Arbeitstemperatur

7. Februar 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Der Herr Weise von der Bundesagentur für Arbeitslosenverwaltung und HartzIV-Formularunwesen soll bei der Präsentation der neuen Arbeitsmarktzahlen ziemliche Erklärungsnöte gehabt haben:
«Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Januar um 408.000 auf 5.012.000 gestiegen. Das waren 75.000 weniger als vor einem Jahr, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) heute in Nürnberg. Saisonbereinigt sei die Erwerbslosenzahl im Vergleich zum Vormonat aber nur um 69.000 gestiegen», schreibt dazu der Spiegel.

Hatte man doch noch vor wenigen Wochen gejubelt, dass die Reformen nun endlich nicht nur die Arbeitslosen auf den Markt drücken, sondern auch die Zahl der offenen Stellen anzieht.
Doch dann kam Väterchen Frost und mit dem Absinken des Thermometers stieg direkt proportional die Zahl der Personen, die nicht mehr im Freien arbeiten konnten und nun bei Väterchen Staat die Beine unter den Tisch strecken müssen.

Nie hätte ich gedacht, dass soooooo viele Menschen im Landschaftsbau Ost beschäftigt sind um die blühenden Landschaften zu bauen, die der dicke Helmut anno dunnemals versprochen hat. Na ja, Eisblumen sind auch Blumen und bald ist auch Valentinstag, da wird bei den Gas- und Strompreisen manch einer froh sein, wenn er sich für seinen Schatz wenigsten die Eisblumen von der Innenscheibe kratzen kann. Also Bedarf ist da sicher in jeder Gemeinschaft.

Der Trend bleibe positiv“, verbreitet der Bundesagenturweise Optimismus und die Ökonomen glauben erklären zu können, warum die Arbeitslosenzahlen so unerwartet schrecklich hoch sind. Es sollen allerdings schon Ökonomen wegen ihres Glaubens ins Gefängnis gegangen sein, wobei sie durchaus auf mildernde Umstände hoffen dürfen, denn wie sagt der Mund des Volkes so schön, wenn das Volk schon endlich mal das Maul aufbringt: „Dem Ökonom, dem Ökonom, dem fehlt ein wicht’ges Chromosom.

Auf mildere Temperaturen setzt jetzt auch der Herr Weise und hofft, dass die Konjunktur bald wieder anziehen wird. Wenn nicht, dann müssen sich einige Damen und Herren, die sich seit Jahren mit flotten Sprüchen und neuen Formularen erfolglos an der nationalen Katastrophe „Arbeitslosigkeit“ versuchen, wohl warm anziehen müssen.

Ich habe ja nun nicht so einen großen Computer wie die Jungs von der Bundesagentur für Arbeitslosenverwaltung und schon gar gar nicht einen so großen Computer wie die Statistiker vom Bundesamt in Wiesbaden.
Aber wenn das Absinken der Temperaturen für einen Anstieg der Arbeitslosigkeit sorgt und der Weise aus Nürnberg Recht hat, dass ein Anstieg der Temperaturen zu einem Absinken der Arbeitslosenzahlen führen wird ….
Ja dann ist das doch ganz einfach …
Dann brauchen wir doch nur auszurechnen wie weit sich die Bunte Republik Deutschland noch aufheizen muss um die Arbeitslosigkeit wegzuheizen.

Und klar ist damit auch, wem wir den ganzen Schlamassel zu verdanken haben!
Nein, nicht den Großkonzernen, ach wo denken Sie hin.
Die doch nicht.
Die sind gar nie nicht an überhaupt irgendetwas schuld.
Es sind die Grünen mit ihren Energiesparprogrammen, ihrem Öko und den ganzen Dämmmaterialvorschriften, Dreifachverglasung an jedem Klofenster und dem Gefasel von der globalen Erwärmung.
Unter der Annahme, dass 1 Grad Temperaturanstieg ca. 30.000 Arbeitsplätze schafft, habe ich mir anhand der vorliegenden amtlichen Zahlen mal mit dem Taschenrechner ausgerechnet, dass man nur die BRddr auf rund 170 Grad Celsius aufheizen müsste um die Arbeitslosigkeit rückstandsfrei und, was die Grünen sicher befürworten würden, umweltverträglich weg zuschmelzen.

