Bundesmelderegister

28. Juli 2008 05:45

Lieber Freund

Selbst unter wohlwollender Berücksichtigung möglicher mildernder Umstände kann sich auch der unkritische Betrachter nicht mehr der Erkenntnis verschließen, dass dieses Land nur noch von Vollidioten, völlig Ahnungslosen, chronischen Egomanen, dumpfbackigen Dampfplauderern, selbsternannten Missionarren und gerissenen Halunken regiert wird.
Es kann sich jeder selbst aussuchen, zu welcher Gruppe der sicherheitspolitische Sprecher der SPD und der zu den christlichen Demokraten gehörende Bundesinnenminister gehören.
Gerade noch hat das Wiefelspützchen in den Medien über den großen Wurf des neuen BKA-Gesetzes geschwelgt und die gute Zusammenarbeit mit dem Innenminister gelobt und schwups, schon kann er nicht erkennen, warum der Bundesinnenwolf nun (auch noch) ein zentrales bundesweites Melderegister benötigt.
Schäuble muss belegen, ob wir das benötigen“, verblubberte der SPD-Innenexperte der Neuen Ruhr/Rhein Zeitung und offenbarte damit seine völlige Ahnungslosigkeit, denn inzwischen kann jeder Blinde mit Krückstock erkennen, an was der IM Zweirad im Rahmen des von Angelas der Ersten aus der Uckermark genehmigten Großprojektes „STASI 2.0“ da bastelt.

Man muss jedoch dem Innenexperten der SPD zu Gute halten, dass grenzenlose Ahnungslosigkeit, profundes Nichtwissen und hartnäckige Lernresistenz zwar noch nicht zu den Grundvoraussetzungen für eine Mitgliedschaft in dieser Partei gehören, aber der innerparteilichen Karriere zumindest nicht besonders abträglich sind.
Ganz in diesem Sinne äußerte sich auch die sozial-demokratische Bundesjustizministerin Brigitte Zypries und meldete in der Sächsischen Zeitung “Gesprächsbedarf” an, denn sie sei nicht davon überzeugt, “dass wir ein Bundesregister in dieser Form brauchen“.

Vielleicht wäre es der Verbesserung des Durchblicks der Bundesjustizbrigitte dienlich gewesen, sich mal zum “Nasepudern” auf der Damentoilette des Deutschen Bundestages mit der Innenexpertin der Freien Demokraten zu verabreden, denn hegt zumindest einen Anfangsverdacht an welchem Schuh der Bundesinnenwolf in enger Abstimmung mit der Bundesangela da strickt, denn Gisela Piltz nannte Schäubles Vorhaben schon mal “ein weiteres Puzzlestück im Datensammlungswahn des Staates“.

Auch wenn die FDP seit dem Fallschirmabsprung ihres halbseidenen Parteivorsitzenden beim Wähler einen eher lauwarmen Eindruck hinterlässt, so muss man doch neidlos zugeben, dass die Gisela Piltz das vollkommen richtig erkannt hat, denn jeder Depp könnte, wenn er denn wollte, erkennen welchen Informationsgehalt ein solches zentrales “Bundesmelderegister” bietet.
In Verbindung mit der einheitlichen Steuer-Identifikationsnummer, der Rentenversicherungsnummer, einigen anderen personenbezogenen Daten und mit Verknüpfungen zu ELENA, SCHUFA und EGA ermöglicht es jegliche Art der Datenselektion für jeden Zweck.

Sie suchen eine Frau, Ende Dreißig, blond, Körbchengröße 80C, unverheiratet, aber mit Abitur?
Oder brauchen Sie etwa einen Organspender, Nichtraucher, Blutgruppe 0+, ohne Erbkrankheiten und noch ledig?
Und wie wäre es mit einer Liste aller männlichen Fahranfänger unter 35 Jahren mit eigenem PKW und Erstwohnsitz im Postleitzahlgebiet 68?

