Hirntod

9. Juni 2005 05:45

Mein lieber Freund!

„Hirntod eines Steuerschätzers“ könnte nach „Tod eines Handlungsreisenden
durchaus das Zeug zu einem Bestseller und Publikumsmagnet haben.
Leider gibt es das Stück noch nicht, aber vielleicht gelingt es ja mit diesen Zeilen einen jungen, begabten Autor zum Schreiben eines solchen Stückes zu inspirieren.
Wobei die Handlung vergleichsweise banal sein könnte, aber gespickt mit Kuriositäten, die sich zu Katastrophen und gegen Ende des Stückes sogar zu Tragödien steigern.

Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem 1. Akt.
Ein Gespräch zwischen Hans Glans, dem Finanzmanager der fiktiven Republik Absurdistan und seinem langjährigen Berater, Karl Censor. Beide sitzen spätabends an der Hotelbar des besten Hotels in der Landeshauptstadt.

Hans: Ich muss noch den Finanzplan für das nächste Jahr aufstellen, kannst du mir sagen wie sich die Steuereinnahmen entwickeln werden?
Karl: Wie viel Geld brauchst du denn?
Hans: Mehr als letztes Jahr, du weißt ja - wir brauchen Wachstum.
Karl: Wie viel mehr?
Hans (lacht): Wir nehmen alles, das weißt du doch. Also was soll ich in den Plan reinschreiben?
Karl (lacht auch): Langsam, langsam, so einfach ist das doch nicht. Du musst mich schon ein bisschen nachdenken lassen. So einfach ist das nun auch wieder nicht. Was hatten wir den letztes Jahr für eine Steuerschätzung?
Hans: Das hab ich nicht im Kopf, du weißt doch – mein Zahlengedächtnis!
Karl (lacht): Und meins erst!
Hans: Es war auf jeden Fall zu wenig, daran kann ich mich noch erinnern. Die Ausgaben waren höher als die Einnahmen und dadurch mussten wir dann einen Nachtragshaushalt machen.
Karl: Aber das ist doch normal. Das hast du doch in den Jahren zuvor auch gemacht. Das hat doch mit meiner Steuerschätzung nichts zu tun.
Hans: Jetzt reagier doch nicht gleich eingeschnappt. Es sagt ja auch niemand, dass das was mit dir zu hatte. Deine Steuerschätzung war in Ordnung, sie hat ja auch Klasse zu meiner Ausgabenplanung gepasst. War ja auch alles paletti. Die Wirtschaft hat sich nur schlechter entwickelt, wie wir das geplant hatten. Können wir doch nix für.
Karl: Hast ja eigentlich recht. Bei uns war alles OK. Mit Steuerausfällen in dieser Höhe konnte wirklich niemand rechnen. Noch nicht einmal wir.
Hans (lacht): Steuerausfälle… ich lach mich tot. Ich find das Wort fast noch besser wie „Neuverschuldung“. Mit den beiden Wörtern kannst du alles erklären. Und wenn einer aufmuckt und nachhakt, dann wirft man noch „Steuerreform“ und „Nachhaltigkeitsfaktor der Sozialsysteme“ in die Diskussion. „Demographischer Stabilitätspakt“, „Subventionsabbau und Arbeitsmarkreform“ und „globalisierter Generationenkonflikt“ sind auch nicht schlecht.
Karl: Ja ich weiß. Manchmal tun mir die Jungs aus den Wirtschaftsredaktionen der Tageszeitungen und der Manager Magazine richtig leid. Du kannst ihnen richtig ansehen, ab wann sie den Faden verlieren. Die hatten ja schon mit der Umstellung von DM auf EURO ihre Probleme.
Hans: Also komm, schweif jetzt nicht ab, was soll ich jetzt in den Haushaltplan reinschreiben?
Karl: Gegenfrage – wie viel brauchst du denn?
Hans: Ich brauch Wachstum, das verlangt der Kanzler als Beweis für den Erfolg seiner Wirtschaftspolitik von mir.
Karl (lacht): Ich weiß ääähhm – aber ich äußere mich dazu jetzt lieber nicht. Wir hoch möchte den der Kanzler sein Wirtschaftswachstum haben?
Hans: So hoch, dass wir kein Defizit im Haushalt haben!
Karl: Ach du grüne Neune! Das kauft uns doch kein Mensch ab.
Hans: Hab ich ihm auch gesagt. Aber du kennst ihn ja. „Ihr macht das schon“, hat er gesagt
Karl: Der ist gut. Aber mit der Masche hat er ja bisher Erfolg gehabt. Also, Hans, machen wir Nägel mit Köpfen, bevor wir sie zum Nachdenken und Heißreden benützen müssen. Also wie viel Wachstum brauchst du?
Hans: Du legst vor, schließlich wirst du für deine Steuerschätzung ja auch fürstlich bezahlt.
Karl: Das war jetzt unnötig. Ich darf dich daran erinnern, dass du deinen Job auch nicht aus reiner Nächstenliebe machst.
Hans: Bist du jetzt fertig mit jammern? Kann ich jetzt eine Zahl zwischen 5 und Zehn von dir hören?
Karl (ungläubig): 5 – 10% Wirtschaftswachstum?
Hans: Logo! Das sind die Erfolge unserer kontinuierlichen Wirtschaftspolitik. Der Kanzler meint, dass sich die Reformen jetzt endlich mal auszahlen sollten. Außerdem ist bald wieder Wahl.
Karl: Wiederwahl?
Hans: Nicht Wiederwahl, sondern wieder Wahl! Du musst auf den kleinen Unterscheid achten. Über Wiederwahl reden wir erst wenn es soweit ist. Andere Kanzler waren 16 Jahre an der Regierung und DIESER Kanzler will ins Guinnessbuch der Rekorde. Also kann ich jetzt deine Zahl haben.
Karl: Ich muss jetzt erst mal pinkeln geh‘n. Sei doch so nett und bestell mir noch ein Bier.

