Pflanzzeit

31. Oktober 2004 05:45

Herbstzeit ist Pflanzzeit.
Jeder Hobbygärtner weiß das. Und an einem der vermutlich letzten schönen warmen Tage musste ich auch ran.
Nicht dass ich unbedingt ein Mensch mit “grünem Daumen” bin. Aber um Säcke mit Blumenerde zu schleppen und kleinere Handreichungen zu machen, bin ich schon zu gebrauchen und bemühe mich auch nach besten Kräften “den an mich gestellten Anforderungen gerecht zu werden”.
Als es darum ging, den Balkon mit Zeitungspapier vor Verschmutzungen durch die Topf- und Umtopfarbeiten zu schützen, war es meine Aufgabe in den Keller zu traben, alte Zeitungen zu besorgen und damit den Balkon auszulegen.

Damit fertig behielt ich vorsichtshalber die demütig kniende Haltung vor der vor mir stehenden in dezentes Grün gekleideten Vollblutgärtnerin und Besten aller Frauen bei und heuchelte Interesse an ihren biologischen Erläuterungen.
Vollkommen zufällig (ganz ehrlich!) schweifte dabei mein Blick ab und blieb an einem Zeitungsinserat hängen, neben dem sich meine linke Hand abstützte, damit der Rest meines von der ungewohnten Arbeit geschwächten Körpers nicht umfiel.

Sarah (8) hat im Diktat eine Fünf.
Wenn sie groß ist, will sie Lehrerin werden.
S
arah’s Rechtschreibleistungen verschlechterten sich trotz intensiven Übens.
Die Eltern standen vor einem Rätsel und auch die Lehrerin war ratlos.
Inzwischen wird Sarah seit rund sechs Monaten nach unserer neuen patentierten Lehrmethode individuell gefördert. Ihre Schreibsicherheit und ihr Wortschatz haben sich bereits spürbar verbessert und sie ist wieder motiviert.
Schließlich will sie mal Lehrerin werden – und dafür, das weiß Sarah ganz genau, braucht sie gute Noten.
Über den individuellen Förderunterricht für Ihr Kind informiert Sie …..
Termine nach Vereinbarung!

Da fiel mir ein, dass ich erst vor einigen Tagen einen Bericht im Fernsehen gesehen hatte, bei dem es um Lese- und Verständnisprobleme von “heranwachsenden” Jugendlichen ging.
Sender und Titel des Berichts habe ich (Altersdemenz oder die Gnade der frühen Geburt?) leider vergessen.

Bei ersten Test sollten die Jugendlichen einen Text aus einem Roman (F. Forsyth) vorlesen in dem das Wort “Gehenkter” vorkam. Sie haben den Text nicht verstanden, weil sie nicht wussten was das ist.
Im zweiten Versuch sollte ein klassischer Text (Schiller?) gelesen werden. Wieder Fehlanzeige, denn die Jungs und Mädels konnten ihn weder richtig lesen noch die Wörter richtig aussprechen.
Deshalb noch ein dritter Versuch mit dem Text einer Sprechblase aus einem Mickey Mouse Heft: “Da können/werden wir ja stundenlang im Dschungel herumirren”.
Der Schüler wusste nicht was “herumirren” heißt.

Leider sind solche Berichte und Meldung heutzutage ja normal.
Ich hätte das Gesehene und Gehörte auch abgehakt und vergessen, wenn – ja wenn da nicht noch die verantwortliche Deutschlehrerin interviewt worden wäre. Die zuckte, auf die katastrophale Leseleistung ihrer Schüler angesprochen, nur resignierend mit den Schultern und meinte dass man da wohl nichts dagegen machen könne. Und auf die Frage, was wohl aus ihren Schülern mal werden wird, wenn sie Texte nicht richtig lesen und nicht verstehen können, meinte die Pädagogin, dass die Schüler eben handwerkliche Berufe ergreifen müssten, bei denen es auf das Lesen und Verstehen nicht so sehr ankommt.
Auf die Frage welche Berufe das wohl sein könnten, wusste sie keine Antwort.
Die Frau hatte anscheinend “null” Interesse an ihrer Tätigkeit und war sich ihrer Rolle in unserer Gesellschaft nicht bewusst.