Sie brauchen jetzt nicht zu lachen, denn das Lachen wird Ihnen, und das nicht erst eines Tages, im Halse stecken bleiben, denn die Regierungschefs von Bund und Ländern haben sich im Aktionsplan “Deutschland Online” darauf verständigt, das Meldewesen in eine “zukunftsfähige Struktur” zu überführen um bei Rettungseinsätzen und in Notfallsituationen schnell und zuverlässig Informationen für Polizei, Feuerwehr und Hilfsdienste über Identität und Aufenthalt von Personen zur Verfügung zu stellen.
Und damit haben sie dem Innenwolfgang eine Steilvorlage für sein Modell „Stasi 2.0“ geliefert und so eine Chance lässt der sich doch nicht entgehen.
Denn das „Zentrale Melderegister“ beantwortet nicht nur artige Fragen, sondern auch abartige.
Sie suchen eine Gebärmutter, mit dominanter Blond-Epistase und IQ > 100?
Oder brauchen Sie etwa nur die Leber von einem Nichtraucher, Blutgruppe 0+, epigenetisch unbelastet und ohne nähere Angehörige?
Und wie wäre es mit einer Liste der wehrfähigen deutschsprachigen politischen Abweichler mit Auslandskontakten und Erstwohnsitz im Postleitzahlgebiet 68?

Bei Bedarf könnte man aus einem “Zentralen Bundesmelderegister” auch so was wie “Schindlers Liste” abfragen. Aber wer möchte das schon, denn außer den “offiziellen Stellen” hat offiziell ja niemand Zugriff auf die Datenbestände und die “Datenprofile” von 82 Millionen Bürge(r)n.

Allein die Diskussion über ein mit zusätzlichen Informationen und Datenbankverbindungen angereichertes „Bundesmelderegister“ ist unnötig, denn ein solches Register darf es NIEMALS geben.
Und wenn die Befürworter dieses „Deutschland Online“-Teilprojektes darauf beharren die Daten der Menschen in diesem Land „zentral“ zu erfassen und dies (unter anderem) damit begründen um “die Versorgung der Behörden und sonstiger öffentlicher Stellen durch regelmäßige Datenübermittlungen zu unterstützen, denn derzeit seien die Adress-, Namen- oder Geburtsangaben von rund 4,8 Millionen Einwohnern mangelhaft“, dann ist lachhaft.
Also lachen Sie ihnen ins Gesicht und schicken sie schnellstmöglich zum Teufel.
Sonst wird Ihnen das Lachen bald vergehen.

Machopan
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Platzwahl

21. Juli 2008 05:45

Lieber Freund

Wer bisher noch versucht hatte, dem Intelligenzquotienten deutscher Politiker eine positive Wertigkeit zuzuordnen, der konnte sich vermutlich nicht vorstellen zu welchem innenpolitischen Possenspiel der Besuch eines amerikanischen Präsidentschaftskandidaten in Berlin einmal werden könnte.
Für Tenzin Gyatso, den 14. Dalai Lama, das politische und religiöse Oberhaupt aller Tibeter, hat sich am 19. Mai des Jahres 2008 ja noch ein völlig unpolitisches Plätzchen am Brandenburger Tor gefunden, das nicht mit nationalsozialistischem Gedankengut befleckt ist.
Jetzt will Barack Obama, der möglicherweise 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, in Berlin ebenfalls einige Worte fallen lassen und die Politiker aller Parteien überbieten sich mit Argumenten und Befürchtungen bei der Platzwahl.
Natürlich hätte man es einfach beim Brandenburger Tor belassen können, denn wo sich einen Tag lang Tunten, Schwule und Lesben tummeln dürfen, würde für ein paar Minuten sicher auch ein amerikanischer Präsidentschaftskandidat nicht weiter auffallen.
Oder man hätte einfach eine Münze werfen können um sich zwischen Siegessäule und Luftbrückendenkmal zu entscheiden. Tritt der unwahrscheinliche Fall ein, dass die Münze auf der Kante stehen bleibt, so hätte man einfach Bush’s bedenkentragende Busenfreundin Angela auf die Ersatzbank geschickt und Obama hätte einfach unter der gläsernen Kuppel des Reichstags gesprochen, unter der das Jahr über sowieso nur Blech erzählt wird.

Die Mauer in Berlin hat man ja dummerweise schon abgerissen und somit den Gästen Berlins die Möglichkeit genommen ihre Appelle und Botschaften, zusammen mit den Wünschen auf Besserung, hinüber zu den Brüdern im Osten zu rufen.
Ursprünglich wollte der Präsidentschaftskandidat der amerikanischen Demokraten ja am Brandenburger Tor reden, aber die Angela von den christlichen Demokraten Deutschlands war der Meinung, dass dieser geschichtsträchtige Ort nur für Widerstandskämpfer und nicht für Wahlkämpfer geeignet wäre.

