Maulwurf Grabowski

12. Mai 2006 05:45

Passend zum Zeitgeist und der von den Medien gepflegten „Aufregungsdemokratie“ über zunehmenden Rechtsradikalismus hat sich ein alter Bekannter aus dem Informationsuntergrund ins Licht der Medien gegraben:

Der Maulwurf Dennis Grabowski ist wieder da und hält sein Schäufelchen mit brauner Erde in den günstig stehenden Wind!“.

Unter dem informationsträchtigen Aufmacher „Wirtschaftsinitiative beklagt mangelnde Bekämpfung von Rechtsextremismus im Internet
bietet ihm nicht nur Heise-Online am 28.04.2006 eine Möglichkeit sein Gesabber unters Volk zu bringen. Auch bei open-PR, bei JuraForum, bei der Links Zeitung, bei pressrelations.de, bei News4press.com und verschiedenen Tickerdiensten sowie RSS-Feeds taucht die von der „Wirtschaftsinitiative ‚no abuse in internet (naiin)” in den Medien platzierte Meldung auf:
«Die Initiative, die sich generell die Bekämpfung von Internet-Kriminalität auf die Fahnen geschrieben hat, warnt davor, das Web bei der gegenwärtigen Debatte um Lösungsansätze außer Acht zu lassen. Das Medium sei nach wie vor fest in die Aktivitäten der rechtsextremen Szene eingebunden. Auch andere extremistische Positionen missbrauchten das weltweite Datennetz für ihre Zwecke. Die Intensität der Internet-Nutzung in den extremistischen Lagern habe dabei in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen, erklärt naiin-Geschäftsführer Dennis Grabowski. Neue Dienste und Errungenschaften im Netz würden sowohl von Rechts- und Linksextremisten als auch von Islamisten sofort in deren Aktivitäten einbezogen. Der Bundesregierung wirft die Vereinigung, der Unternehmen wie VeriSign, Strato, 1&1 oder auch der Bundeswehrverband angehören, vor, sich bei der Bekämpfung von Internet-Kriminalität bisher nicht mit Ruhm bekleckert zu haben. „Betrachtet man den politischen Stellenwert der Bekämpfung von Cyber Crime in anderen Ländern, ist es schon äußerst beschämend, wie wenig Akzente die deutsche Politik in dem Bereich setzt”, beklagt Grabowski.»

Naiin, wird sich jetzt mancher sagen, das ist ja furchtbar!
Gut, dass der Herr Grabowski das jetzt in die Medien bringt. Gleichzeitig wirft sich natürlich auch die Frage auf warum er das macht. Sicher weil er als Geschäftsführer bei der Selbsthilfe-Organisation „naiin“ über die erfolgreiche Arbeit des im Vereinsregister von Berlin-Charlottenburg eingetragenen gemeinnützigen Vereins berichtet.
Beim Besuch der Webseiten des Vereins „naiin“ stechen allerdings einige Merkwürdigkeiten ins Auge des Lesers:

  • der Geschäftsführer Grabowski moderiert auch das Forum dieses Vereins
  • Das Forum ist mäßig frequentiert, die meisten der wenigen Postings stammen aus 2005 und früher
  • die Anschrift des Vereins ist deckungsgleich mit der Strato AG

Diese Erkennnisse machen natürlich neugierig und binnen Minuten ist mittels Google festgestellt, dass der Herr Dennis Grabowski eine nicht unbekannte Größe im Geschäft mit den Ängsten und Nöten im virtuellen Raum ist, denn Grabowski fungiert beim naiin-Verein nicht nur als Geschäftsführer, sondern auch noch als stellvertretender Vorsitzender, Hotline-Manager, Administrator und Leiter der Internetmeldestelle „Netwatch“.
Netwatch ist eine Art Denunziantenstelle, bei der Internetnutzer Webseiten mit möglicherweise rechtswidrigen oder rechtlich bedenklichen Inhalten wie:

- Rechtsextremismus
- Linksextremismus
- Kinderpornographie
- Ausländerfeindlichkeit
- Sodomie
- Auktionsbetrug

an den Verein „naiin“ und dessen Geschäftsführer Grabowski melden können.
Gegründet wurde dieser Selbsthilfe-Bürgerwehrverein wohl in Herbst 2000 auf Initiative der STRATO AG. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Unternehmen der IT-Branche: 1 & 1 Internet AG, DENIC eG (zentrale Registrierungsstelle für .de-Domains), Content Technologies und die INTERNET AG. Weitere Gründungsmitglieder sind: Dr. Andreas Nachama, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Cem Özdemir, MdB Bündnis 90/Die Grünen und die Deutsche Polizeigewerkschaft Berlin.
Schirmherr von NAIIN ist Prof. Dr. Helmut Thoma, medienpolitischer Berater des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten und früherer RTL-Chef. Zum 1. Vorsitzenden des Vereins wurde STRATO-Vorstandsmitglied Arthur Wetzel gewählt.

