Und es kommt die Zeit …

29. Dezember 2008 05:45

Lieber Freund

Zeit ist üblicherweise etwas, was in unserer Zeit niemand mehr zu haben scheint.
Dabei ist Zeit zwar relativ, aber durchaus etwas auf das man sich verlassen kann, denn Zeit kann man nicht nur messen und einteilen, man kann sich Zeit auch nehmen, man kann sich Zeit lassen und Zeit nehmen lassen.
Man kann sich die Zeit vertreiben, man kann die Zeit verschwenden und vergeuden, und immer zum Ende einer Zeitperiode gibt es dann eine gehäufte Anzahl von Ereignissen, bei denen man dies alles zeitgleich tun kann, denn dann ist die Zeit der glorifizierten Rückblicke, der beschönigenden Gegenwartsbewertung und selbstverständlich auch die Zeit der visionären Prognosen.

Im privaten und familiären Bereich tritt dieses Phänomen meist an Geburts-, Hochzeits- und Todestagen auf und meist lässt man als Beteiligter oder Betroffener die verbale Würdigung verstrichenen und kommenden Zeiträume über sich ergehen um gleich danach zum Tagesgeschehen zurückzukehren.

In der Wirtschaft ist diese Art der Berichterstattung über Gewesenes und Zukünftiges meist per Gesetz geregelt und verpflichtet den Vortragenden, unter Androhung von Strafe, zu einem gewissen Maß an Wahrheit.

Würde es solche Verpflichtungen zur Wahrheit auch für die politischen Werktätigen geben, dann wäre sicher noch kaum noch einer der erwählten Volksvertreter auf freiem Fuß.  Erklärbar ist dieses Verhalten politischer Mandatsträger nicht etwa dadurch, dass es sich überwiegend um notorische oder krankhafte Lügner handelt, sondern dadurch dass Politiker eigentlich Anhänger einer an den Bedarf anpassbaren Glaubensrichtung sind.
Ausserdem glauben sie, dass sie zum Führen berufen sind und ihnen dazu gleichzeitig die Weisheit in die Wiege gelegt wurde. Hinzu kommt, dass sie glauben, die von ihnen vertretene Meinung sei die einzig richtige, weil eben parteikonform und ideologisch abgesichert und geprüft. Erleichtert wird das Ganze durch eine gewisse persönliche Borniertheit, ausgeprägte Selbstüberschätzung und in Abhängigkeit der erreichten Position, von einer zunehmenden Lernresistenz und Realitätsferne.
Derart ausgestattet wird dann aktive Politik gemacht und “Gesetze für das gemeine Volk” ausbaldowert, zusammengezimmert und zu “Recht” erklärt.
Man muss sich das ungefähr so vorstellen, wie wenn im Zölibat lebende katholische Theologen zusammen mit nicht praktizierenden Gynäkologen und etlichen kinderlosen Steuerfachexperten angesichts statistisch prognostizierter steigender Bevölkerungsmortalität über die Bedeutung der jungfräulichen Geburt diskutieren und dann ihren kleinsten gemeinsamen Nenner nebst einiger möglichst ungenau definierter ideologischer Feinheiten in Gesetzesform gießen um es dann mit der Unterschrift des Bundespräsidenten als geltendes Recht über das gebärunwillige Volk ausschütten zu können.

Damit das Volk versteht, dass dies alles nur zu seinem Besten geschieht, lässt der Bundespräsident es sich nicht nehmen, am Jahresende, nicht etwa als Entschuldigung sondern eher als Rechtfertigung, Vergangenes und Kommendes in hehre Worte zu fassen und im Rahmen einer Ansprache an das Volk zu richten.

Jetzt war es also für den Bundespräsidenten wieder an der Zeit, der Bevölkerung nicht nur die begangenen Schandtaten der letzten 12 Monate zu erklären sondern auch auf die kommenden Straftaten einzustimmen und ihr die notwendige Kraft, den Mut und die Zuversicht einzureden, damit sie ihr Schicksal unter dem Joch der Obrigkeit auch weiterhin brav und klaglos ertragen kann und fest wird in dem Glauben, dass es im nächsten Jahr sicher besser werden könnte. Vorausgesetzt man bleibt frei von Zweifeln und hört nicht auf die Verführer am rechten und linken Rand des demokratischen Systems.