“Wo bist du denn mit deinen Gedanken”? Diese Frage riss mich zurück in die Gegenwart, in der ich noch immer in demütiger Haltung vor der vor mir stehenden Besten aller Frauen kniete und mit halbem Ohr ihrem Vortrag lauschte. “Es interessiert dich wohl nicht so sehr, was ich dir zu sagen habe. Du meinst wohl, du brauchst das nicht zu lernen?”, hörte ich die sonst liebliche Stimme, diesmal vermischt mit einem vorwurfsvollen Unterton.

“Doch, doch, sehr sogar, ich habe mir nur gerade überlegt, wann denn eigentlich die richtige Pflanzzeit ist”, versuchte ich mich zu verteidigen. Dabei wagte ich aus meiner demütigen Position einen verstohlenen Blick nach oben und zuckte zusammen, als es mir –ganz wie in der Schule- donnernd entgegenschlug:

“Es ist immer Pflanzzeit. Jeden Tag. Überall. Merk dir das!”

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Mobile Erotik

30. Oktober 2004 05:45

Mein lieber Freund!

“Der Markt für mobile Erotikinhalte wächst”, meldet dieser Tage Heise-Online.
Demnach werden (Zitat) «im Jahr 2008 die Handynutzer weltweit 1 Milliarde US-Dollar für pornografische Inhalte ausgeben, die ihnen auf ihr Mobiltelefon geschickt werden
Das haben die Marktforscher der Yankee Group festgestellt. Sicher im bezahlten Auftrag der Firma Phonebox, die ein drahtloses Erotik-Portal betreibt, was immer man sich darunter auch vorstellen mag.

Soll ich Ihnen jetzt mal ein erotisches SMS schicken?
Interessieren Sie sich für bumsende ameisengroße Figuren auf dem Handy-Display?
Oder wie wäre es mit einem Kopulationsklingelton von Dolly Buster?
Es kann auch eine geile Sprachnachricht vom Band auf die Mailbox gespielt werden, jederzeit und beliebig oft abrufbar!
Auch verschiedenartige Vibrationsalarme sind im Angebot, das vom konstanten Dauerbrummen für 1$ je Zeiteinheit bis zur professionellen, intervallartigen Frequenzmodulation auf der nach oben offenen Preisrichterskala reicht.
Das Komplettangebot sowie individuell zusammengestellte Dienste können bereits jetzt mit dem Jamba-Monatspaket erworben werden.

Na wenigstens wissen wir jetzt, was unsere Arbeitskollegen so treiben, wenn wir sie mit dem Handy in den Toilettenräumen verschwinden sehen ;-)

Und wem das Handy mit Vibrationsalarm oder der PDA (Porn Display Assistant) schon mal in die Toilette gefallen ist, dem kann mit einem sehr preiswerten, aber technisch hochwertigen Headset geholfen werden.
Einige Abgeordnete des Bundestages haben sich des Problems bereits angenommen und fordern Dockingstationen für Handy und/oder PDA in allen öffentlichen Bedürfnisanlagen und an Haltestellen und Bahnhöfen.

Momentan sei der Markt noch gebremst, zumal vor allem in den USA noch unklar sei, wie Minderjährigen der Zugang zu mobilen pornografischen Inhalten verwehrt werden kann.
Hier gibt es im amerikanischen Bundesstaat Tennesee erste juristische Ansätze um gegen “mobil porn” mit Geldstrafen zwischen 2 und 50 Dollar vorzugehen.
Wenn man bedenkt was bei uns das Telefonanieren ohne Freisprechanlage kostet, dann sind das geradezu humane Preise!

Auch der Spiegel hat sich im April 2004 bereits mit diesem Thema befasst. Seitdem versuche ich im Stau immer neben Fahrzeugen mit Navigationssystem zum Stehen zu kommen ;-)
Die Bedeutung des Straßenverkehrs, der Straßenverkehrsordnung und die Inhalte der Verkehrsnachrichten werden wohl in den nächsten Jahren auch bei uns durch den Gesetzgeber neu definiert werden müssen.

Und wissen Sie was passiert, wenn große Kreise der Bevölkerung zeitgleich ihren mittäglichen Vibrationsalarm abrufen?
Genau – dann gibt es ein Erdbeben, wie das die Japaner jetzt leidvoll feststellen mussten.

Der absolute Verkaufsschlager sind derzeit abnehmbare Handyschalen mit erotischen und pornografischen Abbildungen. Das Spitzenmodell reagiert auf die Abnahme der hinteren Schale mit dem Versand einer erotischen SMS mit dem Text “Jaaaa, jaaaa, komm und mach mich nackisch!” zum Preis von 4,95€. Als Sonderwunsch und durch Eingabe der PIN kann von volljährigen Personen der Zusatz “Du Sau” aktiviert werden.

