Helgoland

24. Oktober 2005 05:45

In der Sendung „Stadtgespräch“, die Donnerstags immer auf HR1 läuft wurde dieser Tage die Frage gestellt, ob die Kanzlerin Angela Merkel wohl das Zeug zu einer deutschen „Maggie Thatcher “ hätte.

Nun gibt es im Leben der beiden Damen einige Parallelen und Ähnlichkeiten, denn die Engländerin Maggie war die erste weibliche Premierministerin (haben Sie schon mal eine männliche Premierministerin gesehen?) und die Deutsche Angie wird wohl die erste deutsche Bundeskanzlerin werden, sofern ihr nicht noch etwas dazwischen stoibert.
Maggie studiert Chemie und arbeitete in dem Team, das so nützliche Dinge wie das Softeis erfand.
Angie studierte Physik und schrieb ihre Dissertation über eher so unwichtige Dinge wie die
“Untersuchung des Mechanismus von Zerfallsreaktionen mit einfachem Bindungsbruch und Berechnung ihrer Geschwindigkeitskonstanten auf der Grundlage quantenchemischer und statistischer Methoden”.
Maggie attackierte die „bolschewistische“ Sowjetunion heftig und erhielt dafür den Spitznamen „Eiserne Lady“.
Angie schlug sich zur Suche irakischen Massenvernichtungswaffen auf die Seite der „befriedungsaggressiven“ USA und erhielt für ihre Bückling vor George Bush den „Arse licker Award“.

Und damit enden auch schon die Gemeinsamkeiten der beiden Damen und daher denke ich , dass die Antwort auf die eingangs gestellte Frage ganz einfach ist:

Ja, vorausgesetzt die Argentinier wagen es Helgoland anzugreifen“.
Vielleicht müsste man den Jungs dort mal einen Brief schreiben und um Amtshilfe bitten.

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H5N1

21. Oktober 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Von „Experten“ sind wir ja schon einiges gewohnt, doch was ich dieser Tage in einer Radiosendung zum Thema „Vogelgrippe“ zu hören bekam, schlägt wirklich dem Fass den Boden ins Gesicht.
Auf die Frage des Moderators, ob denn die Vogelgrippe bis nach Deutschland kommen könne, antwortete der Experte: „Nein, dies ist nicht möglich, da das Grippevirus die Vögel binnen kurzer Zeit tötet. Ein infizierter Vogel würde daher den langen Flug von Asien bis nach Deutschland nicht überleben.“

Ahaaa …
Ähhhh …
Ähmm …
Ach soo ..
Uppps …
Aber …
Na denn …

Also mir fällt dazu nix mehr ein.
Oder doch?
Vielleicht behauptet ja demnächst ein „Experte“, dass die Vogelgrippe schon deshalb nicht nach Deutschland kommen könne, weil die Vögel beim Flug gegen die Schallmauer prallen werden und beim Absturz in Richtung Erdoberfläche in der Atmosphäre umweltverträglich verglühen.
Wenn Sie also zu den Mitbürgern gehören sollten, die noch daran glauben, dass ihnen in diesem Lande die gebratenen Tauben in den Mund fliegen, dann sollten Sie daran denken dass es sich dabei zukünftig um unvollständig verglühte Zugvögel handeln könnte, die durch das Virus H5N1 vorzeitig auf die Reise zu unserem Schöpfer geschickt wurden.

Dieser Expertenmeinung kann sich der Umweltjürgen, der nach dem Rücktritt der Landwirtschaftsrenate auch für Landwirtschaft und Verbraucherschutz verantwortlich ist, nicht anschließen: „Wir müssen vermeiden, daß sich dieses Virus weiter ausbreitet. Die Gefahr, dass heimische Bestände durch Zugvögel angesteckt würden, sei jedoch „gering bis mäßig. Mehr Sorge machen uns illegale Transporte, Schmuggel und auch unvorsichtig reisende Menschen”, sagte der Minister der begierig nach Neuigkeiten lechzenden Presse.
Er habe deshalb schon mit dem Finanzhans vereinbart, dass der Zoll Reisende verstärkt kontrolliert. Erste Erfolge zeigten sich zum Beispiel schon am Frankfurter Flughafen, wo bei Kontrollen 826 Kilogramm illegal eingeführtes Fleisch festgestellt worden war.
Unbestätigt blieben Meldungen, dass es sich dabei um eine mit dem Vögelvirus infizierte Reisegruppe junger Asiatinnen handelte, die ihr Touristenvisum zu einem Erholungsurlaub im Frankfurter Rotlichtmilieu nutzen wollten.

Ebenso unbestätigt blieb die wohl fälschlicherweise dem Innenschily oder gar dem Stiefelwüpfchen zugeschriebene Aussage, falls die Vogelgrippe in Deutschland ausbrechen sollte, dann würde man sie durch die mittlerweile flächendeckende Videoüberwachung und Erfassung von biometrischen Daten binnen Stundenfrist lokalisiert und dingfest gemacht haben, damit die Strafermittlungsbehörden ihres Amtes walten können.
So wahr uns Big Brother helfe.