Mit salbungsvollen Worten und einer Tonlage, die mich persönlich immer an einen “Pferdeflüsterer” erinnert, sprach Bundespräsident Horst Köhler in seiner Weihnachtsansprache dem Volk Mut zu: “Trotz globaler Finanzkrise sei er zuversichtlich, dass die Herausforderungen gemeistert würden, denn das Land habe ein gutes Fundament. Auch hätten die Reformen der vergangenen Jahre Deutschland gestärkt und in den Betrieben sei eine neue Bereitschaft zum Miteinander festzustellen. Deutschland sei durch die vielen tüchtigen Menschen, die unsere Gemeinschaft tragen, gut gewappnet, denn es verfüge über gut ausgebildete, motivierte Arbeitnehmer, ideenreiche, mutige Unternehmer und Millionen von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die gestalten, anpacken und füreinander einstehen. Das alles könne uns allen Mut machen.

Köhler, dem man durchaus unterstellen darf, dass er mit dem “guten Fundament des Landes” das in Duldungsstarre verharrende Präkariat gemeint haben könnte, lobte ausdrücklich die deutsche Politik und die Bürger für ihre kluge und besonnene Reaktionen in der Finanzkrise. Nun biete die heraufziehende Rezession nicht nur eine Chance für eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Völkern und für eine bessere Ordnung von Wirtschaft und Finanzen, sondern Anstand, Bescheidenheit, Maß und Glaubwürdigkeit brächten auch das Vertrauen zurück, das unsere Gesellschaft zusammenhalte.
Abschließend sprach der Bundespräsident seinen besonderen Dank den Soldatinnen und Soldaten aus, die in der Ferne für Sicherheit und Wiederaufbau sorgen, denn sie dienten dem Frieden unter dem Einsatz von Leib und Leben.

Man muss sich nicht erst erinnern, was der Mann bei gleicher Gelegenheit in den Vorjahren erzählt hat. Man muss sich auch nicht fragen auf welcher Wolke dieser Mann eigentlich lebt und welcher matte Stern ihn erleuchtet und/oder in die Irre führt, man muss sich nur fragen, wie lange er diesen gequirlten Schwachsinn eigentlich noch ungestraft unters Volk bringen darf.

Mit dem Paragraphen 130 gibt es im Strafgesetzbuch (StGB) zwar eine gerne genutzte Möglichkeit gegen staatsgefährdende Volksverhetzer vorzugehen, doch staatstragende Volksverblödung bleibt bisher leider völlig straffrei.
Die Betonung liegt auf bisher, denn es ist an der Zeit, dass sich daran etwas ändert und wer das zu spät merkelt und immer weiter verköhlert, den bestraft eben das Leben.

Machopan
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Stirnrunzeln

22. Dezember 2008 05:45

Lieber Freund

Die selben Leute, die sich immer gegen Finanzierung durch Staatsverschuldung gewehrt haben, werfen nun mit Milliarden um sich. Unsere britischen Freunde senken nun ihre Mehrwertsteuer um 2,5 Prozentpunkte. Diese Maßnahme wird Großbritanniens Staatsverschuldung auf ein Niveau heben, für das «eine ganze Generation» arbeiten müsse.“, sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück dem US-Magazin Newsweek und kritisierte in der ihm eigenen Art wie immer nur das finanzpolitische Verhalten der Anderen, ohne auch nur einen einzigen selbstkritischen Gedanken an die Glorifizierung seiner eigenen Schandtaten zu verschwenden.

Nachdem sich Steinbrück schon vor Monaten mit seinen besserwisserischen Ratschlägen zur Sanierung des französischen Staatshaushalts vom französischen Staatspräsidenten Sarkozy persönlich einen heftigen Rüffel eingefangen hatte und mit seinen völlig überzogenen Äußerungen zum Steuergeheimnis in der Schweiz dem deutschen Botschafter einen Termin bei der Schweizer Regierung verschafft hatte, löste nun seine Kritik am britischen Vorgehen in der Finanzkrise bei der Regierung in London heftiges Stirnrunzeln aus.

