck is Ballack?
Ach, Sie meinen den Dressman der Nation mit dem Lockenköpfchen über den traurigen Augen und der Unglücksnummer 13 auf dem Rücken, dessen Wade vor dem Spiel für so viele Schlagzeilen sorgte?
Also die Schmarre über die Auge ist neu, aber die Wade hatte schon bei der Weltmeisterschaft im Jahr 2006, fast auf den Tag genau, Angst vor einer Teilnahme am Endspiel und krampfte sich in weiser Voraussicht auf den ebenfalls verkrampften Spielverlauf ebenfalls schon mal vorsorglich zusammen.
Same procedure as 2006, Mr. Ballack?
Oder auf gut Deutsch, was will man mit einem Mannschaftskapitän, den jedesmal in Erfolgsnähe eine körperliche Unpässlichkeit befällt.
Für mich als ehemaligen aktiven und passiven Fußballjunkie sind jedoch zwischenzeitlich nicht die Ereignisse auf dem Spielfeld der Höhepunkt, sondern die Kommentare und Analysen des Günter Netzer, ehemaliger Mittelfeldspieler bei Borrusia Mönchenglapptnix, der einst mit weiten Pässen und Vorstößen “aus der Tiefe des Raums” für Aufsehen auf dem Spielfeld sorgte.
Das war jedoch noch bevor er sich offensichtlich das Hirn weggeköpft hat, denn in seiner heutigen Funktion als “Standfußballer” bei der ARD, sorgt er mit weitschweifigen Kommentaren „aus der Leere des Raums“, zumindest bei mir, nur noch fürs Weghören vor der Glotze.

Ach ja, in zwei Jahren ist schon wieder Weltmeisterschaft.
Schaun wir mal, ob dann die Angela und der Horst “meine-Frau-und-ich” beim Endspiel noch auf der Ehrentribüne sitzen.

Machopan
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Harte Arbeitswoche

23. Juni 2008 05:45

Lieber Freund

Hätte am Montag den 16. Juni 2008 während des Spiels der Deutschen Fußballnationalmannschaft im Wiener Ernst-Happel-Stadion eine Bombe eingeschlagen …
dann hätte die deutsche Nation nicht nur ihre mächtigste Bundeskanzlerin verloren, sondern auch noch das halbe schwarz-rot-senffarbige Kabinett, denn die Financial Times Deutschland meldete (für terroristische Vorbereitungen leider zu spät) …

Finanzminister Peer Steinbrück ist Montagmorgen von Bonn über Frankfurt nach Wien geflogen. Er wird begleitet von der Sicherheit, einem Kollegen aus dem Protokoll und seinem Sprecher. Die Berliner kamen aus Berlin geflogen. Seit 12.40 sind wir in Wien. Aktuell findet ein Arbeitsessen mit dem österreichischen Finanzminister Molterer statt. Dem folgt ein Gespräch im Wiener Finanzministerium, ein Empfang in der Botschaft, eine Podiumsdiskussion unter anderem mit der Wirtschaftsweisen Weder di Mauro und Minister Molterer zur ‘Perspektive Österreich’. Danach kommt es zum gemeinsamen Besuch des Spiels Österreich- Deutschland. Dienstagfrüh nimmt Minister Steinbrück an einer Sitzung des Präsidiums der Deutschen Handelskammer in Österreich teil, bevor er mittags mit Linie zurück nach Berlin fliegt.”

Außenminister Frank-Walter Steinmeier wohnt auf Einladung seiner österreichischen Kollegin Ursula Plassnik dem Fußballspiel bei. Er kommt vom Ministerrat aus Luxemburg und nimmt Frau Plassnik in seiner Luftwaffenmaschine mit nach Wien.”

Umweltminister Sigmar Gabriel ist auf Einladung seines österreichischen Amtskollegen in Wien. Sie treffen sich zu einem Austausch über Fragen der europäischen Umweltpolitik und gehen anschließend zum Fußballspiel. Zurück fliegt Gabriel gemeinsam mit der Kanzlerin in ihrer Regierungsmaschine.”

Verteidigungsminister Franz Josef Jung trifft am Montag, den 16. Juni 2008, seinen österreichischen Amtskollegen Norbert Darabos zu einem Informations- und Meinungsaustausch über die deutsch-österreichischen sicherheitspolitischen Beziehungen in Wien. Im Anschluss an das Treffen werden sich beide Minister gemeinsam das Fußballspiel Deutschland gegen Österreich im Ernst-Happel-Stadion in Wien anschauen.”

Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee ist zu bilateralen Gesprächen in Wien. Dass er anschließend zum Fußballspiel geht, ergibt sich am Rande.”

Innen- und Sportminister Wolfgang Schäuble entschied sich am Montag kurzfristig, nicht wie geplant nach Österreich zu fahren, um sich dort das Spiel anzuschauen. Er hat eine harte Arbeitswoche vor sich und wird sich das Spiel im Fernsehen ansehen, sagte eine Sprecherin Schäubles.”

Dann hat er bestimmt auch noch die Bundesangela gesehen, die nach dem Schlusspfiff die Frage nach dem Spielverlauf des eher mäßige Spiels mit den Worten kommentierte: “Es ist effizient gespielt worden. Das Resultat stimmt.”

Leider hat sie niemand danach gefragt ob es auch effizient ist wegen einem mäßigen Fußballspiel eigens mit einer Regierungsmaschine von Berlin nach Wien und zurück zu fliegen. Ach, fast hätte ich es ja vergessen, sie musste ja den dicken Bundesumweltengel Gabriel in Wien abholen.

Am besten fand ich persönlich die Ausrede von Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der auf Einladung seiner österreichischen Kollegin Ursula Plassnik auf der Tribüne saß und deshalb mit “seiner” Luftwaffenmaschine nicht von Luxemburg direkt nach Berlin flog, sondern einen kleinen Umweg über Wien machte. Wenn man bedenkt, was ein Linienflug von Luxemburg nach Wien kostet, so war das ein gutes Geschäft für die Österreicherin.
Und als deutscher Steuerzahler mag man bei den heutigen Spritpreisen gar nicht daran denken, was der steinmeiersche Umweg mit so einer Luftwaffenmaschine gekostet hat.
Ach übrigens, der Mann möchte mal Bundeskanzler werden

Da lob ich mir doch die harte Arbeitswoche des IM Zweirad, wobei ich mir wirklich nicht sicher bin ob der Schaden nicht größer ist, wenn man den Innenwolfgang so ganz ohne Aufsicht alleine zu Hause lässt.

Also hoffen wir, dass das nächste Mal das ganze Kabinett in EINER Maschine fliegt und der exakte Terminplan rechtzeitig in der Presse breitgetreten wird, denn auf den Internetseiten des Bundesinnenministeriums habe ich irgendwo gelesen, dass die Zahl deutschsprachiger Terroristen täglich zunimmt.
Kleiner Tipp noch am Rande - man sollte mit entsprechenden Aktionen nicht bis zum Endspiel warten, denn es ist durchaus möglich, dass sich deutsche Politiker ein Endspiel mit deutscher Beteiligung unter Umständen noch nicht einmal im Fernsehen ansehen können.
Und das nicht wegen einer „harten Arbeitswoche“.

Machopan
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Papiermüll

21. April 2008 05:45

Lieber Freund

“Die Männer sind mit Knüppeln bewaffnet, bauen sich drohend vor ihnen auf, befehlen ihnen, zu verschwinden. Völlig verängstigt und verstört ergreifen sie die Flucht. Später werden sie keine Angaben dazu machen können, wie ihre Angreifer aussahen oder woher sie kamen. Die beiden geistig behinderten Mitarbeiter des St.-Vitus-Werkes in Meppen werden sich nur an die Knüppel erinnern - und an ihre Furcht.”

Mein lieber Freund, wenn Sie nun glauben ich hätte diesen Text bei Steven King geklaut oder wäre gar unter die Autoren der „Drei-Groschen-Romane“ gefallen, dann muss ich Sie, wenn auch nur zur Wahrung meines verheerenden Leumunds, davon in Kenntnis setzen, dass obiger Text dem Magazin „Der Spiegel“ als Einführung in die Problematik der „Altpapierentsorgung in der BRD“ bestens geeignet schien.

Weiter heißt es in dem Artikel beim Kampf um die “Blaue Tonne”:
Im Emsland verbreitete der Vorfall breites Entsetzen. Nicht nur, weil Behinderte derart brutal angegriffen wurden, sondern auch weil der mögliche Hintergrund der Tat unglaublich scheint. Er könne und wolle nicht ausschließen, dass seine Schützlinge angegriffen wurden, weil sie im Auftrag eines Recyclingunternehmens blaue Tonnen für Altpapier aufstellten, sagt der Leiter des St.-Vitus-Werkes, Bernhard Sackarendt. “An einen behindertenfeindlichen Übergriff glaube ich nicht.”

