Landgang

26. November 2007 06:25

Lieber Freund

Rein logistisch läuft alles nach Plan, der sich nach eingehender Einschätzung der politischen und wirtschaftlichen Lage durch die bestechende Simplizität überlebenssichernder Maßnahmen in prekären Situationen auszeichnet: „Kopf runter, Arsch runter, abtauchen, flach machen, Luft anhalten, rasch Distanz gewinnen, vorsichtig Lage sondieren, auftauchen, günstigen Landepunkt festlegen, Land gewinnen, Brückenkopf sichern, umliegende Gegend erkunden und Kontakt zu den Ureinwohnern aufnehmen.

Die Operation „D-Day“ steht kurz vor ihrem erfolgreichen Abschluss, der Brückenkopf ist gesichert.

Und ich bin jetzt Ausländer - und das ist gut so.

Machopan
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Tauchgang

7. November 2007 08:08

Lieber Freund

Alles ist im Fluss und ich bin unter Wasser.

Ich tauch dann mal ab.

Machopan
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Energie

6. November 2007 05:45

Lieber Freund

Alle reden über die ständig steigenden Preise für Energie, denn der Strom wird teurer, Öl wird teurer und Gas wird auch teurer.
Über die Gründe wird viel diskutiert und letztlich doch immer wieder die Erklärung in der unvermeidlichen Verknappung fossiler Brennstoffe gefunden.
Dabei ist das Geschäftsmodell der Energiekonzerne seit Jahrzehnten extrem einfach und hat nur zu einem Bruchteil etwas damit zu tun, dass vor zigmillionen Jahren zu wenig Saurier gestorben sind.

In der Bundesrepublik Deutschland in den Grenzen von 1989 haben exakt vier Dinosaurier überlebt und kümmern sich mit viel Energie und extrem gewinnbringend um die Vermarktung der fossilen Überreste ihrer Vorfahren, wobei das Bundeskartellamt behauptet, dass bei diesem Prozess neben fossiler und alternativer auch eine erhebliche Portion krimineller Energie eingesetzt wird.

Ändern wird diese späte Erkenntnis des Bundeskartellamtes an der bestehenden Situation nichts, denn unter Kennern der Branche ist dies ein längst bekannte Tatsache. Wirklich jedem, der sich mit den Strukturen der bundesdeutschen Energiewirtschaft schon mal intensiver befasst hat und die organisatorischen und finanziellen Verästelung der vier Energieriesen Eon, RWE, Vattenfall und EnBW bis hinunter in die kleinsten Stadtwerke erkennt, der weiß, dass es in diesem Markt keinen Wettbewerb gibt und auch niemals geben kann.
Hinzu kommen noch die vielfältigen Interessen von Politikern auf bundes- landes- und kommunaler Ebene, denen die Energiewirtschaft schon immer ein interessantes und lukratives Geschäftsfeld geboten hat und es auch im Alter, oder am Ende der aktiven politischen Phase so manches schönes Pöstchen zu besetzen gibt, sofern man sich entsprechende Verdienste für das System erworben hat.
Das ist so und das wird auch so bleiben, denn es gibt genügend Personen und Institutionen, die von diesem System profitieren und ihre Pfründe mit aller ihnen zur Verfügung stehenden Macht sichern, ausbauen und verteidigen.
Ebenso sicher ist aber auch, dass der Konsument und zwangsweise Kunde dieses fossilen Energiesystems nicht weglaufen kann, selbst wenn er erkennen sollte, in welchem Ausmaß und mit welch krimineller Energie er hier ausgeraubt und über den Tisch gezogen wird.

Denn die Vier sind die Energie und wir sind vielleicht ein Volk!

Machopan
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Schwarzer Freitag

5. November 2007 05:45

Lieber Freund

Für die Bahn war es ein schwarzer Freitag, denn der aufgrund ähnlicher Logik von juristischen Laien und Rechtsexperten vertretenen Meinung haben sich nun auch die Richter vom sächsischen Landesarbeitsgerichts in Chemnitz angeschlossen: „Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) darf auch im Güter- und im Fernverkehr streiken“.

