Glücksspiel

25. September 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Glückspiel und einem Gewinnspiel?
Schlägt man den Begriff „Glückspiel“ bei Wikipedia nach, wird bereits im ersten Satz klar, dass dessen Ausgang „im Wesentlichen vom Zufall abhängt und nicht vom Geschick oder den Entscheidungen der Spieler.

Sonderbarerweise erfreuen sich Glücksspiele in unserer Gesellschaft großer Beliebtheit auch wenn sich dies nicht in einer entsprechenden Wertschätzung der Glücksspieler niederschlägt, denn Glücksspiel gilt in vielen Gesellschaftskreisen als ein überaus „unmoralischer“ Zeitvertreib.
Dabei bieten sich beim Glückspiel durchaus gute Verdienstmöglichkeiten, allerdings nicht für den Spieler, sondern meist nur für den Veranstalter und das Finanzamt, das in Deutschland etwa 80% der Spielbankgewinne kassiert..
Das ist auch der Grund, warum es in der BRddr ein staatliches Monopol für Glücksspiele gibt und der Spieler seinem Spieltrieb meist nur in offiziellen Spielkasinos oder Spielbanken nachgehen darf. Verargumentiert wird dies mit der vom Staat ausgehenden „Sorgfaltspflicht“ für seine Bürger um diese vor zu großen Spielverlusten zu schützen. Das bedeutet dass Spieler, die zuviel verlieren zu ihrem eigenen Schutz Hausverbot im Spielkasino bekommen.
Seltsamerweise greift diese staatliche Sorgfaltspflicht auch dann zu, wenn ein Spieler zuviel gewinnt und der Verdacht besteht, dass er zum „Gelderwerb“ spielt.
Nun ist der Ausgang von Glückspielen (sofern sie nicht manipuliert sind) stark abhängig von der Wahrscheinlichkeit dass ein bestimmtes Ereignis eintritt. Sehr einfach ist dies bei Roulette (Schwarz oder Rot) oder beim Werfen einer Münze (Wappen oder Zahl). Natürlich besteht in beiden Fällen die Möglichkeit, dass ein sehr seltenes Ereignis eintritt: „Die Kugel rollert ausgerechnet auf die grüne Null oder die Münze bleibt ausnahmsweise auf der Kante stehen“.
Unter Berücksichtigung dieser „Sonderereignisse“ dürfte die Wahrscheinlichkeit für Sieg oder Niederlage bei Roulette und Münzenwerfen knapp unter 50% liegen.
Ein sehr fairer Wert wie wir gleich sehen werden.
Können Sie sich vorstellen, dass es Menschen gibt die bei Glückspielen mitmachen, bei denen die Wahrscheinlichkeit, dass sie verlieren bei über 98% liegt?
Sie werden es nicht glauben, es gibt davon nicht nur einen, sondern Millionen.
Millionen, die jede Woche glauben, dass sie diesmal Glück haben und jede Woche Geld dafür bezahlen um an diesem blödsinnigen Spiel teilnehmen zu dürfen.
Nicht nur die Teilnahmegebühren steckt sich der Veranstalter in die Tasche, auch von eingezahlten Spieleinsätzen werden nur 50% als Gewinne wieder ausgeschüttet. Die andere Hälfte wird unter Veranstalter und Fiskus verteilt, was bei Spieleinsätzen von 6 bis 9 Milliarden Euro pro Jahr durchaus Sinn macht.
Allein aus den Glücksspielsteuern sind so seit 1955 rund 20,5 Milliarden Euro aus den Taschen der Spieler in die Staatskasse geflossen.
Ein schönes Spiel, bei dem alle gewinnen – außer den Spielern.
Doch jetzt im Jahr 2006 hat das Bundeskartellamt den Kreis dieser „ehrenwerten Interessenvereinigung auf langfristige Gewinnsicherung“ einen herben Schlag versetzt und mittels einer „sofort vollziehbaren Entscheidung” angeordnet, dass jetzt auch andere Veranstalter an die Honigtöpfchen dürfen.

Wie das Spiel heißt wollen Sie wissen?
Na, LOTTO natürlich.

Und wenn Sie bei einer auflagestarken deutschen Tageszeitung auf der Titelseite die Schlagzeile „Neue Lotto-Regeln - Werden die Gewinne größer oder kleiner?“ gelesen haben sollten, dann ist das einfach nur „BLÖD“.

