F6 King Size

16. März 2006 05:45

„Schiffe versenken“ ist ein Spiel, das schon Generation von Schülern während des Unterrichts gespielt haben lange bevor es PacMan gab. Man braucht dazu nicht viel, nur zwei Mitspieler, Bleistifte und kariertes Papier auf dem jeder Spieler in einem 10 x 10 Kästchen großen Quadrat die Schiffe seiner Flotte versteckt, ohne dass der Mitspieler dies sieht.
„Geschossen“ wird durch Angabe der Koordinaten: „Ich schieße nach A4 – Treffer Schlachtschiff versenkt“.
Wer zuerst keine Schiffe mehr hat, hat verloren.

Jetzt stellen Sie sich mal vor, Sie würden bei einem solchen Spiel die Koordinaten der gegnerischen Einheiten kennen. Dann wäre jeder Schuss ein Treffer und der Gegner hätte sicher keine Chance. Nun muss man bei diesem Spiel die Koordinaten des Gegners nicht selbst ausbaldowern, man muss eben nur jemand kennen der sie kennt.

So ungefähr muss es wohl gewesen sein, als die amerikanischen Truppen die irakische Hauptstadt erobert haben. Das kann man in den amerikanischen Medien nachlesen, denn dort wird behauptet, dass Angehörige des BND, der Lach- und Schießgesellschaft aus Pullerach, wohl eine koordinierende Aufgabe hatten.
Nicht dass sie sich aktiv am Kampfgeschehen beteiligt hätten. Nein, wo denken Sie hin, da hätten sie ja gegen die offizielle Stellung der rot-grünen Bundesregierung verstoßen und dem damaligen Bundeskasper Schröder voll das Image vermasselt.
Aber als Kibitz, der den „Schiffe versenken“ spielenden Amis und ihren irakischen Kontrahenten über die Schulter schaut, durfte man schon dabei sein. Natürlich nur zur Wahrung und Sicherung deutscher Interessen im Irak.

Und jetzt stellen Sie sich mal die Situation vor.
Da saß ein amerikanischer Feuerleitoffizier ratlos vor seinem Feuerleitcomputer und wusste nicht so genau wohin er jetzt das Feuer leiten sollte. Sollte er jetzt nach A7 schießen oder war D3 besser? In der Gegend um F9 hatte er schon ein paar Fahrkarten geschossen und weitere Fehlschüsse würden sich sicher nicht vorteilhaft auf die Entwicklung seiner militärischen Karriere auswirken.
Da fiel sein ratsuchender Blick auf den Kibitz von der bundesnachrichtendienstlichen Lach- und Schießgesellschaft, der ihm mit aufmunterndem Grinsen ein Schachtel Zigaretten anbot.
Nach unbestätigten Berichten handelte es sich dabei um Zigaretten der Marke „F6 King Size Filter“.
Nun wissen wir ja aus unzähligen amerikanischen Kriegs- und Cowboyfilmen, dass der Zigarette nicht nur unter amerikanischen Männern, besonders in schwierigen ausweglosen Situationen, eine fast symbolträchtige Funktion zukommt.

Der amerikanische Leitoffizier griff also nach der angebotenen Zigarette, nahm den Wink des Schicksals an und schoss nach F6. Dass er dabei das Hauptmunitionslager des irakischen Gegners traf war nun wirklich nicht die Schuld der BND-Mitarbeiters „Reiner Zufall“, hatte aber dennoch erheblichen Einfluss auf den Ausgang der Kampfhandlungen.

Nun behauptet der pensionierte Luftmarschall Tim Garden in einem Interview mit dem Spiegeldass die US-Streitkräfte sehr genau wussten, wo der Gegner stand“.
Und die „New York Times“ behauptet ähnlich Unangenehmes über die Beteiligung des BND an den „Erfolgen“ der amerikanischen Besatzungstruppen, die auf der Suche nach „Massenvernichtungswaffen“ den Irak umpflügten.
Ich kann dazu nur sagen, dass die Iraker selber schuld sind.
Denn hätten die gewusst, dass die Koordinaten ihres Munitionsdepots auf ostdeutschen Zigarettenpackungen veröffentlich werden, dann hätten sie das sicher von F6 nach R3 verlegt.
Denn F6 ist zwar King Size, aber R3 ist super sicher und soll dazu noch Treffer verhindern.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

