Studienreise

23. April 2007 05:45

Lieber Freund

Kurzfristig und gerade noch rechtzeitig zum Beginn der Fettdebatte, war ich gescheit genug dem „Land der Doofen und Dicken“ die Last meiner Anwesenheit für einige Tage abzunehmen.

Da Reisen allgemein schon bildet, musste ich zum Studieren der Schieflage unseres Staatswesens nicht nach Pisa fahren, sondern wollte mich durch Eigenstudien darüber aufschlauen, warum die Menschen in den anderen Ländern Europas denn nun gescheiter und in den mediterranen Ländern auch noch dünner sind als die Deutschen.
Leider hat der deutsche Fiskus im Rahmen mit dem Jahressteuergesetz 2007 eingeführten kostenpflichtigen „verbindlichen Auskunft“ die nicht unerheblichen Kosten meine Studienreise zur „Ergründung nahrungs- und bildungswissenschaftlicher Grundlagen bei Aufzucht und Erziehung staatskonformer Humankulturen“ als nicht abzugsfähige Privatausgaben klassifiziert.
Die Gebühr für die „verbindliche Auskunft“ richtet sich übrigens nach dem Gegenstandswert der Anfrage und dieser Gegenstandswert „besteht in der Differenz zwischen der Steuer, die bei Anwendung der vom Antragsteller vorgetragenen Rechtsauffassung entstehen würde und der Steuer, die nach der entgegengesetzten Rechtsauffassung entstehen würde“.
Da das Finanzamt offensichtlich kein großes Interesse hat, sich an den Kosten für Bildung und gesunde Ernährung meiner staatstragenden Person zu beteiligen, wäre es sicher besser gewesen die Mindestgebühr für diese „verbindliche Auskunft“ von 121,00 Euro zu verriestern oder ganz einfach zu verfressen/versaufen.

Schon kurz nach der Ankunft im Ausland und dem Beginn meiner Studien entschied ich mich für das Letztere. Noch nie waren zwei Wochen Ausland derart erfrischend, denn noch nie war es mir gelungen einen solch großen mentalen Abstand zwischen mich und die Narren unserer Nation zu bringen.
Ich genoss die gestiegenen Temperaturen der Klimakatastrophe, ließ mich in der Sonne vom Hautkrebs gefährden und verringerte mein Körpergewicht so ganz nebenbei durch die Nahrungsaufnahme von frischem Fisch, allerlei köstlichem Gemüse und jeder Menge Wein.

Was störte mich da die „Fettsteuerdebatte“ oder die „Siemensaffäre“ und die Beteuerungen von „Heinrich von Schmierer“, der ganz wie einst „Helmut der Dicke“ mit seinen Erinnerungslücken gut leben kann und sich, wie könnte es auch anders sein, keinerlei Schuld bewusst ist. Zumindest weiß Helmut Kohl in seiner staatsmännischen Verklärung noch, dass ihm zur weiteren Glorifizierung seiner Person noch der Nobelpreis für Friede, Freude und Saumagen fehlt. Und auch der Herr von Pierer muss nicht darben, denn er darf weiter im Innovationsrat der Bundesregierung herummerkeln und die „mächtigste Kanzlerin“ mit innovativen Ideen versorgen, denn das „Pierer-System“ bei Siemens ist auf jeden Fall mindestens so innovativ wie das „Hartz-System“ bei Volkswagen, das aber eigentlich ja „Piech-System“ heißen müsste. Aber da wird man noch ein bisschen Zeit brauchen, bis MAN da drauf kommt. Das wird dann auch noch eine Gaudi bei AUDI.

Erinnerungslücken hatte wohl auch der baden-württembergische Ministerpräsident Oettinger, als er dem NS-Marinerichter Filbinger noch eine ehrenvolle Laudatiosalve übers wohlverdiente Grab donnern lassen musste und dabei in ein Wespennest geschossen hat. Warum aber ausgerechnet der Zentralrat der deutschen Juden eine Entschuldigung einforderte, blieb mir auch nach der dritten Karaffe Landwein verborgen, denn soweit ich weiß waren es deutsche Deserteure und keine jüdischen, an deren Todesurteil und Hinrichtung der „NS Regimegegner Filbinger“ wenige Wochen vor Kriegsende mitgewirkt hatte.

Im Gegensatz zur Frage wer die nächste „Bürgermotivationsrunde“ bei „Du bist Deutschland“ bezahlt, ist bereits klar, wer die Zeche bei „Schäubles Terroristenroulette“ zur Erhöhung der „Sicherheit des Inneren“ bezahlen wird. Aus medizinisch-psychologischer Sicht kann die nunmehr offensichtlich chronische Sicherheitsphobie des nach einem Attentat gehbehinderten Herrn Innenministers Schäuble, der übrigens auch so seine Erinnerungslücken hat, durchaus als Spätfolge einer durch posttraumatische Belastungsstörungen verursachte symbolische Vermeidungshandlung sein, die ihn in seiner Wahrnehmung der Realität beeinträchtigt.