Machopan
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Über Gebühren

22. September 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Über Gebühren beanspruchen möchte ich Ihre Aufmerksamkeit zum Thema „Gebühren“ nun wirklich nicht. Aber diese Art des Abkassierens kommt immer mehr in Mode und verbreitert dazu auch noch ihre Anwendungsbasis in einem Maße, dass wirklich Anlass zur Sorge besteht.
Gebühren gab es zwar schon immer, doch meist stand hinter der Gebühr noch eine gewisse Leistung oder zumindest eine Art Gefälligkeit.
Nehmen wir zum Beispiel mal die Gebühr für einen amtlichen Stempel, der ein einfaches Stück Papier zum beweiskräftigen Dokument adelt.
Oder nehmen wir mal die Gebühr für den Besuch des Schornsteinfegermeisters, der im Rahmen seines Kehrmonopols zur jährlichen Kontrolle der Heizungsanlage kurz vorbeischaut und für 5 Minuten Arbeit …
Nein, das war jetzt ein schlechtes Beispiel für leistungsgerechte Gebühren …

Aber nehmen wir doch einmal die Gebühren für die Leistungen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die über die GEZ eingetrieben werden.
Da können Sie ja nun wirklich nicht meckern, dass Sie sich über alle Lautsprecher und Bildröhren den ganzen Tag über mit Musik und Nachrichten zuknallen lassen können.
Ach, Sie müssen tagsüber zur Arbeit und können da dem Sendeangebot leider nicht lauschen?
Aber im Auto werden Sie doch sicher mal kurz übers Autoradio die neuesten Songs und die amtlichen Horrornews für Berufspendler reinziehen, denn schließlich sollte man am Morgen schon wissen, ob man sich die Rückfahrt von der Arbeit am Abend finanziell noch leisten kann.
Ach, das manchen Sie auch nicht! Sie radeln zum Bahnhof und fahren dann mit der Bahn?
Na Sie müssen aber Geld haben!

Aber am Arbeitsplatz sitzen Sie doch sicher am PC, surfen durchs World-Wide-Web und mit Hilfe dieser kleinen Ohrstöpseln dröhnen Sie sich über Internetradio den ganzen Arbeitstag über die Birne zu.
Ach, das dürfen Sie nicht!
Das steht bei ihnen nicht nur in einer Betriebsvereinbarung, sondern auch noch in Ihrem Arbeitsvertrag und wäre Grund für eine Abmahnung oder im Wiederholungsfall für eine fristlose Entlassung.
Ja, Sie haben Recht, man sollte in diesen schwierigen Zeiten mit solchen Dingen lieber vorsichtig sein.

Aber, sicher haben Sie auch schon gehört, dass die Anstalten des Öffentlichen Rechts, sei es nun zu Recht oder zu Unrecht, seit längerem Anstalten machen auch für den PC an Ihrem Arbeitsplatz, Rundfunkgebühren von Ihrem Arbeitgeber zu erheben?
Nein, das Programm wird dadurch natürlich nicht besser. Auf welchem Planeten leben Sie denn? Nur die Bemessungsgrundlage für die Gebühren wird verbreitet.

Sie meinen das macht keinen Sinn?
Na für die öffentlich-rechtlichen Anstalten und die GEZ macht das schon Sinn.
Ist doch chic sich für etwas bezahlen zu lassen, nur weil rein theoretisch die Möglichkeit des Konsums vorhanden ist.
Das wäre ungefähr so, als müssten Sie jeden Monat eine Gebühr für Ihren Briefkasten bezahlen, nur weil theoretisch jemand einen Brief einwerfen könnte.

Welche Furzidee wohl als nächstes kommt?
Oh, das ist eine schwierige Frage, die man in dieser Republik bei klarem Verstand nicht mehr so einfach beantworten kann.

Das könnte zum Beispiel eine Kopiergebühr für Papier sein, weil man theoretisch auf so ein Stück Papier ja etwas kopieren könnte, was urheberrechtlich geschützt ist.
Ach, so eine Gebühr gibt es schon, allerdings nicht auf das Papier sondern auf den Drucker.

Okay, aber was nicht ist, das kann ja noch werden!
In dieser Republik ist doch nun wirklich nichts mehr unmöööööööglich.

