Fertilitätsraten

14. Februar 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Fertilitätsraten ist kein neues, lustiges Ratespiel bei SAT1, sondern ein Faktor um ein altes, und immer lästiger werdendes Problem unserer Gesellschaft mathematisch besser begreifen zu können.

«Die Fertilitätsrate ist eine in der Demografie verwendete Einheit und wird in der Statistik durch die Gesamtfruchtbarkeitsrate gleichbedeutend mit zusammengefasster Geburtenziffer gemessen.» heißt es dazu bei Wikipedia, «dabei muss die Fertilitätsrate von der Kohortenfertilitätsrate unterschieden werden, welche die kumulierte Geburtenziffer bzw. endgültige Kinderzahl einer Kohorte

Wem jetzt die Lust auf mehr vergangen ist, liegt damit voll im Trend, denn den meisten Menschen ist zwischenzeitlich die Lust zur ausgiebigen Nutzung der Gesamtfruchtbarkeitsrate drastisch vergangen. Damit einhergehend ist diagonal proportional ein stetiges Absinken der Fertilitätsraten verbunden, bei gleichzeitigem überproportionalen Anstieg der Populationsrate.
Nicht sexuell-erotisch, sonder rein mathematisch-demokrafisch betrachtet natürlich

In modernen Gesellschaften (zumindest in den westlichen) mit geringer Kindersterblichkeit kann man davon ausgehen, dass rein rechnerisch pro Frau 2,1 Kinder geboren werden müssten, um die Bevölkerung ohne Migrationssaldo (Zu- und Abwanderung) auf konstantem Niveau zu halten.

Seit Jahrzehnten liegt in den Ländern Europas diese Rate unter diesem für den Fortbestand der Nation so wichtigen Wert. Dabei liegt Frankreich, das Land der Liebe, mit einer Fertilitätsrate von 1,98 an der Spitze, gefolgt von Irland mit 1,89 und Belgien mit 1,66. Den Idealwert von 2,1
erreicht nur Island. Aber dort sind auch die Nächte länger und kälter, also besteht naturbedingt ein erhöhtes Kuschelbedürfnis, was sich wiederum positiv auf die Populationhäufigkeit auswirkt.
Hinter Großbritannien mit einer Fertilitätsrate von 1,6 landet Deutschland (West) mit 1,38 auf einem einigermaßen akzeptablen Mittelplatz. Schlusslicht in Europa ist Deutschland (Ost) mit einer Fertilitätsrate von nur 1,1.
Bevor wir jetzt eine Diskussion darüber beginnen, warum den Ossis der Kuschelfaktor abhanden gekommen und darunter nun die Fertilitätsrate leidet, sollten wir erst mal ins benachbarte Ausland schauen. Denn Soziologen der Universität Graz (Stadt in Österreich/Zentraleuropa) haben nun herausgefunden woran das liegen könnte:

Jugendarbeitslosigkeit wirkt sich negativ auf die Geburtenrate eines Landes aus“ ist das Ergebnis einer Studie der österreichischen Soziologen Max Haller und Regina Ressler.
Weiter heißt es in der Studie: «Einen “signifikanten Beitrag zum Geburtenrückgang bzw. einer Stabilisierung der Fertilität auf niedrigem Niveau” hätten all jene Maßnahmen geleistet, “die zu einem kontinuierlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Österreich in den letzten Jahren beigetragen haben“.»

Bei Wikipedia war zu dem Thema „Fertilitätsrate“ zu lesen: «Versuche neue Anreize zur Erhöhung der Fertilitätsrate zu schaffen, etwa eine Kinderrente oder Besteuerung von Verhütungsmitteln konnten sich in Deutschland bislang nicht durchsetzen.»

Das hätte uns wirklich noch zu unserem Glück gefehlt, eine Vergnügungssteuer auf Präservative.
Oder haben unsere bundesrepublikanischen Befruchtungsverhüter das Dingens deshalb einfach “Solidaritätszuschlag” genannt?