Aus Sicht des staatsbürgerlichen Individuums sollte man nun nicht gleich bedauern, dass der Schuss im Jahre 1990 zwar gesessen hat aber nicht so richtig ins Schwarze traf, sondern sich einfach mal die Frage stellen, wer denn den Bock geschossen und diesen, zum Halali auf das Grundgesetz blasenden, Herrn zum Innenminister der Republik gemacht hat.
Aber diese Frage müsste man sich bei so manch anderem Minister des merkelschen Gruselkabinetts und dem Bundeshotte Köhler auch stellen.

Apropos Merkel.
Es war mir auf dem Rückflug vergönnt in einer deutschen „Frauenzeitschrift“ die stillen Tage von Angela Merkel auf Ischia bewundern zu können und ich kam zu der persönlichen Erkenntnis, dass Gabriele Pauli mit dem kleinen Finger ihrer schwarzen Latexhandschuhe mehr Erotik abstrahlt als „das Angela“ mit einem ganzteiligen parteifarbenen Badeanzug.

Angela im Bade

Mein lieber Freund, wenn Angie ins Wasser steigt, dann freut sich Archimedes, der einst feststellen konnte, dass ein Körper im Wasser genau den Auftrieb erfährt, der dem Gewicht der von ihm verdrängten Wassermenge entspricht.
Zusammen mit ihrem Kabinettskollegen Gabriel entleert die Angela garantiert jeden Jacuzzi-Pool und bei Einführung der “Fettsteuer” gehört sie mit ihrem Kampfgewicht neben Helmut Kohl und Ottfried Fischer zu den Spitzensteuerzahlern.
Machopan
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Bevölkerungsvariante

5. April 2007 05:45

Lieber Freund

Nach einem Bericht der „Deutschen Stiftung Weltbevölkerung“ gibt es mehrere Varianten zur Hochrechnung der Weltbevölkerung (World Population Prospects).
Als da wären die

  • Konstante Variante
  • Hohe Variante
  • Mittlere Variante
  • Niedrige Variante

die sich im Ergebnis bis zum Jahr 2050 um rund 4 Milliarden Weltbevölkerungspopulisten unterscheiden, denn die konstante Variante kommt auf 11,9 Milliarden und die Niedrige Variante nur auf 7,8 Milliarden.

Aber als Nichtstatistiker und Mensch, der sich mehr für Lebensqualität, Arbeitsbedingungen und Gesellschaftsformen interessiert sind diese „Hochrechnungen“ der zukünftigen Humanmasse in etwa so werthaltig und befruchtend wie das „Herunterholen“ bei dem Trilliarden von Spermien ohne nachhaltige Auswirkungen auf das Humankapital freigesetzt werden.

Bevölkerungsvariante

Auffällig ist weiterhin, dass der Anstiegswinkel der Weltbevölkerung bis ins Jahr 2050 in etwa dem „Ertragswinkel“ der Deutschen Bank und dem „Erektionswinkel“ eines normalen (männlichen) Humanoiden entspricht.
Nun weiß man(n) aus Erfahrung, dass dieser Erektionswinkel mit zunehmender Zeitdauer eher eine Tendenz zur „niedrigen Variante“ aufweist, der nur durch die gezielte Zuführung von „Stimulanzien“ entgegen gewirkt werden kann.
Frühere Generationen haben versucht diesem Naturereignis mit Hilfe der „Spanischen Fliege“ ein Schnippchen zu schlagen. Das hat zwar dazu geführt, dass die Fliegen in Spanien kurz vor dem Aussterben standen, aber sich nicht wirklich gravierend auf die Geburtenrate in Spanien ausgewirkt.
Außerdem ist bewiesen, dass gerade bei älteren Menschen die Populationshäufigkeit einen eher degressiven Verlauf nimmt.

Man wird daher wohl davon ausgehen können, dass eher die „niedrige Variante“ zum Zuge kommen wird, wobei mir persönlich auffällt, dass nach obiger Grafik die Menschheit im Jahr 1950 fast ausgestorben war und die Bevölkerungszunahme seitdem einen fast linearen Verlauf nahm.

Progressiv könnte die weitere Entwicklung eigentlich nur werden, wenn in den nächsten Jahren zunehmend ältere Menschen, jenseits der Pubertätsgrenze geboren würden.

