Muschis im Sperrbezirk

27. März 2006 05:45

Ja, ich gebe zu, dass dieser Titel nur gewählt wurde um ordentlich Aufmerksamkeit zu erregen. Aber das machen doch beim Thema Vogelgrippe wirklich alle.
Allen voran die Medien, dann die Experten, die Geschäftemacher und -last but not least- auch die Politiker. Es ist teilweise schon erstaunlich, wer da von H5N1 von der Hinterbänklerbank ins Scheinwerferlicht der Medien und vor die Mikrofone gerissen wird, um sein geballtes Expertenwissen loszuwerden.

Vor kurzem meldete die Net-Zeitung, dass bei drei in Österreich „lebenden“ Katzen das Vogelgrippe-Virus H5N1 festgestellt wurde.
«Die Tiere stammten aus einem Tierheim in Graz, in dem Mitte Februar der gesamte Geflügelbestand nach einem Vogelgrippe-Fall getötet worden war. Das teilte der Agrarlandesrat der Steiermark, Hans Seitinger, auf einer Pressekonferenz mit. Die Welternährungsorganisation FAO kritisierte unterdessen die langsame Reaktion der Industriestaaten auf den Ausbruch der Seuche.»

So hätten die Regierungen der Europäischen Länder erst reagiert, als der Erreger H5N1 die Türkei erreicht habe. Zwar seien der Seuche bereits 160 Millionen Hühner und Enten zum Opfer gefallen oder vorsorglich geschlachtet worden, aber noch bleibe die Vogelgrippe eine Tierseuche.
Entwarnung konnte daher bei einer schwangeren Frau gegeben werden, denn sie hatte zwar mit Vögeln zu tun gehabt, aber nicht mit Geflügel.

Also machen Sie sich nur mal keine Sorgen: „Mit H5N1 wird das wie mit BSE – plötzlich ist das alles nur noch halb so wild und kurze Zeit später kann sich kein Schwein mehr daran erinnern.“

Und wenn wir erst mal Fußballweltmeister sind, dann ist diese Nation vor lauter Stolz sicher so besoffen, da könnte man glatt die Mehrwertsteuer, die Rentenbeiträge, die Krankenkassenbeiträge und die Abgeordnetendiäten um jeweils drei Prozentpunkte erhöhen, ohne mit irgendeiner Reaktion der Bevölkerung rechnen zu müssen.

Wenn wir allerdings noch nicht einmal ins Endspiel kommen sollten, dann macht sicher nicht nur der Kalifornien-Jürgen den frühzeitigen Abgang.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 27. März 2006 um 05:45:20 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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27. März 2006 05:45

Ja, ich gebe zu, dass dieser Titel nur gewählt wurde um ordentlich Aufmerksamkeit zu erregen. Aber das machen doch beim Thema Vogelgrippe wirklich alle.
Allen voran die Medien, dann die Experten, die Geschäftemacher und -last but not least- auch die Politiker. Es ist teilweise schon erstaunlich, wer da von H5N1 von der Hinterbänklerbank ins Scheinwerferlicht der Medien und vor die Mikrofone gerissen wird, um sein geballtes Expertenwissen loszuwerden.

Vor kurzem meldete die Net-Zeitung, dass bei drei in Österreich „lebenden“ Katzen das Vogelgrippe-Virus H5N1 festgestellt wurde.
«Die Tiere stammten aus einem Tierheim in Graz, in dem Mitte Februar der gesamte Geflügelbestand nach einem Vogelgrippe-Fall getötet worden war. Das teilte der Agrarlandesrat der Steiermark, Hans Seitinger, auf einer Pressekonferenz mit. Die Welternährungsorganisation FAO kritisierte unterdessen die langsame Reaktion der Industriestaaten auf den Ausbruch der Seuche.»

So hätten die Regierungen der Europäischen Länder erst reagiert, als der Erreger H5N1 die Türkei erreicht habe. Zwar seien der Seuche bereits 160 Millionen Hühner und Enten zum Opfer gefallen oder vorsorglich geschlachtet worden, aber noch bleibe die Vogelgrippe eine Tierseuche.
Entwarnung konnte daher bei einer schwangeren Frau gegeben werden, denn sie hatte zwar mit Vögeln zu tun gehabt, aber nicht mit Geflügel.

Also machen Sie sich nur mal keine Sorgen: „Mit H5N1 wird das wie mit BSE – plötzlich ist das alles nur noch halb so wild und kurze Zeit später kann sich kein Schwein mehr daran erinnern.“

Und wenn wir erst mal Fußballweltmeister sind, dann ist diese Nation vor lauter Stolz sicher so besoffen, da könnte man glatt die Mehrwertsteuer, die Rentenbeiträge, die Krankenkassenbeiträge und die Abgeordnetendiäten um jeweils drei Prozentpunkte erhöhen, ohne mit irgendeiner Reaktion der Bevölkerung rechnen zu müssen.

Wenn wir allerdings noch nicht einmal ins Endspiel kommen sollten, dann macht sicher nicht nur der Kalifornien-Jürgen den frühzeitigen Abgang.

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