Da bin auch ich mit dem Leiter des St.-Vitus-Werkes nun einer Meinung, denn auch ich schließe nach sorgfältiger Analyse des Vorgangs einen behindertenfeindlichen Übergriff aus. Da jedoch die Nationalitäten, Glaubensrichtungen und politische Gesinnung der an diesem Vorfall beteiligten Personen ungenannt bleiben, könnte es sich allerdings auch um einen ausländerfeindlicher Übergriff rechtradikaler Gewalttäter mit antisemitischem Hintergrund handeln. Oder sollte es sich bei den Knüppelträgern etwa schon wieder um gewaltbereite ausländische Jugendliche aus einer migrationsbedingten Parallelgesellschaft gehandelt haben?

Wie auch immer, Fakt scheint jedenfalls, dass sich irgendwo in Deutschland zwei geistig Behinderte beim Einsammeln von Papiermüll plötzlich Männern mit Knüppeln gegenüber gesehen haben wollen und daraufhin die Flucht ergriffen.
Der offensichtlich ebenfalls mit einem etwas verminderten Intelligenzquotienten ausgestatteten Berichterstatterin des “Spiegel” reicht “allein schon die Vermutung und egal ob sich der unfassbare Verdacht bestätigt, so zeigt es doch wie sehr die Schlacht ums Altpapier im Emsland schon eskaliert ist, denn private und gemeinnützige Entsorger streiten sich um den kostbaren Rohstoff.”

Grund für diesen brutalen Kampf um die rare Ressource “Papiermüll” sind nun nicht etwa Mangelerscheinungen die durch das vor einigen Jahrzehnten ausgerufene “papierlose Büro” oder gar das “elektronische Kommunikations- und Medienzeitalter” verursacht werden, sondern -zumindest steht es so im SPIEGEL- durch “Chinas Hunger nach Altpapier”.

Bereits am 15. Dezember 2007 hatte der SPIEGEL in einem längeren Artikel über den “Lebensmittelhorror in China” und die Mafia-Methoden der Lebensmittelindustrie im Land der Mitte berichtet.
Und schon wenige Monate später schrecken die Chinesen noch nicht einmal mehr davor zurück deutsche Behinderte zu bedrohen um ihnen mit Knüppelgewalt den Papiermüll im Emsland wegzunehmen!

Wie aus gewöhnlich gut informierten Kreisen zu hören war, sieht die Bundesregierung  darin zwar noch keine nachhaltige Störung der Wirtschaftsbeziehungen zum Reich der Mitte, aber es soll bereits Überlegungen geben, zusammen mit dem tibetischen Hürdenläufer „Dalai Lahma“ die Paralympics in Peking zu boykottieren.

Das wäre natürlich nur notwendig, sofern es dem SPIEGEL wirklich nicht gelingen sollte zukünftig soviel Papiermüll zu produzieren, dass damit auch locker “der Hunger China’s” befriedigt werden kann.

Machopan
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Steinzeit

12. Oktober 2007 05:45

Lieber Freund

Die Sünder im Glashaus sollten nicht mit dem Stein der Weisen um sich werfen, denn von den getroffenen Hunden wird er meist als Stein des Anstoßes empfunden. So ein Stein des Anstoßes bringt dann den Stein ins Rollen, denn der Stein der Weisen sieht dem Stein der Narren zum verwechseln ähnlich und der liegt meist zum Werfen nah.

Und in unserem Land fliegen nun wirklich genügend Steine durch die Gegend, werden den Menschen in den Weg gelegt oder in Nachbars Garten geworfen, seit die Erkenntnis um sich griff, dass man von Steinen, die man selber wirft, nicht getroffen werden kann.

Früher war die Steinigung eine anerkannte Todesart mit hohem Unterhaltungswert. Ganze Stadien konnten damit mit Zuschauern gefüllt werden.
Aber diese Art der Volksbelustigung haben wir längst hinter uns gelassen, die Steine wurden durch Bälle ersetzt und immer noch strömen die Massen in die Stadien und jubeln, schreien und kreischen wenn Bälle gefangen, geworfen, getreten und geschlagen werden.
Langjährige Untersuchungen haben ergeben, dass jedoch die meisten Bälle völlig unschuldig sind, auch wenn immer wieder mal behauptet wird, dass der Ball schuld war.

Einen solchen Fall von Schuld hat es jüngst im deutschen Fußball gegeben, weil ein Spieler den Ball nicht treten wollte, wurde er zum Stein des Anstoßes. Nur dass diesmal nicht der Ball schuld war, sondern der Spieler.
Und das kam so ….