Machopan
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Macht und Ohnmacht

4. April 2007 05:45

Lieber Freund

Papier ist geduldig und beschwert sich nicht, egal mit was es bedruckt oder beschmiert wird. Denn man kann Papier als Medium für mentalen Input ebenso verwenden wie zur Entfernung rektalen Outputs.
Oft kommt es aber auch vor, dass man diese „Druckerzeugnisse“ an Inhalt, Farbe, Machart und Konsistenz kaum von einander unterscheiden kann.

Im Verlag von Hoffmann und Campe erscheint dieser Tage ein derartiges „Druckerzeugnis“ mit dem Titel „Macht und Ohnmacht“, das man besser nicht gemacht hätte, auch wenn Papier geduldig ist.
Peter Hartz spricht über sein Leben“ heißt es in der Produktbeschreibung bei AMAZON, „Erstmals erzählt er von seiner Kindheit, seinem Aufstieg, seinen Jahren in Wolfsburg und seinem großen Abenteuer in der Politik, Es ist seine Sicht der Dinge - schonungslos, offen und selbstkritisch.“

Macht und OhnmachtWer nun ein Geständnis oder gar Reue von Peter Hartz erwartet, der hat noch nicht begriffen, dass Peter Hartz dazu genauso wenig in der Lage ist wie Christian Klar, Adolf Hitler oder George Bush, um nur einige Überzeugungstäter zu nennen.
Sie sind davon überzeugt, dass die Dinge die sie tun (müssen) richtig sind.
So sagt auch Peter Hartz nicht etwa: „Ich habe gefehlt und große Schuld auf mich geladen“ sondern „Ich bin nicht gescheitert, aber ich habe Niederlagen erlebt“.

Woraus man schließen kann, dass er nichts dazu gelernt hat, denn er würde es offensichtlich wieder so machen und nach Möglichkeit nur die Niederlagen vermeiden.

Kein Wort darüber, dass unter seinem Namen und seinen Vorgaben Millionen Menschen in die wirtschaftlich und politisch gewollte Arbeitslosigkeit und Armut abgedrängt wurden.
Kein Wort der Kritik an seinen Auftraggebern, seinen Weggenossen und Helfershelfern.
Kein Wort der Reue.
Wozu auch, in einem Land in dem mehrfacher Mord mit maximal 25 Jahren Freiheitsentzug geahndet und Betrug in Millionenhöhe mit „Bewährung“ bestraft wird. In einem Land, in dem „Raser“ auf der Autobahn, die ihren Vordermann von der Fahrbahn drängen härter bestraft werden, als „Manager“ in Politik und Wirtschaft, die ganze Bevölkerungschichten drangsalieren und in die Arbeitslosigkeit schicken.

In einem solchen Land können Leute wie Peter Hartz über ihre Visionen und Ziele, über Macht und Rache philosophieren und jede Menge gute Worte über den eigenen hehren Vorsätze im unermüdlichen Kampf um arbeitsmarktpolitische Veränderungen unserer Gesellschaft absondern, ohne mit wirklichen Konsequenzen rechnen zu müssen.
Peter Hartz hat nichts falsch gemacht, er hat sich nicht mit der Politik eines Gerhard Schröder korrumpiert, er hat im „System Volkswagen“ nicht geschmiert, protegiert und Menschen manipuliert. Er hat nicht gelogen und betrogen, der Hurerei und Völlerei Vorschub geleistet.
Nein, denn Peter Hartz, der Vordenker, der Initiator, der Macher ist nicht an sich selbst gescheitert, sondern am Neid und der Missgunst der anderen. Peter Hartz kann und will nicht verstehen, dass er Teil eines Systems ist, das nur durch die Beschaffung und Gewährung persönlicher Vorteile funktioniert, aber volkswirtschaftlich und gesellschaftlich verheerende Folgen hat.
Peter Hartz hat noch nicht mal ansatzweise begriffen was er falsch gemacht hat, sondern begnügt sich damit seine Wunden zu lecken und denen, die es wissen wollen, zu erzählen wie sehr man doch ihn und seine Mission verkannt hat.

Man muss sich diese „Macht und Ohnmacht“ eines lernresistenten, egomanen Machtmenschen und sein rektales „Druckerzeugnis“ wirklich nicht antun, aber man darf es auch nicht einfach ignorieren, denn Peter Hartz steht mit dieser Einstellung nicht allein.

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Höschen Gate

3. April 2007 05:45

Lieber Freund

Die Frage, ob Politikerinnen Höschen tragen und wann und für wen sie sie ausziehen, ist für die Medien der Nation wesentlich wichtiger wie die Frage ob Politiker Unterhosen mit Eingriff tragen und wer ihnen ständig die Hoden krault.
Dabei stecken die Affen doch alle nackig in den Kleidern und tragen darunter Feinripp oder Seidiges, Biederes oder Sündiges, mal mit und mal ohne Bremsspuren.

