Rettungspaket
27. Oktober 2008 05:45

Nun hat sich diese Regierung doch im nahezu kooperativen Gehorsam alle erdenkliche Mühe gegeben innerhalb weniger Tage ein milliardenschweres Rettungspaket für die vom Untergang bedrohten Banken der Republik zu stricken, um, wie es die mächtigste Merklein aller Zeiten ausdrückte “dem Mittelstand, der Wirtschaft und den Menschen wieder ein funktionierendes Bankensystem zu ermöglichen” und nun mäkeln die Begünstigten nicht nur an der Farbe des Verpackungspapiers sondern auch noch am Inhalt des Care-Paketes herum.
«Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, kritisierte die Ausgestaltung des Bankenrettungspakets. “Die Bundesregierung will sich nicht wirklich engagieren und hat deswegen ein falsches Paket geschnürt”, sagte er dem TV-Sender N24. Die Banken bräuchten das Staatsgeld nicht - und wenn doch, würden sie gleich noch weiter abstürzen, wenn sie offiziell verkünden müssten, dass es ihnen schlecht gehe», schreibt die FTD und Josef Ackermann, der Gastarbeiter an der Spitze der Deutschen Bank, würde sich nach eigenen Worten „schämen“ wenn „seine“ Bank in der selbstgemachten Krise Staatsgeld annehmen würden.
Solche Worte mag man nun in Berlin natürlich gar nicht gerne hören, denn es stellt sich doch jedem Steuerzahler automatisch die Frage, warum man in Berlin, angesichts leerer Staatskassen, so rasch ein, nun offensichtlich “falsches” Rettungspaket, für eine Clique von Havaristen geschnürt hat, denen nach eigener Darstellung das Wasser bereits bis zum Hals stand und die nun offensichtlich nichts Besseres zu tun haben als an der Farbe der Schwimmwesten und dem Sitzkomfort im staatlichen Rettungsboot herumzumäkeln.
Seitens der Steuerzahler gab es etliche Vorschläge die Rettungsaktion unterstützend mit Handschellen und Hanfkrawatten zu begleiten und selbst für eine Renaissance des “unbeschwerten Kielholen” fand sich eine steigende Zahl Befürworter.
Nicht verschweigen darf man aber, dass es neben den üblichen Meckerern und Nörglern auch echte Befürworter des “Rettungspakets” gab, die nicht müde wurden dessen ungeheuere Bedeutung für die “soziale Marktwirtschaft” fast gebetsmühlenartig zu wiederholen.
Allerdings fällt bei näherer Betrachtung auf, dass es wohl ausgerechnet die Landesbanken sind, die schon immer am staatlichen Finanzierungstropf hingen und nun sehr gerne weitere stattliche Hilfsmaßnahmen in Anspruch nehmen wollen. Nach der BayernLB wird ja nun auch die WestLB und die HSH Nordbank laut darüber nachdenken. Würde es die SachsenLB noch geben, so wäre diese sicher auch mit von der Partie. Und wenn man dann noch die IKB und die KfW mit dazu nimmt, dann bleibt aus dem ganzen Rettungspaket für die Errettung der Privatbanken, des Mittelstandes, der Wirtschaft und der Menschen wohl nicht mehr all zuviel übrig.
Da liegt doch der Gedanke nicht fern, dass es wohl doch wohl mehr um ein Rettungspaket für die ins kollektive Trudeln geratenen Landesbanken handelt, die mit der Spielcasinomentalität der Parteibuchbankern an die Wand gefahren oder in den Sand gesetzt wurden.
Dass man mit diesem eilig geschnürten “Rettungspaket” nicht nur die verantwortliche Politikerkaste mitsamt den Finanzministern und Ministerpräsidenten der Länder vor dem Untergang bewahrt, sondern mit der Beseitigung der eigene Sünden auch noch das hehre Ziel eines ausgeglichenen Bundeshaushalts für das Jahr 2010 aufgeben konnte, ist doch nur ein schöner Nebeneffekt und rein zufällig
Da wundert es nicht, dass Bundesfinanzminister Steinbrück das “500-Milliarden-Rettungspaket” anpreist wie Sauerbier und die Banken fast flehentlich zur Annahme staatlicher Hilfen aufruft. Irgendwie erinnert das an “hier werden sie geholfen - ob sie nun wollen oder nicht”.
Also irgendwie kann man da den Herrn Ackermann von der Deutschen Bank in seiner gekränkten Ganovenehre schon verstehen, dass er sich von den staatlichen und kommunalen Finanzamateuren Deutschlands weder unter die Arme greifen lassen will, noch mit ihnen auf eine Stufe gestellt werden möchte.
Und sich von unfähigen Politikern in sein Geschäft reinreden lassen und sich auch noch von Menschen, die sich noch nicht einmal an ihre eigenen Nebeneinkünfte erinnern können, sein Gehalt deckeln lassen, das will er dann schon mal gar nicht.
Mit welch kruden Vorstellungen sich dieser Bundesminister für Finanzen die Welt erklärt, sieht man nicht nur an seinen Verbalattacken gegen die „schwarzgeldfinanzierten Schurkenstaaten“ mit humanen Steuersätzen, sondern auch an seiner Warnung an die Bankmanager aus falschem Prestigedenken die staatlichen Hilfen nicht in Anspruch zu nehmen.
“Das würde bedeuten, dass ein Banker sein Institut lieber untergehen ließe, als dass er für die Laufzeit des Schirmes bis Ende 2009 für ‘nur’ noch 500.000 Euro pro Jahr arbeitet. Das sollte er dann mal der Öffentlichkeit erklären“, sagte der Minister. So ein Fall sei für ihn “absolut unvorstellbar“, erklärte Steinbrück der Presse, „dann würde ich langsam verzweifeln an der Verantwortungsbereitschaft dieser Berufsklasse.“
Als deutscher Steuerzahler und Bürger kann man ihm da nur zustimmen, denn nicht nur im Umgang mit Geld hat auch die Verantwortungsbereitschaft deutscher Politiker den Nullmeridian längst nach unten durchbrochen.

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