Wenn allerdings nur die Privathaushalte die Fenster aufreißen und rausheizen was das Zeug hält, genügt das sicher alleine nicht, sondern freut nur die Energiekonzerne.
Und dass die Konzerne ihre Mitarbeiter noch schneller über den Tisch ziehen und behaupten die dabei entstehende Reibungswärme trage zur Senkung der Arbeitslosigkeit bei, das genügt auch nicht.
Manchem Manager und Politiker wird man wohl erst Feuer unter den Sessel machen müssen, damit sie ihren Beitrag leisten, bevor ihnen die Hütte über dem Kopf abgefackelt wird.
Auch die Behörden und Ministerien sind gefordert und könnten zum Beispiel ihre Formulare, Gesetze und Vorschriften zum Wohle der Nation per Feuerbestattung entsorgen.
Auf den Autobahnen könnten Mindestgeschwindigkeiten dafür sorgen, dass die Reifen qualmen und auch in anderen Verkehrsbereichen wäre etwas mehr Reibungswärme wieder gefragt.
Zu überlegen ist auch, ob ein Fackellauf durch die ehemals geteilte Stadt, zum Deutschen Bundestag genügend Energie freisetzen kann um die Molekü(h)le im luftleeren Raum zwischen den Ohren unserer Abgeordneten in Bewegung zu setzen.

Natürlich würde die Aufheizung der Republik durch den Zukauf von Energie eine Menge Geld kosten, aber das könnte man durch die Enteignung der russischen Gasmafia und Inhaftierung ihrer bundesdeutschen Rädelsführer und Interessenvertreter rasch hinbekommen.
Die dazu notwendige Legalisierung kann man sich rasch von Wladimir Putin aus der Yukos-Akte übersetzen lassen und dann mit der Mehrheit der Kopulationsparteien durch den Bundestag peitschen.

Weil der Bundesagenturweise von den schlechten Zahlen auf dem Arbeitsmarkt „kalt“ erwischt wurde und der Monat Februar -wie immer wenn Karneval ist- sicher zu einem weiteren Anstieg der Erwerbslosenzahlen führen wird, auch wenn es in Köln und Mainz heiß hergeht, will er noch nicht einmal mehr eine Prognose abgegeben: „Wir haben Anzeichen, dass die Konjunktur durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer belastet wird. Was das für den Arbeitsmarkt bedeutet, kann Ihnen heute niemand seriös vorhersagen.“

Dagegen sieht IfW-Chef Snower das ganz anders, denn er rät der Koalition „sich mit einem frischen Blatt Papier hinzusetzen und ganz neu zu überlegen, was sie jetzt tun will”.

Ich denke, dass es eigentlich egal ist, was die Koalitionäre des Grauens da zusammenschreiben würden.
Wichtig ist vielmehr, dass das Blatt Papier nicht wie bisher nur zur Reinigung des Darmausgangs verwendet werden kann.
Anzünden und mal richtig Feuer machen ist angesagt, damit es endlich warm wird in der Republik. Weil rein mathematisch-meteorologisch ist das die einzige Möglichkeit den Aufschwung anzuheizen und den politischen und wirtschaftlichen Schlafwandlern saisonbedingt zu ihrer Endlagerstätte heimzuleuchten.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 7. Februar 2006 um 05:45:14 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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7. Februar 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Der Herr Weise von der Bundesagentur für Arbeitslosenverwaltung und HartzIV-Formularunwesen soll bei der Präsentation der neuen Arbeitsmarktzahlen ziemliche Erklärungsnöte gehabt haben:
«Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Januar um 408.000 auf 5.012.000 gestiegen. Das waren 75.000 weniger als vor einem Jahr, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) heute in Nürnberg. Saisonbereinigt sei die Erwerbslosenzahl im Vergleich zum Vormonat aber nur um 69.000 gestiegen», schreibt dazu der Spiegel.

Hatte man doch noch vor wenigen Wochen gejubelt, dass die Reformen nun endlich nicht nur die Arbeitslosen auf den Markt drücken, sondern auch die Zahl der offenen Stellen anzieht.
Doch dann kam Väterchen Frost und mit dem Absinken des Thermometers stieg direkt proportional die Zahl der Personen, die nicht mehr im Freien arbeiten konnten und nun bei Väterchen Staat die Beine unter den Tisch strecken müssen.

Nie hätte ich gedacht, dass soooooo viele Menschen im Landschaftsbau Ost beschäftigt sind um die blühenden Landschaften zu bauen, die der dicke Helmut anno dunnemals versprochen hat. Na ja, Eisblumen sind auch Blumen und bald ist auch Valentinstag, da wird bei den Gas- und Strompreisen manch einer froh sein, wenn er sich für seinen Schatz wenigsten die Eisblumen von der Innenscheibe kratzen kann. Also Bedarf ist da sicher in jeder Gemeinschaft.

