Die schöne Lau

23. März 2006 05:45

Im Ländle, das alles kann nur net Hochdeutsch, darf demnächst mal wieder gewählt werden.
Überall hängen und stehen die Plakate mit den tumben Sprüchen was die Parteien diesmal alles anders machen wollen, sollten sie gewählt werden.
Wer als Langzeitarbeitsloser auf dem Weg zur Agentur oder zum 1-Euro-Job jeden Morgen an einem Plakat vorbei muss, auf dem die SPD „innovative Lösungen für den Arbeitsmarkt“ anpreist muss sich sicher zurückhalten, um nicht straffällig zu werden und fremdes Eigentum auf öffentlichen Platzen zu beschädigen oder gar einem warmen Abriss zuzuführen.

Besonders lustig wird es dann, wenn auf Landesebene sich Parteien zu profilieren versuchen, die sich auf Bundesebene im Rahmen der Großen Kopulation so erfolgreich zur Befruchtung dieses Landes und seiner Wähler miteinander vergnügen.
Denn was bei dem Herrn Münte und der Frau Merkel nur schlecht ist, wirkt bei der Frau Vogt und dem Herrn Oettinger auch noch billig.

So erklärte die Frau Ute Vogt, SPD-Spitzenkandidation der Netzeitung wie sie die Landtagswahl gewinnen will und, dass sie es „erschütternd findet, wenn die Landesregierung meint, dass man bei 7,3 Prozent Arbeitslosigkeit Erfolgsfeiern abhalten kann. Das sind tausende Menschen, die keine Arbeit haben. Gerade ein wirtschaftlich starkes Land muss umso mehr daran arbeiten, aktiv etwas für Problemgruppen auf dem Arbeitsmarkt zu tun. Herr Oettinger tut hier reichlich wenig. Indem er nur auf günstige Prozentzahlen verweist, trifft er die Lebenswirklichkeit der Menschen jedenfalls nicht.

Also Frau Vogt, was dem Bund billig ist, kann dem Land wohl auch recht sein!
Und außerdem sind es auf Landesebene nicht tausende von Arbeitslosen sondern Hunderttausende und auf Bundesebene mehrere Millionen und deren Zahl hat sich in den letzten sieben Jahren der rot-grünen Regierung ja gerade explosionsartig verdoppelt und auch unter der rot-schwarzen Regierung bleibt die steigende Tendenz erhalten. Auch sind die meisten Arbeitslosen auch schon länger als 100 Tage arbeitslos.

Um die Lage älterer Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern schlug Frau Roth außerdem noch eine „Wertedebatte“ vor, um in den Köpfen der Konzernchefs etwas zu ändern.

Ha sakrament, des isch vielleicht a saudomms Gschwätz von der Frau Vogt, als ob so an „Leirenbendel“ (langweiliges Einerlei; auch der schwäbische Volksname für einen Vogel, Wendehals) ebbes an dera Sauerei ändern dät.
Des Interview von der Frau Vogt isch doch so werthaltig wie der Zungenbrecher „S´leit a Klötzle Blei glei bei Blaubeura, glei bei Blaubeura leit a Klötzle Blei“ aus Eduard Mörikes „Die Historie von der schönen Lau“. Den Satz lies man die Kinder „scherzweis hurtig nacheinander sagen und niemand hätte auch den mindesten Verstand da drin gesucht, geschweige denn eine Prophezeihung!

Das schreibt der Eduard Mörike in den selbst zusammengestellten Worterklärungen zu dem Stück von der „schönen Lau“ und dabei kann er die Frau Vogt doch gar nicht gekannt haben.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 23. März 2006 um 05:45:53 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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23. März 2006 05:45

Im Ländle, das alles kann nur net Hochdeutsch, darf demnächst mal wieder gewählt werden.
Überall hängen und stehen die Plakate mit den tumben Sprüchen was die Parteien diesmal alles anders machen wollen, sollten sie gewählt werden.
Wer als Langzeitarbeitsloser auf dem Weg zur Agentur oder zum 1-Euro-Job jeden Morgen an einem Plakat vorbei muss, auf dem die SPD „innovative Lösungen für den Arbeitsmarkt“ anpreist muss sich sicher zurückhalten, um nicht straffällig zu werden und fremdes Eigentum auf öffentlichen Platzen zu beschädigen oder gar einem warmen Abriss zuzuführen.

Besonders lustig wird es dann, wenn auf Landesebene sich Parteien zu profilieren versuchen, die sich auf Bundesebene im Rahmen der Großen Kopulation so erfolgreich zur Befruchtung dieses Landes und seiner Wähler miteinander vergnügen.
Denn was bei dem Herrn Münte und der Frau Merkel nur schlecht ist, wirkt bei der Frau Vogt und dem Herrn Oettinger auch noch billig.

So erklärte die Frau Ute Vogt, SPD-Spitzenkandidation der Netzeitung wie sie die Landtagswahl gewinnen will und, dass sie es „erschütternd findet, wenn die Landesregierung meint, dass man bei 7,3 Prozent Arbeitslosigkeit Erfolgsfeiern abhalten kann. Das sind tausende Menschen, die keine Arbeit haben. Gerade ein wirtschaftlich starkes Land muss umso mehr daran arbeiten, aktiv etwas für Problemgruppen auf dem Arbeitsmarkt zu tun. Herr Oettinger tut hier reichlich wenig. Indem er nur auf günstige Prozentzahlen verweist, trifft er die Lebenswirklichkeit der Menschen jedenfalls nicht.

Also Frau Vogt, was dem Bund billig ist, kann dem Land wohl auch recht sein!
Und außerdem sind es auf Landesebene nicht tausende von Arbeitslosen sondern Hunderttausende und auf Bundesebene mehrere Millionen und deren Zahl hat sich in den letzten sieben Jahren der rot-grünen Regierung ja gerade explosionsartig verdoppelt und auch unter der rot-schwarzen Regierung bleibt die steigende Tendenz erhalten. Auch sind die meisten Arbeitslosen auch schon länger als 100 Tage arbeitslos.

Um die Lage älterer Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern schlug Frau Roth außerdem noch eine „Wertedebatte“ vor, um in den Köpfen der Konzernchefs etwas zu ändern.

Ha sakrament, des isch vielleicht a saudomms Gschwätz von der Frau Vogt, als ob so an „Leirenbendel“ (langweiliges Einerlei; auch der schwäbische Volksname für einen Vogel, Wendehals) ebbes an dera Sauerei ändern dät.
Des Interview von der Frau Vogt isch doch so werthaltig wie der Zungenbrecher „S´leit a Klötzle Blei glei bei Blaubeura, glei bei Blaubeura leit a Klötzle Blei“ aus Eduard Mörikes „Die Historie von der schönen Lau“. Den Satz lies man die Kinder „scherzweis hurtig nacheinander sagen und niemand hätte auch den mindesten Verstand da drin gesucht, geschweige denn eine Prophezeihung!

Das schreibt der Eduard Mörike in den selbst zusammengestellten Worterklärungen zu dem Stück von der „schönen Lau“ und dabei kann er die Frau Vogt doch gar nicht gekannt haben.

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