Was? Wie bitte? Jetzt wollen Sie wirklich wissen, was passiert wenn man die vordere Handyschale abnimmt?
Oh Gott!
Ich glaub Sie sind wirklich pervers!
Wahrscheinlich haben Sie auch so ein Navigationssystem mit DVD-Player im Auto.

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Sorge Recht

29. Oktober 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Vater werden ist nicht schwer – Vater sein dagegen sehr.

Zumindest bei meinem Vater stimmte dieser Spruch. Ich war zwar nicht dabei, als er sich zum Vater machte, aber später war ich jahrelang das Objekt seines Vaterseins, bis ich mich im zarten Mannesalter von 18 Jahren seinen väterlichen Erziehungsversuchen entzog und es vorzog einen eigenen Hausstand zu gründen und mich nach dorthin verzog.

Die räumliche Distanz hat unserem Verhältnis nicht geschadet.
Mit zunehmenden Alter ist es sogar sehr gut geworden, besonders ab dem Zeitpunkt als ich mich selbst zum Vater machte. Das ging übrigens ganz leicht und ich kann mich auch nicht mehr genau daran erinnern, wann es geschah.

Also irgendwann war ich Vater und bekam es gleich nach der Geburt mit dem deutschen Gesetz zu tun, denn es ist für deutsche Behörden von immenser Wichtigkeit amtlicherseits festzustellen, wer die Erzeuger dieser eben geborenen und zukünftig zu verwaltenden Person (Kind) sind.
Der Mutter (weiblicher Elternteil) kann man leicht habhaft werden, weil sie so kurz nach der Geburt (Verwaltungsvorgang zur Anlage einer Akte) noch nicht in vollem Umfang fluchtfähig ist.
Ganz anders beim Vater (männlicher Elternteil). Das muss nicht das Weichei sein, das während des Gebärvorganges im Kreissaal ohnmächtig umfiel! Es soll schon Fälle gegeben haben, bei denen es sich dabei nur um einen “guten Freund” gehandelt haben soll.

Nein, ganz so einfach wie bei der Mutter ist das beim Vater nicht, deshalb muss die Vaterschaft amtlicherseits festgestellt werden.
Das deutsche Recht kennt den Begriff des “Leiblichen Vaters” und für die Vaterschaft kommen drei Möglichkeiten (in absteigender Reihenfolge) in Betracht:

  1. Vater eines Kindes ist der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet ist. Diese Regelung findet unter Umständen keine Anwendung, wenn das Kind zwar während der Ehe, aber nach einem Scheidungsantrag geboren wurde.
    Wird ein Kind innerhalb von 300 Tagen nach dem Tod des Ehemanns geboren, so gilt der verstorbene Ehemann grundsätzlich als Vater.
  2. Vater ist der Mann, der die Vaterschaft anerkannt hat. Die Anerkennung bleibt schwebend unwirksam, solange ein anderer Mann - etwa wegen bestehender Ehe zum Zeitpunkt der Geburt - als Vater des Kindes gilt. Erst mit erfolgreicher Anfechtung der Scheinvaterschaft wird die Anerkennung des Vaters wirksam.
  3. Vater ist der Mann, dessen Vaterschaft gerichtlich festgestellt ist.

Wenn also nach dem Zeugungsakt und dem Geburtsakt auch dieser Amtsakt, am besten durch gerichtliche Feststellung, erledigt ist, bleibt es für Mutter und Kind meist nur wichtig, dass der Vater schafft. Daher auch der Name “Vaterschaft”.
Vaterschaft ist ein Synonym für “Unterhalt” und darunter versteht man Leistungen zur Sicherstellung des Lebensbedarfs einer Person. Die Verpflichtung Unterhalt zu leisten, ergibt sich meist Kraft Gesetzes aus der amtlich festgestellten Vaterschaft, mit der, nebenbei bemerkt auch noch ein Sorgerecht verbunden sein soll, was aber von bundesdeutschen Gerichten meist vehement bestritten und als Recht auf Sorge ausgelegt wird.

Nun wäre diese Erkenntnis der Feind jeder zeugungsfähigen Erektion und daher werden Männer im entsprechenden Alter von der Natur mit einem genetischen Defekt versehen, der sie diesen äußerst komplizierten Sachverhalt ignorieren lässt.