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 14. Februar 2006 um 05:45:31 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Fertilitätsraten

14. Februar 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Fertilitätsraten ist kein neues, lustiges Ratespiel bei SAT1, sondern ein Faktor um ein altes, und immer lästiger werdendes Problem unserer Gesellschaft mathematisch besser begreifen zu können.

«Die Fertilitätsrate ist eine in der Demografie verwendete Einheit und wird in der Statistik durch die Gesamtfruchtbarkeitsrate gleichbedeutend mit zusammengefasster Geburtenziffer gemessen.» heißt es dazu bei Wikipedia, «dabei muss die Fertilitätsrate von der Kohortenfertilitätsrate unterschieden werden, welche die kumulierte Geburtenziffer bzw. endgültige Kinderzahl einer Kohorte

Wem jetzt die Lust auf mehr vergangen ist, liegt damit voll im Trend, denn den meisten Menschen ist zwischenzeitlich die Lust zur ausgiebigen Nutzung der Gesamtfruchtbarkeitsrate drastisch vergangen. Damit einhergehend ist diagonal proportional ein stetiges Absinken der Fertilitätsraten verbunden, bei gleichzeitigem überproportionalen Anstieg der Populationsrate.
Nicht sexuell-erotisch, sonder rein mathematisch-demokrafisch betrachtet natürlich

In modernen Gesellschaften (zumindest in den westlichen) mit geringer Kindersterblichkeit kann man davon ausgehen, dass rein rechnerisch pro Frau 2,1 Kinder geboren werden müssten, um die Bevölkerung ohne Migrationssaldo (Zu- und Abwanderung) auf konstantem Niveau zu halten.

Seit Jahrzehnten liegt in den Ländern Europas diese Rate unter diesem für den Fortbestand der Nation so wichtigen Wert. Dabei liegt Frankreich, das Land der Liebe, mit einer Fertilitätsrate von 1,98 an der Spitze, gefolgt von Irland mit 1,89 und Belgien mit 1,66. Den Idealwert von 2,1
erreicht nur Island. Aber dort sind auch die Nächte länger und kälter, also besteht naturbedingt ein erhöhtes Kuschelbedürfnis, was sich wiederum positiv auf die Populationhäufigkeit auswirkt.
Hinter Großbritannien mit einer Fertilitätsrate von 1,6 landet Deutschland (West) mit 1,38 auf einem einigermaßen akzeptablen Mittelplatz. Schlusslicht in Europa ist Deutschland (Ost) mit einer Fertilitätsrate von nur 1,1.
Bevor wir jetzt eine Diskussion darüber beginnen, warum den Ossis der Kuschelfaktor abhanden gekommen und darunter nun die Fertilitätsrate leidet, sollten wir erst mal ins benachbarte Ausland schauen. Denn Soziologen der Universität Graz (Stadt in Österreich/Zentraleuropa) haben nun herausgefunden woran das liegen könnte:

Jugendarbeitslosigkeit wirkt sich negativ auf die Geburtenrate eines Landes aus“ ist das Ergebnis einer Studie der österreichischen Soziologen Max Haller und Regina Ressler.
Weiter heißt es in der Studie: «Einen “signifikanten Beitrag zum Geburtenrückgang bzw. einer Stabilisierung der Fertilität auf niedrigem Niveau” hätten all jene Maßnahmen geleistet, “die zu einem kontinuierlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Österreich in den letzten Jahren beigetragen haben“.»

Bei Wikipedia war zu dem Thema „Fertilitätsrate“ zu lesen: «Versuche neue Anreize zur Erhöhung der Fertilitätsrate zu schaffen, etwa eine Kinderrente oder Besteuerung von Verhütungsmitteln konnten sich in Deutschland bislang nicht durchsetzen.»

Das hätte uns wirklich noch zu unserem Glück gefehlt, eine Vergnügungssteuer auf Präservative.
Oder haben unsere bundesrepublikanischen Befruchtungsverhüter das Dingens deshalb einfach “Solidaritätszuschlag” genannt?

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