Milliardengewinne

13. März 2006 05:45

Milliardengewinne machen nicht nur die unter der Globalisierung leidenden Großkonzerne, nein auch die kranken Kassen streichen Milliardengewinne ein, schreibt die Financial Times Deutschland und zeigt zur visuellen Untermalung eine Medikamenten sortierende Apothekerin:
«Den Angaben zufolge lag der Überschuss im Westen bei 1,086 Mrd. Euro, im Osten bei 690 Mio. Euro. Nach den Worten von Gesundheitsministerin Schmidt hätte die gesetzliche Krankenversicherung ohne die stark gestiegenen Ausgaben für Arzneimittel sogar “einen ähnlich hohen Überschuss wie 2004 erzielen können, als das positive Finanzergebnis bei rund 4 Mrd. Euro lag”

Nun muss man sich als Beitragszahler nicht nur freuen, sondern sollte sich auch fragen wo denn der Überschuss hergekommen ist. Ein Blick auf den eigenen Lohnzettel und auf die privaten Zuzahlungen zu den Medikamenten bringt hier sicher rasch Licht ins ungewisse Dunkel. Dunkel kann sich der eine oder andere Versicherte vielleicht auch noch an die Zeit vor der Einführung der Praxisgebühr erinnern.
Herr und Frau Zwangsversicherte liegen sicher nicht gänzlich falsch, wenn sie davon ausgehen, dass die Milliardengewinne zum überwiegenden Teil wohl aus dem Geldbeute der ausgebeutelten Beitragszahler stammen.
Dass dieses Spielchen munter weitergehen wird, kann man nun den Äußerungen unserer Gesundheitsulla entnehmen, denn sie wies darauf hin, «dass der Bundeszuschuss an die gesetzliche Krankenversicherung 2007 auf 1,5 Mrd. Euro verringert und ab 2008 ganz gestrichen werden soll. Zudem führe die Anhebung der Mehrwertsteuer ab 2007 zu Mehrausgaben von rund 800 Mio. Euro. Diese Belastungen müssten ab 2007 kompensiert werden.»

Nun ist „kompensiert“ eine wirklich schöne Umschreibung für einen weiteren Griff in die Taschen der Beitragszahler, steht doch der Begriff „Kompensation“ im allgemeinen für den Ausgleich eines Zustands durch Drittmittel.
In der Medizin erfolgt dies meist durch die Mobilisierung funktioneller Reserven oder durch die Steigerung der Tätigkeit anderer Funktionspartner“, weiß Wikipedia zu berichten.

Nun stellen wir uns doch einfach mal vor, welche funktionellen Reserven im deutschen Gesundheitswesen noch mobilisiert und welche Tätigkeiten anderer Funktionspartner noch gesteigert werden können.
Nachdem im letzten Jahr die Pharmakonzerne und ihre Erfüllungsgehilfen bereits ihren Beitrag zu Gesundung des kranken Gesundheitswesen geleistet und ihre Einnahmen um gut 16% gesteigert haben, sind dieses Jahr wohl die Ärzte und die Kassenärztlichen Vereinigungen an der Reihe, denn die kranken Kassen habe ja auch schon ihren Anteil geleistet und die Ausgaben entsprechend gesteigert.

Es sei daher dringend notwendig, meint die Gesundheitsulla, dass für die Zeit ab 2007 eine Finanzreform auf den Weg gebracht wird, auch wenn die bisherigen Finanzreformen sich irgendwo im Nirwana verlaufen haben und ihr Ziel nie erreichten, denn schließlich ist doch der Weg das Ziel. Nicht das Ankommen ist wichtig, dabei sein ist doch alles.
Deshalb will unsere, an chronischer Dyskalkulie leidende Gesundheitsministerin, den Spitzen der Koalition aus CDU/CSU und SPD bis Ende März 2006 einen Lösungsvorschlag vorlegen.