Dass Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit den Platz am Brandenburger Tor voll in Ordnung fand, kann man zwar verstehen, muss es aber nicht kommentieren, denn der würde sogar noch die toten Pferde der Quadriga vor seinen Karren spannen um irgendwo vorne mit dabei zu sein.
Vielleicht schwelgt Wowi ja auch nur in Erinnerungen an seinen eigenen Wahlkampf im Jahre 2001 und hofft darauf, dass Barack Obama die wesentlichen Inhalte seiner Politik mit dem Satz „Ich bin schwul und das ist gut so“ zusammenfassen könnte.

Ich hatte ja mal den Berliner Zoo zur Platzwahl gestellt, doch scheint diese Stimme der Vernunft in den Zeiten der rot-schwarzen Pest und Cholera ungehört zu verhallt zu sein, denn jetzt ist wohl endgültig eine Entscheidung für die Siegessäule gefallen.

Andreas Schockenhoff, Vizevorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, gab daher schon mal zu Bedenken, dass “die Berliner Siegessäule auf dem Großen Stern dem Sieg über Nachbarn gewidmet ist, die heute unsere europäischen Freunde und Verbündeten sind. Das halte ich für eine unglückliche Symbolik“.

Nun kann ich den Herrn Schockenhoff beruhigen und ihm versichern, dass zumindest den Franzosen völlig egal ist, an welchem Platz Barack Obama seine Botschaften in Berlin absondern darf, solange er die Deutschen nicht dazu auffordert ihre Truppen wieder mal unter dem „Arc de Triomphe“ durchmarschieren zu lassen.

Zu allem anderen Übel kam jetzt auch noch der stellvertretende FDP-Vorsitzende Rainer Brüderle aus der Versenkung gekrochen und verklickerte der “BLÖD am Sonntag”, dass “die Siegessäule in Berlin von Adolf Hitler vom Reichstag weg auf ihren heutigen Platz gestellt wurde. Sie war für ihn das Symbol deutscher Überlegenheit und siegreicher Kriege gegen Dänemark, Österreich und Frankreich. Daher stelle sich ihm, Rainer Brüderle heute die Frage, ob Barack Obama richtig beraten war, die Siegessäule als Redeort für seine Visionen einer Welt der Zusammenarbeit zu wählen”.

Vor diesem Hintergrund ist es mir allerdings ein absolutes Rätsel warum der Deutsche Bundestag am 20. Juni 1991 mehrheitlich den Beschluss fasste vom kuscheligen Wasserwerk in Bonn in den geschichtsbelasteten Reichstag nach Berlin umzusiedeln.
War das denn noch Wiedervereinigungstaumel oder schon kollektiver Größenwahn?
Oder war damals noch nicht bekannt, dass dieses Gebäude und der nach 1945 von Berlin übriggebliebene traurige Rest und Trümmerhaufen einst geradezu eine Brutstätte des Nationalsozialismus war?

Eines haben die bundesdeutschen Politiker bei der ganzen Debatte über die Platzwahl zu Barack Obamas Rede in Berlin völlig übersehen - der Mann tourt gerade durch die größten Krisengebiete der Welt: Irak, Afghanistan und Berlin.

Machopan
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Tor

14. Juli 2008 05:45

Lieber Freund

Nur ein einfältiger Tor würde auf den Gedanken kommen, dass Gesine Schwan beabsichtigen könnte anlässlich ihrer Kandidatur für das Amt des deutschen Bundespräsidenten, eine Rede am Tor vor dem Weißen Haus in Washington zu halten und mit diesem Wunsch einen heftigen Streit zwischen dem amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, dem Senator von Washington und dem amerikanischen Außenminister auslöst.
Im umgekehrten Fall, zum Beispiel weil Barack Obama, anlässlich seiner Kandidatur für das Amt des amerikanischen Präsidenten, eine Rede vor dem Brandenburger Tor in Berlin zu halten gedenkt, hört man aus der Hauptstadt des Landes mit der unbegrenzten Einfältigkeit, dass sich die mächtigste Kanzlerin der Welt, der regierende Bürgermeister von Berlin und der deutsche Außenminister darüber in die Haare geraten.