Angesichts der stetig weiterwachsenden bundesdeutschen Staatsverschuldung an der auch die von der GroKo anno 2006 durchgeführte Steuererhöhung, der unverschämtesten die dieses Land jemals gesehen hat, nichts geändert hat, benötigt man als Finanzminister schon einen totalen Verlust von Realitätsbewusstsein und Charakter um noch die „Fehler“ der Anderen geißeln zu können.

Dass die Engländer zur Stärkung der Binnennachfrage ausgerechnet die Mehrwertsteuer um 2,5 Prozentpunkte gesenkt haben und nicht über die selbstheilende Wirkung eines Konsumschecks nachdenken, ist aus Sicht der Bundesregierung natürlich unverzeihlich, denn wie steht man denn jetzt selbst da, nachdem man jahrelang die eigene Mehrwertsteuererhöhung um 3 Prozentpunkte als “das“ Mittel zur Stabilisierung der Wirtschaftslage und Sanierung des Staatshaushaltes gepredigt hat. Würde die Regierung Merkel diese Mehrwertsteuererhöhung rückgängig machen, dann wäre das ja nicht nur das Eingestehen eines fatalen Irrtums vor dem Viele gewarnt hatten, sondern der Wähler müsste sich auch allen Ernstes fragen, was von den großmauligen Vorhaben im Koalitionsvertrag dann eigentlich noch übrig bleibt.

Im Inland ist man in der Arbeitsmarktpolitik weiter gegen die Wand gefahren und die Verbesserungen am Arbeitsmarkt sind rein statistischer Natur. Der warme Wind des merkelschen Wirtschaftaufschwungs ist in den letzten Jahren in den unteren Bevölkerungsschichten, wenn überhaupt, nur noch als überriechender Furz angekommen. In der Gesundheitspolitik wurde nichts außer einer bürokratischen Geldumverteilungsmaschine erschaffen, in der Sozialpolitik kläglich versagt, in der Finanzpolitik steht man trotz kräftig gestiegener Einnahmen vor einer Neuverschuldung wie seit Jahrzehnten nicht mehr und in der Bildungspolitik hat man sich, im wahrsten Sinne des Wortes, dumm und dämlich gespart.

Dafür sind deutsche Soldaten zum festen Bestandteil bundesdeutscher Außenpolitik geworden, schippern vor der libanesischen Küste hin und her um den Waffenschmugglern zuzuwinken, kreuzen auf Piratenjagd am Horn von Afrika und verteidigen die freiheitlich-demokratische Grundordnung ihres aus den Fugen geratenen Heimatlandes am Hindukusch, während sich die Politiker zu Hause für Denkmälern und Orden für die im Felde gebliebenen tapferen Soldaten stark machen und peinlich darauf achten, dabei das Wort „Krieg“ nicht in den Mund nehmen zu müssen.

Während die bundesdeutsche Armee also nun vielerorts dabei hilft die amerikanische Außenpolitk zu unterstützen und die terroristischen Feinde ausländischer Regierungen in Schach zu halten, die beide auf ihre Art darauf bedacht sind basisdemokratischer Systeme im Lande zu verhindern, werden zu Hause die letzten Grundpfeiler eines geläutert aus Ruinen auferstandenen und einstmals freiheitlich-demokratischen Landes geschleift und zur Verhinderung von nationalem Terrorismus ein totalitäres Überwachungssystem nach DDR-Muster aufgebaut.

