EADS Flugschau

24. Oktober 2006 05:45

Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein, alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, blieben darunter verborgen“ vermutete Reinhard Mey schon vor Jahren.
Und sicher wusste er damals nicht wie recht er hatte, kannte er doch das Management der Firmen Airbus und EADS auf Wolke Nummer Sieben gar nicht.

Ängste und Sorgen müssen sich nun wohl vor allem die Mitarbeiter unter den Wolken machen, denn „es wird einen Abbau von Arbeitsplätzen geben“, sagte der neue Chef Louis Gallois, während er die komplexe Managementstruktur des Konzerns nur als „ein wenig barock“ bezeichnete.
Man kann also davon ausgehen, dass von den Plänen zur Sanierung überwiegend das Bodenpersonal betroffen sein wird. Hatte man im Juni 2006 noch händeringend nach mehreren Hundert Ingenieuren gesucht, beendete bereits am 1. September 2006 ein Einstellungstopp das von der Politik viel bejubelte „Jobwunder“ in Hamburg-Finkenwerder.
Nur vorübergehend sollte dieser Stopp sein, bis sich die Crew im Cockpit einen Eindruck von der „Lage“ des Unternehmens verschafft hatte.

Das hört sich nun nicht gerade nach einer sehr erfahrenen Crew an, sondern eher nach „Quax dem Bruchpilot“, der erst mal einen längeren Blick aus dem Fenster benötigt um festzustellen ob sich der Flieger im Steigflug, im Sichtflug, im Blindflug, im Sinkflug oder im Sturzflug befindet.

Da lohnt es sich doch auch allemal für den interessierten Zuschauer dieser Flugschau einen Blick auf die bisherige Flugroute zu werfen um zu analysieren, wie denn dieser “Bus der Lüfte” nebst Mannschaft in diese prekäre Situation gekommen sind.

Sehr hilfreich ist hierbei, neben Google, auch Wikipedia.
Dort steht nachzulesen, dass die Anteile an Airbus Industries bis zum Jahr 2000 von
der französischen Aerospitale (37,9%), der Deutschen Aerospace (37,9%), der British Aerospace (20%) und der spanischen CASA (4,2%) gehalten wurden.
Dann schlossen sich die Anteilseigener, bis auf die British Aerospace, zur European Aeronautic, Defence & Space Company (EADS) zusammen.

Airbus Industries selbst wurde in die eigenständige Gesellschaft Airbus S.A.S mit Firmensitz in Toulouse-Blagnac umgewandelt. Diese Gesellschaft gehört zu 80% der EADS und zu 20% der British Aerospace (BAE)

So weit, so gut.
Doch wer immer aufmerksam das Handelsblatt las, konnte bereits Ende 2005 erahnen und im Frühjahr 2006 sicher sein, dass hier mäßig qualifiziertes Flugpersonal in Verbindung mit einem chaotischen Haufen Fluglotsen zu einem unkoordinierten Formationsflug ansetzte und sich auch über die Bedienung des Joy-Stick nicht einigen konnte.

