Vier gewinnt

29. September 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Das Spiel „Vier gewinnt“ kennen Sie sicher.
Gewonnen hat wer als erster 4 Steine in einer waagrechte, senkrecht oder diagonale Reihe bekommt.
Und jetzt stellen Sie sich mal vor, Sie hätten bei diesem Spiel keinen Gegenspieler.

VersorgungsgebieteWenn Sie nach längerem Überlegen zu dem Schluss kommen sollten, dass Sie damit auf der Siegerstraße wären, dann darf ich Ihnen versichern, dass Sie damit nicht gänzlich daneben liegen.
Und wenn Sie sich jetzt noch vorstellen können, dass auf den vier Steinen die Namen EON, RWE, EnBW und Vattenfall stehen, dann haben Sie eine ungefähre Vorstellung der Lage auf dem deutschen Strommarkt.

Vier gewinnt immer.

Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Eberhard Meller, wies dennoch aufkommende Vorwürfe zur Preistreiberei und Preisabsprache der Stromkonzerne zurück. “In Deutschland können alle Stromkunden ihren Lieferanten frei wählen“, sagte er der “Netzeitung”.

Ach und wenn Sie noch glauben, Sie würden Ihren Strom vom örtlichen Stadtwerk beziehen, dann schauen Sie sich mal die Beteiligungen der „Großen Vier“ und deren Versorgungsgebiete an.
Sie werden sich wundern …

Machopan
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BRAVO

28. September 2006 05:45

„Bravo“ kann man nur sagen, wenn jemand seinen fünfzigsten Geburtstag feiert, „du hast dich aber gut gehalten, für dein Alter“.
Je nach Bekanntheitsgrad und Geschlecht des Geburtstagskindes kann man dann noch einige Kommentare nachschicken um dem Jubelfest noch eine etwas persönlichere Note zu verleihen. Bei männlichen Jubilaren eignet sich dazu meist eine anzügliche Anspielung auf die noch, oder möglicherweise nicht mehr, benötigte Potenz, während bei einer weiblichen Jubilarin eher das Aussehen einer lobenden Bemerkung bedarf.
Einen durchschlagenden Erfolg hatte ich vor Jahren bei einer derartigen Gelegenheit mit der Bemerkung: „Du siehst wirklich noch aus wie ein 50-jähriger Pfirsich“.

„Bravo“, möchte man dieser Tage dem Herrn Dr. Sommer zurufen, der in den letzten Jahrzehnten mit seinen Ratschlägen zum Sexualverhalten junger Menschen die demographische Entwicklung dieser Nation sicher stärker beeinflusst hat, als das unsere Familienministerin von der Leyen mit ihrer „Pop- und Gebärprämie“ jemals gelingen wird.

In einer großen überregionalen Tageszeitung, der Namensnennung mir jetzt einfach zu „BLÖD“ ist, werden zum 50-jährigen Jubiläum der „BRAVO“ die Fragen an Dr. Sommer aus den wilden 70er Jahren abgedruckt. Da sind vielleicht Dinger drunter …
Ich habe ja früher (ja, ich habe auch mal BRAVO geschmökert) immer gedacht, dass der Dr. Sommer sich diese Fragen selber ausdenkt, aber bei Wikipedia habe ich gerade gelesen, dass auch noch im Jahr 2006 pro Woche etwa 400 Anfragen und Hilferufe bei dem Dr. Sommer-Team eingehen.
Was lernen die Jungs und Mädels eigentlich heute im Biologieunterricht?
Zu meiner Schulzeit (das war bevor das „Poppen“ und der „One-Night-Stand“ erfunden wurde) mussten noch die Bienen und die Blumen als Anschauungsmaterial dienen und so mancher verzweifelte Junge hat sich beim Anblick seines Stachels gefragt, ob aus ihm wohl mal eine Biene oder eine Hummel werden wird.
Weiterführende Informationen zu diesem heiklen Thema gab es nur auf hartnäckige Nachfrage.
Und dieser Situation verdankt der Herr Dr. Sommer seine Existenz, denn der konnte solch wichtigen Fragen beantworten, ohne dass man(n oder mädel) zu ihm in die Sprechstunde kommen musste.
Der Mann muss jetzt ja auch schon weit über 80 Jahre alt sein und wird wohl spätestens im Rahmen der „13ten missglückten Schmidt’schen Gesundheitsreform“ seine Kassenzulassung verloren haben.
Ich bin elf Jahre und habe noch nicht mit einem Jungen geschlafen. Ist das noch normal?“, wollte zum Beispiel im Jahr 1960 ein Mädchen aus Biebrich wissen und ich hatte nichts Besseres zu tun, um im Atlas nachzusehen wo dieses Biebrich ist. War aber zu weit weg für mich, sonst hätte ich (damals 13) meine Mithilfe zur Lösung des Problems angeboten.
Über die Frage „Mir wachsen untenrum Haare. Ist das eine Krankheit?“ kann man heute sicher nur noch müde lächeln, aber bevor es die BRAVO gab, war das für die Kid’s ein echtes Problem, da man meist ja niemand kannte der schon Haare hatte.
Ohne Dr. Sommer hätte sich wohl so mancher pubertierende Jugendliche wegen derartiger Abnormalitäten das Leben genommen. ;-)