Nach all dem Gedöns um die EU-Präsidentschaft der Bundesangela ist es nun auch nicht verwunderlich warum es plötzlich so still und einsam um die einst mächtigste Merkelin aller Zeiten geworden ist, verschwinden doch die bisherigen Komparsen ihrer inszenierten Selbstdarstellungshow einer nach dem anderen in der politischen Versenkung.
Nun treffen sich die „neuen“ Macher und baldowern ohne die deutsche Bundeskanzlerin europäische Krisenstrategien aus, während Angela in Berlin darüber nachgrübelt warum wohl die deutschen Autobauer vom Exportweltmeister zum Sanierungsfall geworden sind.
Und zu allem Übel bleibt ihr jetzt auch nichts anderes mehr übrig, als das von ihr so vehement geforderte Klimapaket aufzuweichen, nachdem die Iren schon die Frechheit hatten der unter ihrer Präsidentschaft eilig zusammengeschusterten EU-Verfassung die rote Karte zu zeigen.
Wenn sie mit ihrer GroKo nicht so viel Unheil angerichtet hätte, dann könnte einem das lefzengesichtige Moppelchen aus der Uckermark schon fast leid tun.
International ist sie zu einer absoluten Nullnummer geworden, auf europäischer Ebene trippelt sie am Spielfeldrand herum und national hat sie die Kontrolle für ihr konsequent fehlbesetztes Gruselkabinett längst verloren.
Egal ob Wirtschaft oder Bildung, ob Arbeit oder Justiz, ob Soziales oder Umwelt, Verkehr oder Verteidigung, Gesundheit oder Familie, Außen oder Innen, der ministerielle Schwachsinn hat System und Methode.
Was macht es da schon noch, dass die für Finanzen zuständige Person Steinbrück für sein großkotzig abgesondertes Gelaber in großen Teilen der Bevölkerung noch nicht einmal mehr ein erstauntes Stirnrunzeln erhält, sondern nur noch heftiges missfälliges Arschrunzeln auslöst, befindet er sich doch niveaumäßig auf Augenhöhe mit Kabinettskollegen und der ersten Kanzlerin des Landes.

Machopan
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Weihnachtsgeschenk

15. Dezember 2008 05:45

Lieber Freund

Das Bundesverfassungsgericht hat Millionen von Berufspendlern ein Weihnachtsgeschenk gemacht” schreibt der Fokus, die Zeitung für den Lokus, und wird mit der Formulierung dieser Meldung mal wieder seinem Ruf voll gerecht.
Ist es denn für die Journalisten eines konservativen und wirtschaftsliberalen Nachrichtenmagazins wirklich so schwierig die Tatsachen über ihre ideologische Mission und eigene politische Meinung zu stellen, denn natürlich handelt es sich bei dem Urteil des Bundesverfassungsgericht nicht um ein “Weihnachtsgeschenk”.
Es ist reiner Zufall, dass das Urteil, mit dem ein von den Regierungsparteien der großen Koalition unter Bundeskanzlerin Angela Merkel bewusst begangener Bruch der Deutschen Verfassung, der vom Bundesfinanzminister Steinbrück noch bis vor wenigen Wochen mit lautstarken Drohungen verteidigt wurde, nun auch vom Bundesverfassungsgericht juristisch als das gewürdigt wurde was er ist: “Ein (versuchter) Betrug aus niedrigen Beweggründen“.

Jedem, der sich emotionslos mit der Materie beschäftigt hat, war völlig klar, dass das von der GroKo im Steuerrecht eingeführte “Werkstorprinzip” für die in abhängiger Arbeit beschäftigten Steuerpflichtigen so keinen Bestand haben kann, denn es verstößt eklatant gegen die verfassungsrechtlich gebotene Besteuerung der Steuerpflichtigen nach finanzieller Leistungsfähigkeit.
So war dann ja auch nicht die Schaffung von mehr Steuergerechtigkeit das Ziel der Steuerreform im Jahr 2006, sondern die Verbesserung der staatlichen Einnahmesituation zur Begrenzung der Neuverschuldung ohne Ausgabenkürzungen.

Zumindest dieser Teil des Raubzugs der GroKo durch die Taschen der Bürger wurde jetzt gestoppt. Aber da weder „Dicke-Backen-Peer“ und „Tränensack-Angie“ noch die Mitglieder ihrer kriminelle Vereinigung strafrechtlich für ihr Treiben belangt werden, oder gar hinter Gitter müssen, werden sie weiter ihr Unwesen im Lande treiben. Lediglich das Geschäftsmodell wird sich etwas an die veränderte Lage anpassen. Flexibel, windschlüpfrig und skrupellos sind die Herrschaften dieser ehrenwerten Gesellschaft ja allemal.

Also warten wir mal ab, welchen faulen Eier sich die Politiker bis Ostern wieder ausdenken und dem Volk ins Nest legen, damit die Medien dann Jahre später wieder über “Weihnachtsgeschenke”, “staatlichen Geldsegen” und “Konjunkturprogramm zur Stärkung der Binnennachfrage” jubeln können und melden, dass “die Bescherung den Bundesfinanzminister Milliarden kosten wird.”