Ende 2005 hatte Airbus angekündigt, bis zum Jahr 2008 insgesamt 7 Milliarden Euro in ein neues Produktionswerk in China zu investieren. Monatlich bis zu vier A320 sollten dort gebaut werden.
Im Frühjahr 2006 gerät EADS im Zusammenhang mit der Affäre Clearstream II in Frankreich in die Schlagzeilen und es kommt auch zu Hausdurchsuchungen bei Noël Forgeard, der nach heftigen Machtkämpfen im Jahr 2005 vom Präsidentenberater Chiracs bis in die EADS-Spitze aufgestiegen war.
Im März 2006 verkauft eben dieser Noel Forgeard EADS Aktionenoptionen im Wert von mehr als 1 Million Euro. Zwei Wochen später wird die Verschiebung des geplanten Auslieferungstermins für den A380 bekannt und der Kurs der Aktie fällt um ca. 30%.
Im April 2006 gibt BAE Systems bekannt, seinen 20%igen Airbus-Anteil an EADS verkaufen zu wollen, um sein Rüstungsgeschäft in den USA zu verstärken.
Im Mai 2006 gibt der EADS-Vizepräsident Jean-Louis Gergorin zu, Autor anonymer Briefe an Untersuchungsrichter zu sein, in denen Politiker fälschlicherweise(? LOL) verdächtigt wurden, über Geheimkonten bei Clearstream Schmiergelder kassiert zu haben. Gergorin wird von seinem Posten bei EADS suspendiert.
Im Juni 2006 berichtet das Handelsblatt über die Schlammschlacht bei Airbus und EADS aber zu diesem Zeitpunkt starrt die Mehrheit der Nation lieber Nationalfahnen schwingend gebannt auf die Bildschirme um die Ereignisse der FIFA-Schlacht nicht zu verpassen.
Am 2. Juli 2006 gibt EADS-Präsident Noel Forgeard seinen Rücktritt bekannt.
Gleichzeitig tritt Gustav Humbert von seiner Funktion als Chef von Airbus zurück.
Sein Nachfolger wird Christian Streiff.
Im Juli 2006 hat EADS-Co-Präsident Thomas Enders die Quelle allen Übels lokalisiert und steckt der BILD-Zeitung schon mal, dass das Produktionswerk in Hamburg-Fuhlsbüttel wohl ein Brennpunkt der A320-Probleme sei. Allerdings sei mit einem Abbau von Arbeitsplätzen nicht zu rechnen, denn „Wir haben ein anderes Problem, nämlich genügend qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Schließlich müssen wir in den nächsten Jahren über 2000 Flugzeug-Bestellungen abarbeiten.
Im August 2006 erhält EADS in Kooperation mit Siemens von der Bundesrepublik Deutschland einen Großauftrag im Umfang von 3-4 Mrd. Euro zum Aufbau eines neuen, digitalen Polizeifunknetzes für die Bundesrepublik Deutschland.
Ebenfalls im August kauft EADS den 20-prozentigen Airbus-Anteil von BAE System für 2,75 Milliarden Euro. EADS ist damit Alleineigentümer von Airbus.
Fast zeitgleich kauft die staatliche russische Außenhandelsbank Wneschtorgbank 5,02% der Aktien der EADS. Das Aktienpaket hat etwa 781 Mio. Euro gekostet und die Russen geben offen zu, zum Einstieg den Kurssturz genutzt zu haben, der den Wert der EADS-Aktien in den vergangenen Monaten wegen des internen Streits und der Probleme beim Bau des Riesenflugzeugs in den Keller geschickt und einen Börsenwert von ca. 5 Milliarden Euro vernichtet hatte.
Im September 2006 berichtet das Handelsblatt, dass sich die Airbus-Pläne für China wohl zeitlich etwas verschieben werden, da angesichts des Managementwechsels bei EADS und Airbus sowie der großen Probleme mit dem A380 das Thema etwas in den Hintergrund gerückt sei.
Anfang Oktober 2006 wirft nach nur 100 Tagen Amtszeit Airbus-Chef Christian Streiff das Handtuch: “Die Beziehung zwischen EADS und Airbus sind der Hauptgrund für die Probleme. Airbus sollte sich selbst steuern und nicht von EADS geführt werden.
Das sehen die EADS-Großaktionäre aber anders und führen die Krise auf die zu große Selbstständigkeit von Airbus zurück, denn unter dem EADS-Präsident Forgeard wäre Airbus dem Mutterkonzern auf der Nase herum getanzt.

Und damit das nicht noch mal passiert, wurde Louis Gallois, einer der beiden Chefs von EADS nun in Personalunion auch Chef bei Airbus. Durch diese Doppelfunktion wird zwar die Firmenpolitik nicht besser, aber die EADS-Führung hat nun direkten Zugriff auf ihre Airbus-Tochter und auch weitere Informationsdefizite bei EADS muss man nun nicht mehr befürchten.

Fürchten müssen sich wohl nur die schuldigen Arbeitnehmer in Hamburg, deren Stellen gestrichen werden, bekommt doch der Ausdruck “fliegendes Personal” durch Airbus nun eine etwas andere Bedeutung. Aber irgendwo müssen die für die Sanierung des Konzerns notwendigen 5 Milliarden Euro ja auch eingespart werden.
Auch wenn das Ganze mehr nach missglücktem Managementkapriolen im Luftkampf um Macht und Moneten aussieht, als nach Produktionsproblemen in Hamburg.