Nun war die Angela ja gerade zu dem Zeitpunkt, an dem dieses hochbrisante innenpolitische Problem erstmalig auftauchte, mal wieder nicht da, sondern hockte in Japan beim G8-Gipfel in Toyako, um Verbesserungen für das Klima auszubaldowern. Da wäre sie mal besser zu Hause geblieben und hätte endlich mal dafür gesorgt, dass das von ihr berufene Gruselkabninett nicht noch mehr Unsinn ausheckt und die großkotzige Koalition mit ihren Machtspielchen nicht noch mehr Porzellan im Lande zerschlägt.
Aber so ist sie halt die Angela, permanent unterwegs und in Eile, immer die Lefzen lächelnd verzerrt, immer den Blick im eigenen Spiegel und immer unterwegs in ihrer selbstgesetzten lächerlichen Mission Deutschland zu dienen, während hinter ihr die Pfahlbauten der Ureinwohner des Landes zerfallen und in einem Sumpf aus Bürokratie, Ausbeutung und Bespitzelung versinken.

Unüblich ist es ja nicht, dass Kandidaten, die in ein höheres Amt streben, vor ihrer Wahl schon mal einen Antrittsbesuch bei den zukünftigen Kollegen über dem großen Teich machen. Man muss es ja nicht gleich so übertreiben wie Angela Merkel, die im Wahlkampf 2002 schon mal bei George Bush vorbeischaute, während der amtierende Bundeskanzler Schröder die vorgezogenen Neuwahlen noch für eine seiner cleversten Ideen hielt.
Da die Stelle der Praktikantin im Weißen Haus nach Monica Lewinsky nicht mehr besetzt wurde, musste sich das Angela leider damit begnügen dem größten Lügner aller Zeiten das Rektum zu graulen, konnte aber auch so ganz nebenbei schon mal durchblicken zu lassen, dass für den Fall ihrer Wahl zur Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland eine Beteiligung deutscher Truppen am Krieg im Irak nicht mehr gänzlich ausgeschlossen werden könne.

Klaus Wowereit, der Regierende Bürgermeister von Berlin, will nun den demokratischen Hoffnungsträger Obama an einer derart symbolträchtigen Stätte wie dem Brandenburger Tor gar eine transatlantische Grundsatzrede halten lassen. “Wir werden ihm ein herzliches Willkommen bereiten und alles unterstützend unternehmen, was notwendig ist, damit er von Berlin aus auch Botschaften senden kann”, sagte der SPD-Politiker dem Fernsehsender N24.

Doch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier fürchtet, dass Obama aufgrund der aktuellen Debatte von einem Deutschlandbesuch abgeschreckt werden könnte: “Die Amerikaner haben entscheidend zur Rettung der Stadt Berlin beigetragen, drum sollten wir ihnen auch ermöglichen, an historischen Stätten wie dem Brandenburger Tor aufzutreten“, sagte er der Frankfurter Rundschau.

Es ist dieser typisch-deutsche vorauseilende Gehorsam, der sowohl in der Innen- als auch in der Außenpolitik, zuverlässig dafür sorgt, dass angloamerikanische Interessen aus Politik und Wirtschaft artig und wohlwollend bedient werden können.
Sei es die Weitergabe der Flugpassagierdaten an amerikanische Behörden, seien es Aktivitäten amerikanischer Geheimdienstler am Frankfurter Flughafen oder die Entsendung von Kampftruppen in von den USA “erfolgreich befriedete Gebiete”.
Gerüchteweise war es diesmal der Wunsch der republikanischen Bush-Administration, der bei der machtigsten Kanzlerin der Welt “Bedenken” gegen einen Auftritt des Demokraten Obama auslöste. Gut, sie wird sich eben daran, dass ihr George Bush nicht mehr den Nacken massiert, ebenso gewöhnen müssen wie daran, dass ihr der Nachfolger von Jacques Chirac nicht mehr den Handrücken abschleckt.
Doch jetzt sind wir in der Diskussion um die Rede des Präsidentschaftskandidaten Obama am „Brandenburger Tor“ schon nicht mehr weit davon entfernt, dass wir auch die Mauer wieder aufbauen würden, sobald sich jemand aus den USA findet, der davor eine Rede halten möchte.
Noch wissen wir aber nicht einmal, welcher Art denn die Botschaften des Barack Obama denn sein werden, hat doch die Weltöffentlichkeit bei George Bush ja auch ein ganzes Weilchen gebraucht, bis ihr klar wurde welch skrupelloser Lügner die Amerikaner da zum Präsidenten gewählt hatten.

Doch bei näherer Betrachtung gibt es eigentlich keinen Grund, warum ein Amerikaner der sich um das höchste Amt seines Landes bewirbt, nicht von einem Ort aus sprechen kann, an dem die Schwulen und Tunten der Stadt schon seit Jahren bei ihrer „Love Parade“ durchziehen und eine saufende und grölenden Masse ihren Nationalhelden Michael Ballack & Kollegen huldigen darf.