An Dummheit und Verlogenheit ist das eigentlich nicht mehr zu toppen!
Man(n) würde am liebsten die Rute aus dem Sack holen und das ganze Lumpenpack von Nikolaustag bis Himmelfahrt durch die Straßen prügeln.
Das wäre doch mal ein richtig schönes Weihnachtsgeschenk!

Machopan
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Konsumscheck

8. Dezember 2008 05:45

Lieber Freund

Zwar hat sich noch keine Partei offiziell den Slogan “Poppen gegen die Greise, shoppen gegen die Krise” auf das Brett vor dem Kopf geschrieben, aber was nicht ist wird im Laufe des Wahlkampfes schon noch werden.
Offiziell verteilt der Staat jetzt nicht nur Prämien für das humane Ergebnis eines erfolgreichen Natursprungs, sondern geht jetzt auch noch mit der Absicht schwanger dem schwächelnden Binnenkonsumenten unter die Hoden … ääähhhh die Arme zu greifen.

Einen “Konsumscheck” haben sich pfiffigen Politiker der auf dem letzten Loch pfeifenden Republik ausgedacht und einige dieser Pfeifen haben in den Medien sogar richtig ernsthaft für diesen Hirnwind geworben.
Als ich vor Jahren zur Bekämpfung der Vergreisung einen Beischlafberechtigungschein für paarungsfähige Männer vorgeschlagen habe, da fand dieser durchaus konstruktiv gemeinte Vorschlag in den Medien keinerlei Beachtung.

Durch einen Zufall konnte ich nun die Frau A. Nahles miterleben die Gleichnamiges zum Konsumscheck vor einer Kamera absonderte und voller Überzeugung schon mal die Rahmenbedingungen festzurrte: “Einen Konsumgutschein im Wert von 500 Euro sollte jeder Erwachsene bekommen und unter der Bedingung, dass er selbst noch 200 Euro obendrauflegte, bei seinem Händler in Zahlung geben können.”
Somit würde je Konsumscheck Kaufkraft im Wert von circa 700 Euro, natürlich inklusive 19% Mehrwertsteuer, geschaffen und das würde dann der darbenden Wirtschaft die Rezessionsängste nehmen und sie wieder vertrauensvoll in die Zukunft blicken lassen.

Nun sind ja die aufkeimenden Rezessionsängste der Wirtschaft in etwa vergleichbar mit den seit Jahren real existierenden Existenzängsten der Bürger.
Doch im Gegensatz zu den Bürgern, deren persönlicher “Konsumcheck” schon vor vielen Jahren in der Erkenntnis endete, dass stetige Mehrausgaben in Verbindung mit ständigen Mindereinnahmen und steigenden Preisen allein schon aus Vernunftgründen zu einem veränderten Konsumverhalten führen müssen, scheint diese Erkenntnis erst einige wenige Anhänger in Politik und Wirtschaft als mögliche Ursache für schwindsüchtigen Binnenkonsum zu finden.

Wie gesagt, es war reiner Zufall, dass ich Frau A. Nahles vor laufender Kamera bei der Ausscheidung ihrer sozi-sozial-demokratischen Exkremente zusehen konnte. Irgendwie fühle ich mich bei derartigen Auftritten bundesdeutscher Politiker immer an Berichte aus dem Tierreich erinnert, denn auch Tiere verwenden ihre Exkremente zu Kommunikationszwecken und sei es nur zur Reviermarkierung.
Im vorliegenden Fall entbehrt es sicher nicht einer gewissen Komik, dass ausgerechnet eine Vertreterin der Sozialabbaupartei Deutschlands sich zur Förderung des Binnenkonsums mittels Konsumscheck äußerte, nachdem diese Partei jahrelang an der “reformbedingten” Einkommensschmälerung ihrer einstmaligen Wählerschaft mitgewirkt hat.

