Spaßbieter

3. März 2006 05:45

Dass wir angeblich in einer Spaßgesellschaft leben, in der so Vieles „Just for Fun“ sein soll, merkt man als normaler Werktätiger, der die meiste Zeit damit verbringen muss im täglichen Überlebenskampf die Fragmente seiner Existenz zu verteidigen, leider erst wenn man es von anderen erfährt.
Bei Heise-Online habe ich jetzt gelesen, dass es nun endlich mal einen dieser Spaßfuzzis erwischt hat und er zur Zahlung von 1.700 Euro verurteilt wurde, weil er einem Mitmenschen dessen Ebay-Auktion vermasselt hatte.
Just for Fun“ hatte er da mal rasch bei der Versteigerung eines PKW mitgeboten, ohne jedoch konkretes Interesse an dem Fahrzeug zu haben. Sein Pech war, dass er am Ende der Auktion der Meistbietende war und ein Fahrzeug zum Preis von 5.850 Euro seinen juristischen Besitzer gewechselt hatte.
Doch der Meistbietende lehnte sowohl die Abnahme des Fahrzeugs als auch die Zahlung des Kaufpreises ab und verwies darauf, dass wohl sein Bruder seinen Ebay-Account missbraucht hätte, ohne etwas wirklich ersteigern zu wollen.
Dennoch hat ihn jetzt das Amtsgericht Bremen zur Zahlung von 1.700 Euro verurteilt.
Nun ist er die 1.700 Euro los und hat auch kein Auto. Dazu kommen noch die eigenen Anwaltskosten und die Gerichtskosten, das sind sicher auch noch mal so um die 500 Euro.

Nicht dass ich jetzt besonders Mitleid mit diesem Zeitgenossen hätte, aber bedauern tue ich ihn schon ein bisschen. Nein, nicht wegen der finanziellen Belastung die er nun zu tragen hat, sondern wegen seiner Dummheit. Denn statt ca. 2.200 Euro an Gericht und Rechtsanwälte zu bezahlen, hätte wohl jeder einigermaßen kaufmännisch denkende Mensch zähneknirschend das Auto für 5.850 Euro vom Verkäufer abgenommen und gleich anschließend für 4.600 an den Zweitbieter weiterverkauft.
Damit hätte er zwar den Verlust sofort realisiert, aber das wäre mit 1.250 Euro immer noch günstiger gewesen als die Geldstrafe, Gericht und die Anwalt zu bezahlen.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 3. März 2006 um 05:45:22 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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3. März 2006 05:45

Dass wir angeblich in einer Spaßgesellschaft leben, in der so Vieles „Just for Fun“ sein soll, merkt man als normaler Werktätiger, der die meiste Zeit damit verbringen muss im täglichen Überlebenskampf die Fragmente seiner Existenz zu verteidigen, leider erst wenn man es von anderen erfährt.
Bei Heise-Online habe ich jetzt gelesen, dass es nun endlich mal einen dieser Spaßfuzzis erwischt hat und er zur Zahlung von 1.700 Euro verurteilt wurde, weil er einem Mitmenschen dessen Ebay-Auktion vermasselt hatte.
Just for Fun“ hatte er da mal rasch bei der Versteigerung eines PKW mitgeboten, ohne jedoch konkretes Interesse an dem Fahrzeug zu haben. Sein Pech war, dass er am Ende der Auktion der Meistbietende war und ein Fahrzeug zum Preis von 5.850 Euro seinen juristischen Besitzer gewechselt hatte.
Doch der Meistbietende lehnte sowohl die Abnahme des Fahrzeugs als auch die Zahlung des Kaufpreises ab und verwies darauf, dass wohl sein Bruder seinen Ebay-Account missbraucht hätte, ohne etwas wirklich ersteigern zu wollen.
Dennoch hat ihn jetzt das Amtsgericht Bremen zur Zahlung von 1.700 Euro verurteilt.
Nun ist er die 1.700 Euro los und hat auch kein Auto. Dazu kommen noch die eigenen Anwaltskosten und die Gerichtskosten, das sind sicher auch noch mal so um die 500 Euro.

Nicht dass ich jetzt besonders Mitleid mit diesem Zeitgenossen hätte, aber bedauern tue ich ihn schon ein bisschen. Nein, nicht wegen der finanziellen Belastung die er nun zu tragen hat, sondern wegen seiner Dummheit. Denn statt ca. 2.200 Euro an Gericht und Rechtsanwälte zu bezahlen, hätte wohl jeder einigermaßen kaufmännisch denkende Mensch zähneknirschend das Auto für 5.850 Euro vom Verkäufer abgenommen und gleich anschließend für 4.600 an den Zweitbieter weiterverkauft.
Damit hätte er zwar den Verlust sofort realisiert, aber das wäre mit 1.250 Euro immer noch günstiger gewesen als die Geldstrafe, Gericht und die Anwalt zu bezahlen.

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