Warum sich diese durchaus angesehenen Institutionen und Personen ausgerechnet mit Dennis Grabowski als Geschäftsführer und 2. Vorsitzenden eingelassen haben, wird wohl für immer das unergründliche Geheimnis der Gründer bleiben.
Denn Dennis Grabowski ist in der Internetszene kein unbeschriebenes Blatt. In seinem Vorleben betreute er die zwischenzeitlich vom Netz genommene Webseite www.bufog.de der „Berliner UFO Gesellschaft“ und zeichnet für die Inhalte der auf seinen Namen bei der DENIC registrierten Domain, “www.Zusammengegenrechts.de” dem Webangebot der Initiative „Zusammen gegen Rechts im Internet“; (ZgR) verantwortlich.
«Unter dem Motto „Zusammen gegen Rechtsextremismus“; soll durch Aufklärung und Information der Rechtsextremismus im Internet bekämpft und demokratische Werte im weltweiten Netz verteidigt werden. Zugleich bietet die Website über eine Hotline die Gelegenheit rechtsextreme Internet-Inhalte zu beanstanden.»
Mit Meta-Content wie:
Rechtsextremismus, Rechtsradikalismus, rechtsextrem, rechtsextremistisch, Demokratie, Bundesrepublik Deutschland, BRD, Nationalsozialismus, Nazi, Neonazi, Skin, Skinhead, Faschismus, Internet, WWW, Web, Newsgroup, Antisemitismus, Verfassung, Meinungsfreiheit, Nachrichten, News, Artikel, History, Geschichte, right-wing extremism, Symbole, Nationalistisch, demokratisch, democracy, federal republic of germany, Hitler, Kameradschaft, Germania, Hakenkreuz, Rune, Runen, Odin“ werden zwar die Robots befriedigt, aber Sie brauchen bei Zusammengegenrechts.de nicht nachzusehen, denn die Site besteht lediglich aus einer Begrüßungssite, da das Web-Angebot „zur Zeit überarbeitet werde“.

Vor diesem Hintergrund drängt sich -zumindest mir-, die Frage auf, um welches Sammelsurium von Eigeninteressen es sich bei dem Gebilde “„nainn e.V“ eigentlich handelte und ob von den einst hehren Ansätzen nur noch das Beschicken der Medien mit „im Trend der Zeit“ liegenden Pressemeldungen verblieben ist, denn einen Beweis für seine Tätigkeit bzw. den Erfolg seiner Arbeit (außer seinen eigenen Erfolgsmeldungen) hat dieser Verein bis heute nicht erbracht.
Das könnte sich spätestens dann ändern, wenn es den Gründern gelingen sollte, mit Geldern aus öffentlichen Kassen im Kampf gegen die „ausufernde Verbreitung von rechtsradikalem Gedankengut“ im Internet unterstützt zu werden. Ein Blick in die Liste der Gründungsmitglieder lässt zumindest da noch hoffen.

Gefragt habe ich mich aber, rein interessehalber, wie es dem Dennis Grabowski immer wieder gelingt seine „Erfolgsmeldungen“ in die Mainstreampresse einzuspeisen.
Eine Telefonnummer unter einer dieser Pressemeldungen hat mich auf die richtige Spur gebracht und bei „Release Network – Dem PR Netzwerk“ bin ich dann fündig geworden:
«Jedermann, der sich Gehör verschaffen, auf aktuelle Entwicklungen, Dienstleistungen, Produkte o.ä. aufmerksam machen möchte, steht unser Netzwerk offen. Ganz gleich ob Parteien, Unternehmen, Sportvereine, Initiativen, Universitäten, Forschungseinrichtungen, Websitebetreiber o.a., unsere Plattform steht für Erfolg in der Medien-Welt. Nutzen Sie das doch auch» stand da auf der Seite.