Natürlich blieb die Frau A. Nahles, wie immer pausbackig strahlend, völlig unverbindlich und hat sich daher auch nicht näher zum Personenkreis der mittels Konsumscheck Begünstigten geäußert. So blieb völlig offen, ob dazu nun alle Erwachsenen im juristischem Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches zu rechnen sind oder lediglich Personen die im Besitz des aktiven Wahlrechts sind und denen man die volle Geschäftsfähigkeit noch nicht erfolgreich entzogen hat. Überaus ungewöhnlich war auch, dass Personen mit Migrationshintergrund, Angehörige ethnischer Minderheiten und, sehr zu meinem persönlichen Leidwesen, auch Auslandsdeutsche diesmal keine besondere Erwähnung fanden.
Vermutlich um einer weiteren Grundsatzdiskussion zur sozialen Gerechtigkeit in der bunten Republik aus dem Wege zu gehen, hat Frau A. Nahles auch keinerlei Hinweise auf die in der BRD durchaus übliche Sonderbehandlung von Vermögenden, Besserverdienern, Geringverdienern, Sozialschmarotzern und vorzeitig entlassenen Strafgefangenen gegeben.

Und da kam mir eine Idee!
Eine echt geniale Geschäftsidee!
Eine Geschäftsidee, die ich hier und jetzt mit Ihnen teilen möchte, denn wenn zum Kreis der Konsumscheck-Begünstigten auch Geringverdiener und ALG2-Bezieher gehören, dann kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass dieser Personenkreis zwar den 500-Euro-Scheck dringend gebrauchen könnte, aber sicher die 200 Euro Zuzahlung nicht aus Eigenmitteln aufbringen kann.
Und genau da setzt meine Geschäftsidee an, denn so einem Finanzschwächling konnte man doch seinen 500-Euro-Konsumgutschein einfach abkaufen. Bis 160 Euro kann er sich doch etwas dazu verdienen, ohne dass ihm die ARGE das Geld gleich wieder abnimmt.
Bei rund 3 Millionen ALG2-Beziehern im Lande ließe sich so unter Einsatz von grob 500 Millionen Euro ein staatlich garantiertes Vermögen von etwa 1,5 Milliarden Euro in Form von Konsumschecks zusammenkaufen.
Das funktioniert völlig ohne Eigenkapital, denn man muss nur noch eine Bank finden, die bereit ist aus ihrem staatlichen Rettungspaket ein paar Milliönchen abzuzweigen um die Vorfinanzierung dieser innovativen Geschäftsidee abzusichern.
Und für den Staat und die Wirtschaft ist es doch letztendlich völlig bedeutungslos von wem die aus Steuergeld finanzierten „500-Euro-Einkaufgutscheine“ dann letztendlich eingelöst werden.

Wichtig an der ganzen Geschichte ist doch nur, dass durch das beherzte Handeln der Regierungskoalition nachhaltiger Schaden von der deutschen Wirtschaft abgewendet wurde und die Stärkung des Binnenkonsums zumindest statistisch nachgewiesen werden kann.
Schließlich beginnt in wenigen Wochen das Wahljahr 2009 und nur mit dem Märchen von der Absenkung der Arbeitslosenzahlen, der Fabel von der sozialen Gerechtigkeit, dem Witz vom wirtschaftlichen Aufschwung und dem abgelutschten Schwank vom CO2-Wert lockt man sicher keinen Wähler mehr an die Urne.

Also poppen wir jetzt gegen die Greise, shoppen gegen die Krise und kämpfen mit dem Konsumscheck gegen den Konsumschock.
Koste es doch was es wolle!

Machopan
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Ernsthaft

1. Dezember 2008 05:45

Lieber Freund

Selbst wenn ich mich bemühen würde, wozu ich gelinde gesagt nicht mehr die geringste Lust habe, so wäre ich nicht in der Lage die sich überschlagenden Ereignisse in der bunten Republik Deutschland wirklich ernsthaft zu kommentieren.
Warum soll man auch seine Zeit verschwenden und im Nachhinein etwas analysieren und diskutieren vor dem man selbst jahrelang gewarnt hat, denn man(n) hat es ja kommen sehen.

Darum entlockt sich mir nur noch ein sarkastisches Lachen, wenn ich im Manager-Magazin lesen kann, dass die Weltwirtschaft in den letzten Jahren nicht gerade einem zukunftsträchtigen Geschäftsmodell nachgelaufen ist, denn es gebe zwar viele billige Arbeitskräfte, wogegen der Faktor Geist aber zum knappen Gut verkommen sei.
Und im gleichen Blatt wird dann auch noch Papst Benedetto der Sechszehnte mit den Worten zitiert, „wer das Haus seines eigenen Lebens nur auf sichtbare und materielle Dinge - wie Erfolg, Karriere und Geld - aufbaut, der baut auf Sand“.