Aber auch für Eltern war die BRAVO Berater in schwierigen Lebenslagen.
Meine Tochter liebt einen Spanier. Muss ich Angst haben?“, wollte eine besorgte Mutter wissen und auch in solch extrem schwierigen Fällen wusste Dr. Sommer Rat und lobte die besorgte Mama wegen ihrem multikulturellem Engagement: „wer macht sich schon die Mühe, sich um der Tochter und der guten Sache willen in die Lage eines Ausländers zu versetzen?“

Wobei ich heute ja zugeben kann, dass ich die Antwort damals anno 1960 nicht so richtig verstanden habe.
Und darüber, was der Dr. Sommer mit der „guten Sache“ gemeint haben könnte denke ich heute noch nach.

BRAVO – Dr. Sommer!


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Wahlsieger

28. September 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Wahlen sind in einer Demokratie unabdingbar, auch wenn sie für viele der Wähler die Wahl zwischen Mickey Mouse und Donald Duck oder zwischen Pest und Cholera darstellen mögen.

Da trägt es nicht unbedingt zur Verbesserung der wählerseitigen Stimmungslage bei, dass es bei den Wahlkandidaten üblich geworden ist, sich nach der Wahl, unabhängig vom Ausgang, als Sieger darzustellen. Selbst Verluste im zweistelligen Prozentbereich, die früher das Ende einer politischen Karriere bedeuteten, bleiben heute ohne Auswirkung. Der Kandidat stellt sich lächelnd vor die Kamera und behauptet einfach er hätte gewonnen. Dabei spielt es auch keine große Rolle, dass er sich die eine oder andere Blöße gibt.
Solange das alle machen, wirkt das ganz normal und natürlich.

Dabei geht nur noch knapp die Hälfte der Wahlberechtigten zur Wahl.
Wenn der Trend im gleichen Tempo so weiter geht, dann wird die Wahlbeteiligung noch vor 2010 unter die 50%-Marke rutschen.

Politik und Wahlkampf ist zum Selbstzweck geworden.
Egal wie hoch die Wahlbeteiligung ist, egal wie viel Prozent eine Partei bekommen hat, wichtig ist nur, dass man mehr hat als die Anderen, oder weniger verloren hat. Dann wird behauptet, man hätte die absolute Mehrheit der Wählerstimmen bekommen oder man macht sich auf die Suche nach einem möglichen Kumpan mit dem man dann die nächsten Jahre bis zur nächsten Wahl weiterwursteln kann.
Das Ganze nennt man dann “Regierungsauftrag” und spielt sich als Vertreter des “Volkes” auf, lehnt jede Einmischung oder Rüge, egal aus welcher Ecke und welcher Richtung sie kommt, kategorisch ab. Dazu beklagt man den Verfall der politischen Kultur, die Mitnahmementalität der Bürger, das mangelnde politische Interesse. Irgendwann gesteht man auch mal ein, dass es wohl nicht auf Anhieb gelungen ist, den Bürgern die notwendigen “Reformen” verständlich zu machen. Aber man müsse jetzt nach vorne blicken und die bestehenden Probleme mutig anpacken. Dazu braucht man neue Gesetze, neue Verordnungen, neue Formulare und -das ist ganz wichtig-, vor allem neue Steuern und Abgaben.
Einhellig stimmt man, meist um den Zeitpunkt der Wahl, kurz davor oder kurz danach, in das Wehklagen über die Gefahr von “Rechts” ein und sieht darin eine Gefährdung der Demokratie.
Wie die Wahl ausgeht, was Wille des Volkes ist, spielt ja keine Rolle. Wichtig ist nur, dass sich nicht groß was ändert und dass man weiterhin mitspielen kann.