Und von da, bis zum Klick auf das Impressum dieses PR-Netzwerkes, hat es nur noch Sekunden gedauert um den Kick des finalen AHA-Effekts zu erzeugen.
Denn Verantwortlicher im Sinne des Presserechts (V.i.S.d.P.) beim PR Netzwerk und Geschäftsführer beim Betreiber, der DG Interactive & Consult (DGIC) ist – na wer wohl?

Genau, es ist der gleiche Dennis Grabowski , der auch als Maulwurf den rechtsextremistischen Kräften im Internet die Grube gräbt.
Naiin, was für ein Zufall!
Ist es nicht schön, dass jemand in den Medien über den Erfolg seiner eigenen Arbeit philosophieren und berichten kann.
Aber können Sie mir erklären, warum die Deutsche Polizeigewerkschaft Berlin ihren Namen für ein solches Possenspiel missbrauchen lässt.

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Nichtwähler

11. Mai 2006 05:45

Unter dem Titel „Mobilisierung als Schicksalsfrage?“ erschien im Heft „Die Politische Meinung“ vom Oktober 2001 eine Artikel von Prof. Dr. Michael Eilfort, dem Verfasser einer 1994 erschienenen Dissertation über die „Nichtwähler“.
Der Herr Professor beschäftigt sich also seit Jahren schon mit einer Gruppe von Menschen, die ständigen Zuwachs erhält, während der Rest der Bevölkerung schrumpft.

Auch wenn der Artikel vom Oktober 2001 schon ein paar Tage auf dem Rücken hat, ist er aktueller denn je, selbst wenn man die Meinung des Autors über den „Nichtwähler“ nicht unbedingt teilt: «Zum dritten gibt es einen Nichtwähler neueren Typs, den „wählenden Nichtwähler“. Politisch interessiert, entscheidet er sich bewusst für Wahlenthaltung, um Protest auszudrücken. Als Gründe der subjektiv empfundenen Unzufriedenheit werden in der Regel Skandale und Affären, Bürgerferne („die da oben“) ungelöste Probleme und fehlende Alternativen („alle gleich“) benannt - kurz: all das, was man gern mit dem Totschlagswort „Politikverdrossenheit“ umschreibt. Wo also zunehmende Wahlenthaltung in Teilen ein Krisenzeichen sein kann, ein Ausdruck von Unzufriedenheit mit Politikern und Parteien, lässt sich das nicht zur generellen Kritik am politischen System verallgemeinern: Nicht jeder Akt von Wahlabstinenz ist als flammender Protest eines um die Demokratie besorgten Staatsbürgers zu sehen.»

Dennoch haben die Parteien einigen Grund, die „Nichtwähler“ zu fürchten, auch wenn ihnen beim bestehenden Wahlsystem nicht direkte Gefahr droht ihre Pfründe zu verlieren.

Eine politische Mehrheit für eine Änderung des Wahlgesetzes und die Einführung einer „Mindestwahlbeteiligung“ wird es wohl nicht geben, denn wer sägt sich schon gerne den Ast ab auf dem er selber sitzt. Auch die Möglichkeit der „Volksabstimmung“ wird sicher noch Jahrzehnte auf sich warten lassen. Welche Partei will sich denn wohl konkret nach der Wahl mit dem Wählerwillen beschäftigen oder gar mit ihm konfrontiert sehen.

Dennoch gibt es für Nichtwähler schon heute eine hervorragende Möglichkeit die Parteien in die Weichteile zu treten, denn die Parteien erhalten im Rahmen der staatlichen Parteienfinanzierung:

1. 0,70 Euro für jede für ihre jeweilige Liste abgegebene gültige Stimme oder
2. 0,70 Euro für jede für sie in einem Wahl- oder Stimmkreis abgegebene gültige Stimme,

«Die öffentliche Parteienfinanzierung ist ein großes Beschäftigungsprogramm. Sie ist notwendig, nützlich und arbeitsplatzschaffend; die Steuerzahler sparen entsprechende Beträge bei den Leistungen für die Arbeitslosigkeit» meint etwas wirklichkeitsfern die Bundeszentrale für politische Bildung in ihrem Handwörterbuch des politischen Systems Deutschland unter „P“ wie Parteienfinanzierung, wobei das Maximum staatlicher Mittel, das allen Parteien höchstens ausgezahlt werden darf, 133 Millionen Euro beträgt.
Im Jahr 2005 erhielt die CDU so 45,2 Mio. Euro, die SPD 43,7 Mio. Euro die CSU 10,5 Mio. Euro gefolgt von der FDP und den Grünen mit jeweils 9,5 Mio. Euro. Selbst die NPD und die Republikaner bekamen noch jeweils 1,2 Mio. Euro ab.