Man(n) muss kein Katholik sein, um Benedetto für diese erleuchtenden Worte zu danken, denn bisher lag es doch völlig außerhalb der wirtschaftlichen Glaubenslehre, dass die Finanzjongleure dieser Welt in den letzten Jahren mit ihren innovativen Anlagestrategien und Spekulationen so viel Kohle zusammengezockt haben, dass es heute locker für die eine oder andere dicke Villa in Strandlage völlig ausreicht.

Als die Parteibuchbanker bei der KfW die Milliarden verzockt hatten, hat der SPIEGEL ausrechnen lassen, dass man mit diesem Geld die Armut in Afrika hätte 1 Jahr lang bekämpfen können. Auf die Idee, dass man dass Geld auch hätte dafür verwenden können um auf Studiengebühren zu verzichten und allen Studenten bei Vorliegen entsprechender Leistungsnachweise eine Ausbildungsbeihilfe in Höhe der Hartz4-Sätze zu bezahlen, ist man beim SPIEGEL leider nicht gekommen, denn was kümmert uns das weiße Bildungsprekariat wenn wir das Geld, das wir nun nicht mehr haben, auch hätten für die kleinen Negerlein ausgeben können. Und sei es auch nur um das schlechte Gewissen zu beruhigen, dass wir ihnen die Rohstoffe abgaunern.

Sollen wir uns jetzt also ernsthaft mit hohen Managergehältern und dem globalisierten Gierfaktor auseinandersetzen? Sicher nicht, denn das wäre schade um die Zeit.
Und warum sollten wir uns mit der willfährigen Rolle unserer Politiker aufhalten? Weil wir an Besserung und Läuterung und das Gute im Menschen glauben wollen?
Zur allgemeinen Erheiterung könnten wir auch über die juristische Ungleichbehandlung von gewöhnlichen Ladendieben, Straßenräubern und studierten Wirtschaftskriminellen in Leitungsfunktionen diskutieren.
Oder wollen Sie ernsthaft über den Niedergang der deutschen Politik philosophieren, wobei ich Wert darauf legen würde, dass ich bereits seit langer Zeit die Meinung vertrete, dass ein Bundeskanzler Schröder ohne seinen Vorgänger Kohl nicht möglich gewesen wäre und die Bundesangela keinerlei Mühe hat, den vor Jahrzehnten eingeschlagenen politischen Abwärtstrend fortzusetzen.
Manchmal kommt man echt ins Grübeln, ob die Mauer nicht doch ein Segen war. Zumindest hätte man mit der Mauer nicht das Problem, den westdeutschen Turbokapitalismus Arm in Arm mit ostdeutschen Überwachungsmethoden um sich haben zu müssen.

Ich vertrete ja schon seit längerer Zeit die Ansicht, dass die Bundesrepublik Deutschland um Helle zu werden, einfach nur mehr Laternenmasten braucht, damit man die Plünderer und Brandstifter aus Politik und Wirtschaft mitsamt ihrem Netzwerk aus Mitläufern und Helfershelfern daran aufknüpfen kann.

Vermutlich halten auch deutsche Politiker diese Art der Problemlösung nicht mehr für völlig ausgeschlossen, denn den möglichen Einsatz der Bundeswehr im Landesinnern hat man sicher nicht nur deshalb beschlossen, um die Laternenmasten im Lande vor freilaufenden Hunden zu schützen.

Was also wollen Sie, angesichts der nationalen Zustände inmitten einer globalisierten Finanzkatastrophe machen?
Mit Papst Benedikt beten?
Ihr verbliebenes Geld zusammen mit dem bereits ausgefüllten Antrag auf Hartz IV zu Hause im Sparstrumpf oder zwischen der Bettwäsche verstecken?
Oder einfach Hab und Gut versaufen und darauf spekulieren, dass das Flaschenpfand soweit steigt, dass Sie damit den notwendigen Alkoholkonsum finanzieren können ohne den die wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Zustände in der BRD nicht mehr zu ertragen sind?