Soviel sei noch verraten, dass sich im Laufe des Abends die Lage zuspitzt und es zu heftigen kontroversen Verbalattacken kommt. Die Lage eskaliert schließlich, als am späteren Abend der Kanzler mit Gattin eintrifft und sich mit seinem geballten wirtschaftlichen Knoff Hoff unterstützt durch mindestens 90 Kilogramm Kampfgewicht in die Diskussion einmischt.
In den frühen Morgenstunden wird die „leblose Leiche“ des Beraters Karl Censor mit heruntergelassenen Hosen sitzend auf einer der Gästetoilette gefunden, deren Wand vollgekritzelt war Notizen zu Wachstum und gegenseitiger Befruchtung.
Als Todesursache soll der „plötzliche Hirntod“, eine unter Beratern sehr häufige Krankheit, verantwortlich sein. Es handelt sich dabei um eine Fehlfunktion überlebenswichtiger Organe, die sich nicht entscheiden können, über welche Körperöffnung das Ergebnis des beraterseitigen Nachdenkens ausgeschieden werden soll.
Durch diesen Konflikt kommt es zu einer Art Verklemmung lebenswichtiger Körperteile, einem (informationstechnologischen) „Deadlock“, der schließlich zum „plötzlichen Hirntod“ führt.

Ein kleiner Tipp meinerseits noch am Rande: „Gegen Ende des letzten Aktes eskaliert die Lage und es kommt zu den wüstesten Beschimpfungen und Beschuldigungen. Echte Action, ein wahrer Politthriller, unbedingt sehenswert“.
Derzeit läuft in den abendlichen Nachrichten der öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehanstalten die entschärfte, jugendfreie Version.
Einfach mal reinsehen, es ist echt zum Kringeln.

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Finanzminister

8. Juni 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Ab einem bestimmten Lebensalter denkt sich mancher Bürger dieser Republik, dass er eigentlich schon alles erlebt hat und durch nichts mehr überrascht werden kann. Besonders nach sieben Jahren rot-grüner Regierungsverantwortung, die doppelt und dreifach zählen, ist man doch schon ziemlich abgehärtet und Schlagzeilen in den Medien wie „Abgeordnete diskutieren Biergartenöffnungszeiten“ überraschen selbst bei knapp 5 Millionen Arbeitslosen nicht mehr. Positiv wird auch aufgenommen, dass trotz eines Haushaltlochs von 12 Milliarden Euro dem Bundestag noch Zeit bleibt um sich mit den Zuverdienstmöglichkeiten eines ALGII-Beziehers zu beschäftigen, der nun 20% seines Zusatzverdienste behalten darf und nur noch 80% abgeben muss. Diese innovative Regelung zur Schaffung von Arbeitslust bedeutet für einen ALGII-Bezieher, der zum Beispiel als Vorstand einer Aktiengesellschaft 200.000 Teuronen im Jahr zuverdient, dass ihm unter dem Strich immerhin 40.000 Euro bleiben.