Bei Wikipedia wird zwischen zwei Arten von Nichtwählern unterschieden:
Die konjunkturellen Nichtwähler stellen die größte Gruppe der Nichtwähler. Sie entscheiden von Wahl zu Wahl, ob sie sich beteiligen wollen oder nicht – je nachdem welche Bedeutung sie der Wahl beimessen (Bundestagswahlen zum Beispiel sehr viel höher als Europawahlen). Sie sind meist mit dem System zufrieden, verfügen über keine oder nur geringe Parteibindung und tendieren ganz allgemein zu wechselhaftem Wahlverhalten. Sie sehen Wählen noch als staatsbürgerliche Pflicht, die allerdings am Wahltag mit privaten Interessen konkurriert.

Die bekennenden Nichtwähler wollen mit ihrer Wahlenthaltung politischen Protest artikulieren. Sie stehen dem herrschenden politischen System kritisch gegenüber. Nichtwählerforscher Michael Eilfort sieht hier in der Wahlenthaltung das Ergebnis einer bewussten Entscheidung durch politisch informierte und interessierte Bürger.

Na, dann sollten die Nichtwähler doch mal bei der nächsten Wahl alle zum Wählen gehen und ihr Kreuz auf dem Stimmzettel bewusst so anbringen, dass der abgegebene Stimmzettel ungültig wird.
Denn ein Kreuz auf einem Wahlzettel bringt den Parteien nur 0,70 Euro.
Aber viele Kreuze auf einem Wahlzettel kosten sie richtig Geld.

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Illegal Legal

10. Mai 2006 05:45

Auf den Internetseiten des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge findet sich ein Forschungsbericht zur Lage „Illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger in Deutschland“.
Auf 200 Seiten befasst sich der Bericht mit „Staatlichen Ansätze, Profil und sozialer Situation illegal Aufhältiger sowie den ökonomischen Auswirkungen illegaler Migration“.
In diesem Forschungsbericht heißt es unter anderem:
«Der Begriff „illegal“ selbst findet sich, anders als in Verordnungen und Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft, nicht in den deutschen Rechtsquellen zum Ausländerrecht (Alt/Cyrus 2002: 42). Er wird jedoch sowohl wissenschaftlich als auch umgangssprachlich vielfach verwendet. Da der Begriff in Verbindung mit dem Migranten („illegaler Migrant“) teilweise als herabsetzend empfunden wird (im Sinne von „Kein Mensch ist illegal“), finden sich als alternative Begriffsangebote neben dem hier verwendeten und nur auf die rechtliche Lage abzielenden Begriff „illegal aufhältige Drittstaatsangehörige“ auch die Begriffe „irreguläre“, „undokumentierte“, „unkontrollierte“ oder „klandestine“ Migranten, „Statuslose“ oder „sans papiers“ (vgl. Vogel 2003a: 64; Schönwälder et al. 2004: 6; Stobbe 2004: 8) .
In Zusammenhang mit der Auffassung, dass erst der Kontakt mit Behörden zur Einstufung als illegal führt, findet sich bei einigen Unterstützergruppen auch der Begriff der „Illegalisierten“,womit auf eine Konstruktion von Illegalität durch staatliche Regelungen hingewiesen und gleichzeitig die Legitimität des Konzepts bezweifelt werden soll (Vogel 2003a: 63f.; vgl. auch Kömür 200 ; mujeres sin fronteras 2005).»

Verwunderlich ist, dass das auch im Deutschen Strafrecht verwendete Wort „illegal“ als Gegenteil zu „legal“ nicht im Deutschen Ausländerecht vorkommt.
Und ganz lustig wird es dann mit den „Umschreibungsversuchen“ zu „illegaler Migrant“.
Ich persönlich finde den Begriff „Statuslose“ zu hart, „illegale aufhältige Drittstaatsangehörige“ zu lang, könnte mich aber durchaus mit „klandestinen Migranten“ anfreunden.