Der deutsche Fußballspieler Ashkan Dejagah (nein, das ist kein Schreibfehler), hat den Deutschen Fußballbund (DFB) darum gebeten, ihn als Spieler der deutschen U21-Nationalmannschaft von der Reise ins gelobte Land Israel freizustellen um ihm „aus persönlichen Gründen“ das Balltreten in einem Spiel gegen die israelische Mannschaft zu ersparen.
Zu den persönlichen Gründen des gebürtigen Iraner’s Dejagah zählt dabei vor allem die politische Situation zwischen den Staaten Iran und Israel, denn der iranische Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad (auch das ist kein Schreibfehler) möchte den Staat Israel von der Landkarte tilgen und hat Iranern die „Reise nach Jerusalem“ bei Strafe verboten hat.
Damit ist die Beziehung zwischen den Ländern also ungefähr so, wie zwischen den USA und Kuba, oder Nord- und Südkorea oder der ehemaligen DDR und der BRD. Auch wenn einem das nicht gefällt, so muss man sich als kleines Menschlein nicht unbedingt dazwischen legen. Und schon gar nicht, wenn es nur darum geht nach einem Ball zu treten.
So hat das wohl auch der in Teheran geborene Fußballspieler Ashkan Dejagah gesehen und der DFB hat sich (anfangs) dieser Meinung angeschlossen.
Der Spieler kam zu uns und hat uns gebeten, dass er aus persönlichen Gründen nicht mit nach Israel kommen muss. Diese Gründe waren für uns nachvollziehbar“, sagte DFB-Sprecher Jens Grittner der Nachrichtenagentur Reuters.

Es war für die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, jedoch Anlass genug, lauthals den Ausschluss des Spielers aus der Deutschen Fußballnationalmannschaft zu fordern und ihr Stellvertreter, Dieter Graumann, sprach gar von einem „privaten Judenboykott“, worauf der DFB-Präsident Theo Zwanziger die Worte seines Pressesprechers hurtig wie folgt ergänzte: „aber wir werden nicht hinnehmen, dass ein deutscher Nationalspieler aus Gründen der Weltanschauung seine Teilnahme an einem Länderspiel absagt.”

Daraufhin schaltete sich die hohe Politik mit den üblichen, zur Sache beitragenden, Kommentaren und Forderungen ein.
Der Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, Peter Danckert vertrat die Ansicht: „Wer in der Nationalmannschaft spielen will, muss sich an Spielregeln halten und kann nicht einfach sein eigenes inakzeptables Süppchen kochen

Die sportpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Dagmar Freitag, forderte von Dejagah, er müsse sich nun entscheiden, ob er Deutscher oder Iraner sein wolle: „Ist er Mitglied einer Nationalmannschaft, muss er sich auch an deren Regeln halten. Gerade Deutschland hat eine Verantwortung für Israel. Dieser Verantwortung muss er sich bewusst sein“.
CDU-Generalsekretär Pofalla machte deutlich: „Die deutschen Nationalmannschaften, egal in welcher Sportart, sind immer auch Repräsentanten unseres Landes. Wer Deutschland im Nationaldress vertritt, ob gebürtiger Deutscher oder Zugewanderter, muss sich zu unserer durch Geschichte und Kultur geprägten Gemeinschaft bekennen. Wer dies aus persönlichen politischen Gründen nicht will, muss das Trikot der Nationalmannschaft abgeben.

Da wäre es doch, zumindest politisch, geschickter gewesen, der Fußballspieler Ashkan Dejagah hätte seine Teilnahme „verletzungsbedingt“ wegen Schmerzen am Knie oder Rückenproblemen einfach abgesagt.
Doch weil es dazu nun zu spät ist, wurde als erste Sanktion von seinem Heimatverein VFL Wolfsburg schon mal ein sein Ausschluß vom Training beschlossen.