Die mediale Aufwallung um die „erotischen Photos der rothaarigen Latex-Lady Gabriele Pauli“ und den investigativen Journalismus auf der Suche nach dem letzten Schamhaar würde sich der Leser bei anderen, wirklich wichtigen, Themen auch wünschen.
Oder haben sie den Aufsichtratsvorsitzenden und früheren Vorstandsvorsitzenden des größten Schmierstoffherstellers Deutschlands schon mal in Unterhosen gesehen oder davon gehört dass die Presse dem „AMIGO-System“ mal so richtig an den Eier gegangen ist?

Statt dessen lesen wir jetzt im SPIEGEL von „Höschen-Gate“, offensichtlich das journalistische Gegenstück zu „Water-Gate“ und erkennen daran auf welcher Degenerationsstufe der deutsche Journalismus nach 50 Jahren BRD nun schon angekommen ist.

Was werden wir nach diesem journalistischen Husarenstück zukünftig im SPIEGEL lesen?
Welche Slipeinlage die Bundeskanzlerin trägt?
Ob sich der SPD-Vorsitzende Beck die Brusthaare rasiert?
Welche Zigarettenmarke der Herr Wowereit vor und/oder nach dem Analverkehr raucht?
Ob die Gesundheitsulla ein Arschgeweih hat?
Oder, ob sich der Altbundeskanzler Schröder die Haare färbt?
Ach nee, das hatten wir ja schon mal!

Wen interessiert das eigentlich?
Wem nützt das denn?
Dem Leser sicher nicht.
Eher irgendjemand außerhalb des Scheinwerferlichts, um den es im Moment verdächtig still ist, denn schon Berthold Brecht dichtelte „und die Gabi die hat Zähne und die trägt sie im Gesicht und der Edmund hat ein Messer doch das Messer sieht man nicht“.
Oder glauben Sie wirklich, dass der Edmund nicht nachtragend ist und das von Pauli in die Öffentlichkeit gezerrte „stoibersche Bespitzelungs- und Diffamierungssystem“ plötzlich nicht mehr existiert.
Nur weil der Ede seinen Büroleiter geschasst hat?

Menschen mit Erinnerungsvermögen sind hier durchaus im Vorteil und das nicht nur im Bezug auf die Unzahl der „bajuwarische Amigo-Geschichten“ aus Politik und Wirtschaft.
Und jetzt war die Gabi eben so unvorsichtig und ist mit ihrer Fotosession für einen guten Zweck, von dem jetzt eigentlich niemand mehr spricht, eben in die Messer und Hirschfänger ihrer Parteigenossen von der Christlich Sozialen Union gelaufen.

Und noch ein letztes Wort zu der „Foxy Lady“ und „Königsmörderin“ aus Bajuwarien und ihren „erotischen Fotos“ mit den „verruchten Posen“, die der SPIEGEL als „besonders aufreizend, mit schwarz-glänzenden Latex-Handschuhen, Seidenbluse und rothaariger Perücke“ betitelt, auch wenn die Frau Dr. rer. pol. Gabriele Pauli und langjährige CSU-Landrätin aus Fürth in Bayern darauf aussieht wie ein schlechtes Remake von Katja Ebstein oder wie Nana Mouskouri ohne Brille.

Gabriele Pauli

Also wenn diese Fotos „erotisch“ sein sollen, dann muss der Betrachter schon ziemlich abartig veranlagt sein und muss wohl die letzten zwanzig Jahre mit sich allein auf einer einsamen Insel oder mit der Hand im Latz seiner Lederhose in der bayrischen Provinz verbracht haben.

Machopan
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April April

2. April 2007 05:45

Lieber Freund

Der April ist der vierte Monat des Jahres im Gregorianischen Kalender und gilt, sobald er seine 30 Tage bekommt, von Beginn an als gefährlicher Monat.
Nicht nur deshalb, weil er der einzige Monat ist, in den man geschickt und gleich am ersten Tag mit Lügen, Scherzen und sonstigem Unsinn konfrontiert wird.
Nein, der April, dessen Name laut Wikipedia von den sich öffnenden Knospen im Frühling und der aufkeimenden Hoffnung auf wärmeres Wetter herrühren soll, ist auch der erste Monat nach dem ersten Quartal des Jahres und ein typischer Berichtsmonat, der den Vorteil hat vom Jahresende noch weit genug entfernt zu sein, um Platz für die aufkeimende Hoffnung auf eine Besserung der (eigenen) Lage zu lassen.

Lassen wir also den möglichen Verlauf des Aprils Revue passieren.