Zu dem Wort „Klandestin“ findet sich bei Wikipedia neben der Erklärung:
«Bei demokratischen Regierungsformen bezeichnen Bürgerrechtler mit diesem Begriff staatliche Vorgänge, Gesetze und Institutionen, die schleichend die Bürgerrrechte unter dem Deckmantel von Sicherheitsbedürfnissen beschneiden, in ihren Einzelheiten nicht einer öffentlichen Diskussion unterliegen, nicht parlamentarisch legitimiert, sondern bürokratisch angeordnet sind und damit die Demokratie unterhöhlen.» auch eine These von Norberto Bobbio:
«Je höher der Verselbständigungsgrad der Bürokratie und je geringer die institutionellen Möglichkeiten zur Repräsentation und Vermittlung gesellschaftlicher Interessen- und Wertkonflikte im politischen System und zur wirksamen Kontrolle von Herrschaftspraktiken durch intermediäre Institutionen (Parteien und andere gesellschaftliche Organisationen) oder die politische Öffentlichkeit (Parlamente und Medien) sind, desto größer ist der Wirkungsraum “unsichtbarer Mächte”, d.h. der Arkanbereich “arcana imperii” von Politik. In diesem Raum werden nach Maßgabe intransparenter (auch illegaler) Konventionen und Verfahren auf der Grundlage sektoraler und materialer Kriterien und informeller Beziehungs- und Kontaktstrukturen wirtschaftliche und politische Partikularinteressen vermittelt. Das führt in der Regel zur Herausbildung von amorphen Substrukturen politischer Entscheidungsprozesse (”subgovernments” oder “sottogoverno”), die die Prärogative parlamentarischer Repräsentativkörperschaften ebenso unterlaufen wie die Gewaltenteilung und das Öffentlichkeitsprinzip”»

Es scheint, als sollte sich die Öffentlichkeit dieser Republik mal mehr mit „illegal aufhältigen Drittstaatsangehörigen in Deutschland“ beschäftigen, denn bei der Auffassung, dass „erst der Kontakt mit Behörden zur Einstufung als Illegaler führt“ misslingt sicher nicht nur mir der intellektuelle Zugang.
Als ob strafbare Handlungen erst beim Kontakt mit der Polizeibehörde zur Straftat werden.

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Halbkugeln

9. Mai 2006 05:45

Äußerst medienwirksam kümmert sich mal wieder T-Online (Sprich: Tee minus Onlein) durch ihr Vorstandsmitglied Andreas Kindt um Spam im Internet. Kindlich naiv meinte Kindt:
Mit dem Erwachsenwerden des Mediums Internet wird dort die ganze wirkliche Welt abgebildet, zu der leider auch Sicherheitsrisiken gehören. Wenn wir im realen Leben die Haustür sperrangelweit offen stehen lassen, haben wir ein Gespür dafür, welches Risiko wir eingehen. Im Netz ist das noch nicht überall der Fall“.

Täglich wehre T-Online rund eine Milliarde (1.000.000.000) unerwünschter E-Mails ab. Nur ein Bruchteil davon, rund 30 Millionen (30.000.000) „normale“ E-Mails werden an die Postfächer der Kunden weitergegeben.
Dass das, rein rechnerisch, nur 3% des E-Mails Aufkommens entspricht, lässt die Tatsache unberücksichtigt, dass darunter immer noch jede Menge SPAM ist, um das Postfach des Endnutzer mit Unerwünschtem zu fluten und für Unmut und Ärger zu sorgen.
Doch nun zeigt sich Licht am Ende es T-Onels, denn das Tee minus Onlein vorstehende mit Glied Kindt verwies in Berlin am Rande des 2. Gipfels zur Sicherheit in der Informationstechnik in einem Gespräch mit der dpa darauf, dass „seine Firma in Kooperation mit Microsoft ein „Sicherheitsbarometer“ entwickelt, das den Internet-Nutzer auf einen Blick über die aktuelle Sicherheitslage im Netz informiere“.

„Yeeeeeaaaaaaaaah und Boaoooaoooaaaaaaaaah, jetzt geeehhhheeeets loooooos !!!!!!!!“.
„Mit Microsoft – gegen Spam – mit Sicherheitsbarometer – von Microsoft – mit Tee minus Onlein – für Sicherheit im Netz.

ECHT, DASS ICH DAS NOCH ERLEBEN DARF !!!
Nachdem ich JAHRE meines Lebens (erfolglos) damit verbringen durfte, die von mir (dummerweise) käufliche erworbene Weichware aus der Firma des reichsten Mannes dieser Welt, durch unzählige Updates, Upgrades, Bugfixes und Patches in Richtung Funktions- und Marktreife zu bewegen, kommt nun ein Barometer das mir mit Sicherheit anzeigen wird, dass „The system has detected that your system is infected – Press ANYKEY or OK“.