In diesem Sinne: Happy Weekend und achten Sie mal darauf, wer sich bei diesem berüchtigten schottischen Spezialitätenrestaurant noch einen „Chicken Mac Nackig“ zu bestellen traut.

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Was’n los?

20. Oktober 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Was ist wohl schlimmer? Arbeitslos, erwerbslos, obdachlos oder heimatlos?
Vom „Heimatlos“ klagte noch Freddy Quinn im Jahre 1957, landete damit einen Nummer-1-Hit in Deutschland und legte damals den finanziellen Grundstein für seinen späteren Ärger mit dem deutschen Finanzamt.
Jürgen Drews begann seine Karriere als Obdachloser mit einem „Bett im Kornfeld“ und „Wir zieh’n heut’ abend auf’s Dach”, bevor er sich „Barfuß durch den Sommer“ „”Irgendwann, irgendwie, irgendwo” in Richtung Mallorca vom bundesdeutschen Acker machte, um als „König von Mallorca“ zu enden.

Ob es jemals einen Nummer-1-Hit vom „Arbeitslos“ oder dem „Erwerbslos“ gab, entzieht sich meiner Kenntnis. Eher wohl nicht, denn beides ist für die Betroffenen nicht der Hit.
Wenn Sie jetzt denken, dass es zwischen Arbeitslosen und Erwerbslosen eigentlich keinen Unterschied gibt, dann sind Sie offensichtlich nicht mit den Methoden des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden und der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg vertraut.
Wie man bei Wikipedia nachlesen kann «bezeichnet man eine Person als arbeits- oder erwerbslos, die eine bezahlte Tätigkeit, die auf einem Arbeitsverhältnis beruht, anstrebt, aber keine Erwerbsarbeit findet. Oftmals selbst in Rundfunknachrichten bezieht sich der Begriff arbeitslos aber fälschlich nur auf die registrierte Arbeitslosigkeit, ohne das klar zu benennen. Dagegen ist im Begriff erwerbslos auch die verdeckte Arbeitslosigkeit (Stille Reserve) enthalten. Diese Sprachregelung gilt beispielsweise für die Unterscheidung von Arbeitslosenzahlen der Bundesagentur für Arbeit und Erwerbslosenzahlen des Statistischen Bundesamtes

Zur “Stillen Reserve” zählen Personen, die unter bestimmten Bedingungen zwar eine Arbeit aufnehmen würden, sich aber nicht bei der Arbeitsagentur gemeldet haben.
Grafisch verharmlost sieht dieser Sachverhalt etwa so aus:

Quelle: Statistisches Bundesamt Wiesbaden

Ja wat denn nu?
Arbeitslos oder nur erwerbslos?
Ist eh egal, danach kommt immer „obdachlos“ und „heimatlos“, wie bei Auszählreim: „Eeene meene mu und raus bist du“.
Daran ändern auch Neuwahlen und Ministerpostengeschacher nix.

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Winterreifenpflicht

19. Oktober 2005 05:45

Mein lieber Freund!

„Der nächste Winter kommt bestimmt“ war lange Zeit ein Werbeslogan um Häuslesbesitzer daran zu erinnern, dass im Winter das Heizöl teurer wird und es sich aus Kostengründen anbieten könnte, schon im Sommer zu tanken.
Doch seit das Heizöl schon im Sommer so teuer ist wie sonst im kältesten Winter, genügt dieser Spruch nicht mehr um die Geldbörsen zu enteisen und zur Freigabe von Kohle gegen Heizöl zu bewegen.

Jetzt hat die Bundesregierung die Zeichen der Zeit erkannt und um den Binnenkonsum anzuregen soll die Straßenverkehrsordnung neu formuliert werden, denn eine “situationsabhängige Winterreifenpflicht” soll kommen.
Nun wäre es ja zu einfach, wenn von November bis März eines Jahres alle PKW und LKW nur noch mit Winterreifen auf bundesdeutschen Straßen unterwegs sein dürften, egal ob nun Schnee und Eis die Fahrbahnen bedecken oder nicht. Der Einfachheit halber hätte man die Winterreifenpflicht ja ganz einfach mit der Umstellung auf Winter- und Sommerzeit verbinden können Das hätte sich doch jeder Führerscheinneuling merken können.
Aber das wäre für Deutschland viel zu einfach, es muss schon „situationsabhängig“ sein.