Und bei der Debatte um die Mehrwertsteuererhöhung wird zur Veranschaulichung der Verharmlosung sehr gerne das Beispiel mit dem Matchbox-Auto zu 1,75 Euro verwendet, das nach der Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 20% wohl so um die 1,80 Euro kosten wird. Und was eine Kugel Eis kosten wird, kann sich wohl jeder Steuerzahler selber ausrechnen. Gleiches gilt natürlich auch für Waschmaschinen, Auto, Fernsehgeräte, Benzin und Strom. Wegen der paar Cents muss man nun wirklich nicht gleich auf hohem Ross rumjammern und sich Gedanken um die eigene wirtschaftliche Lage machen.

Gedanken machen sich jetzt die EU-Finanzminister. Nicht zum ersten Mal, nein schon zum zweiten Mal haben sie eine für Finanzminister äußerst wichtige Angelegenheit diskutiert. Wer jetzt auf die Einhaltung des Stabilitätspaktes und öffentliche Auspeitschung des deutschen Finanzministers wegen erwiesener Unfähigkeit getippt hat, - liegt leider falsch. Wobei die Versteigerungserlöse der Eintrittskarten zu einer derartigen Veranstaltung, sicher die Finanzsituation der von den rot-grünen Heuschrecken geplagten Republik schlagartig entkrampfen würden.

Nein, die EU-Finanzminister streiten über eine Abgabe auf Flugtickets. Diese Sonderzahlung soll zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit eingesetzt werden. Nun muss ich zugeben, dass es meiner Aufmerksamkeit entgangen war, dass viele Säuglinge durch Flugzeuge sterben. Auch war ich ja schon immer, entgegen vielen anderen Erfahrungsberichten, der Meinung, dass Sex in einer Flugzeugtoilette nicht unbedingt ein Vergnügen sein muss. Dass es dabei auch noch zu einer Schädigung des zu zeugenden Embryos kommen könnte, war mir nicht bewusst. Prinzipiell wäre also zur Prophylaxe eine entsprechende Abgabe für die Nutzung einer Flugzeugtoilette vom bevölkerungspolitischen Standpunkt nach dem Verursacherprinzip durchaus vertretbar. Das könnte man aber auch ganz einfach durch einen Münzautomaten an der Toilettentür, eventuell verbunden mit einem Münzwechsler, erreichen. Längere Nutzungszeiten, zum Beispiel auf Langstreckenflügen, könnten sicher auch mit Kreditkarte bezahlt werden oder dem „Frequent Traveler“ würden die „Hoppel-Meilen“ gleich vom Meilenkonto abgebucht.

Nun sollte man sich als Bürger eines Landes, dessen Bevölkerung unter massivem Geburtenrückgang leidet und (angeblich) vom Aussterben bedroht ist, eigentlich nicht über Maßnahmen zur Bekämpfung der Sterblichkeitsrate von Neugeborenen lustig machen.
Aber ich kann mich, besonders unter Berücksichtigung der Tatsache, dass diese Angelegenheit von den Finanzministern diskutiert wird, nicht des Eindrucks erwehren, dass es doch nur um einen Vorwand handelt um noch mehr Steuern und Abgaben bei den Bürgern abzuzocken.
Man sucht sich einfach nur eine gewisse Bevölkerungsgruppe (Autofahrer, Rentner, Besserverdienende usw.) und bringt diese mit der Finanzierung einer edlen Tat in Verbindung.
Dann traut sich kein Mensch daran Kritik zu üben.

Außer mir, denn ich hasse Flugzeugtoiletten – und Finanzminister.
Über deren öffentliche Auspeitschung werde ich noch ein bisschen nachdenken und die Vorteile einer solchen Maßnahme in einem Arbeitspapier zur Diskussion stellen.
Vorab bin ich für Anregungen und Vorschläge zu diesem interessanten Thema äußerst empfänglich.