Zum Beispiel wurde am 1. April Ingrid Steeger geboren, die der Nation mit „Klim Bim“, wogendem Busen und ihrem Schlitz im Kleid bundesweit viel Freude bereitet hat. Ingrid wird dieses Jahr 60 Jahre alt und die Nation erregt sich derweil über die Latex-Fotos der bis zum Hals zugeknöpften „Foxy Lady“ im bayerischen Intrigantenstadel.

Am 2. April starb Johannes Paul der II und anlässlich dieses Jahrestages werden sich sicher mehr Menschen Sorgen um die Gesundheit von Benedetto dem XVI machen, als um die Sozialpolitik unseres Landes, die auch immer kränker wird und von Kennern bereits als „chronisch siechend“ bzeichnet wird.

Der 3. April steht dann sicher ganz im Zeichen des wehmütigen Gedenkens an den Jahrestag der Proteste gegen die Reformpolitik der Bundesregierung, als 2005 in Köln, Stuttgart und Berlin 500.000 Menschen auf die Straße gingen.

Am 4. April fand im Jahre 1958 der erste Ostermarsch statt. Am gleichen Tag, nur 10 Jahre später wird Martin Luther King „I have a dream“ bei einem Attentat in Memphis erschossen und 1973 wird das World Trade Center in New York eingeweiht. Damals ahnte niemand, dass der Traum von Martin Luther King auch nach dem heißen Abriss des WWC, der gewaltsamen Befriedung des Irak und der Entstehung der Atommacht Iran noch immer nicht in Erfüllung gegangen sein würde.

Am 5. April 1931 wurde in München-Neuaubing Philipp Müller geboren, um am 11. Mai 1952 dem „Blutsonntag in Essen“ während einer „Demonstration gegen Wiederaufrüstung und Generalvertrag” von zwei Kugeln aus der Dienstwaffe eines Polizisten, die dieser in „Notwehr“ abgefeuert haben will, in den Rücken getroffen und tödlich verletzt zu werden. Ziel dieses Generalvertrages war u.a „ein wiedervereinigtes Deutschland, das eine freiheitlich-demokratische Verfassung, ähnlich wie die Bundesrepublik, besitzt und das in die europäische Gemeinschaft integriert ist.“
Was das für die Bürger, Steuerzahler und Arbeitnehmer dieses „wiedervereinigten Deutschlands“ bedeuten wird, dessen „wiederaufgerüstete“ Soldaten die freiheitlich-demokratische Verfassung weit außerhalb der Landesgrenzen verteidigen müssen, wird in dem Vertrag zwar nicht erwähnt, aber Philipp Müller muss es wohl geahnt haben.

Um in der Wirtschaft das Tageslicht besser ausnützen zu können und Energie zu sparen, wurde am 6. April 1980 in Deutschland die Sommerzeit eingeführt. Seitdem ersäuft dieses Land in kostengünstiger Energie und Hunderttausende von Arbeitsplätze konnten durch die längeren Produktionszeiten nachhaltig gesichert werden.

Am 7. April des Jahres 1453 wird das christliche Konstantinopel von den Türken eingeschlossen und bis zu seinem Fall belagert. Exakt 524 Jahre später wird in Karlsruhe Generalbundesanwalt Buback von RAF-Terroristen erschossen und die Türken halten weite Teile der Bundeshauptstadt Berlin besetzt.

Um sich selbst von der erfolgreichen Strategie der Türken zu überzeugen, kommt am 8. April der Staatspräsident der Volksrepublik China, Jiang Zemin, zu einem Staatsbesuch nach Deutschland, was die Münchner Medien-Gruppe Kirch zum Anlass nimmt sofortige Insolvenz anzumelden, was wiederum der in Wien als Tochter einer deutschen Schauspielerin und eines ghanaischen Maschinenbauingenieurs geborenen Moderatorin Cosima Arabella-Asereba Kiesbauer den vierunddreißigsten Geburtstag vermasselte.
Offensichtlich alles eine Folge der zunehmenden Globalisierung.

Der 9. April ist geprägt von Siegen und Niederlagen, denn den Mongolen gelingt 1241 in der Schlacht bei Wahlstatt in Schlesien ein vernichtender Sieg über das deutsch-polnische Heer. Ungefähr 600 Jahre später kapituliert im Appomattox Court House in Virginia der kommandierende General der Konföderierten Robert E. Lee und 2005 kapituliert Prince Charles und heiratet endlich Camilla Parker Bowles.

Nicht viel besser verlief meist der 10. April, denn 1912 beginnt in Southampton die Jungfernfahrt der Titanic und im Jahr 2000 wird Angela Merkel zur Bundesvorsitzenden der CDU gewählt.

