Greifvögel

17. Februar 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Im August 2005 stand auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft zum Thema Vogelgrippe zu lesen: «Wir verfolgen die Entwicklung der Vogelgrippe seit langem sehr aufmerksam. Das Bundesverbraucherministerium hat alle der derzeitigen Lage angemessenen Maßnahmen ergriffen, um ein Ausbreiten der Tierseuche “Vogelgrippe” nach Deutschland zu verhindern“.»

Und im Oktober 2005 durfte ich während eines auf HR1 ausgestrahlten Interviews aus der Rachenhöhle eines Experten die Worte vernehmen: «Die Vogelgrippe kann gar nicht nach Deutschland kommen, da das Grippevirus die Vögel binnen kurzer Zeit tötet. Ein infizierter Vogel würde daher den langen Flug von Asien bis nach Deutschland gar nicht überleben.»

Jetzt im Februar 2006 lese ich im Spiegel, dass sich die mit H5N1 infizierten Vögel wohl weder an die Expertenmeinung, noch an die Weisung des Bundesverbraucherministerium gehalten haben.
«„VOGELGRIPPE AUF RÜGEN“ - Rätselraten über Herkunft des Virus»

Auch wenn die Experten mit ihren Erklärungsnöten noch vor Rätseln stehen, ist der Grund, zumindest für mich, eindeutig: „Vögel können nicht lesen und hören auch kein Radio.“
Außerdem überfliegen Vögel jede Grenze ohne Passkontrolle und unterfliegen sogar Radarschirme ohne sich die Kloake verplomben zu lassen.
Jetzt „vermuten“ die „Experten“, dass Greifvögel auf der Suche nach Nahrung den einseitig erklärten H5N1-Nichtangriffspakt auf die BRddr ignoriert haben könnten. Dafür könnte nach Ansicht der „Experten“ auch die Geschwindigkeit sprechen, mit der sich das Vogelgrippevirus verbreitet. Wanderfalken zum Beispiel schaffen im Sturzflug ca. 350 KM/h, Geier sind etwas langsamer und warten außerdem meist bis ihr Opfer vollständig tot ist.

Man muss nun nicht lang und breit darüber diskutieren WIE die Vogelgrippe nach Deutschland gekommen ist – Tatsache ist doch, DASS sie da ist.
Und vor diesem Hintergrund und dem Wissen über den Wahrheitsgehalt der bisherigen Verlautbarungen unserer „Volkstreter“ und der „Experten“, MUSS man sich die neuen Weisheiten sehr genau ansehen.

So meinte Elke Reinking, die Sprecherin der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten, die Bundesregierung und Landesregierungen bei der Seuchenbekämpfung berät:

  • Uns beschäftigt jetzt die Frage, wo kommt das Virus her?
  • Wir wissen nicht, wie weit die Vögel fliegen können!
  • Von den auf Rügen verendeten Tiere gehe keine Gefahr für den Menschen aus.
  • Absperrungen sind nicht notwendig.

Und Landwirtschaftsminister Seehofer wagt sogar die Behauptung:

  • Für Verbraucher bestehe keine Gefahr.
  • Fernhalten sei der beste Schutz
  • Stallpflicht wäre die wirksamste Maßnahme
  • Impfungen machen alles nur schlimmer

Im Gegensatz zur offensichtlichen Ratlosigkeit der Berater der Bundesregierung und den schwachen Beschwichtigungen des Herrn Minister, ist der bürokratisch geregelte Ablauf zur amtlichen Feststellung eines Vogelgrippefalls äußerst beruhigend:
«Generell gilt, dass in Verdachtsfällen zunächst geprüft wird, ob ein Tier ein Grippevirus des Influenza-A-Subtyps in sich trägt. Falls ja, wird zunächst das Protein Hämagglutinin untersucht. Handelt es sich um die Variante H5, muss ein zweites Protein von der Virus-Oberfläche, Neuraminidase, untersucht werden. Finden die Veterinäre tatsächlich auf diesem Weg H5N1, muss das Referenzlabor in Weybridge das Ergebnis replizieren. Dann erst wird aus einem Verdachts- ein offizieller Vogelgrippefall.»

Damit wird die amtliche Feststellung wohl länger dauern, als die Flugzeit eines chinesischen Wanderfalken bis nach Europa. Jetzt brauchen wir nur noch zu warten bis die fluglahmeren Geier eintreffen.

„Hurra und Hatschiii“, kann ich da nur sagen, „H5N1 ist da -and nobody has detected, that most of the birds are already infected!“

Und zum Suchen, Einsammeln und Beseitigen der Tierkadaver können wir ja immer noch Langzeitarbeitslose und Sozialschmarotzer in (orangefarbenen) Einwegoveralls mit Kapuze, Gummistiefel, Handschuhe, Schutzbrillen und speziellen Atemschutzmasken einsetzen.
Mein Gott, was würde diese Republik tun, wenn es die 1-Euro-Jobber nicht gäbe.
Ausgerechnet jetzt, wo auch noch die Müllabfuhr streikt.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 17. Februar 2006 um 05:45:43 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Greifvögel

17. Februar 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Im August 2005 stand auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft zum Thema Vogelgrippe zu lesen: «Wir verfolgen die Entwicklung der Vogelgrippe seit langem sehr aufmerksam. Das Bundesverbraucherministerium hat alle der derzeitigen Lage angemessenen Maßnahmen ergriffen, um ein Ausbreiten der Tierseuche “Vogelgrippe” nach Deutschland zu verhindern“.»