Wenn Sie sich das ernsthaft überlegen, dann haben Sie wirklich das Zeug zum internationalen Finanzmanager, denn Sie haben das Grundprinzip dieses Systems bereits verstanden.
Besser wäre es jedoch, wenn Sie ein Zertifikat verkaufen, das dem Erwerber die Möglichkeit zu einer mindestens 12-prozentigen Verzinsung einräumt, sofern Sie es in der Sylvesternacht 2009 schaffen, einen Liter Wodka in weniger als 60 Sekunden leer zu saufen und sei es nur um sich die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin nicht bei vollem Bewusstsein anhören zu müssen.

Die Gebrüder Lehmann in New York haben sich bei dieser Art von Geschäften etwas übernommen und ihrer Leber zu viel zugemutet, dadurch wurden die von deutschen Banken erfolgreich unters Volk gebrachten Zertifikate leider wertlos.
Sie können natürlich auch Optionsscheine ausgeben, die je Schein zum Bezug von Leergut der Firma ALDI zum Preis von 25 Cent berechtigen. Ein Supergeschäfte für den Erwerber. Natürlich nur, wenn das Flaschenpfand im Bezugszeitraum auf mehr als 30 Cent steigt, denn man muss bei der Renditeberechnung natürlich auch noch die Gebühren für den Erwerb und/oder eine Handelsgebühr berücksichtigen.

Noch viel besser für Sie - und das ist ja das Wichtigste überhaupt - wäre jedoch der Verkauf von Leergut. Der Fachmann spricht hier von Leerverkauf, neudeutsch “short selling” oder, in der verschärften Form, “naked short selling”.
Das hört sich jetzt kompliziert an, ist es aber gar nicht, denn Sie verkaufen beim Leerverkauf einfach Leergut, das Sie (noch) nicht haben, aber bei Ihrem Alkoholkonsum mit Dauerdelirium davon ausgehen, dass Sie es bis zum Liefertermin irgendwie beschaffen können.
Sie müssen nicht befürchten, dass Ihnen der Gesetzgeber irgendwie in Ihr Geschäftsmodell reinfummelt, denn Experten für Volks- und Finanzwirtschaft haben den Politikern verklickert, dass Leerverkäufe einen erheblichen wirtschaftlichen Nutzen haben und eine politisch nicht unerhebliche Zahl von Arbeitsplätzen in der Getränkeindustrie sichern.
Komasaufen unter Jugendlichen ruft wegen der Gefährdung der Volksgesundheit natürlich sofort den Gesetzgeber auf den Plan, aber wen jucken schon die wirtschaftlichen Auswirkungen von Shortselling und Ausbeutung durch macht- und und geldgeile Spätpubertierende.

Jetzt hab ich mich aber doch etwas verplaudert, denn eigentlich wollte ich mich heute etwas in die Sonne legen, ein bisschen in den gerade eingetroffenen deutschen Tageszeitungen schmökern und mich über das volksberuhigende „naked short selling“ der Bundeskanzlerin und den verbalisierten Schwachfug ihrer Bundesminister zu amüsieren, während sich bundesdeutsche Geschäftsmodell auf dem Weg zum „Endsieg“ in der vielfach prophezeiten Todesspirale in seine kümmerlichen Einzelteile zerlegt.
Man(n) wundert sich nur noch über die anhaltende Duldungsstarre des deutschen Volkes.

Mit einer gewissen Häme im Leib, lese ich jetzt gerade, dass Ex-Superminister Graf Wolfgang von Rotz in den Medien herumlamentiert, dass ihn die SPD unter tatkräftiger Mitwirkung von Franz „die Mumie“ Müntefering „entmannen“ wollte. So ist das eben, wenn sich großmaulige Alpha-Tieren als lichtscheue Silberfischchen outen sobald sie mit den Folgen ihrer Taten ins Rampenlicht gezerrt werden.
Dabei fehlt dem Mann doch wirklich noch die Erfahrung wie es ist, wenn ihn mal jemand richtig an den Eiern aufhängt. Aber was ja noch nicht ist, das kann ja noch werden.
Dem Mann könnte sofort geholfen werden.
Ein Anruf genügt!

Ernsthaft!

Machopan
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