Der Herr Stoiber von der CSU findet das Ergebnis “nicht optimal“, aber nur weil er die Frau Merkel (CDU) dafür verantwortlich macht und der Herr Rüttgers (CDU) äußert die Meinung, es sei die “SPD-Politik a la Sozialrambo, die ist hier abgestraft wurde” und der Herr Benneter von der SPD freut sich darüber, dass “der Frau Merkel die Felle wegschwimmen“.
Das war es dann aber auch schon.

Merkt denn eigentlich keiner in den Parteien, dass ihnen das Volk wegschwimmt?
Merkt denn eigentlich keiner, dass dieses Parteiensystem der Tod unserer Demokratie ist?

Wenn es so weitergeht, dann wird es in absehbarer Zeit wohl so sein, dass die Partei, die glaubt einen ihrer möglichen Wähler in der Nähe eines Wahllokals gesehen zu haben, sich vor die Kamera stellt und behauptet sie hätte die absolute Mehrheit errungen.

Wir werden es noch erleben, wenn wir uns die Demokratie der Parteien noch so lange leisten können.

Machopan
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Riester, Rürup & Co.

27. September 2006 05:45

Im Gegensatz zu unserem Gevatter Staat können die meisten Bürger mit ihrem Geld einigermaßen vernünftig umgehen, wenn man mal von den kleineren oder größeren Kaufräuschen zu besonderen Anlässen oder an besonderen Tagen absieht.

Nun wird aber von diesem Gevatter Staat ja permanent gefordert, dass die Bürger nicht alles in den Konsum stecken, sondern auch an das unweigerlich kommende Alter denken und dafür selbst vorsorgen sollen.

Das ist nun nicht ganz so einfach mit dem „selbst“ vorsorgen, wie sich das gewisse Besserwisser vorstellen, denn es muss aus dem wenigen Kapital erfolgen, das der Gevatter Staat nach seinem vorsorglichen Zugriff für die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Abzug der Lohnsteuer und des Solidaritätszuschlag dem Bürger noch übrig lässt

Bei derart knappen Ressourcen wird der mündige Bürger aber sehr sorgfältig abwägen in welcher Form er nun sein Investment tätigt, eine gute bis sehr gute Rendite seines Kapitals sicherstellt und damit seinen Lebensabend absichert.

Nun soll man ja, besonders bei länger laufenden Investitionen, sehr sorgfältig prüfen an wen man sich da bindet, welche Bonität, welchen Ruf und welche Referenzen der zukünftige Vertragspartner hat.
Und man sollte sich den Vertrag vor der Unterschrift sehr gut und sehr genau durchlesen. Auch das Kleingedruckte!
Denn da könnte dann zum Beispiel folgendes stehen:
«Das eingezahlte Kapital und die aufgelaufenen Zinsen dürfen nicht als Einmalbetrag, sondern nur in einer lebenslangen Rente ausgezahlt werden und frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahres. Die Ansprüche aus dem Versicherungsvertrag sind grundsätzlich nicht vererbbar. Allerdings kann der Versicherte eine Hinterbliebenenrente für den Ehepartner oder die Kinder vereinbaren. Die Leistungen können weder übertragen, beliehen noch verkauft werden.»