Und im Oktober 2005 durfte ich während eines auf HR1 ausgestrahlten Interviews aus der Rachenhöhle eines Experten die Worte vernehmen: «Die Vogelgrippe kann gar nicht nach Deutschland kommen, da das Grippevirus die Vögel binnen kurzer Zeit tötet. Ein infizierter Vogel würde daher den langen Flug von Asien bis nach Deutschland gar nicht überleben.»

Jetzt im Februar 2006 lese ich im Spiegel, dass sich die mit H5N1 infizierten Vögel wohl weder an die Expertenmeinung, noch an die Weisung des Bundesverbraucherministerium gehalten haben.
«„VOGELGRIPPE AUF RÜGEN“ - Rätselraten über Herkunft des Virus»

Auch wenn die Experten mit ihren Erklärungsnöten noch vor Rätseln stehen, ist der Grund, zumindest für mich, eindeutig: „Vögel können nicht lesen und hören auch kein Radio.“
Außerdem überfliegen Vögel jede Grenze ohne Passkontrolle und unterfliegen sogar Radarschirme ohne sich die Kloake verplomben zu lassen.
Jetzt „vermuten“ die „Experten“, dass Greifvögel auf der Suche nach Nahrung den einseitig erklärten H5N1-Nichtangriffspakt auf die BRddr ignoriert haben könnten. Dafür könnte nach Ansicht der „Experten“ auch die Geschwindigkeit sprechen, mit der sich das Vogelgrippevirus verbreitet. Wanderfalken zum Beispiel schaffen im Sturzflug ca. 350 KM/h, Geier sind etwas langsamer und warten außerdem meist bis ihr Opfer vollständig tot ist.

Man muss nun nicht lang und breit darüber diskutieren WIE die Vogelgrippe nach Deutschland gekommen ist – Tatsache ist doch, DASS sie da ist.
Und vor diesem Hintergrund und dem Wissen über den Wahrheitsgehalt der bisherigen Verlautbarungen unserer „Volkstreter“ und der „Experten“, MUSS man sich die neuen Weisheiten sehr genau ansehen.

So meinte Elke Reinking, die Sprecherin der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten, die Bundesregierung und Landesregierungen bei der Seuchenbekämpfung berät:

  • Uns beschäftigt jetzt die Frage, wo kommt das Virus her?
  • Wir wissen nicht, wie weit die Vögel fliegen können!
  • Von den auf Rügen verendeten Tiere gehe keine Gefahr für den Menschen aus.
  • Absperrungen sind nicht notwendig.

Und Landwirtschaftsminister Seehofer wagt sogar die Behauptung:

  • Für Verbraucher bestehe keine Gefahr.
  • Fernhalten sei der beste Schutz
  • Stallpflicht wäre die wirksamste Maßnahme
  • Impfungen machen alles nur schlimmer

Im Gegensatz zur offensichtlichen Ratlosigkeit der Berater der Bundesregierung und den schwachen Beschwichtigungen des Herrn Minister, ist der bürokratisch geregelte Ablauf zur amtlichen Feststellung eines Vogelgrippefalls äußerst beruhigend:
«Generell gilt, dass in Verdachtsfällen zunächst geprüft wird, ob ein Tier ein Grippevirus des Influenza-A-Subtyps in sich trägt. Falls ja, wird zunächst das Protein Hämagglutinin untersucht. Handelt es sich um die Variante H5, muss ein zweites Protein von der Virus-Oberfläche, Neuraminidase, untersucht werden. Finden die Veterinäre tatsächlich auf diesem Weg H5N1, muss das Referenzlabor in Weybridge das Ergebnis replizieren. Dann erst wird aus einem Verdachts- ein offizieller Vogelgrippefall.»

Damit wird die amtliche Feststellung wohl länger dauern, als die Flugzeit eines chinesischen Wanderfalken bis nach Europa. Jetzt brauchen wir nur noch zu warten bis die fluglahmeren Geier eintreffen.

„Hurra und Hatschiii“, kann ich da nur sagen, „H5N1 ist da -and nobody has detected, that most of the birds are already infected!“

Und zum Suchen, Einsammeln und Beseitigen der Tierkadaver können wir ja immer noch Langzeitarbeitslose und Sozialschmarotzer in (orangefarbenen) Einwegoveralls mit Kapuze, Gummistiefel, Handschuhe, Schutzbrillen und speziellen Atemschutzmasken einsetzen.
Mein Gott, was würde diese Republik tun, wenn es die 1-Euro-Jobber nicht gäbe.
Ausgerechnet jetzt, wo auch noch die Müllabfuhr streikt.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 17. Februar 2006 um 05:45:43 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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