Doch Hilfe in der Not naht, denn nach Informationen des Spiegel lässt die Bundesregierung über ihre „Finanzexperten“ eine Finanzbeteiligung der bundeseigenen KfW-Bankengruppe an der EADS prüfen. Der Erwerb eines EADS-Aktienpakets von Daimler-Chrysler soll mit dem Verkauf von Anteilen an der Deutschen Post und der Deutschen Telekom finanziert werden, schreibt dazu das Handelsblatt.
Es ist ja nun nicht gerade so, dass diese Republik im Geld schwimmt. Aber nachdem nun die EU das Defizitverfahren gegen Deutschland eingestellt hat und es keine Strafzahlungen geben wird, muss man das Geld ja irgendwo anders unter die Leute bringen auch wenn es dem allgemeinen Privatisierungstrend und Ausverkauf der Republik entgegenläuft.

EADS FlugschauHauptsache es hilft der „Weltfirma Daimler-Chrysler“ sich beim Rückzug aus ihrem ungeliebten Investment den Arsch zu versilbern und „Arbeitsplätze zu sichern“.
Die politischen Befürworter eines derartigen „Krisenmanagements“ scheuen noch nicht einmal davor zurück, den alten Franz-Josef Strauß aus seiner Gruft zu zerren.
Dabei wird gerne vergessen, dass die Vetternwirtschaft, die Waffenschiebereien, Bestechungsaffären und Schmiergeldzahlungen in die dieser Herr verwickelt war bis in die Jetzt-Zeit nachwirken. Oder sind die Fibag-Affäre, die SPIEGEL-Affäre und die Starfigher-Affäre nur noch Schnee von gestern und die Namen Schreiber und Pfahls nicht mehr in Erinnerung?
Bei Wikipedia steht über Franz-Josef StraußNach dem Zusammenbruch der DDR erwarb das bayerische Landesamt für Verfassungsschutz bereits im Frühjahr 1990 umfangreiche Dossiers des DDR-Geheimdienstes und vernichtete diese mit der Begründung „das Andenken des ehemaligen Landesvaters schützen“ zu wollen.».

Das Landesamt für Verfassungsschutz wird schon wissen, warum diese Unterlagen nicht an die Öffentlichkeit geraten durften.

Um die Ursachen der EADS-Affäre zu verstehen, wäre die Lektüre dieser Dossiers über das nachhaltig wirkende und über die Jahre perfektionierte „Franz-Josef Strauß-System“ sicher nicht nur für das „fliegende Personal“ von Airbus von Vorteil.
Denn das meist von den Arbeitsmarktexperten empfohlene „Vogel-Strauß-System“ wird ihnen beim Einchecken im HARTZ IV-Flieger der deutschen Bundesagentur (BA) nicht besonders dienlich sein.
Noch aber fehlt ihnen die zündende Erkenntnis, dass das doch „Eh Alles Dieselbe Scheiße“ ist, der HARTZ IV-Flieger keine Notausgänge hat und auch das Boarding ganz easy ist.


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Wolfgang der Weise

23. Oktober 2006 05:45

Unter dem Titel “Wolfgang der Weise” findet sich in der ZEIT wirklich Erstaunliches.
Nicht nur dass der Bundesinnenwolfgang über den Schellenkönig gelobt wird, wofür man je nach politischer Gesinnung durchaus noch Verständnis aufbringen könnte.
Aber im gleichen Artikel wird auch gelogen und sowas darf man nun wirklich nicht durchgehen lassen.
«Ausgerechnet dem konservativen Innenminister ist geglückt, was Rot-Grün in sieben Jahren nicht über sich bringen konnte – die beherzte öffentliche Anerkennung der zweitstärksten Religion hierzulande.» heißt es da und der Leser ist versucht zu hoffen, dass es sich um eine späte Rehabilitierung von Martin Luther handeln könnte, der durch seine an die Kirchentür zu Wittenberg genagelten Thesen einst die Reformation und die Abspaltung der Protestanten von den Katholiken einleitete.
Fünfundzwanzig Millionen Protestanten gibt es in der BRddr. Nur knapp weniger als Katholiken und etwas mehr als Konfessionslose. Zusammen bilden diese Gruppen etwa 93% der Bundesbevölkerung.

Wolfgang SchäubleDaher ist der Leser über die Maßen erstaunt, wenn er im nächsten Satz des ZEIT-Artikels erfährt, dass «der Islam jetzt für alle erkennbar kein Gastarbeiterglaube mehr ist, der mit seinen Trägern wieder verschwinden wird.», weiß doch der Leser aus den Daten des Statistischen Bundesamtes, dass gerade mal 3,2 Millionen Muslime in der BRddr leben, von denen nur etwa 730.000 die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Das entspricht ungefähr 0,9 Prozent der Bevölkerung.