Das passt zwar alles nicht so ganz zu den Integrationsbemühungen, die der DFB auf seiner Webseite mit dem von Mercedes-Benz gesponserten „Integrationspreis des Deutschen Fussball-Bundes“ mit den Worten anpreist: „Egal wo man herkommt, welche Sprache man spricht oder welcher Religion man angehört – auf dem Platz ziehen alle an einem Strang und wollen gewinnen. Die integrative Kraft des Fußballs ist einzigartig und hilft insbesondere Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, in der Gemeinschaft Fuß zu fassen.“

Außer man äußert eben die Bitte, nicht auf israelischem Boden nach einem Ball treten zu müssen.
Fussball in der politischen Steinzeit

Nach der ganzen Aufregung darf man jetzt gespannt darauf sein, was geschehen wird, wenn die deutsche U21-Nationalmannschaft sich derart ersatzgeschwächt auch noch (zu)traut das Spiel gegen Israel zu gewinnen.
Sami Khedira (nein, auch das ist kein Schreibfehler), der auf seiner Lieblingsposition im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kommen wird, natürlich nur sofern die Frau Knobloch nicht noch kurzfristig Einwände erhebt, hat schon mal verlauten lassen, „dass die DFB-Auswahl im heiligen Land ihre weiße Weste wahren wolle“.

Das könnte man doch glatt als antisemitisch einstufen!
Und wehe, es wagt jemand bei den Toren der deutschen Mannschaft oder nach dem gewonnenen Spiel zu jubeln oder gar Freude zu zeigen!
Da werden die Steine (siehe oben) aber wieder fliegen, die Hunde im Glashaus aufheulen und die Medien sich die Finger wund schreiben.

Im Talmud, der Sammlung der Gesetze und religiösen Überlieferungen des Judentums nach der Babylonischen Gefangenschaft steht übrigens geschrieben, dass man „in den Brunnen, aus dem man trinken will, keinen Stein werfen sollte“.
Das gilt auch dann, wenn man von den Steinen, die man selber wirft, nicht getroffen wird.
Außer es handelt sich um Bumerang-Steine!

Machopan
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Schweini Wurst

26. März 2007 05:45

Lieber Freund

Im Gegensatz zur Wurst mit Curry wird es keine Wurst mit Schweini geben.
Das hat das Landgericht in Augsburg entschieden und verfügt, dass die auf einen Großhändler eingetragene Marke „Schweini“ beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragene Marke gelöscht werden muss.

Der Fleischhändler hätte seine Marke nur mit Zustimmung des FC-Bayern-Stars Bastian Schweinsteiger, genannt „Schweini“, verwursten und anpreisen dürfen, erklärte das Gericht.
Nun muss der Metzger nicht nur die Kosten des Prozesses bezahlen, sondern Schweini Schweinsteiger hat auch noch Anspruch auf Schadenersatz wegen der unbefugten Namensverwendung. Der Streitwert betrug übrigens 200.000 Euro.
Auch Spitznamen genießen den besonderen gesetzlichen Schutz des Namensrechts“, hieß es dazu in der Urteilsbegründung.

Man muss über dieses Urteil nicht längere Zeit nachdenken um dessen Tragweite zu erkennen, denn neben der Curry-Wurst wäre da noch die Brüh-Wurst, die Bier-Wurst, die Blut-Wurst, die Mett-Wurst, die Tee-Wurst, die Weiß-Wurst und die Leber-Wurst.

Bei konsequenten Umsetzung des Urteils und sofern sich ein Kläger mit Namen Blut, Weiß, Leber oder Bier findet, dürften diese jetzt logischerweise auch nicht mehr vermarktet werden.

SchweiniNur weil so ein Herr „Schweinsteiger“ (die mögliche Herkunft dieses Namens möchte ich jetzt nicht näher analysieren), der seine Brötchen vorübergehend durch Kicken nach einer ehemals mit Luft gefüllten Schweineblase verdient und deshalb auch „Schweini“ gerufen werden darf, die beleidigte Leber-Wurst spielt.
Gegen die Vermarktung seines Namens als Plastikfigur der Firma Revell (siehe Abbildung) hat Schweini dagegen wohl nichts einzuwenden.

Und dass jetzt auch Spitznamen durch das Namensrecht geschützt werden, erschließt doch vollkommen neue Geschäftideen.
Sofern Sie zum Beispiel auf den Spitznamen „Hasilein“ oder „Schatzilein“ hören, kann ich Ihnen schon mal die Adresse der „Wildecker Herzbuben“ raussuchen.
Es dürfte sich lohnen, sofern Sie die Klage beim Landgericht in Augsburg einreichen, denn die Richter dort kennen sich mit Spitznamen aus und sind sicher auch in der Lage den Unterschied zwischen einem Spitznamen und einem Kosenamen juristisch fundiert zum Ausdruck zu bringen.

Ach übrigens, bevor ich’s vergesse, ich gehe (fast) jede Wette ein, dass in einigen Jahren kein Schwein mehr von „Schweini Schweinsteiger“, dem Schweinsblasenkicker, spricht.

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