Jetzt überlegen Sie sich mal ganz genau, was Sie mit Ihrem Geld im Alter eigentlich machen dürfen.
Vergessen Sie den Erwerb einer Immobilie im südlichen Europa, denn Sie kommen nicht an Ihr Geld heran, ja Sie können es noch nicht einmal im Rahmen einer Immobilienfinanzierung als Sicherheit für ein Darlehen beleihen. Sie dürfen das Geld auch nicht zu Lebzeiten Ihren Kindern schenken, damit die ein Haus bauen und Ihnen ein lebenslanges Wohnrecht einräumen können
Sie können mit dem Kapital zu Lebzeiten eigentlich gar nix machen, außer es sich in Form einer monatlichen Rente auszahlen lassen.
Und wenn Sie dann der Herr zu sich holt, können Sie noch nicht einmal das restliche Geld vererben. Das einzige was Sie noch zu Lebzeiten tun könnten, ist für Ehepartner oder Ihre Kinder eine Hinterbliebenenrente zu vereinbaren.
Sonst freuen sich bei Ihrem Ableben nicht die Erben, sondern nur ihr Vertragspartner dem Sie jahrzehntelang Monat für Monat vom mühsam am Mund am Mund abgesparten Geld die Beträge überwiesen haben, denn der kann das eingezahlte Kapital nach Ihrem Tod behalten.
Das ist das gleiche System wie in der gesetzlichen Rentenversicherung – Abzocke auf hohem Niveau!
Außer Sie werden richtig schön alt, je älter Sie werden desto besser. Denn nur dann rechnet sich das Geschäft auch für Sie.
Nehmen wir mal an, Sie sparen ab dem zwanzigsten Lebensjahr 40 Jahre lang jeden Monat 100 Euro. Dann hätten Sie mit 60 Jahren 48.000 Euro angespart und könnten 10 Jahre, bis zu Ihrem siebzigsten Lebensjahr jeden Monat 400 Euro ausgeben bis sie pleite sind.
Berücksichtigt man beim angesparten Kapital noch eine Verzinsung von 1,5% pro Jahr, dann wären nach 40 Jahren rund 66.000 Euro auf dem Konto.
Dass Gevatter Staat sich dabei auch noch an Ihren Zinseinkünften vergreift, lassen wir jetzt mal ebenso weg wie die Berücksichtigung der Inflationsrate, die den Verzinsungseffekt ganz auffrisst oder zumindest erheblich absenkt.
Aber an solche Grausamkeiten wollen wir jetzt mal nicht denken, sondern überlegen was passiert wenn Ihnen nach Ihrem fünfundsiebzigsten Geburtstag die 400 Euro Rente fehlen, denn so lange würde das Geld reichen.

Und jetzt googeln wir doch mal ein bisschen nach der „Lebenserwartung“ der bundesdeutsche Bevölkerung und werden prompt bei www.destatis.de in einer Pressemitteilung vom 28. August 2006 zur 10. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung fündig: «Heute beträgt die sogenannte “fernere Lebenserwartung” 60-jähriger Männer 20,0 und diejenige gleichaltriger Frauen 24,1 Jahre» heißt es da, und bedeutet wohl, dass Männer nicht zu den Langzeitrentenbeziehern gehören.

Nach obigem Rentenberechnungsmodell würde also bei einem Mann am Ende des Geldes noch etwa fünf Lebensjahre zur Finanzierung anstehen.
Da kommt Mann schon ins Grübeln!
Die Lücke muss unbedingt geschlossen werden!
Denn wer will schon im Alter auf Wein, Weib und Gesang verzichten!

Aber man(n) sollte sich doch sehr genau überlegen, ob es sich wirklich rentiert jemand 40 Jahre lang Geld zu geben, nur damit der dann 15 Jahre Zeit für die vollständige Rückzahlung hat, die man(n) selbst vielleicht gar nicht mehr erlebt.


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Dschihad

26. September 2006 05:45

Jetzt regt sich Gott und die Welt über die Bombenleger auf, die friedliebenden Muslime in Deutschland fühlen sich unter Druck gesetzt, der Innenschäuble will das Internet kontrollieren und sieht die Nation von Koffernbombern bedroht, andere Experten für Sicherheit rufen nach mehr Videoüberwachung, am besten bis auf die Bahnhofstoilette und andere halten Railmarshals für die beste Lösung damit der einfache Bürger überhaupt noch ein öffentliches Verkehrsmittel benutzen kann ohne befürchten zu müssen unterwegs verpuzzelt zu werden.

Dabei habe ich schon vor Wochen darauf aufmerksam gemacht, dass die Stimmung in diesem unseren Lande „bombig“ ist. Aber auf so einen Provinzindianer wie mich hört ja keiner.