Dazu meinte der Bundestagsabgeordnete Wowereit vor laufenden Kameras: “… und das ist gut so!”
Vermutlich hat er die Meldung gesehen, die am 19. Oktober 2004 um 10:07 Uhr über den Ticker der Stuttgarter Zeitung lief:

Urteile aus Straßburg für deutsche Gerichte nicht zwingend
Karlsruhe (dpa) - Deutsche Gerichte müssen sich nicht zwingend an Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte halten. Das entschied das Bundesverfassungsgericht. Stattdessen muss die deutsche Justiz die Rechtsprechung Straßburgs nur gebührend berücksichtigen und schonend in die nationale Rechtsordnung einpassen. Damit hob Karlsruhe eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Naumburg auf. In dem Fall geht es um einen Sorgerechtsstreit. Straßburg hatte das OLG gemahnt, die Rechte des leiblichen Vaters stärker zu berücksichtigen.

Daher mein Tipp an alle Männer im zeugungsfähigen Alter: Entweder ihr macht gar nix mehr, oder ihr macht es selber oder nur noch safer oder macht es wie der Herr Wowereit, der Herr Westerwelle und der Ole von Beust oder kümmert euch mal um Vasektomie statt um Vaseline.

Ein ganz interessanter Artikel zu diesem Thema ist auch bei www.vaeter.de erschienen.

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Ölpreis

28. Oktober 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Manchmal hat es auch Vorteile, wenn man zur Mittagszeit kurzzeitig vor einem Fernsehgerät verweilen kann. Denn dann läuft im ARD das Mittagsmagazin und der pausierende Zuhörer erfährt –unter anderem – auch Neues von der Börse.

Nicht etwa etwas weltbewegendes Wichtiges. Halt wie immer die seichten Erklärungen, warum die Aktienkurse gerade rauf oder gerade runter gehen. Meist ist es ja die Angst der Anleger, dass etwas geschieht oder etwas nicht geschieht. Oder es sind die Spekulanten, die auf die Angst der Anleger spekulieren. An den Brokern kann es nicht liegen, denn die verdienen immer, zumindest so lange es rauf und runter geht. Und dann sind da noch die Analysten, die dem staunenden Fernsehzuschauer die Hintergrundinformationen zum Geschehenen liefern.

Heute war ein Exemplar dran -Name habe ich leider vergessen-, der hat versucht sich mit der Aussage, dass der hohe Ölpreis der deutschen Wirtschaft nützt, zu profilieren.
Und das geht nach Meinung des Analysten so:
Wenn der Ölpreis hoch ist, verdienen die Öllieferanten viel Geld. Dieses Geld müssen sie investieren und kaufen an der Börse Aktien. Durch die stärkere Nachfrage nach Aktien, steigen die Aktienkurse und mit ihnen die Firmenwerte. Wegen der höheren Firmenwerte können die Unternehmen mehr Fremdkapital aufnehmen um zu investieren. Durch diese Investitionen wird die Wirtschaft angekurbelt und die Produktivität erhöht. Das ist gut für die deutsche Wirtschaft. Es geht aufwärts.”

Auf die Frage des Moderators, ob durch diese Vorgänge auch Arbeitsplätze geschaffen werden, antwortete der Analyst mit heftigem Kopfnicken und dem bei vollem Bewusstsein ausgesprochenen Satz: “Ja, dadurch werden auch Arbeitsplätze geschaffen.”

Blende - Schnitt – zurück ins Studio – nächstes Thema.

Ich glaube, ich bin dagesessen wie ein Depp! Staunend und mit offenem Mund, als wäre gerade der Papst mit seinem neuen Papamobil von Ferrari an mir vorbei gebrettert.

Das ist des Rätsels Lösung!
Dass mir das nicht selber eingefallen ist!
Der Ölpreis muss rauf! Je höher desto besser.
Na klar, deswegen war der Bundesgerd ja auch in Libyen bei dem Herrn Gaddafi!
Damit der den Ölpreis erhöht!

Denn das würde nicht nur der deutschen Industrie helfen, sondern auch dem Finanzhans, weil der über die Mineralölsteuer an dem Geschäft ja prozentual beteiligt ist.
Und dem Superwolli würde das, wegen der neuen Arbeitsplätze, sicher auch helfen.