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F6 King Size

16. März 2006 05:45

„Schiffe versenken“ ist ein Spiel, das schon Generation von Schülern während des Unterrichts gespielt haben lange bevor es PacMan gab. Man braucht dazu nicht viel, nur zwei Mitspieler, Bleistifte und kariertes Papier auf dem jeder Spieler in einem 10 x 10 Kästchen großen Quadrat die Schiffe seiner Flotte versteckt, ohne dass der Mitspieler dies sieht.
„Geschossen“ wird durch Angabe der Koordinaten: „Ich schieße nach A4 – Treffer Schlachtschiff versenkt“.
Wer zuerst keine Schiffe mehr hat, hat verloren.

Jetzt stellen Sie sich mal vor, Sie würden bei einem solchen Spiel die Koordinaten der gegnerischen Einheiten kennen. Dann wäre jeder Schuss ein Treffer und der Gegner hätte sicher keine Chance. Nun muss man bei diesem Spiel die Koordinaten des Gegners nicht selbst ausbaldowern, man muss eben nur jemand kennen der sie kennt.

So ungefähr muss es wohl gewesen sein, als die amerikanischen Truppen die irakische Hauptstadt erobert haben. Das kann man in den amerikanischen Medien nachlesen, denn dort wird behauptet, dass Angehörige des BND, der Lach- und Schießgesellschaft aus Pullerach, wohl eine koordinierende Aufgabe hatten.
Nicht dass sie sich aktiv am Kampfgeschehen beteiligt hätten. Nein, wo denken Sie hin, da hätten sie ja gegen die offizielle Stellung der rot-grünen Bundesregierung verstoßen und dem damaligen Bundeskasper Schröder voll das Image vermasselt.
Aber als Kibitz, der den „Schiffe versenken“ spielenden Amis und ihren irakischen Kontrahenten über die Schulter schaut, durfte man schon dabei sein. Natürlich nur zur Wahrung und Sicherung deutscher Interessen im Irak.

Und jetzt stellen Sie sich mal die Situation vor.
Da saß ein amerikanischer Feuerleitoffizier ratlos vor seinem Feuerleitcomputer und wusste nicht so genau wohin er jetzt das Feuer leiten sollte. Sollte er jetzt nach A7 schießen oder war D3 besser? In der Gegend um F9 hatte er schon ein paar Fahrkarten geschossen und weitere Fehlschüsse würden sich sicher nicht vorteilhaft auf die Entwicklung seiner militärischen Karriere auswirken.
Da fiel sein ratsuchender Blick auf den Kibitz von der bundesnachrichtendienstlichen Lach- und Schießgesellschaft, der ihm mit aufmunterndem Grinsen ein Schachtel Zigaretten anbot.
Nach unbestätigten Berichten handelte es sich dabei um Zigaretten der Marke „F6 King Size Filter“.
Nun wissen wir ja aus unzähligen amerikanischen Kriegs- und Cowboyfilmen, dass der Zigarette nicht nur unter amerikanischen Männern, besonders in schwierigen ausweglosen Situationen, eine fast symbolträchtige Funktion zukommt.

Der amerikanische Leitoffizier griff also nach der angebotenen Zigarette, nahm den Wink des Schicksals an und schoss nach F6. Dass er dabei das Hauptmunitionslager des irakischen Gegners traf war nun wirklich nicht die Schuld der BND-Mitarbeiters „Reiner Zufall“, hatte aber dennoch erheblichen Einfluss auf den Ausgang der Kampfhandlungen.

Nun behauptet der pensionierte Luftmarschall Tim Garden in einem Interview mit dem Spiegeldass die US-Streitkräfte sehr genau wussten, wo der Gegner stand“.
Und die „New York Times“ behauptet ähnlich Unangenehmes über die Beteiligung des BND an den „Erfolgen“ der amerikanischen Besatzungstruppen, die auf der Suche nach „Massenvernichtungswaffen“ den Irak umpflügten.
Ich kann dazu nur sagen, dass die Iraker selber schuld sind.
Denn hätten die gewusst, dass die Koordinaten ihres Munitionsdepots auf ostdeutschen Zigarettenpackungen veröffentlich werden, dann hätten sie das sicher von F6 nach R3 verlegt.
Denn F6 ist zwar King Size, aber R3 ist super sicher und soll dazu noch Treffer verhindern.

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