Jetzt hat man ja die zwei Libanesen erwischt, die die Bomben zum Bahnhof geschleppt haben sollen und das Angela ist voll des Lobes über die hervorragende Zusammenarbeit mit den libanesischen Behörden.
Und ich, misstrausicher Hund der ich nun mal bin, überlege mir schon die ganze Zeit, warum das jetzt alles so glatt und schnell gegangen ist, obwohl die beiden Studenten bisher überhaupt niemand aufgefallen sind oder in irgendeiner Weise verdächtig erschienen.

Bauen einfach so mir nix dir nix zwei Bomben, fahren zum Bahnhof und stellen die Kofferbomben im Zug ab. Dabei zieht einer von den Superterroristen dann auch noch ein Leibchen mit der weithin sichtbaren Rückennummer 13 an und latscht damit samt Kofferbombe vor der Videokamera auf den Bahnsteig herum.
Dabei weiß doch jeder zivilisierte Mitteleuropäer, dass die Rückennummer 13 schon in Verbindung mit Handtaschen für erhöhte Aufmerksamkeit der Sicherheitskräfte sorgt und Unglück in Verbindung mit heftigem Ärger mit sich bringt.

Und nach dem Platzieren der Kofferbomben fahren die Terroristen dann in aller Seelenruhe wieder nach Hause, wo sie noch die Kaufbelege für das Bombenmaterial aufbewahren, um ihren normalen Leben nach zu gehen.
So bescheuert ist doch kein richtiger Bombenleger! Oder wollten die die Dinger umtauschen, wenn sie nicht funktionieren?
Und einer von den beiden will auch noch mit dem Zug abhauen und lässt sich um 3:40 Uhr morgens am Bahnhof in Kiel verhaften. Was glauben Sie wohl, wie viele Menschen sich um diese Zeit am Bahnhof aufhalten und wie viele Züge um diese Zeit vom Bahnhof Kiel abfahren? Ohne Details zu kennen, würde ich sagen, dass die Lage am Kieler Bahnhof um diese Uhrzeit als sehr „übersichtlich“ bezeichnet werden kann.
Und der andere Terrorist hat nichts Besseres zu tun als nach Hause zu Mama in den Libanon zu flüchten und sich unterm Rockzipfel zu verstecken.

Also mal ganz ehrlich, verhalten sich so richtige professionelle Terroristen?
Menschen, die vollkommen unauffällig im Land leben um dann plötzlich auf Kommando aktiviert zu werden und zum Terroristen mutieren? Der Alptraum jedes Sicherheitsexperten und Innenministers.
Und so ein Zufall, dass die beiden Bombenleger auch noch ausgerechnet Libanesen sind und die libanesischen Behörden ausgerechnet ein Gespräch abhören, als einer der beiden Studenten „nach Hause telefoniert“.
Vom daraus resultierenden Tipp an die deutschen Ermittler bis zur Ergreifung des ersten Kofferbombers vergeht dann auch nur kurze Zeit.

Also mir persönlich ist das in Summe ein bisschen zu viel Zufall und irgendwie fühle ich mich an „Wag the Dog“ erinnert.
Hat doch zeitlich gut gepasst, dass die Deutschen sich jetzt im Rahmen das UN-Mandats mit Truppenhilfe bei den Libanesen für die unbürokratische Amtshilfe bedanken können, auch wenn die Bombenleger jetzt doch nicht ausgeliefert werden.
Und außerdem sind die Bomben ja auch gar nicht losgegangen – weil beide den gleichen Konstruktionsfehler hatten.
Also wirklich passiert ist ja eigentlich nichts, aber der Schaden den die beiden Libanesen mit ihren Bomben anrichten ist gewaltig.
Fast so gewaltig wie beim warmen Abriss des Reichtagsgebäudes anno 1933.

Aber eine Frage bleibt und die Sicherheitsexperten und die Teilnehmer der Innenministerkonferenz sollte das baldmöglichst im Interesse der nationalen Sicherheit auf die Agenda setzen: „Welche bescheuerte bundesdeutsche Behörde hat eigentlich einem Ausländer mit dem Vornamen Dschihad eine Aufenthaltsbewilligung ausgestellt?


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