Bundesmelderegister
28. Juli 2008 05:45

Selbst unter wohlwollender Berücksichtigung möglicher mildernder Umstände kann sich auch der unkritische Betrachter nicht mehr der Erkenntnis verschließen, dass dieses Land nur noch von Vollidioten, völlig Ahnungslosen, chronischen Egomanen, dumpfbackigen Dampfplauderern, selbsternannten Missionarren und gerissenen Halunken regiert wird.
Es kann sich jeder selbst aussuchen, zu welcher Gruppe der sicherheitspolitische Sprecher der SPD und der zu den christlichen Demokraten gehörende Bundesinnenminister gehören.
Gerade noch hat das Wiefelspützchen in den Medien über den großen Wurf des neuen BKA-Gesetzes geschwelgt und die gute Zusammenarbeit mit dem Innenminister gelobt und schwups, schon kann er nicht erkennen, warum der Bundesinnenwolf nun (auch noch) ein zentrales bundesweites Melderegister benötigt.
“Schäuble muss belegen, ob wir das benötigen“, verblubberte der SPD-Innenexperte der Neuen Ruhr/Rhein Zeitung und offenbarte damit seine völlige Ahnungslosigkeit, denn inzwischen kann jeder Blinde mit Krückstock erkennen, an was der IM Zweirad im Rahmen des von Angelas der Ersten aus der Uckermark genehmigten Großprojektes „STASI 2.0“ da bastelt.
Man muss jedoch dem Innenexperten der SPD zu Gute halten, dass grenzenlose Ahnungslosigkeit, profundes Nichtwissen und hartnäckige Lernresistenz zwar noch nicht zu den Grundvoraussetzungen für eine Mitgliedschaft in dieser Partei gehören, aber der innerparteilichen Karriere zumindest nicht besonders abträglich sind.
Ganz in diesem Sinne äußerte sich auch die sozial-demokratische Bundesjustizministerin Brigitte Zypries und meldete in der Sächsischen Zeitung “Gesprächsbedarf” an, denn sie sei nicht davon überzeugt, “dass wir ein Bundesregister in dieser Form brauchen“.
Vielleicht wäre es der Verbesserung des Durchblicks der Bundesjustizbrigitte dienlich gewesen, sich mal zum “Nasepudern” auf der Damentoilette des Deutschen Bundestages mit der Innenexpertin der Freien Demokraten zu verabreden, denn hegt zumindest einen Anfangsverdacht an welchem Schuh der Bundesinnenwolf in enger Abstimmung mit der Bundesangela da strickt, denn Gisela Piltz nannte Schäubles Vorhaben schon mal “ein weiteres Puzzlestück im Datensammlungswahn des Staates“.
Auch wenn die FDP seit dem Fallschirmabsprung ihres halbseidenen Parteivorsitzenden beim Wähler einen eher lauwarmen Eindruck hinterlässt, so muss man doch neidlos zugeben, dass die Gisela Piltz das vollkommen richtig erkannt hat, denn jeder Depp könnte, wenn er denn wollte, erkennen welchen Informationsgehalt ein solches zentrales “Bundesmelderegister” bietet.
In Verbindung mit der einheitlichen Steuer-Identifikationsnummer, der Rentenversicherungsnummer, einigen anderen personenbezogenen Daten und mit Verknüpfungen zu ELENA, SCHUFA und EGA ermöglicht es jegliche Art der Datenselektion für jeden Zweck.
Sie suchen eine Frau, Ende Dreißig, blond, Körbchengröße 80C, unverheiratet, aber mit Abitur?
Oder brauchen Sie etwa einen Organspender, Nichtraucher, Blutgruppe 0+, ohne Erbkrankheiten und noch ledig?
Und wie wäre es mit einer Liste aller männlichen Fahranfänger unter 35 Jahren mit eigenem PKW und Erstwohnsitz im Postleitzahlgebiet 68?
Sie brauchen jetzt nicht zu lachen, denn das Lachen wird Ihnen, und das nicht erst eines Tages, im Halse stecken bleiben, denn die Regierungschefs von Bund und Ländern haben sich im Aktionsplan “Deutschland Online” darauf verständigt, das Meldewesen in eine “zukunftsfähige Struktur” zu überführen um bei Rettungseinsätzen und in Notfallsituationen schnell und zuverlässig Informationen für Polizei, Feuerwehr und Hilfsdienste über Identität und Aufenthalt von Personen zur Verfügung zu stellen.
Und damit haben sie dem Innenwolfgang eine Steilvorlage für sein Modell „Stasi 2.0“ geliefert und so eine Chance lässt der sich doch nicht entgehen.
Denn das „Zentrale Melderegister“ beantwortet nicht nur artige Fragen, sondern auch abartige.
Sie suchen eine Gebärmutter, mit dominanter Blond-Epistase und IQ > 100?
Oder brauchen Sie etwa nur die Leber von einem Nichtraucher, Blutgruppe 0+, epigenetisch unbelastet und ohne nähere Angehörige?
Und wie wäre es mit einer Liste der wehrfähigen deutschsprachigen politischen Abweichler mit Auslandskontakten und Erstwohnsitz im Postleitzahlgebiet 68?
Bei Bedarf könnte man aus einem “Zentralen Bundesmelderegister” auch so was wie “Schindlers Liste” abfragen. Aber wer möchte das schon, denn außer den “offiziellen Stellen” hat offiziell ja niemand Zugriff auf die Datenbestände und die “Datenprofile” von 82 Millionen Bürge(r)n.
Allein die Diskussion über ein mit zusätzlichen Informationen und Datenbankverbindungen angereichertes „Bundesmelderegister“ ist unnötig, denn ein solches Register darf es NIEMALS geben.
Und wenn die Befürworter dieses „Deutschland Online“-Teilprojektes darauf beharren die Daten der Menschen in diesem Land „zentral“ zu erfassen und dies (unter anderem) damit begründen um “die Versorgung der Behörden und sonstiger öffentlicher Stellen durch regelmäßige Datenübermittlungen zu unterstützen, denn derzeit seien die Adress-, Namen- oder Geburtsangaben von rund 4,8 Millionen Einwohnern mangelhaft“, dann ist lachhaft.
Also lachen Sie ihnen ins Gesicht und schicken sie schnellstmöglich zum Teufel.
Sonst wird Ihnen das Lachen bald vergehen.

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