Am einem 11. April wird Rudi Dutschke, einer der führenden Köpfe der Studentenbewegung, durch drei Schüsse des Hilfsarbeiters Josef Bachmann lebensgefährlich verletzt. Als Spätfolge des Attentats ertrinkt er am Heiligabend des Jahres 1979 während eines epileptischen Anfalls in der Badewanne. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, wird exakt 20 Jahre später Gerhard Schröder zum Vorsitzenden der SPD gewählt.

Der 12. April scheint der Tag der Boxer zu sein, denn die Gebrüder Klitschko gewinnen am gleichen Tag ihre Kämpfe gegen Derrick Roddy und Mark Young durch technischen k.o.
Gustav „Bubi“ Scholz erblickte das Licht der Welt und mit Joe Louis und Sugar Ray Robinson werden zwei ganz Große des Boxsports zu Grabe getragen.

Am 13. April 1945 erobern die Russen Wien und 1992 kündigt die RAF eine Abkehr von ihrer bisherigen gewaltsamen Strategie an und fordert die Freilassung der einsitzenden RAF-Häftlinge. Diesem Wunsch kommt die deutsche Justiz dann im Jahre 2007 nach, auch wenn es aus Bayern ein „Veto“ gibt. Ebenfalls an einem 13. April erklärt das Osmanische Reich (Vorgänger der Türkei) den Staatsbankrott und die Finanzminister der EU einigen sich auf die Einführung des Euro als Zahlungsmittel. Dass an einem 13 April auch noch die Wiener Börse bis auf die Grundmauern abgebrannt ist, könnte aber reiner Zufall sein.

Der 14. April steht dagegen ganz im Zeichen nachhaltiger internationaler Ereignisse, denn während die Russen ihre Truppen aus Afghanistan abziehen, bombardieren die USA Libyen als Vergeltung für die Finanzierung terroristischer Aktionen gegen US-amerikanische Staatsbürger und in Teheran versuchen radikale Studenten die deutsche Botschaft zu stürmen, nachdem im so genannten Berliner Mykonos-Prozess die iranische Staatsführung für die Ermordung von vier kurdischen Oppositionspolitikern verantwortlich gemacht worden ist.
Und als ob das noch nicht reichen würde, rammt die Titanic um ca. 23:40 Uhr im Nordatlantik auch noch einen Eisberg.

Der 15. April beginnt wie der 14. April endete, denn im Nordatlantik sinkt die Titanic gegen 2:20 und reißt 1496 Menschen und Leonardo di Caprio ausgerechnet an dem Tag in den Tod, an dem Leonardo da Vinci geboren wurde. Und um die Tragödien dieses Tages voll zu machen, wird auch noch Hans Eichel, der frühere Ministerpräsident von Hessen, im Deutschen Bundestag als neuer Bundesfinanzminister vereidigt.

Am 16. April beenden die Briten ihre Bombenabwürfe auf Helgoland, das sie seit Kriegsende als Übungsziel verwendet haben und George H. W. Bush kündigt die Einrichtung von Schutzzonen für Kurden im Nordirak an. In Bayern wird Josef Ratzinger, der späteren Papst Benedikt XVI. geboren und in Deutschland wird der Anbau von Hanf wieder erlaubt, wobei der Tetrahydrocannabinol-Gehalt 0,3 % nicht überschreiten darf und Anbaugenehmigungen in 15-facher Ausfertigung, einer gentechnischen Unbedenklichkeitsbescheinigung (HANF IV) und Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses beim neu gegründeten Ministerium für Hanfanbau beantragt werden können.

An einem 17. April erhält Columbus von Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón die Erlaubnis und finanzielle Unterstützung, zu seiner ersten Entdeckerreise aufzubrechen und damit Gewürze aus Indien zu besorgen, was nach der Entdeckung Amerikas dazu führte, dass einige Jahre später, ebenfalls an einem 17. April eine Gruppe in die USA geflüchteter Exil-Kubaner in der kubanischen Schweinebucht landeten und dort von Castros Rebellen zur Sau gemacht wurden.

Am 18. April misslingt den britischen Truppen zwar die Sprengung von Helgoland, aber die US-amerikanische Schauspielerin Grace Kelly heiratet Rainier III. und wird als Gracia Patricia Fürstin von Monaco. Und im persischen Golf findet die Operation Praying Mantis genannte Seeschlacht zwischen den USA und dem Iran statt, wobei die Iraner unfairerweise amerikanische Waffen einsetzen, die vor der islamischen Revolution noch von dem von den Amerikanern gesponserten Schah Mohammad Reza Pahlavi beschafft worden waren.