Machopan
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Faustformel für Steuerausfälle

21. September 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Steuerausfälle führen zu Neuverschuldung und Neuverschuldung führt zu höherer Staatsverschuldung und eine ständig steigende Staatsverschuldung letztendlich zum Staatsbankrott und dieser zu … aber das wissen Sie ja schon. Und wenn nicht, dann können Sie es bei Wikipedia nachlesen.
Dort heißt es unter anderem: „Der Staatsbankrott wegen Überschuldung stand bisher, historisch betrachtet, immer am Ende einer Reihe von Jahren oder Jahrzehnten, wo der Staat bzw. die Staatsmacht verkörpernden Regierungen, mehr Gelder ausgegeben haben als sie eingenommen haben.“Und damit schließt sich der Kreis vom Staatsbankrott zu den Steuerausfällen und es lohnt sich der Ursache für Steuerausfälle auf den Grund zu gehen.
Googelt man ein wenig durchs Internet, stellt man fest, dass Steuerausfälle allgegenwärtig zu sein scheinen. Egal ob bei den Unternehmenssteuern, der Tabaksteuer, dem Kindergeld, der Pendlerpauschale oder dem Grenztourismus, überall kommt es zu Steuerausfällen. Steuerausfälle verhindern die Einhaltung des EU-Stabilitätspakts, gefährden den Wirtschaftsstandort Deutschland, vernichten Arbeitsplätze, verursachen Haushaltsrisiken, verschlechtern die Finanzlage von Bund, Ländern und Kommunen.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht die aus der Presse entnommenen Steuerausfälle der letzten Jahre zu addieren und darf Ihnen mitteilen, dass die Summe der Steuerausfälle den Bundeshaushalt 2006 um ein Mehrfaches übersteigt.
Gefunden habe ich beim Googeln auch den folgenden Text auf der Webseite von www.unternehmerschaft.de:
Es ist jedes Mal dasselbe Muster: Den Menschen auf der Straße wird suggeriert, dass der Staat bei den Steuereinnahmen Milliardenausfälle zu verkraften hat. Komisch nur, dass Bund, Länder und Gemeinden trotz der Horrormeldungen auch in diesem Jahr wieder mehr Steuern einnehmen werden als im vergangenen. Schätzungsweise gut 445 Milliarden Euro werden zusammenkommen. Im Jahr 2003 waren es nur knapp 442 Milliarden Euro. Der Staat hat also kein Einnahmeproblem, aber ein Ausgabenproblem.

Das hat mich dazu veranlasst, mal darüber nachzudenken welche Bedeutung das Wort „Ausfall“ in der deutschen Sprache eigentlich hat.
Ausfall bezeichnet: „eine Störung oder auch Versagen eines Teils oder eines Systems, das dessen Funktionieren verhindert“.
Darüber, welcher Teil dieses System hier versagt, machen Sie sich mal Ihre eigenen Gedanken.

Unter einer Schätzung versteht man übrigens die genäherte Bestimmung von Zahlenwerten, Größen oder Parametern durch Augenschein, Erfahrung oder statistisch-mathematische Methoden.
Ein häufiges umgangssprachliches Synonym für eine grobe intuitive Schätzung lautet “Pi mal Daumen”, oder “über den Daumen gepeilt”. Zur raschen Verbesserung solcher Vorgangsweisen gibt es für viele Bereiche sogenannte Faustformeln, bei denen man nicht nur den Daumen zur Lösung des Problems einsetzt, sondern alle Finger einer Hand.

Wobei ich persönlich die Faustformel bevorzuge, bei der man dem Teil des Systems, der für das Versagen verantwortlich ist mit den geballten Finger einer Hand (Faust) ordentlich auf’s Maul haut.

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Bombenleger Benedetto XVI

20. September 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Können Sie sich Benedikt den XVI als Hassprediger, Gewaltbefürworter oder Bombenleger vorstellen?

Benedetto BombenlegerAlso selbst mir, als bekennendem Atheisten, fällt das schwer, auch wenn mich die Zustände während des Papstbesuches in Bayern schon manchmal an den Rand eines Wutanfalls gebracht haben. Aber das lag eher an den total überzogenen „Sicherheitsvorkehrungen“ und an der Vollsperrung der Autobahn, als an der Person des Herrn Ratzinger selbst.

Eigentlich hatte ich erwartet, dass jetzt nach dem „Rausch der Fußballweltmeisterschaft“ und der „Andacht des päpstlichen Besuches“ unsere Sinne wieder geschärft sind und wir uns auf das konzentrieren, was in unserem Lande „in Realität“ abläuft.
Doch jetzt rast, ähnlich wie bei den „Mohamed-Karikaturen“ ein Aufschrei der Empörung durch die Medien, denn Benedetto hat wohl während dem Aufenthalt in seiner bayrischen Heimat „Geschichtsfälschung“ betrieben, „Gewalt gepredigt“ und „Hass geschürt“.