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Gen

7. Juni 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Ich gebe es zu!
Ja, auch ich bin nicht ohne Fehl und Tadel. Das ist vermutlich gen-etisch bedingt. In meinen Erbanlagen muss irgendwann in grauer Vorzeit ein Gen mutiert sein. Vielleicht hat sich das Gen gedacht: „ich will jetzt mal woanders hin gen und nicht nur immer mit den anderen Genen hier rum hän-gen. Ist ja voll tote Hose so“.

Ja und das hat das Gen dann offensichtlich gemacht, denn ich scheine einen Gen-Defekt zu haben. Das haben übrigens viele Menschen, manche haben zum Beispiel einen überstarken Gen-italtrieb, andere sind besonders photo-gen. Solche Abartigkeiten findet man nicht nur bei Individuen, sondern bei ganzen Gen-erationen. Nicht nur bei Erdenbürgern sondern auch bei den Heili-gen.

Gen-erell besonders schlimm dran sind ja die Scheinheili-gen.
Von dieser Sorte dem irdischen Geschehen entfremdeter Außerirdischer kennen sie doch sicher auch welche, oder?
Na klar, denken sich doch mal nur an den chronisch blanken Hans mit der hohen Stirn, mit dem Nachnamen eines männlichen Körperteils, das ich in Anbetracht der möglicherweise sehr zahlreichen jugendlichen Leser meiner Briefe hier jetzt nicht nennen möchte.

Selber Herr hat der Presse erzählt wie er sich die Stopfung seiner Löcher im Haushalt vorstellt.
Einfach gen-ial: “Ohne mich vor der Steuerschätzung auf Zahlen festle-gen zu wollen: Wir werden weniger Steuern einnehmen, weil die Wirtschaft langsamer wächst. Hinzu kommt, dass we-gen der hohen Arbeitslosigkeit, der Zusatzkosten beim Arbeitslosengeld II und der schleppend anlaufenden Vermittlung von Arbeitslosen mehr Geld für den Arbeitsmarkt nötig sei. Außerdem solle die private Finanzierung von Fernstraßen erleichtert werden. Künftig sollten Firmen, die Straßen bauen und betreiben, die Höhe der Nutzungsgebühren für Autofahrer selbst festle-gen können. Die Tarife müssten sie nur noch von den obersten Landesstraßenbaubehörden mit Zustimmung des Bundesverkehrsministeriums gen-ehmigen lassen. Durch Partnerschaften könnten Effizienzgewinne und damit Kosteneinsparun-gen zwischen 10 bis 20 Prozent erzielt werden.“

Also gen-erell oder so, könnte ich solche Dummschwätzer ja umbrin-gen doch spontan fällt mir da der Götz von Berlichin-gen ein.
Aber der Vergleich hinkt, weil dem Götz hat ja nur eine Hand gefehlt, ansonsten war der ja gesund.

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Neuwahlen

6. Juni 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Streng vertraulich hat der Bundesgerd dem Bundeshotte Köhler innerhalb 20 Minuten das Versagen der Rot-Grünen Regierung in den letzten sieben Jahren verklickert.
Es gebe ihm gegenüber, so der Bundesgerd in dem persönlichen Gespräch, „ein erhöhtes Erpressungspotential in der Fraktion und in der Koalition. Die Kritik an seinem Reformkurs nehme ständig zu und seine Regierungsmehrheit sei instabil“. So steht das im Spiegel.
Weiter erläuterte Schröder dem Bundesköhler, «dass er sich auf seine Fraktion auch bei der beabsichtigten Vertrauensfrage nicht mehr verlassen könne. Diejenigen, die ihm misstrauten, würden das nicht durch ihr Abstimmungsverhalten dokumentieren wollen. Diese Parlamentarier könnten möglicherweise seine “Absicht konterkarieren”. Daher sei geplant, dass die Kabinettsmitglieder geschlossen gegen ihn stimmen würden. Falls der Präsident den Bundestag nicht auflösen werde, denke er keineswegs an Demission, teilte Schröder dem Präsidenten zum Abschluss des Gesprächs mit: “Dann bleibe ich selbstverständlich im Amt“.»