Man muss sich langsam wirklich fragen, warum um diese Minderheit, deren Vertreter und Befürworter auch noch unter nachhaltigem Realitätsverlust zu leiden scheinen, mehr Gedöns gemacht wird als um die Millionen Gastarbeiter aus Italien, Griechenland, Spanien, Portugal, Jugoslawien, Polen, Tschechien und der Ukraine die in den letzten Jahrzehnten mit ihren Familien nach Deutschland zugewandert sind.

Nun braucht es unter der Federführung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) eine ISLAM-Konferenz um hinterher in der Zeit lesen zu können, dass damit dem Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble ein „gesellschaftspolitischer Coup“ gelungen sei und, so Schäuble, der «Islam sei nun ein Teil unseres Landes, ein Teil Europas».

Können Muslime nicht einfach nur, wie andere Religionen auch, in ihre Moschee gehen, ihre religiösen Ritualen nachgehen und danach wieder am öffentlichen Leben teilnehmen ohne ständig über die nicht akzeptierte Visualisierung ihrer Religion zu lamentieren?
Die Katholiken rennen an normalen Werktagen ja auch nicht permanent mit einem Kruzifix am Kittel durch die Gegend und selbst die Protestanten haben längst aufgehört ihre Thesen an die Türen anderer Leute zu nageln.

Eine bayerische Minderheit, die mit Gamsbart am Hut, in kurzen Lederhosen und Gamaschen durch Anatolien wandert, darf sich auch nicht wundern wenn sie mit ihrer Erscheinung bei der einheimischen Bevölkerung Belustigung und Befremden auslöst.
Kein Türke würde auf die Idee kommen, deswegen eine BAYERN-Konferenz zu veranstalten.
Und wenn die Bayern dann auch noch fordern würden, dass sie von den Bergen herunter jodeln dürfen, weil es in ihrem Glauben so vorgesehen ist, dann würde man sie wohl für bescheuert erklären und im Wiederholungsfall des Landes verweisen.
Denn von einem türkischen Berg jodelt sicher nur ein Türke in türkischer Sprache.

Und wenn ein deutscher Muslim, sich von einem deutschen Berg in deutscher Sprache an seine Religionsgemeinschaft wenden möchte …
… dann können wir eine ISLAM-Konferenz einberufen und demokratisch darüber entscheiden.

Und vorher braucht der Innenminister Wolfgang Schäuble einen solchen Schwachsinn gar nicht erst zu erzählen.
Denn spätestens bei der nächsten Bundestagswahl werden die Wähler entscheiden und auf einem bundesdeutschen Wahlzettel machen die meisten Wähler immer noch ein KREUZ und keinen Halbmond.


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Politikergehälter

20. Oktober 2006 05:45

Eine nette Befragung zu Politikergehältern kann sich der interessierte Wähler derzeit auf den Seiten vom Handelsblatt antun und sein geballtes politisches Wissen unter Beweis stellen.
Ich habe (auf Anhieb) nur 4 von max. 6 möglichen Punkten geschafft, aber dennoch die „Glückwünsche der Redaktion“ des Handelsblattes erhalten, denn die ist der Meinung, dass das genügt, damit mir kein Politiker mehr etwas vormachen kann.

Wenn Sei den Test ebenfalls durchführen wollen, dann achten Sie doch mal auf die Anmerkung beim letzten Kandidaten, dem Lothar Bisky von der Linkspartei. Dem hatte ich auf die Frage, was ihm die Linkspartei für seine Funktion als Vorsitzender bezahlt, zuviel Idealismus zugetraut und beim Geld nach unten daneben getippt.
Als Antwort erscheint dann in roter Schrift der Hinweis der Handelsblatt Redaktion:
«Falsch! Lothar Bisky bekommt einem Parteisprecher zufolge für das Dienstverhältnis als Vorsitzender der Linkspartei.PDS rund 3.500 Euro brutto. Hinzu kommen übrigens rund 7.000 Euro brutto für seine Arbeit als Bundestagabgeordneter.»

Und jetzt grüble ich darüber nach, ob der Lothar Bisky wohl der einzige Bundestagsabgeordnete mit Parteivorsitz ist, der neben seinen Diäten in Höhe von 7.009 und der Kostenpauschale von 3.647 Euro sich auch noch für die Ausübung eines Amts bezahlen lässt und die Idealisten alle in den anderen Parteien sitzen.
Das hätte ich denen eigentlich nicht zugetraut!
Oder konnten es sich die Veranstalter dieses Ratespiels beim Handelsblatt einfach nicht verkneifen einen Seitenhieb auf die Linken absetzen zu müssen?