So jedenfalls lesen sich die Äußerungen „wichtiger“ Personen, die man dieser Tage zu lesen bekommt:

  • Der Vorsitzende des Islamrats, Ali Kizilkaya, nannte die Aussagen des Papstes „irritierend und höchst bedauerlich“. (Spiegel)
  • Die Ansichten des Papstes zu Gewalt und Vernunft in Bezug auf den Islam seien «einseitig, voreingenommen, feindselig und provozierend», sagte der Präsident des Religionsamtes,Ali Bardakoglu, am Donnerstag dem türkischen Nachrichtensender NTV. (Netzeitung)
  • Der oberste islamische Geistliche in der Türkei, Ali Bardakoglu, forderte den Papst auf, seine Äußerungen zurückzunehmen und sich zu entschuldigen. (Spiegel)
  • Die Organisation der Islamischen Konferenz erklärte, sie hoffe, daß die Rede Benedikts nicht einen neuen Trend in der Politik des Vatikans gegenüber dem Islam markiere. (Spiegel)
  • Der Führer der ägyptischen Muslimbruderschaft, Mohammed Mahdi Akef, hat eine Entschuldigung des Papstes verlangt.(Spiegel)
  • Der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, sagte der Zeitung „Tagesspiegel“, es falle ihm schwer zu glauben, „daß der Papst gerade im Verhältnis zur Gewalt die Grenze zwischen Islam und Christentum sieht“.(Spiegel)

Aufgeheizt durch derartige Kommentare schreit nun die islamische Welt nach Genugtuung und will den Papst Abbitte tuend auf den Knien gen Mekka kriechen sehen.

So wie sich hier die islamische Welt gebärdet, allen voran die Verantwortlichen, die es eigentlich besser wissen müssten, entsteht zwangsläufig das Bild einer Religion die genau dem entspricht was Papst Benedikt XVI mit seinem Zitat aus dem 14. Jahrhundert zu erklären suchte.
«Religion dürfe niemals zur Rechtfertigung von Gewalt mißbraucht werden oder gar selbst zur Gewalt aufrufen“.hatte der Papst gesagt und zitierte aus einem mittelalterlichen Streitgespräch zwischen einem persischen Theologen und dem byzantinischen Kaiser Manuel II. Palaeologos: „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten“.
Der Papst nannte dies eine „erstaunlich schroffe“ Art und Weise die Frage nach dem „Verhältnis von Religion und Gewalt“ zu stellen

Nun werfen Muslime dem Papst vor, er betreibe eine Verleumdungskampagne und habe den Propheten Mohammed als “böse und unmenschlich” dargestellt.
Die Art der Reaktionen auf die Verwendung eines Zitats aus dem 14. Jahrhundert läßt sicher bei manchen Christen und Atheisten der westlichen Welt den Verdacht aufkommen, dass der Papst damit vielleicht nicht ganz falsch gelegen haben könnte, denn ein altes abendländisches Sprichwort (auch aus dem 14. Jahrhundert) sagt, dass nur „getroffene Hunde heulen“.

Die Reaktionen in der islamischen Welt erscheinen einem aufgeklärten Westeuropäer genau so erstaunlich wie die „Märchen aus 1000 und einer Nacht“ und so überzogen wie die Reaktionen auf die „Mohammed Karikaturen“ der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“.
Doch waren die Zeichnungen, nach offizieller Verlautbarung, für einige „muslimische“ Eiferer Grund genug, um zwei Kofferbomben in bundesdeutschen Nahverkehrszüge zu deponieren.
Also sollte man das Gewaltpotential, das nach einem Anlass gesucht und ihn nun ausgerechnet in der Person des Oberhaupts der katholischen Kirche gefunden zu haben glaubt, sicher nicht unterschätzen.
Nicht nur für die Migrations- und Integrationspolitik sollte man daraus die Konsequenzen ziehen, sondern auch das westliche Engagement in muslimischen Ländern einer kritischen Analyse unterwerfen.
Vielleicht irren die Experten ja, wenn sie glauben, dass zukünftige Kriege um die Verteilung knapper Rohstoffe geführt würden.
Könnte es nicht sein, dass es einfach nur um die richtige Religion und Machtgelüste ihrer missionarischen Eiferer gehen könnte?

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Kinderspartage

19. September 2006 05:45

Wie man mit und an Kindern sparen kann wird derzeit von den „Kindersparexpertengruppe“ der Sozialen Demokraten Deutschlands durchgerechnet.
Das sind genau die gleichen Leute, die sich sogar in der Öffentlichkeit darüber mokieren, dass deutsche Frauen nicht alle neun Monate ihrer biologischen Verpflichtung gegenüber der Nation nachkommen.