Und zum Dank dafür hat der Bundesgerd den Gaddafi gleich nach Berlin gegeneingeladen. Vielleicht können die zwei “Staatsmänner” dann der Diskothek “La Belle” einen gemeinsamen Besuch abstatten, um dort ihr Geschäft mit dem einen oder anderen Cocktail zu begießen.
Obwohl, ich glaub der Gaddafi darf in die Disco gar nicht rein, - das ist doch ein Ausländer.
Aber für den Hauptaktionär von -zum Beispiel- Volkswagen, könnte man eigentlich mal eine Ausnahme machen. Der Ede Stoiber müsste halt für die Dauer des Staatsbesuchs den Herrn Beckstein an die Leine legen. Das macht der glatt, wenn man ihm verspricht, dass der Gaddafi bei der Abreise die Angie “Missgriff” Merkel als Haremsverstärkung mitnimmt.

Und wenn dann noch den Firmensitz von Wolfsburg nach Tripolis verlegt wird, könnte auch die EU nicht gegen das Volkswagengesetz klagen.
Den Gewerkschaften hätte man auch ein Schnippchen geschlagen, denn für die Arbeiter bei VW würden dann Gehälter nach dem beduinischen Wüstenflächentarifvertrag gezahlt. Und ein neues Modell könnte man, nach Passat, Golf, Scirocco, Bora und Jetta (das sind alles Winde) auch bauen – auf der Basis des Touareg. Wüstentauglich, natürlich unbewaffnet, zur Suche der von der deutschen Wehrmacht im “World War II” im libyschen Wüstensand verbuddelten Tretminen.
Und sicher könnte man noch ein paar hunderttausend Langzeitfaulenzer für 1 Euro je Stunde zum Sand schaufeln mitschicken.
Genau, die könnten dann schon mal mit dem Bau der Auffanglager vom Innenschily anfangen und dort ein bisschen probewohnen.

Und weil mit zunehmendem Geschäftsverkehr zwischen der BRDDR und Libyen zu rechnen sein wird, müsste man das Mittelmeer untertunneln oder mindestens überbrücken. Das wäre doch nach der Autobahnmaut mal ein richtiges schönes Projekt für Manfred den Stolperer.

Doch da reißt mich ein kollegialer Stoß gegen die Schulter und ein “Hallo! Sag mal pennst du?” aus meinen Gedankengängen. “Das ist ja typisch für dich. Kaum setzt du dich hin und starrst fünf Minuten in die Glotze –schon bist du weggetreten. Wo warst du denn?”

Ein “in Libyen – mit dem Bundesgerd - bei Gadaffi” und ein blödes Grinsen beenden meine Mittagspause.

Mahlzeit!

Machopan

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Wahlalter

27. Oktober 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Was machen sie wenn sie ein Bad nehmen wollen und anhand des Thermometers feststellen, dass das Badewasser zu heiß geworden ist und Sie innerhalb kurzer Zeit in einen gekochten Hummer verwandeln würde?
Ich gebe Ihnen jetzt mal ein paar Minuten Zeit sich die Antwort zu überlegen.
Solche Dinge sollten nicht übers Knie gebrochen werden, denn schließlich geht es ja um Ihre Haut, die gerettet werden muss.

So - zum Zeitvertreib erzähle ich ihnen eine Geschichte, die ich in der Berliner Zeitung gelesen habe. Nicht dass Sie dabei denken, ich möchte Sie nur ablenken und hätte diesmal nix im Schilde :-)
Natürlich nicht.
Die Katze kann das Mausen halt nicht lassen.
Also in der Berliner Zeitung habe ich gelesen, dass man «in Berlin mehr Demokratie wagen und Jugendliche schon ab 16 Jahren an den Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen teilnehmen lassen will. Und das schon beim nächsten Mal im Jahr 2006. Die Verfassung soll nach Ansicht des Parlaments entsprechend geändert werden. Noch bis zum Jahresende soll ein entsprechender Gesetzentwurf vorliegen»

Sie werde sich jetzt denken, … “na und” werden Sie denken. “Schön für die Kids”, werden Sie denken, “wen juckt‘s. Hängen ja doch nur auf der Realschule oder dem Gymnasium ab oder in der Lehre oder zu Hause bei Muttern rum. Waren noch nicht beim ZIVI oder BUND (gibt‘ s ja alles auch nicht mehr, oder nicht mehr lange). Dürfen noch nicht mal mit dem Auto am Verkehr teilnehmen. Warum sollten sie dann nicht wenigstens wählen und ihre politische Meinung zum Ausdruck bringen dürfen? Wer hat damit ein Problem?”