Dabei bezeichnet das Wort Situation laut Wikipedia «die “Lage”, die Gebundenheit an Gegebenheiten oder Umstände, vor die jemand oder unter die ein Vorhaben oder eine Sache gestellt ist und die als konkrete Bedingungen die Möglichkeiten des Tuns oder Erleidens stellen und begrenzen, allgemein die Befindlichkeit in einer Umgebung, einem Zusammenhang oder einer Abhängigkeit».
Haben Sie das verstanden?
Wenn nein, dann sollten Sie sich ernsthaft bemühen dies zu tun, denn abhängig von einer solchen Situation müssen Sie zukünftig entscheiden ob Sie für eine andere Bereifung Ihres Fahrzeugs zu sorgen haben und darauf achten müssen, dass Ihnen das Wasser in der Scheibenwischanlage nicht gefriert.
In der zum Jahresende 2005 geplanten Neufassung der Straßenverkehrsordnung (STVO) soll es im Paragraphen 2 Absatz 3a zukünftig heißen: „Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen. Hierzu gehören insbesondere eine geeignete Bereifung und Frostschutzmittel in der Scheibenwischanlage.

Wer also ab 1. Januar 2005 mit Sommerreifen und/oder eingefrorenem Wischwasser über winterliche Straße fährt, muss mit einem Bußgeld von 20 Euro rechnen. Wer darüber hinaus mit seinem Nobelhobel auch noch den Verkehr behindert, muss 40 Euro abdrücken.

Aber noch ist die Gesetzesnovelle nicht rechtskräftig. Derzeit liegt sie noch beim Bundesrat und wartet auf ihre Verabschiedung. Aber die Mädels und Jungs haben ja auch schon die Biergartenverordnung und die Fahrerlaubnis für 17-Jährige durchgewunken, also machen Sie sich mal keine zu großen Hoffnungen, dass dieser Kelch am deutschen Autofahrer vorüber gehen wird. Denn die Vermeidung von eingefrorenem Wischwasser und die winterliche Bereifung sollen natürlich (was denken Sie denn) der Verkehrssicherheit dienen. Oder wussten Sie, dass laut www.pro-winterreifen.de 70% aller Autounfälle direkt oder indirekt mit dem Reifen und dem Fahrbahnbelag zu tun haben?
Und ich dachte immer es wäre primär die schlichte Existenz des Autos, dessen so häufig genannte „nicht angepasste Geschwindigkeit“ oder gar „Johnny Walker & Co.“ am Steuer.

Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen des Verkehrsministerium war zu hören, dass Wettersituationen derzeit nur sehr schwer juristisch eindeutig genau zu definieren sind.
So könne sich natürlich ein Fahrzeughalter beispielsweise fragen, was der Gesetzgeber unter einer angemessenen Bereifung verstehe und wie er sommerliche und winterliche Wetterverhältnisse definiere.
Jedoch werde das Versäumnis eines Autofahrers sein Fahrzeug entsprechend auszurüsten, natürlich dann eindeutig klar, wenn bereits ein Unfall passiert ist.

Ohne nun Jurist zu sein, aber so ungefähr habe ich mir das auch vorgestellt.
Ab 2007 soll diese Verordnung der Straßenverkehrsordnung auch auf andere Verkehrsteilnehmer und Fußgänger angewandt werden.
Dann wehe Ihnen, wenn Sie von den Überwachungsbehörden bei Temperaturen unter 4 Grad mit profillosen Schuhen auf der Straße angetroffen werden.
Und wenn dann auch noch Frostschutzmittel in der Blutbahn fehlt, dann kann das bei ganz hartnäckigen Zeitgenossen sogar Punkte in Flensburg geben.

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Delphi Orakel

18. Oktober 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Aus dem einst berühmten Orakel von Delphi ist nach wenigen tausend Jahren das „Gequakel von Delphi“ geworden.

Früher war Delphi der Nabel der (hellenistischen) Welt, heute ist Delphi am Arsch, denn am 8. Oktober 2005 hat das Unternehmen Gläubigerschutz unter dem amerikanischen Chapter 11 anmelden müssen.

Für Delphi-Chef Robert S. Miller eine gute Gelegenheit das einst so berühmte Orakel von Delphi zu reanimieren und den Arbeitnehmern kundzutun wie er sich die Sanierung des Unternehmens vorstellt.
Wer nun glaubt, dieses amerikanische Orakel wäre jetzt ebenso weise wie vor langer Zeit das hellenistische Orakel, der hat sich getäuscht, denn die Jahrtausende haben das amerikanische Orakel vom Wissenstransfer weitgehendst ausgeklammert, was soviel heißen soll, dass das Medium Robert S. Miller seitdem nix dazu gelernt hat.

Wie anders könnte man sich das folgende Orakel zur Gesundung von Delphi erklären:

1. Delphi-Arbeitnehmer verzichten auf ZWEI Drittel ihres Lohnes
2. Delphi-Kunden verpflichten sich zur Abnahme von Produkten in Milliardenhöhe
3. Delphi-Manager verpissen sich mit zusätzlichen Abfindungen in Millionenhöhe

Im Gegenzug wäre dann das Medium Robert S. Miller bereit auf einen Teil seiner 1,5 Millionen Dollar Gage zu verzichten. Auf welchen Teil (den vor oder den nach dem Komma) hat das clevere Orakel nicht gesagt.

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