Bahn, Politik und die ihnen geneigten Medien kommentierten das Urteil in gewohnter Weise.
Ein schwarzer Tag für die Bahn, die deutsche Wirtschaft und unsere Kunden“, verkündete Personalvorstand Margret Suckale und Bahnchef Mehdorn forderte von der Bundesangela sogar gesetzliche „Schranken“ um die Macht der kleinen Gewerkschaft GDL zu brechen, denn „andernfalls drohe dem Standort Deutschland Schaden. Die Bahn sehe sich mit einem Arbeitskampf konfrontiert, in dem ein eigenständiger Tarifvertrag für die Berufsgruppe der Lokomotivführer durchgesetzt werden soll. Dies hätte eine Spaltung der Belegschaft und eine schwer zu beherrschende Tarifvielfalt zur Folge, die über kurz oder lang auch auf andere Wirtschaftszweige übergreifen werde“.

Schwarzer Freitag

Das Jammern und Wehklagen blieb nicht ungehört und die göttliche Erleuchtung aus Regierungskreisen ließ auch nicht lange auf sich warten.
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee warnte die Tarifpartner vor weiteren Streiks, denn „das Urteil eröffnet Möglichkeiten, bürdet aber den Tarifpartnern eine noch größere Verantwortung auf. Ein Arbeitskampf hätte gravierende Folgen für die Volkswirtschaft. Es ist das Gebot der Stunde, die Verhandlungen zügig wieder aufzunehmen.
Nun kann der Herr Minister mit der Warnung vor weiteren Streiks eigentlich nur die GDL gemeint haben und mit dem Gebot der Stunde eigentlich nur die Bahn. Womit selbst dem Herrn Verkehrsminister wohl klar geworden zu sein scheint, dass das beste Mittel zur Vermeidung weiterer Streiks ein verhandlungsfähiges Angebot der Bahn ist.

Auch der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand, Michael Fuchs (CDU) sagte artig sein Sprüchlein auf: „In einem Betrieb kann es nur einen Tarifvertrag geben. Hier müssen wir ganz schnell eingreifen, sonst kann es zu einem wirtschaftspolitischen Chaos kommen. Dazu ist eine Änderung des Tarifvertragsgesetzes nötig. Wir müssen politisch aktiv werden. Wir wollen keine Spartentarifverträge.
Bei soviel vorauseilendem Gehorsam hat dieser Mann sicher noch eine große politische Karriere vor sich und seinen Namen sollte sich der Wähler gut merken, damit er bei der nächsten Wahl das Kreuz nicht an der falschen Stelle macht.

Wenn jetzt auch noch die größte Merkelin aller Zeiten in die Bütt steigt, dann ist die nächste Gesetzesänderung zur Einschränkung der Grundrechte nicht mehr weit. Statt lange über Änderungen des Grundgesetzes oder des Tarifvertragsgesetzes zu diskutieren, wird es wohl am einfachsten und zweckmäßigsten sein, wenn man das gesamte Bundesgebiet zur befriedeten Zone erklärt, um generell eine Beeinträchtigung des Geschäftsbetriebes der bundesdeutschen Wirtschaft durch aufmüpfige Arbeitnehmer auszuschließen.
Ausnahmeregelungen trifft dann das Bundesministerium für innere Staatssicherheit in enger Abstimmung mit dem Vorstand des betroffenen Wirtschaftsbetriebes.

Eine solche Vorgehensweise wäre sicher auch im Interesse der Herren Schäuble und Mehdorn.

Machopan
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Letzter Wille

2. November 2007 05:45

Lieber Freund

Weil keiner mehr die SPD will, will die SPD

  • dass ältere Arbeitslose länger ALG I bekommen
  • dass die Pendlerpauschale wieder ab dem ersten Kilometer kommt
  • dass die Bahn per Volksaktien privatisiert wird
  • dass die Postzusteller einen Mindestlohn bekommen
  • dass …

und last but not least

  • dass die Wähler wieder mehr SPD wählen

So haben wir es gerne.
Zuerst dem Souverän von oben herab auf’s Maul hauen und dann die fremdblutverschmierte Hand zum Peace-Zeichen heben.

Aber jetzt wollen wir nicht mehr.
Fuck yourself SPD.

Machopan
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