Am 19. April stirbt der ehemalige Bundeskanzler Konrad Adenauer im Alter von 91 Jahren. Dass am gleichen Tag das Reichstagsgebäude in Berlin zum Parlamentssitz des Deutschen Bundestags eines vereinten Deutschlands wird, hat er jedoch nicht mehr mitbekommen und auch die Wahl von Josef Kardinal Ratzinger zum Papst Benedict XVI blieb ihm erspart. Doch große Freude rast durch dieses Land, denn wir sind wieder Deutschland und endlich auch mal wieder Papst.
Ach, und fast hätte ich es vergessen: In Hamburg-Finkenwerder wird der erste Spatenstich für die Landebahnverlängerung um 589 m nach Süden gesetzt um die „regelmäßige“ Landung des A380 zu ermöglichen.

An einem 20. April sollte man mit dem Fliegen vorsichtig sein, denn auf Zypern prallt ein Flugzeug gegen einen Berg und 126 Personen sterben. In Namibia stürzt eine südafrikanische Verkehrsmaschine ab und 129 Menschen verlieren ihr Leben. Eine Boeing 727–200 der Air France prallt nach dem Start in Bogotá gegen einen Berg: 53 Menschen sterben. Außerdem erklärt die Rote Armee Fraktion (RAF) ihre Auflösung und der GröFaz hat Geburtstag.

Bis auf die Geburt von Iggy Pop gab es am 21. April keine nennenswerte Katastrophen, da die Freigabe des ersten Internetbrowsers, mit dem man sich Text und Grafik auf einer Seite anzeigen lassen kann, wenig Beachtung fand.

Ganz im Zeichen staatstragender Ereignisse steht dagegen der 22. April, denn Heinrich VIII. wird König von England und in Honduras putscht sich Oberst Juan Alberto Melgar Castro zum Staatspräsident, Dr. Janez Drnovšek wird Ministerpräsident in Slowenien und Paul Kagame wird Staatspräsident von Ruanda während sich Richard Nixon, US-amerikanischer Politiker und 37. US-Präsident auf den Weg zu seinem Schöpfer machte.

Am 23. April artet ein Bauernaufstand in Nußdorf in der Pfalz zum Pfälzischen Bauernkrieg aus und in Bayern erlässt Wilhelm IV., Herzog von Bayern, ein Reinheitsgebot für Bier, das jedoch später durch die “Bierpanschverordnung” der EU verwässert werden wird. Berliner Studenten fordern eine Freie Universität Berlin, Intel bringt den Pentium 4 auf den Markt und in Rom erfolgt die Amtseinführung von Benedikt XVI. Außer dass in Ost-Berlin noch der Palast der Republik feierlich eröffnet wurde, fanden an diesem Tag keine weiteren wichtigen Ereignisse statt.

Ganz anders am 24. April. In Endingen am Kaiserstuhl wird die Hexe Anna Schnidenwind auf dem Scheiterhaufen verbrannt und der österreichische Kaiser Franz Joseph I. heiratet die 16-jährige Tochter des bayerischen Herzogs Max Joseph Elisabeth Amalie Eugenie, genannt „Sisi“. Ganze Generationen von Kinobesuchern danken es ihnen. Jedoch musste dafür der Kobold Pumuckl Abschied von seinem Meister Eder alias Gustl Bayrhammer nehmen, der während eines Mittagschlafs an einem Herzinfarkt verstarb ohne eine Patientenverfügung zu hinterlassen. .

Widmen wir uns am 25. April mal rein deutschen Ereignissen und beginnen mit dem „Elbe Day“ mit dem sowjetische und US-amerikanische Soldaten das erstmalige Zusammentreffen ihrer Kampfverbände auf deutschem Boden feiern. Terroristen der RAF besetzen die deutsche Botschaft in Stockholm und in Hamburg wird der sensationelle Fund der „Die „Hitler-Tagebücher“ bekannt gegeben, die sich später jedoch als Fälschung erweisen werden und so die „Neuschreibung“ der jüngeren, deutschen Geschichte vermeiden halfen. Statt dessen wurde auf Oskar Lafontaine ein Attentat verübt, das dieser jedoch überlebte und seine unermüdliche Schaffenskraft weiter in den Dienst des deutschen Volkes stellen konnte.
Erwähnenswert wäre noch, dass Bundespräsident Theodor Heuß und der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesminister Robert Lehr, am Tag des Baumes im Bonner Hofgarten einen Ahorn pflanzen, über dessen weitere Entwicklung im folgenden Waldsterben jedoch nichts bekannt ist.

Der 26. April ist der 116. Tag des Gregorianischen Kalenders und somit verbleiben noch 249 Tage bis zum Jahresende. So langsam wird es eng.
Der Deutsche Bundestag beschließt die Einführung der Umsatzsteuer und Bundespräsident Roman Herzog hält in Berlin seine vielbeachtete Berliner Rede „es muss ein Ruck durch Deutschland gehen“. Leider ist daraus nur ein Hosenrock geworden, der die Mehrwertsteuer gleich um 3 Prozentpunkte erhöht hat.