Lothar Bisky ist übrigens der Abgeordnete, der auch im vierten Anlauf nicht zum fünften Stellvertreter des Bundestagspräsidenten gewählt wurde.
Da wird er sich mächtig geärgert haben, verdient doch so ein Bundestagsvizepräsident schlaffe 13.512 Euro im Monat. Zusätzlich erhöhen sich auch noch seine Pensionsansprüche.
Den Job als Bundestagsvizepräsidentin und fünfte Vertreterin des Bundestagspräsidenten macht seit dem 7. April 2006 nun die Petra Pau von der Linkspartei
Aber ist die nicht auch noch Bundestagsabgeordnete?

Und bevor Sie jetzt zum Taschenrechner greifen und ausrechnen, was der Bundestagspräsident und seine 5 Stellvertreter den Steuerzahler jedes Jahr kosten, denken Sie daran, dass das im Vergleich zu einem Airbus A380 eigentlich wenig ist.


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Dietzenbach zeigt Flagge

19. Oktober 2006 05:45

Dass Dietzenbach Flagge zeigt war erst in der Lokalpresse und nun auch in der Frankfurter Rundschau und sogar in der WELT zu lesen.
Sie wissen sicher wer oder was Dietzenbach ist?
Wenn nicht, sollten Sie Ihre Bildungslücke rasch bei Wikipedia auffüllen, denn es könnte durchaus sein, dass das Beispiel Dietzenbach’s bald bundesweit Nachahmer finden könnte.
Ja, denn das Dietzenbacher Stadtparlament hat mit der Stimmenmehrheit von CDU und den freien Wählern (FWG) beschlossen, dass der Bundespräsident aufgehängt wird!
Konkret, dass der Bundespräsident mit einer deutschen Fahne aufgehängt wird!
Einen konkreten Termin dafür gibt es noch nicht, aber wie der CDU-Vorsitzende Helmut Butterweck nach der Sitzung sagte, soll es noch im Laufe diesen Monats geschehen. Außerdem wurde beschlossen, dass Deutsch als einzige Umgangssprache in städtischen Einrichtungen gilt und die christlichen Feiertage ihrer Bedeutung nach gefeiert werden sollen.

Dietzenbacher FlaggenparadeSie denken wohl ich will Sie vereimern?
Sie denken wohl, Sie hätten schon die ganze Palette an politischem Bockmist gehört und gesehen. Oder dachten Sie etwa, dass es nach dem gesundheitlichen Herbstdrama in Berlin nicht noch eine Steigerung in der hessischen Provinz geben könnte?
Hier, lesen Sie doch selbst was in der Frankfurter Rundschau und in der WELT steht.

Wie aus gewöhnlich gut informierten Kreisen zu hören war, sollen jetzt Freiwillige gesucht werden, die sich zutrauen den Beschluss des Dietzenbacher Stadtparlaments in die Tat umzusetzen und den Bundeshotte samt dem Tuch in Schwarz-Rot-Senf an die Wände der zwölf Kitas zu nageln.
Besonders bei den Kitas im Spessartviertel mit seiner Hochhausbebauung könnte das durchaus interessant werden, beträgt dort doch der Ausländeranteil mehr als 80% und selbst die Polizei ist in diesem Viertel nicht mehr vor tätlichen Angriffen sicher, wie HR-Online vor Jahresfrist zu berichten wusste.
Um die Probleme in den Griff zu bekommen wurde sogar eine „AG Spessartviertel“ gegründet.

Und um diesen Maßnahmen das Sahnehäubchen aufzusetzen, hat jetzt das Dietzenbacher Stadtparlament beschlossen die Kitas durch Beflaggung zum bundesdeutschen Hoheitsgebiet zu erklären und Deutsch als offizielle Sprache festzulegen.
Echt eine starke Leistung!
Auch wenn der SPD-Fraktionsvorsitzende Bernd Heilmann befürchtet, dass „die Verordnung der Flagge und eine mögliche Unterdrückung der Muttersprache eine Trotzreaktion der 3-5 jährigen Kinder hervorrufen und damit den bisher erfolgreichen Integrationsbemühungen entgegen wirken könnte. Und außerdem hätte doch der Roland Koch Türkisch als Fremdsprache an den Schulen vorgesehen“.