Und jetzt raten SIE mal, wie der wohl aussehen wird.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 13. März 2006 um 05:45:24 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Milliardengewinne

13. März 2006 05:45

Milliardengewinne machen nicht nur die unter der Globalisierung leidenden Großkonzerne, nein auch die kranken Kassen streichen Milliardengewinne ein, schreibt die Financial Times Deutschland und zeigt zur visuellen Untermalung eine Medikamenten sortierende Apothekerin:
«Den Angaben zufolge lag der Überschuss im Westen bei 1,086 Mrd. Euro, im Osten bei 690 Mio. Euro. Nach den Worten von Gesundheitsministerin Schmidt hätte die gesetzliche Krankenversicherung ohne die stark gestiegenen Ausgaben für Arzneimittel sogar “einen ähnlich hohen Überschuss wie 2004 erzielen können, als das positive Finanzergebnis bei rund 4 Mrd. Euro lag”

Nun muss man sich als Beitragszahler nicht nur freuen, sondern sollte sich auch fragen wo denn der Überschuss hergekommen ist. Ein Blick auf den eigenen Lohnzettel und auf die privaten Zuzahlungen zu den Medikamenten bringt hier sicher rasch Licht ins ungewisse Dunkel. Dunkel kann sich der eine oder andere Versicherte vielleicht auch noch an die Zeit vor der Einführung der Praxisgebühr erinnern.
Herr und Frau Zwangsversicherte liegen sicher nicht gänzlich falsch, wenn sie davon ausgehen, dass die Milliardengewinne zum überwiegenden Teil wohl aus dem Geldbeute der ausgebeutelten Beitragszahler stammen.
Dass dieses Spielchen munter weitergehen wird, kann man nun den Äußerungen unserer Gesundheitsulla entnehmen, denn sie wies darauf hin, «dass der Bundeszuschuss an die gesetzliche Krankenversicherung 2007 auf 1,5 Mrd. Euro verringert und ab 2008 ganz gestrichen werden soll. Zudem führe die Anhebung der Mehrwertsteuer ab 2007 zu Mehrausgaben von rund 800 Mio. Euro. Diese Belastungen müssten ab 2007 kompensiert werden.»

Nun ist „kompensiert“ eine wirklich schöne Umschreibung für einen weiteren Griff in die Taschen der Beitragszahler, steht doch der Begriff „Kompensation“ im allgemeinen für den Ausgleich eines Zustands durch Drittmittel.
In der Medizin erfolgt dies meist durch die Mobilisierung funktioneller Reserven oder durch die Steigerung der Tätigkeit anderer Funktionspartner“, weiß Wikipedia zu berichten.

Nun stellen wir uns doch einfach mal vor, welche funktionellen Reserven im deutschen Gesundheitswesen noch mobilisiert und welche Tätigkeiten anderer Funktionspartner noch gesteigert werden können.
Nachdem im letzten Jahr die Pharmakonzerne und ihre Erfüllungsgehilfen bereits ihren Beitrag zu Gesundung des kranken Gesundheitswesen geleistet und ihre Einnahmen um gut 16% gesteigert haben, sind dieses Jahr wohl die Ärzte und die Kassenärztlichen Vereinigungen an der Reihe, denn die kranken Kassen habe ja auch schon ihren Anteil geleistet und die Ausgaben entsprechend gesteigert.

Es sei daher dringend notwendig, meint die Gesundheitsulla, dass für die Zeit ab 2007 eine Finanzreform auf den Weg gebracht wird, auch wenn die bisherigen Finanzreformen sich irgendwo im Nirwana verlaufen haben und ihr Ziel nie erreichten, denn schließlich ist doch der Weg das Ziel. Nicht das Ankommen ist wichtig, dabei sein ist doch alles.
Deshalb will unsere, an chronischer Dyskalkulie leidende Gesundheitsministerin, den Spitzen der Koalition aus CDU/CSU und SPD bis Ende März 2006 einen Lösungsvorschlag vorlegen.

Und jetzt raten SIE mal, wie der wohl aussehen wird.

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