Die von den Sozialdemokraten geplante Kürzung des Kinderfreibetrages könnte die öffentlichen Kassen um rund eine Milliarde Euro entlasten“, schreibt das Handelsblatt, „die eingesparten Mittel sollen für den Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten von Kindern verwendet werden.

Sehr schön, dieses „rechte Tasche – linke Tasche“-Spiel, das sich die Genossen und Kumpane da ausdenken, weil dem Staat Geld in der Kasse fehlt. Begründet wird das angebliche Nullsummenspiel mit „sozialer Gerechtigkeit“ und der bestehenden „Benachteiligung“ der Gering- und Normalverdiener gegenüber den Gut- und Besserverdienern.

Nun gibt es sicher verschiedene Möglichkeiten diese „Ungerechtigkeit“ zu beseitigen. Nur eine davon ist die Kürzung des Kinderfreibetrages und es ist sicher nicht die beste.
Und die schlechteste Lösung für Eltern und Kinder, das wissen wir aus schmerzlichen Erfahrungen der Vergangenheit, ist die staatliche Reglementierung mit dem Ziel mehr Geld in die chronisch leere Staatskasse zu bekommen.

Da sich die „Vorteile“ der Gut- und Besserverdiener durch die Progression des Steuersatzes ergeben, wäre es doch eine gute Gelegenheit mal über die Änderung des Steuersystems nachzudenken oder einfach das, was andere schon zu Papier gebracht haben der Realisierung zuzuführen.
Wussten Sie, dass fast alle Länder östlich von Deutschland ihre Steuersysteme auf „Flatrate“ umgestellt haben. Und diese Länder kommen alle noch in diesem Jahrzehnt in die EU oder sind schon Teil der EU.

Eine andere Möglichkeit wäre, den finanziellen Vorteil der Gut- und Besserverdiener, das sind übrigens Leute die über ein Jahreseinkommen von 32.000 Euro (Single) oder 64.000 Euro (Verheiratete) verfügen, durch ein höheres Kindergeld für die Gering- und Normalverdiener auszugleichen. Aber dazu fehlt dem Papa Staat das Geld, weil er es lieber für andere Sachen ausgibt, wo es viel mehr Spaß macht.

Nun diskutieren die „Kinderfachexperten“ der SPD-Arbeitsgruppe zwei Modelle:

  1. tens könnte der Freibetrag von den regelmäßigen inflationsbedingten Anpassungen an ein höheres Sozialhilfeniveau ausgeklammert werden, was bedeuten würde, dass primär die armen Schweine der Nation von der Preisentwicklung abgekoppelt werden und Kaufkraft verlieren. Diese Variante würde dem unter chronischen Nachwuchs leidenden Staat aber nur ein paar 100 Mill. Euro mehr bringen.
  2. tens könnte man den Kinderfreibetrag von 5808 Euro um 500 oder 1000 Euro pro Jahr kürzen, was der öffentlichen Hand mittelfristig Mehreinnahmen in Höhe eines einstelligen Milliardenbetrags bescheren könnte.

Und nun raten wir mal, für welchen dieser Vorschläge sich die Experten vom „Kinderhilfswerk“ wohl entscheiden werden.

Also irgendwie habe ich jetzt langsam die Orientierung über die diversen Maßnahmen der Regierungskopulation verloren:
Um sich gegen das Aussterben zu stemmen, braucht die Nation einerseits eine höhere Geburtenrate, aber gleichzeitig müssen die Finanzierungshilfen für Kinder und Familie gekürzt werden um mehr Geld für die Betreuung der Kinder zur Verfügung zu haben, damit beide Eltern einer Erwerbstätigkeit nachgehen können um den Familienunterhalt zu finanzieren, sofern sie ein angemessen bezahlte Tätigkeit finden, die Ihnen dies innerhalb einer 40-Stunden-Woche ermöglicht, damit noch ein bisschen Zeit für die Kinder bleibt.

Dieser Satz umfasst genau 72 Wörter und 515 Zeichen.
Und genau so viele Fragezeichen haben sich bei mir nach sieben Jahren rot-grüner und zwei Jahren schwarz-roter Familien-, Steuer-, Wirtschafts-, Gesundheits- und Sozialpolitik und der Frage angesammelt und wie sich deren „Reformen“ wohl mit dem Artikel 6 unseres Grundgesetzes vertragen.

Und dass die Angela vor Ihrer Äußerung „die Richtung stimmt“ erst zum Papst fahren musste, stimmt mich auch nicht gerade zuversichtlich.


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