Natürlich könnte man die inhaltsschweren Botschaften des amerikanischen Wahlkampftouristen Barack Obama auch von jeder anderen Lokalität in Berlin in die Welt senden.
Es muss ja nicht gleich eine der No-go-Areas im ausländerfeindlichen Osten der Stadt sein, die Wiese vor dem Reichstag im undemokratischen Westen ist doch auch ganz nett. Sehr symbolträchtig wäre auch der Platz vor dem “hohlen Zahn“, seitdem dort die Turmuhr wegen irreparabler Schäden stillgelegt und die Zeiger auf 12 Uhr gestellt wurden, was aber nichts mit der Tatsache zu tun hat, dass die Politiker in Berlin schon länger nicht mehr wissen was die Stunde geschlagen hat.
Nach dem ganzen Affentheater, das in dieser Republik veranstaltet wird, nur weil ein Kandidat für das Amt des amerikanischen Präsidenten auf seiner Werbetourtour um den Globus in Berlin einen Zwischenstopp machen will, kann es eigentlich nur einen einzigen Ort geben, der der Bedeutung dieses Jahrtausendereignisses gerecht werden kann - “Der Berliner Zoo”.

Um das Interesse der Medien und der Öffentlichkeit an diesem Ereignis ins schier Unerträgliche zu steigern, müsste das Rednerpodium allerdings genau vor Eisbär Knut’s Kerker postiert und exakt Richtung Mekka ausgerichtet werden, damit sich die Muslime Deutschlands nicht schon wieder vor den Kopf gestoßen fühlen und im christlich-naiven Abendland weitere endlose und sinnfreie Debatten über Rassismus und Ausländerfeindlichkeit tunlichst vermieden werden.

Aber sicher wird am Ende alles gut werden und das Angela und ihre Kumpane lassen sich diese Gelegenheit zur Verbesserung ihrer Imagewerte sicher auch nicht entgehen.
Und die Tränen werden rollen, wenn Barack Obama seine Rede, in Anlehnung an ein großes historische Vorbild, ebenfalls mit einem Gruß an den Innungsverband der Berliner Konditoren und Zückerbäcker abschließt und seine Rede mit dem in holperigen Deutsch gesprochenen Satz „isch bin ein Mohrenkopf“ beendet.

Bevor die gesellschaftspolitischen Tore der Nation nun empört aufheulen, ihre Torheiten von der Leine lassen und sich aus der Kurzdistanz ein Eigentor schießen, sollten sie zuerst ein mal, auch wenn es mental besonders schwer fällt, auf Tordistanz zu sich selbst gehen und nachlesen, dass es sich bei einem „Mohrenkopf“ um eine dunkle Schokoladenhülle mit luftiger Schaumfüllung handelt, deren unsäglicher Versuchung voll klebriger Schaummasse viele beim besten Willen nicht wiederstehen können.

Und der Genuss macht dick, egal wo gegessen wird.
Wobei es durchaus auch Menschen gibt, denen wird schon beim Anblick übel.

Machopan
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Endspiel

7. Juli 2008 05:45

Lieber Freund

Kennen Sie eigentlich den Unterschied zwischen einem Endspiel und einem Trauerspiel?
Egal was Ihnen dazu spontan einfällt, ich weiß spätestens seit dem letzten Spieltag der Fußball-Europameisterschaft 2008, dass die Schnittmenge beider Ereignisse nahezu bei 100% liegen kann.

An der quantitativen personellen Besetzung der Tribünen hat es sicher nicht gelegen, denn das Haus war voll und die Stimmung war auch nicht schlecht, wobei aus Sicht der deutschen Mannschaft mit zunehmender Spieldauer das Endspiel zu einem Trauerspiel mutierte. Als Zuschauer musste man nur ab und zu einen Blick auf die eingefrorenen Lefzen der Bundesangela werfen, um zu erkennen, dass es nicht gut um Deutschland stand und die Rechnung mit dem Sommermärchen 2008 nicht aufging.
Dabei hatte die Angela aus Berlin ja noch extra Jubelverstärkung mitgebracht, sogar Horst “meine- Frau-und-ich” war da, allerdings musste die Gattin des Bundespräsidenten in der zweiten Reihe Platz nehmen, während beim Spiel Deutschland gegen die Türkei die Frau Erdogan, sogar mit Kopftuch, neben ihrem Göttergatten sitzen durfte. Derartige Beobachtungen sollte man sich gut merken, um sie ann bei zukünftigen Diskussionen über die Unterdrückung kopftuchtragender Frauen in der türkischen Kultur als Stein des Anstoßes ins Spiel zu werfen.

