Transparenz
23. Februar 2009 05:45

Transparenz gehört nun wirklich nicht unbedingt zu den dominierenden Charaktereigenschaften von Politikern, denn diese würde sie bei so mancher ihrer “Missionen” zum Wohle des Volkes in eine missliche und schwer erklärbare Lage bringen.
Politiker sind daher steht bestrebt die Wahrheit zu verbergen, wenn sie vor die Öffentlichkeit treten und den Medien den Stand ihrer “Kungelkompromisse”, “Reformen” und “Durchstechereien” zur Weitergabe an die Wähler und Steuerzahler mitteilen.
Verantwortung, Vorbildverhalten, Kompetenz und Transparenz wird nur von Anderen eingefordert und notfalls auch in Gesetzesform gegossen, sofern es nicht vorher von andersdenkenden Lobbyisten verhindert oder umgebogen werden kann.
Würden die Mikrofone und Kameras der Medien elektrische Stromstöße aussenden, sobald sie mit einer Lüge konfrontiert werden, so wären in diesem Land jeden Tag mehrere Hundert Tote zu bejubeln.
Doch zurück zur Transparenz, die es immer noch gibt, auch wenn chronisch tarnende und täuschende Politiker sie meiden wie der Teufel das Weihwasser.
Schauen wir uns doch mal den §28 des Deutschen Pfandbriefgesetzes an.
Das ist ein ganz langer Paragraph in dem penibel aufgeführt ist, welche Informationen von Pfandbriefbanken, wie zum Beispiel der DePfa, einer Tochter der Hypo Real Estate, quartalsweise in öffentlich zugänglicher Form publiziert werden müssen.
Dazu gehört zum Beispiel auch „der Gesamtbetrag der zur Deckung von Öffentlichen Pfandbriefen verwendeten Forderungen verteilt auf die einzelnen Staaten, in denen die Schuldner und im Falle einer vollen Gewährleistung die gewährleistenden Stellen ihren Sitz haben, die nennwertig als Deckung in Ansatz gebrachten Beträge, der Art nach zusätzlich danach aufgeschlüsselt, ob sich die Forderung gegen den Staat, regionale Gebietskörperschaften, örtliche Gebietskörperschaften oder sonstige Schuldner richtet oder von diesen jeweils voll gewährleistet ist“.
Wie das Pfandbriefgeschäft so funktioniert und welche Risiken es ausgesetzt ist, das erfahren wir in allgemein verständlicher Form auf den Internetseiten des Verbandes der Deutschen Pfandbriefbanken.
Ich kann jedem Bürger und Steuerzahler nur wärmstens empfehlen diese äußerst informative Seite in aller Ruhe und nicht nur von Anfang bis Ende zu lesen, sondern auch zu verstehen, was dort zu lesen ist.
Denn mit diesem Wissen ausgerüstet surfen wir dann mal bei der Deutschen Pfandbriefbank (DePfa) vorbei und können dort im „Deckungsstock“ ersehen in welcher Höhe sich Staaten, regionale Gebietskörperschaften, örtliche Gebietskörperschaften und sonstigen Schuldner bei der dieser Pfandbriefbank verschuldet haben.
Vermutlich weil die vielen Nullen nur verwirren und den Größe der Webseite sprengen würden, sind die Beträge in Millionen Euro (MEUR) angegeben.
In Summe hat der Staatsfinanzierer DePfa zum 31. Dezember 2008 mehr als 40 Milliarden Euro an “erstklassige Schuldner” wie Deutschland, Österreich, Frankreich. Griechenland, Italien, Portugal und einige andere Länder ausgeliehen.
Ein bombensicheres Geschäft - außer diese Staaten können oder wollen ihre Schulden nicht zurückzahlen. So sah das wohl auch der (ehemalige) Vorstandsvorsitzende der Hypo Real Estate, Georg Funke, als ihm 2007 die Übernahme der DePfa für 5,7 Milliarden Euro gelang, nachdem ihn zwei Jahre vorher die Commerzbank bei der Übernahme der Eurohypo ausgestochen hatte.
Tja und jetzt, im Jahre 2009, hat sich einer der größeren Schuldner der Depfa, die Bundesrepublik Deutschland für den 5-fachen Börsenwert mit 25% an dieser Commerzbank beteiligt, nachdem sich diese mit der Übernahme der Dresdner Bank und dem damit verbundenen Abschreibungsbedarf der Allianz übernommen hatte.
Gemeinsam hat man schon vorher die vollständige Übernahme der Hypo Real Estate samt ihrer Tochtergesellschaft Depfa ausbaldowert und wird nicht müde die Lage der HRE in den Medien schwarzzumalen..
Die handelnden Personen im Vorstand und im Aufsichtsrat der HRE hat man schon ausgetauscht und durch willfährige Manager der Commerzbank und der Deutschen Bank ersetzt. Diese rufen nun vereinbarungsgemäß über die Medien nach dem Deutschen Staat und dieser schnürt eilig Rettungspakete in Milliardenhöhe, natürlich wie immer auf Pump.
Nach diversen Bundesministern und Ministerpräsidenten tritt nun auch die Bundeskanzlerin in die Öffentlichkeit und will bei der HRE nun die “Staatsmehrheit”. Natürlich nur um “den deutschen Steuerzahler vor Schaden zu bewahren” und bei der HRE die “Geschäftspolitik zu bestimmen”.
Um dieses vorgeschobene Ziel möglichst kurzfristig zu erreichen, hat man im Bundestag noch hurtig ein “Rettungsübernahmegesetz” beschlossen um anschließend die Aktionäre der HRE enteignen zu können.
Damit ist diese Regierung nicht nur bei der Gesetzgebung nach desaströser Haushaltslage, sondern auch bei der Gesetzgebung nach wirtschaftlicher Interessenslage angekommen.
Die Bundesregierung wird sich nun also in Absprache mit dem Küngelclub aus Allianz, Commerzbank und Deutscher Bank die gesamte HRE inklusive der DePfa mitsamt dem Wert der Pfandbriefe über 40 Milliarden Euro durch Enteignung der Altaktionäre unter den Nagel reißen.
Danach wird man das Pfandbriefgeschäft der Depfa mit dem zur Commerzbank gehörenden Pfandbriefgeschäft der Eurohypo zusammenlegen und unter die Aufsicht der Commerzbank stellen. Die verbleibenden Reste der HRE wird man anschließend finanziell etwas aufhübschen und zu einem absoluten Schnäppchenpreis, wie die IKB, an einen Großinvestor abgeben.
Hier bietet sich J.C. Flowers, mit 25% ehemaliger Großaktionär der HRE, im Rahmen einer späteren “Wiedergutmachung” geradezu an.
Damit hat man nicht nur 40 Milliarden Pfandbriefe an Land gezogen, sondern auch noch 75% der Kleinaktionäre der HRE enteignet und über den Tisch gezogen.
Doch nur, damit die Bundeskanzlerin im Wahljahr mit Fug und Recht behaupten kann, dass durch das beherzte Handeln der Bundesregierung “Schaden von Volk und Vaterland” abgewendet wurde.
Es wird mir daher eine Freude sein, der mächtigsten Merkelin und ihrem Gruselkabinett in den nächsten Monaten beim Lügen zusehen zu können, denn mit dem richtigen Hintergrundwissen ausgestattet, kann man beispielsweise sogar den Lefzen der Kanzlerin und den dicken Backen des Bundesfinanzministers eine gewisse Transparenz entnehmen.
Und im September 2009 mache ich dann diesem Spiel einer völlig abgehobenen, skrupellosen und volksverdummenden Politikerclique einen dicken Strich durch die Rechnung.

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