Das ist genau das, was sich Millionen von Anwendern ein Leben lang gewünscht haben: SICHERHEIT!
Die Sicherheit, dass diese Bananensoftware endlich mal richtig funktioniert.

Nun ist ein „Barometer“ seit 1663 ein Gerät zur Messung des Druckes der Luft. Mit einem solchen Gerät könnte man auch die viele heiße Luft messen, die in der angekündigten Sicherheitskooperation zwischen Microsoft und Tee minus Onlein enthalten ist.
Mich erinnert diese „Kooperation“ an die „Magdeburger Halbkugeln“.
Dazu ist bei Wikipedia zu lesen:
«Otto von Guericke konnte 1663 den Luftdruck mit den Magdeburger Halbkugeln nachweisen und erlangte damit vor allem in Deutschland Bekanntheit. Es handelt sich dabei um zwei dicht aneinanderliegende halbe Hohlkugeln, die auch durch entgegen gesetzt ziehende Pferdegespanne, sobald die Luft zwischen den Hohlkugeln evakuiert worden war, nicht mehr voneinander getrennt werden konnten. Nach diesem Prinzip arbeiten auch heute noch Unterdruckkabinen.»

Und Kooperationen!
Nicht nur halb voll mit Rumkugeln könnt ich mich voll rumkugeln.
LOL

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Kindererziehung

8. Mai 2006 05:45

“Seid fruchtbar und mehret Euch” ist nach “lasset die Kindlein zu mir kommen” und der Mär von der “unbefleckten Empfängnis” so ziemlich das Einzigste, was mir persönlich aus der von einem Geistlichen undefinierten Geschlechts durchgeführten “Religionsunterrichtung” im Gedächtnis geblieben ist. Dumpf kann ich mich auch noch an unaussprechbare Dinge erinnern, denen man(n) sich aber erst hingeben durfte, wenn man sich vor den Altar getraut hat.

Im Kindergarten selbst hatte ich es als Kleinkind überwiegend mit “Tante Lore” und ihrer Helferin “Ilse Billse niemand willse, kommt der Koch und holt se doch” zu tun. Bis heute ist es mir völlig gleichgültig geblieben, ob es sich damals um einen katholischen Kindergarten, einen evangelischen Kindergarten oder gar um einen konfessionslosen Kindergarten gehandelt hat. Auch in der Schule fand das Fach Religion, bei dem die anderen Ungläubigen aus dem Raum gehen mussten, noch weniger Beachtung als die gemeinsame Ersatzbefriedigung “Ethik”.

Heute im hohen Alter, das ich als konfessionsloser Bürger dieses Landes erreicht und so ganz nebenbei vier Kinder erfolgreich durch die verordneten Widrigkeiten unseres Schul- und Verblödungssystems manövriert habe, muss ich mich wundern wie unsere Bundesfamilienministerin, Ulla von der ewigen Leier, auf die Idee kommt ausgerechnet die Kirchen zu ihrem “Bündnis für Erziehung” einzuladen.

Dass der Papst jetzt endlich farbige Kondome in den Nachttischschubladen erlaubt, kann ja wohl alleine nicht den Ausschlag gegeben haben. Und weil mit Benny dem XVI ein Deutscher der weltweit größten Schwulenorganisation vorsteht, qualifiziert diese Organisation auch nicht gerade zur Mitarbeit bei einem Thema, bei dem es primär um “Kinder” und nicht um „Lustknaben“ geht.

Über das Aufheulen der bei der Einladung übergangen „Zentralräte“ diverser Organisationen und Interessenverbände möchte ich mich jetzt lieber nicht auslassen. Eigentlich aber verständlich, dass man Organisationen in deren Führungsspitzen Junkies und Bordellbesucher sitzen, nicht unbedingt ein Mitspracherecht über die ordnungsgemäße Erziehung von Kindern einräumen muss.

Viel besser wäre es doch wenn die Frau Ministerin für die möglichen Ausbildungswege zum Erwachsenen einfach mal die große Zahl der Eltern und Großeltern einladen würde, die den Tagesablauf und die vielfältigen Probleme einer Familie jeden Tag ganz ohne Super-Nanni meistern.

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