First of A…

3. April 2006 05:45

Ein Samstag war es dieses Mal. Ein Samstag im vierten Monat des Jahres 2006. Dass es ausgerechnet auch noch der erste Samstag in diesem Monat war, war wohl reiner Zufall.
Wäre es ein normaler Wochentag gewesen, dann hätte ich es sicher gewusst. Aber so, am Ende einer ziemlich heftigen Arbeitswoche, war ich nicht darauf vorbereitet.
Oder anders ausgedrückt – ich habe es schlicht und einfach VERGESSEN und verbrachte mehrere Stunden dieses Samstages in einer geradezu kindlichen Naivität, ohne mir der drohenden Gefahr bewusst zu sein.

Erst als mich die Beste aller Frauen um die Mittagszeit mit einem verschmitzten Lächeln noch rasch zum Einkaufen in den Supermarkt schicken wollte, um mich rasch 100 Gramm Muskatnussöl am Stück erwerben zu lassen, da habe ich Lunte gerochen.
Schließlich weiß doch jeder, dass es Muskatnussöl nur in Scheiben gibt!

„Am 1. April kannst du einen Narren schicken, wohin du willst“, meinte ich mit einem süffisanten Lächeln auf den Lippen, „aber nicht deinen Göttergatten zum Muskatnussöl am Stück kaufen. Und schon gar nicht ausgerechnet in den Supermarkt, wo sich an der Kasse die Rentner immer ihre Krankengeschichten und Operationen mit allen Details erzählen.“

Es war klar, es war der 1. April und schon seit dem 16. Jahrhundert versucht man an diesem Tag seine Mitmenschen mit mehr oder weniger derben Scherzen „in den April zu schicken“.

Ab dem Zeitpunkt dieser Erkenntnis konnte mich an diesem Tag nichts mehr erschüttern, denn wer glaubt an einem solchen Tag Zeitungsmeldungen wie:

„Clement eilt Schröder zu Hilfe“
„Steinbrück gegen Mindestlohn“
„Irak-Krieg: Rice räumt tausende Fehler ein“
„Konzernchefs verzichten trotz satten Gewinnen auf Gehaltserhöhungen“
„Rot-grüne Milliardenbürgschaft für Gasprom“
„Koalition will alle Bürger in die Krankenversicherung bringen“
„Bezüge der Topmanager steigen kräftig“
„Schumacher zu langsam - Pole für Button“
„Markus Merk einziger deutscher WM-Schiedsrichter“
„Neuer Generalbundesanwalt ist eine Frau“
„300.000 Vollzeitarbeiter verdienen unter ALG-II-Niveau“
„Schröder - Ich wusste nichts von der Staatsbürgschaft”
„Höhere Mehrwertsteuer kann Jobs kosten“
„Eichel hatte keine Ahnung“

Stellen Sie sich mal vor, es würde den Brauch, dass man seine Mitmenschen durch erfundene oder verfälschte Meldungen „in den April schickt“ nicht schon seit dem 16. Jahrhundert geben.
Dann wäre doch ein Tag mit solchen Zeitungsmeldungen für Otto Normalverbraucher nicht zu ertragen. Obwohl man der letzten Meldung einen verblüffenden Realitätsbezug sicher nicht absprechen kann. Also an jedem anderen Tag hätte ich hier zustimmend mit dem Kopf genickt.

Schade war ja nur, dass die Meldung, dass Thomas Gottschalk die seit 25 Jahren laufende Fersehsendung „Wetten dass…“ zum letzten Mal moderiert hat, leider am 1. April schon vor 24 Uhr über die Newsticker kam.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 3. April 2006 um 05:45:06 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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3. April 2006 05:45

Ein Samstag war es dieses Mal. Ein Samstag im vierten Monat des Jahres 2006. Dass es ausgerechnet auch noch der erste Samstag in diesem Monat war, war wohl reiner Zufall.
Wäre es ein normaler Wochentag gewesen, dann hätte ich es sicher gewusst. Aber so, am Ende einer ziemlich heftigen Arbeitswoche, war ich nicht darauf vorbereitet.
Oder anders ausgedrückt – ich habe es schlicht und einfach VERGESSEN und verbrachte mehrere Stunden dieses Samstages in einer geradezu kindlichen Naivität, ohne mir der drohenden Gefahr bewusst zu sein.

Erst als mich die Beste aller Frauen um die Mittagszeit mit einem verschmitzten Lächeln noch rasch zum Einkaufen in den Supermarkt schicken wollte, um mich rasch 100 Gramm Muskatnussöl am Stück erwerben zu lassen, da habe ich Lunte gerochen.
Schließlich weiß doch jeder, dass es Muskatnussöl nur in Scheiben gibt!

„Am 1. April kannst du einen Narren schicken, wohin du willst“, meinte ich mit einem süffisanten Lächeln auf den Lippen, „aber nicht deinen Göttergatten zum Muskatnussöl am Stück kaufen. Und schon gar nicht ausgerechnet in den Supermarkt, wo sich an der Kasse die Rentner immer ihre Krankengeschichten und Operationen mit allen Details erzählen.“

Es war klar, es war der 1. April und schon seit dem 16. Jahrhundert versucht man an diesem Tag seine Mitmenschen mit mehr oder weniger derben Scherzen „in den April zu schicken“.

Ab dem Zeitpunkt dieser Erkenntnis konnte mich an diesem Tag nichts mehr erschüttern, denn wer glaubt an einem solchen Tag Zeitungsmeldungen wie:

„Clement eilt Schröder zu Hilfe“
„Steinbrück gegen Mindestlohn“
„Irak-Krieg: Rice räumt tausende Fehler ein“
„Konzernchefs verzichten trotz satten Gewinnen auf Gehaltserhöhungen“
„Rot-grüne Milliardenbürgschaft für Gasprom“
„Koalition will alle Bürger in die Krankenversicherung bringen“
„Bezüge der Topmanager steigen kräftig“
„Schumacher zu langsam - Pole für Button“
„Markus Merk einziger deutscher WM-Schiedsrichter“
„Neuer Generalbundesanwalt ist eine Frau“
„300.000 Vollzeitarbeiter verdienen unter ALG-II-Niveau“
„Schröder - Ich wusste nichts von der Staatsbürgschaft”
„Höhere Mehrwertsteuer kann Jobs kosten“
„Eichel hatte keine Ahnung“

Stellen Sie sich mal vor, es würde den Brauch, dass man seine Mitmenschen durch erfundene oder verfälschte Meldungen „in den April schickt“ nicht schon seit dem 16. Jahrhundert geben.
Dann wäre doch ein Tag mit solchen Zeitungsmeldungen für Otto Normalverbraucher nicht zu ertragen. Obwohl man der letzten Meldung einen verblüffenden Realitätsbezug sicher nicht absprechen kann. Also an jedem anderen Tag hätte ich hier zustimmend mit dem Kopf genickt.

Schade war ja nur, dass die Meldung, dass Thomas Gottschalk die seit 25 Jahren laufende Fersehsendung „Wetten dass…“ zum letzten Mal moderiert hat, leider am 1. April schon vor 24 Uhr über die Newsticker kam.

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