Man muss sich derart wirres Zeug schon mehr als einmal durchlesen um die „Message“ zu verstehen: „Ich habe fertig, keiner traut mir, keiner mag mich, aber egal wie – ich muss Kanzler bleiben. Und jetzt Hotte mach mal zu“.

Bundeshotte Köhler muß eigentlich schön blöde sein, wenn er diesem durchsichtigem Konstrukt sehr rasch seinen präsidialen Segen geben würde, denn dass Schröder geht oder gegangen wird, ist so klar wie Kloßbrühe. Es dreht sich nur noch um den Zeitpunkt wann.
Im Gespräch wird als möglichen Termin für Gerhards Verabschiedung mehrheitlich der 18. September genannt. Eine Woche früher wäre ja auch zu symbolträchtig, auch wenn dem noch amtierenden Kanzler ein gewisser Hang zu Katastrophen nachgesagt wird.

Ich persönlich verstehe ja nicht ganz, was sich der Bundesgerd von vorgezogenen Neuwahlen verspricht, denn in allen möglichen Szenarien über den Ausgang dieser Wahl ist eigentlich kein Platz mehr für einen Bundeskanzler namens Gerhard Schröder. Egal welche Kombination von Parteien die nächste Wahl auch ergeben wird, ob Schwarz-Rot, Schwarz-Gelb, Schwarz-Grün-und andere. Dass Rot oder Rot-Grün oder Rot-irgendwas nochmals eine Mehrheit bekommt und den Kanzler nominieren kann, darauf werden doch nun wirklich nur noch Gehirnamputierte mit totalem Realitätsverlust spekulieren.

Und jeder Regent mit einem Rest Anstand im Leibe würde aus einer derartigen Lage die Konsequenz ziehen, sich selbst die Kugel geben oder in sein Schwert stürzen, sofern er das nicht auch schon verkauft hat.
Doch den Bundesgerd werden wir beim (oder nach dem) Sturm auf das Kanzleramt erschießen und aus dem Amte tragen müssen.
Und mit Angie „Missgriff“ Merkel und den schwarzen Bimbeskofferträgern und Amigos machen wir das auch so, wenn sie glauben so weitermachen zu können, wie die rot-grünen Genossen.

Aber jetzt muss der Bundeshotte Köhler das Spiel vom Bundesgerd erst mal mitspielen.
Bei allen verfassungsrechtlichen Bedenken wird er dabei auch daran denken, wer ihm das höchste Amt im Staate zugeschanzt hat. Erinnern wir uns doch kurz zurück. Das war nicht der Mann in Nöten, der amtierende Kanzler, sondern die Kanzlerkandidatin.
Und wenn die so klug ist, wie sie tut – dann wird die es sicher nicht so eilig haben mit der Machtübernahme, denn ein schlüssiges Programm für die Zeit nach der Wahl hat sie auch nicht und nur ein bisschen „Deutschland“ dienen wollen reicht nicht.
Doch die Zeit arbeitet für sie und gegen Rot-Grün, die eine Landtagswahl nach der anderen verlieren und keine Mehrheit mehr im Bundesrat haben.
So darf der Bundesgerd natürlich noch ein paar Monate im Amt bleiben, weiterwursteln und sogar auf europäischer Ebene dicke Backen machen.
Angie „Missgriff“ Merkel kann seelenruhig zusehen, wie er sich die Schlinge am Hals immer weiter zuzieht. Selbst wenn Schröder noch versuchen sollte, sein Kabinett durch den Rauswurf einiger Luschen (in alphabetischer Reihenfolge) Clements, Eichel, Schmidt und Stolpe aufzupeppen, so wird ihm das sicher im siebten Jahr der rot-grünen Ehe auch nichts mehr helfen.

Es wird geschieden werden, was sich als zu klein und stumpig für die Probleme dieses Landes erwiesen hat. Aber solange darf der Zwerg mit der großen Klappe „selbstverständlich noch im Amt bleiben“.
Viel größer kann der Schaden den er angerichtet hat, ja wohl nicht mehr werden!

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GEZ noch?