Weil Ihr Badewasser sicher noch nicht auf die richtige Badetemperatur abgekühlt ist, nehme ich mir mal die Freiheit und hole zur Beantwortung dieser Frage mit einer Gegenfrage aus. Wie ein Boxer, der zu einem Schwinger ausholt und dann entweder auf den gegnerischen Punkt trifft oder eine Luftnummer hinlegt und durch den eigenen Schwung auf die Schnauze fällt.

Können Sie sich noch daran erinnern, dass das Alter zur Ausübung des aktiven Wahlrechts ursprünglich auf 20 Jahre festgelegt war und 1945 sogar auf 21 Jahre angehoben wurde?
Das war das Jahr in dem die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki geworfen und Jürgen Möllemann und Franz Beckenbauer geboren wurden.

1970 wurde dann das Wahlalter auf 18 Jahre gesenkt, weil – man höre und staune – es nicht sein durfte, dass man(n) seinen 18-monatigen Wehrdienst als Staatsbürger für das Vaterland ableisten musste, ohne die politische Entwicklung der Republik auch als Wähler beeinflussen zu können. In diesem Jahr trennten sich die Beatles, in Deutschland wurde die Rote Armee Fraktion (RAF) gegründet und Andrew Agassi und Jennifer Lopez erblickten das Licht der Welt. Leider starben im gleichen Jahr Jimi Hendrix und Janis Joplin.

Dann war erst mal 25 Jahre lang Ruhe an der Wahlfront, bis dann 1995 in Niedersachsen das Wahlalter für die Kommunalwahlen auf 16 Jahre gesenkt wurde. Einige andere Bundesländer sind diesem Beispiel zwischenzeitlich gefolgt. Gleich im Januar diesen Jahres erschütterte ein schweres Erdbeben die japanischer Stadt Kobe. 5000 Menschen wurden getötet und über 400.000 verletzt. Ein weiteres Erdbeben erschütterte die Halbinsel Sachalin und brachte 2.000 Menschen den Tod. Ach ja, und Jürgen Klinsmann wurde Fußballer des Jahres(!) und Vangelis war mit dem Hit “Conquest of paradise” 11 Wochen lang in den Charts.

Und jetzt ist Rot-Grün dabei das Wahlalter in Berlin zu ändern. Die FDP ist zwar noch dagegen, aber Sie wissen ja wie das ist, mit dem Fähnchen im Wind. Und während Sie darauf warten, dass Ihre Badewasser endlich eine Temperatur annimmt bei der es Ihnen nicht die Schamhaare dauerwellt, denke ich halt daran welche weltweiten Katastrophen die Absenkung des Wahlalters in Berlin im Jahre 2005 wohl auslösen wird.

Ist Ihnen eigentlich schon mal aufgefallen, dass immer rechtzeitig zu den Wahlterminen in Deutschland Katastrophen eintreten, von denen der Bundesgerd dann behaupten kann, dass er daran nicht schuld war?

Ach Sie meinen ich sollte jetzt endlich, wie anfangs angedroht, zur Sache kommen oder meine Luftnummer beenden. Mach ich, mach ich! Aber damit komm ich jetzt auf meine eingangs gestellte Frage zurück:
“Was machen sie wenn sie ein Bad nehmen wollen und anhand des Thermometers feststellen, dass das Badewasser zu heiß ist und Sie innerhalb weniger Minuten in einen gekochten Hummer verwandeln würde?”
Richtig - sie lassen kaltes Wasser aus der Wasserleitung dazulaufen, bis die Temperatur angenehm ist und Sie ihren Leib in die Fluten tauchen und mit dem Einseifen beginnen können .

Sehn Sie - Rot-Grün macht das in Berlin auch so. Die lassen durch Absenkung des Wahlalters und Verbreiterung der Wahlberechtigung kaltes Wasser in ihre Badewanne laufen, damit sie sich bei der nächsten Wahl weder den Arsch verbrennen noch Gefahr laufen sich hartgekochte Eier zu holen. Und dann können sie mit dem Einseifen weitermachen

In diesem Sinne - nichts für ungut, dass ich Sie jetzt so lange aufgehalten habe.
Und nicht vergessen – schon manches Kind, das mit dem Bade ausgeschüttet wurde, war hinterher mit allen Wassern gewaschen :-)

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