Wir schreiben den 27. April und die Lage spitzt sich dramatisch zu.
Beginnen wir mit der Schlacht bei Wiesloch, die eigentlich am Ohrenberg unmittelbar am Ort Mingolsheim stattfand, der leider im Verlauf der Auseinandersetzung in Brand geriet und größtenteils zerstört wurde. Danach kam es im Rahmen der Badischen Revolution zu einem Gefecht in Dossenbach/Baden. Im Deutschen Bundestag scheitert ein Konstruktives Misstrauensvotum gegen Willy Brandt, worauf Deutschlands Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) seinen Rücktritt ankündigt. Und unter dem Beifall tausender Schaulustiger startet das Großraumflugzeug Airbus A380 in Toulouse zu seinem Erstflug. Airbus erhofft sich damit seinen Marktanteil gegenüber Boeing auszubauen.

Am 28. April kommt es auf der Bounty zur Meuterei und der Stammheimer Prozess gegen die RAF endet mit der Verurteilung von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe wegen Mordes. In Gelsenkirchen wird die letzte Zeche (Ewald Hugo) geschlossen und 3.000 Bergleute werden entlassen. Es bleiben noch 247 Tage bis zum Jahresende und als Notmaßnahme verabschiedet der Deutsche Fußball-Bund nach dem Wettskandal ein Wettverbot für Spieler, Fußballfunktionäre und Fußballschiedsrichter.

Am 29. April gelingt es Jeanne d’Arc, mit einem Provianttrupp die englische Belagerung von Orléans zu durchbrechen. Als gäbe es nichts wichtigeres zu tun, entscheidet das oberste deutsche Gericht, dass Buchmachen bei Pferdewettrennen und das Wetten am Totalisator Glücksspiel ist und in Münster findet die erste deutsche Schwulendemo statt, was den Gröfaz aber nicht daran hindern konnte Maria Braun zu heiraten. Die Ehe blieb jedoch kinderlos.
Statt die erst am 19. April um 589 Meter nach Süden verlängerte Landesbahn des A380 zu verwenden, führt Werner von Siemens auf einer 540 Meter langen Versuchsstrecke in Halensee bei Berlin das System seines elektrisch angetriebenen Kutschenwagen vor, der auch heute noch fährt wie geschmiert.

Am letzten Tag des Monats, dem 30. April, überschlagen sich dann die Ereignisse.
Deutschland führt als weltweit erstes Land die Sommerzeit ein. Außerdem tritt das „Gesetz über Mietverhältnisse mit Juden“ in Kraft. Es hebt den Mieterschutz für Juden auf und leitet den Ghettoisierungsprozess ein. Deutsche Juden müssen ihre Wohnungen verlassen und werden in „Judenhäusern“ konzentriert. Ähnliches wiederholt sich Jahre später bei der Prekarisierung geringqualifizierter deutscher Arbeitnehmer und Langzeitfaulenzer.
In Zwickau läuft das letzte von rund 3 Mio. Trabant-Autos vom Band und das WWW, das heutige multimediale Internet, wird zur allgemeinen Benutzung weltweit freigegeben.
Am Abend beginnen dann die Feierlichkeiten zur Walpurgisnacht und beim Tanz in den Mai wird durchgemacht bis in die frühen Morgenstunden.Denn am nächsten Tag, dem 1. Mai, dem „Tag der Arbeit“ kann man länger ausschlafen und es bleiben noch 244 Tage bis zum Jahresende.
In Berlin kommt es zum sog. Blutmai, als die Polizei auf aufständische Arbeiter schießt und die Nationalsozialisten bestimmen den Tag zum gesetzlichen Feiertag, dem „Tag der nationalen Arbeit“. Irgendwie schön, dass man einen solchen Tag hat, auch wenn viele an diesem Tag nichts mehr zu feiern haben.

April April

Denn donnert’s im Mai, ist der April vorbei und der Aprilscherz „die größte Reform des deutschen Gesundheitswesens seit Bismarck“ ist auch schon einen Monat alt. Und der Stotterer sagt zum vierten Monat immer noch „April April“, auch wenn seit dem 1. April die Behandlungskosten nicht mehr von der Krankenkasse übernommen werden.

Was sonst noch, außer dem Geburtstag von Ingrid Steeger, an so einem 1. April passiert ist, können Sie bei Wikipedia nachlesen, wobei die Ereignisse vom gestrigen Tag noch nicht vollständig eingearbeitet sein werden.
APRIL APRIL!

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