3. Juni 2005 05:45

GEZ noch, oder GEZ nimmer?
Also, wenn ich mich so unter Bekannten und Freunden umhöre und herumlese, dann mehren sich die Stimmen, die meinen, so gez nimmer weiter.
Oder halten Sie es für sinnvoll für eine Zeitung zu bezahlen, die Sie gar nicht lesen. Oder oft sogar, gar nicht lesen können.

Das macht ja keinen Sinn. Zumindest nicht für Sie! Stellen Sie sich mal vor, da würde Ihnen ein Zeitungsverlag jedes Quartal einen größeren Geldbetrag vom Konto abbuchen, ohne Ihnen jemals eine Zeitung zu liefern. Und Sie müssen nur deshalb bezahlen, weil Sie einen Briefkasten haben, in den Sie sich - zumindest theoretisch - eine Zeitung einwerfen lassen könnten.

Das ist ungefähr das gleiche System, wie bei unseren Politikern, nur halt genau anders rum.
Die brauchen auch nichts abzuliefern und bekommen trotzdem von allen Seiten erkleckliche Sümmchen aufs Konto überwiesen. Und wenn sie gefragt werden, wo denn das Geld herkommt, dann haben sie keine Ahnung: „Waaas? Auf meinem Konto? Das kann ich mir aber gar nicht erklären! Da bin aber überrascht! Selbstverständlich werde ich das sehr sorgfältig prüfen lassen! Aber sicher wird das alles seine Richtigkeit haben!“
Die Jungs tun doch gerade so, als würden sie keine Kontoauszüge von ihrer Bank zugeschickt bekommen oder sich nie um ihr Konto kümmern, solange sie sich im Dienste der Republik aufreiben. Also ich weiß nicht, wie es bei Ihnen ist, aber ich muss schon ab und zu mal auf mein Konto gucken um zu sehen was da so abgeht, wobei naturgemäß die Zahlungseingänge erheblich übersichtlicher sind als die Zahlungsausgänge. Aber das scheint mich und vielleicht auch Sie, von Berufsstand der Politiker zu unterscheiden, denn auf deren Konten scheinen die Zahlungseingänge wesentlich unübersichtlicher zu sein. Könnte vielleicht daran liegen, dass Politiker bei den Banken Konten mit Soll und Haben besitzen und so kleine Würstchen wie Sie und ich haben halt das standardmäßige Sollgehabthaben-Konto mit automatischer Lastschriftermächtigung fürs Finanzamt..

Zahlen Politiker eigentlich auch GEZ Gebühren, oder profitieren sie als Verbalartisten und Berufskomiker von den zwangsweise abkassierten Lizenzgebühren?
Also auf Grund des gebotenen Unterhaltungswertes unseres Polittheaters könnte man sich durchaus mit einer gebührenden Alimentierung dieser Spezies anfreunden. Aber müssen wir das unbedingt als Pauschale machen? Wäre nicht eine Entlohnung nach Leistung das zeitgemäßere Modell?
Ein Vortrag von Superwolli Clement „Ich und der Aufschwung“ ist immer für einen bundesweiten Brüller gut und sollte entsprechend honoriert werden, auch wenn Superwolli ein Naturtalent zu sein scheint, dem solche spaßigen Einfälle in Massen zufliegen.
Mit einem solchen Verdienstmodell wäre die Gesundheitsulla mit ihren Ärztewitzen sicher unter den Spitzenverdienern. Knapp gefolgt vom Verkehrsmanni und der Serie „Stadt, Land, Stuss“.

Oder denken Sie mal an den Außenjoschka.
Wenn der sich vor die Kamera walzt, dann ist der Zuseher doch von der asketenhaften Leichtigkeit eines Marathonläufer auf dem Weg um sich selbst immer wieder begeistert. Haben Sie bemerkt, dass der Joschka immer aussieht als würde er versuchen oben über die Brille zu gucken? In Wirklichkeit versucht er aber über seine Wampe zu linsen, weil er seine Turnschuhe nicht mehr sehen kann. Man müsste ihm mal sagen, dass ihm diese Stellung ein hässliches viertes Kinn verschafft und ich persönlich finde, - das ist jetzt aber meine persönliche Meinung – er hat dann immer eine gewisse Ähnlichkeit mit Altbundeskanzler Helmut Kohl. Wenn man sich den Kopf wegdenkt, meine ich.