Wie bereits im Jahr 2006, während der Fußballweltmeisterschaft, hat die Bundesregierung die Zeit der nationalen Freude und Glückseligkeit wiederum geschickt genutzt um, weitgehendst unbeachtet vom Volk, einige weitreichende Gesetze zu beschließen.
War es in 2006 mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer die unverschämteste Steuererhöhung der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte, so war es diesmal noch viel schlimmer. Aber wen interessiert das schon, angesichts der “Erfolge” der deutschen Fußballnationalmannschaft, die es diesmal sogar bis ins Endspiel geschafft hat. Dagegen kommt bei Menschen, die nicht nur den Sportnachrichten lauschen, sich keine Nationalfarben ins Gesicht schmieren und vom Deutschlandlied nicht nur die dritten Strophe singen können, so langsam Endzeitstimmung auf.

So weit, so gut, kommen wir daher zum Schluss dieses Trauerspiels und zum Spielverlauf des Endspiels aus deutscher Sicht.
Der ist rasch erzählt, denn statt langer Pässe auf dem Spielfeld, gab es am Ende lange Gesichter auf der Tribüne.
“Selten war eine 0:1-Niederlage so deutlich”, schrieb die Presse tags darauf, denn erst schoss Metzfelder nach einem Ballverlust von Hitzsperger fast ein Eigentor, das von Lehmann auf der Linie gerade noch verhindert werden konnte. Dann bediente Mertesacker per Fehlpass die Spanier, anschließend ließ sich Metzfelder von Torres tunneln, der dann gleich darauf höher stieg als Mertesacker, aber da noch nicht ins Tor von Lehmann traf, sondern nur den Pfosten.
Von diesem Schock in der 16ten Minute erholte sich das deutsche Team bis zum Spielende nicht mehr und wagte sich bis zum Schlußpfiff kaum noch über die Mittellinie, geschweige denn in den Strafraum vor dem gegnerischen Tor.

Jetzt einzelne Spieler wegen ihrer Leistungen aus dem bundesdeutschen Herumgekicke herauszugreifen macht wenig Sinn, auch wenn es mich schon jucken würde, solchen Spielfiguren wie „Schweini“ mal die gegeelten Blondborsten ordentlich gegen den Strich zu bürsten.

Und Ballack?
Who the fuck is Ballack?
Ach, Sie meinen den Dressman der Nation mit dem Lockenköpfchen über den traurigen Augen und der Unglücksnummer 13 auf dem Rücken, dessen Wade vor dem Spiel für so viele Schlagzeilen sorgte?
Also die Schmarre über die Auge ist neu, aber die Wade hatte schon bei der Weltmeisterschaft im Jahr 2006, fast auf den Tag genau, Angst vor einer Teilnahme am Endspiel und krampfte sich in weiser Voraussicht auf den ebenfalls verkrampften Spielverlauf ebenfalls schon mal vorsorglich zusammen.
Same procedure as 2006, Mr. Ballack?
Oder auf gut Deutsch, was will man mit einem Mannschaftskapitän, den jedesmal in Erfolgsnähe eine körperliche Unpässlichkeit befällt.
Für mich als ehemaligen aktiven und passiven Fußballjunkie sind jedoch zwischenzeitlich nicht die Ereignisse auf dem Spielfeld der Höhepunkt, sondern die Kommentare und Analysen des Günter Netzer, ehemaliger Mittelfeldspieler bei Borrusia Mönchenglapptnix, der einst mit weiten Pässen und Vorstößen “aus der Tiefe des Raums” für Aufsehen auf dem Spielfeld sorgte.
Das war jedoch noch bevor er sich offensichtlich das Hirn weggeköpft hat, denn in seiner heutigen Funktion als “Standfußballer” bei der ARD, sorgt er mit weitschweifigen Kommentaren „aus der Leere des Raums“, zumindest bei mir, nur noch fürs Weghören vor der Glotze.

Ach ja, in zwei Jahren ist schon wieder Weltmeisterschaft.
Schaun wir mal, ob dann die Angela und der Horst “meine-Frau-und-ich” beim Endspiel noch auf der Ehrentribüne sitzen.

Machopan
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