Das sollte man aber nicht so eng sehen, denn mit dem Wahrheitsgehalt der Aussagen vom Hessenkoch und seinen Kumpanen musste sich ja sogar der Bundesgerichtshof beschäftigen.
Und außerdem hat der Hessische Landtag noch nicht abschließend über die Studiengebühren in den Kitas beraten, aber so um die 500 Euro je Halbjahr und Fremdsprache werden es wohl werden.
Dann kann Türkisch reden, wer sich das finanziell noch leisten kann.


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Machtwort

18. Oktober 2006 05:45

Merkel spricht ein Machtwort“ verkündete der Spiegel am 8. Oktober 2006 dem erstaunten Leser.
Merkels Machtwort Leider geht aus dem Artikel nicht eindeutig hervor, welches Wort der Macht die Bundesmerkelin da gesprochen hat.
Aber nach dem Gestammel und Geblubber der letzten Wochen und Monate, grenzt es ja schon fast an ein Wunder, dass ihre Sprechblasen wieder an Informationsgehalt zunehmen sollen.
Sie können sich sicher noch an die Pressekonferenz nach der Chefsache „Gesundheitsreform“ erinnern, als die Merkelin im Gänsemarsch mit ihren Kopulationskontrahenten Beck und Stoiber zur Mappenparade ans Rednerpult marschiert ist?
Können Sie sich auch noch daran erinnern, was die Merkelin da für Merkwürdigkeiten daher geplappert hat?
Nein? Na ja, macht nix, war nicht so wichtig. Wichtig war nur, dass Stoiber trotz seiner chronischen Behinderung im Sprachzentrum irgendwas von „Vorbehalt“ genuschelt hat.

Konkret soll die Merkelin es in der 2DF-Sendung „Berlin direkt“ unter Polizeischutz gewagt haben die Worte „Schluß damit“ zu sagen. Ob ihr dazu neben dem „Führungsschwächeattest“ von SPD-Fraktionschef Struck auch eine schriftliche „Plaudergenehmigung“ vom CSU-Vorsitzenden Edmund Rüdiger Stoiber vorlag, blieb ebenso unklar wie die Frage, was sie mit dem „Schluß damit“ eigentlich gemeint hat.

Konkret angesprochen von dem „Machtwort“ fühlte sich auf Angelas sinkendem Glücksstern aber niemand.
Darth Vader Stoiber, die „dunkle Seite der Macht“ vom bayrischen Kampfstern Galaktika hüllte sich in eine Wolke aus Schweigen und wartete erst mal ab, bis das „Wort der Macht“ in seine Stottersprache übersetzt ist, um sich dann in Abstimmung mit seinen Vordenkern darüber hinwegzusetzen.
Und die Jedi-und-Pleti-Ritter-Brüder Beck und Struck düsen wie Ikarus weiter im intergalaktischen Aufwind „zur Freiheit, der Sonne entgegen und zum Lichte empor.“ Schade eigentlich nur, dass die Sonne so weit weg ist.

Nur das Guido von der oppositionellen FDP sieht in seiner Rolle als C-3PO, das Ende der Großen Koalition am Horizont aufziehen und sprach nicht ganz uneigennützig von einem atemberaubenden Zerfallsprozess in der Regierung denn «der innere Zustand der Koalition lasse eine mutige Politik zum Wohle Deutschlands nicht mehr zu. Es gelte die alte Volksweisheit: Ein Ende mit Schrecken wäre besser als dieser Schrecken ohne Ende.»

Der Bundesinnenwolfgang hat sich daher schon mal hinter der mächtigsten Kanzlerin aller Zeiten in eine gute Ausgangsposition gerollt und warnte vor einem Zerbrechen der schwarz-roten Regierungskoalition: «Wir müssen ja auch an die Stabilität unserer demokratischen Institutionen denken“, sagte Schäuble. Daher sei es ” unabdingbar”, dass die Koalition bis zum Ende der Legislaturperiode 2009 halte. “Alles andere wäre eine Katastrophe”.»
Selbst wenn man politisch nicht ins andere Lager gehört oder wie Schäuble im Auge des Hurricans sitzt, könnte man darüber durchaus geteilter Meinung sein.

Schäuble stellte sich zudem schützend hinter die Bundesangela und meinte:
Die wesentlichen Dinge macht sie richtig.”
Was ungefähr soviel bedeutet, dass man die Angela getrost schon mal alleine auf’s Klo gehen lassen kann, ohne eine Vermisstenmeldung aufgeben zu müssen.


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