Und vergessen Sie den Münte nicht. Der wird wirklich oft verkannt.
Ja, ok, seine Art von Humor ist nicht jedermanns Sache.
Aber wenn man genau hinhört, dann …
Und dann noch dieses Gesicht dazu …
Dieses süffisante Lächeln …
Einfach Klasse!
Für den, der’s mag!

Ob sich so ein System aber für unseren Bundesgerd auszahlen würde, das wage ich dann doch zu bezweifeln, denn dessen Scherze waren auch schon mal besser, seit die Medien seinem Hund eine bessere Einschaltquote zurechnen. OK, die Idee mit dem Atomkraftwerk nach China war nicht schlecht. Aber damit sollten wir vielleicht noch warten bis die EU mit dem LKW auf dem Landweg direkt nach China liefern kann.
Allein mit den Einnahmen aus der Autobahnmaut könnte man dann den Amerikanern Alaska abkaufen und den Staatshaushalt der gesamten ostvereiterten EU sanieren. Außerdem könnte der Bundesgerd seinem Freund Chirac ein neues Volk kaufen und Holland fluten lassen.

Aber bevor ich jetzt ins Schwärmen und in Fahrt komme, zurück zur GEZ.
Wie, Sie haben von der GEZ noch gar nichts gehört und der Gebühreneinzugsvollstreckungsbeamte stand auch noch nicht vor der Wohnungstür, wie bei einer lieben Freundin?
Ja nennen Sie denn kein zum Empfang von elektromagnetischen Wellen oder digitalen Signalen geeignetes Empfangs- und Wiedergabegerät ihr eigen?
Ach Ihr Empfang ist gestört! Seit diese neuen Sender 9Plus, TRT, LKA, BKA und MAD und wie die sonst noch alle heißen, ihren Betrieb aufgenommen haben, kommt es bei Ihnen zu unerklärlichen Frequenzmodulationen und Interferenzen.
Sie hören überall Geisterstimmen und die Mikrowelle schaltet sich auch von ganz alleine ein und aus?
Das muss aber nicht unbedingt an Ihnen liegen!
Das könnte auch damit zusammenhängen, dass die Bundesregierung zur Vermeidung von Reibachverlust die Zusammenlegung von GEZ, Telekommunikation, Bundesnachrichtendienst und Energieversorgung beschlossen hat.
Das dazu neu geschaffene Bürgerregulierungsministerium (BRM) hat jetzt festgelegt, dass private Stromverbraucher vom Versorgungsunternehmen zwangsweise automatisch eingeschaltet werden dürfen, um die Belastungsspitzen in den Leitungsnetzen besser zu verteilen und zu einem ökonomisch gleichmäßigen Stromverbrauch zu kommen. Um dieses System verbraucherfreundlich zu gestalten, hat man sich dazu entschlossen, die Energiekosten nicht mehr nach tatsächlichem Verbrauch abzurechnen, sondern über eine Kopfpauschale je Haushalt. Wenig Beachtung hat in der Bevölkerung die Tatsache gefunden, dass bei Versorgungsengpässen auch Stromverbraucher zwangsweise und ohne vorherige Ankündigung abgeschaltet werden dürfen. Dabei ist eine vom Gesetzgeber vorgeschriebene Reihenfolge einzuhalten: Licht, Herd, Kühlschrank, Solarium, Herz-Lungen-Maschine.
Selbstverständlich entsteht in solchen Fällen kein Recht auf Rückerstattung oder Minderung der Gebühren, wobei sich dieses Problem bei Abschaltung einer Herz-Lungen-Maschine auch sicher nicht stellen wird.

Ab 2006 soll das System flächendeckend auch für die Telekommunikation eingeführt werden. Egal ob Sie telefonieren oder nicht, Sie zahlen einfach einen festen Betrag für Festnetz und Handy. Allerdings müssen Sie dazu eine Abbuchungsgenehmigung für ihr Konto unterschreiben.

So wie bei der GEZ halt. Da wird doch auch GEZwungen, EinGEZogen, EinGEZahlt und AbGEZockt
Also GEZ doch und es murrt keiner!
Aber damit ein bisschen Freude aufkommt, könnten sich ja schon mal den obigen Sticker ausdrucken, ausschneiden und an ihre Wohnungstüre kleben. :-)

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