Schimpansenmanager

10. März 2006 05:45

Um feststellen zu können, dass der Mensch vom Affen abstammt, muss man nicht unbedingt 20 Semester evolutionäre Anthropologie studiert haben. Ein Nachmittag im Cafe, eine Autofahrt durch die Innenstadt zur Rush-Hour oder eine Stunde Wartezeit am Bahnhof oder der Bushaltestelle reichen dazu vollkommen. Ganz besondere, naturbelassene Exemplare findet man zum Beispiel in Tanzlokalen, Discos und öffentlichen Schwimmbädern.
Man muss es wirklich gesehen haben, wer sich da alles zum Affen macht.

Wissenschaftler haben jetzt in zwei voneinander unabhängigen Studien festgestellt, dass in Affen sogar Manager-Fähigkeiten schlummern. Wer jemals an der Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft, einer Pressekonferenz oder einem Managementmeeting teilnehmen konnte weiß, dass umgekehrt auch ein Schuh draus wird.
Die Forscher vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie haben das Verhalten von Schimpansen in den Bereichen Produktivität und Effizienz untersucht.
Wir fanden heraus, dass Schimpansen besonders effektive Helfer bevorzugen“, schreiben die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts “Science” und „es gebe immer noch keine Hinweise dafür, dass Schimpansen sich über gemeinsame Ziele austauschen.

Eine andere Forschergruppe des Leipziger Instituts hatte bereits Ergebnisse veröffentlicht, wonach Schimpansen zumindest beim Futter nur an sich selbst denken. Das heißt, die Tiere zeigten keinerlei Interesse einem Artgenossen einen Vorteil zu verschaffen, sondern waren überwiegend „eigennützig“.
Auch eine Studie im Fachblatt “Nature” im November 2005 kam zu dem Ergebnis, dass Schimpansen das Wohlergehen ihrer Artgenossen herzlich egal ist.
Da das Erbgut von Schimpansen und Menschen zu 99% übereinstimmt, erwarten sich die Forscher von ihren Studien neue Erkenntnisse über die menschliche Evolution.

Also mal ganz ehrlich, statt langwieriger Studien um Schimpansen beim Hantieren mit Bauklötzchen zu beobachten, hätte man die gleichen Erkenntnis über intelligentes Versagen auch in kürzerer Zeit aus den Geschichten im Manager-Magazin oder einem guten Buch gewinnen können.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 10. März 2006 um 05:45:27 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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10. März 2006 05:45

Um feststellen zu können, dass der Mensch vom Affen abstammt, muss man nicht unbedingt 20 Semester evolutionäre Anthropologie studiert haben. Ein Nachmittag im Cafe, eine Autofahrt durch die Innenstadt zur Rush-Hour oder eine Stunde Wartezeit am Bahnhof oder der Bushaltestelle reichen dazu vollkommen. Ganz besondere, naturbelassene Exemplare findet man zum Beispiel in Tanzlokalen, Discos und öffentlichen Schwimmbädern.
Man muss es wirklich gesehen haben, wer sich da alles zum Affen macht.

Wissenschaftler haben jetzt in zwei voneinander unabhängigen Studien festgestellt, dass in Affen sogar Manager-Fähigkeiten schlummern. Wer jemals an der Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft, einer Pressekonferenz oder einem Managementmeeting teilnehmen konnte weiß, dass umgekehrt auch ein Schuh draus wird.
Die Forscher vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie haben das Verhalten von Schimpansen in den Bereichen Produktivität und Effizienz untersucht.
Wir fanden heraus, dass Schimpansen besonders effektive Helfer bevorzugen“, schreiben die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts “Science” und „es gebe immer noch keine Hinweise dafür, dass Schimpansen sich über gemeinsame Ziele austauschen.

Eine andere Forschergruppe des Leipziger Instituts hatte bereits Ergebnisse veröffentlicht, wonach Schimpansen zumindest beim Futter nur an sich selbst denken. Das heißt, die Tiere zeigten keinerlei Interesse einem Artgenossen einen Vorteil zu verschaffen, sondern waren überwiegend „eigennützig“.
Auch eine Studie im Fachblatt “Nature” im November 2005 kam zu dem Ergebnis, dass Schimpansen das Wohlergehen ihrer Artgenossen herzlich egal ist.
Da das Erbgut von Schimpansen und Menschen zu 99% übereinstimmt, erwarten sich die Forscher von ihren Studien neue Erkenntnisse über die menschliche Evolution.

Also mal ganz ehrlich, statt langwieriger Studien um Schimpansen beim Hantieren mit Bauklötzchen zu beobachten, hätte man die gleichen Erkenntnis über intelligentes Versagen auch in kürzerer Zeit aus den Geschichten im Manager-Magazin oder einem guten Buch gewinnen können.

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