Der Trend bleibe positiv“, verbreitet der Bundesagenturweise Optimismus und die Ökonomen glauben erklären zu können, warum die Arbeitslosenzahlen so unerwartet schrecklich hoch sind. Es sollen allerdings schon Ökonomen wegen ihres Glaubens ins Gefängnis gegangen sein, wobei sie durchaus auf mildernde Umstände hoffen dürfen, denn wie sagt der Mund des Volkes so schön, wenn das Volk schon endlich mal das Maul aufbringt: „Dem Ökonom, dem Ökonom, dem fehlt ein wicht’ges Chromosom.

Auf mildere Temperaturen setzt jetzt auch der Herr Weise und hofft, dass die Konjunktur bald wieder anziehen wird. Wenn nicht, dann müssen sich einige Damen und Herren, die sich seit Jahren mit flotten Sprüchen und neuen Formularen erfolglos an der nationalen Katastrophe „Arbeitslosigkeit“ versuchen, wohl warm anziehen müssen.

Ich habe ja nun nicht so einen großen Computer wie die Jungs von der Bundesagentur für Arbeitslosenverwaltung und schon gar gar nicht einen so großen Computer wie die Statistiker vom Bundesamt in Wiesbaden.
Aber wenn das Absinken der Temperaturen für einen Anstieg der Arbeitslosigkeit sorgt und der Weise aus Nürnberg Recht hat, dass ein Anstieg der Temperaturen zu einem Absinken der Arbeitslosenzahlen führen wird ….
Ja dann ist das doch ganz einfach …
Dann brauchen wir doch nur auszurechnen wie weit sich die Bunte Republik Deutschland noch aufheizen muss um die Arbeitslosigkeit wegzuheizen.

Und klar ist damit auch, wem wir den ganzen Schlamassel zu verdanken haben!
Nein, nicht den Großkonzernen, ach wo denken Sie hin.
Die doch nicht.
Die sind gar nie nicht an überhaupt irgendetwas schuld.
Es sind die Grünen mit ihren Energiesparprogrammen, ihrem Öko und den ganzen Dämmmaterialvorschriften, Dreifachverglasung an jedem Klofenster und dem Gefasel von der globalen Erwärmung.
Unter der Annahme, dass 1 Grad Temperaturanstieg ca. 30.000 Arbeitsplätze schafft, habe ich mir anhand der vorliegenden amtlichen Zahlen mal mit dem Taschenrechner ausgerechnet, dass man nur die BRddr auf rund 170 Grad Celsius aufheizen müsste um die Arbeitslosigkeit rückstandsfrei und, was die Grünen sicher befürworten würden, umweltverträglich weg zuschmelzen.

Wenn allerdings nur die Privathaushalte die Fenster aufreißen und rausheizen was das Zeug hält, genügt das sicher alleine nicht, sondern freut nur die Energiekonzerne.
Und dass die Konzerne ihre Mitarbeiter noch schneller über den Tisch ziehen und behaupten die dabei entstehende Reibungswärme trage zur Senkung der Arbeitslosigkeit bei, das genügt auch nicht.
Manchem Manager und Politiker wird man wohl erst Feuer unter den Sessel machen müssen, damit sie ihren Beitrag leisten, bevor ihnen die Hütte über dem Kopf abgefackelt wird.
Auch die Behörden und Ministerien sind gefordert und könnten zum Beispiel ihre Formulare, Gesetze und Vorschriften zum Wohle der Nation per Feuerbestattung entsorgen.
Auf den Autobahnen könnten Mindestgeschwindigkeiten dafür sorgen, dass die Reifen qualmen und auch in anderen Verkehrsbereichen wäre etwas mehr Reibungswärme wieder gefragt.
Zu überlegen ist auch, ob ein Fackellauf durch die ehemals geteilte Stadt, zum Deutschen Bundestag genügend Energie freisetzen kann um die Molekü(h)le im luftleeren Raum zwischen den Ohren unserer Abgeordneten in Bewegung zu setzen.

Natürlich würde die Aufheizung der Republik durch den Zukauf von Energie eine Menge Geld kosten, aber das könnte man durch die Enteignung der russischen Gasmafia und Inhaftierung ihrer bundesdeutschen Rädelsführer und Interessenvertreter rasch hinbekommen.
Die dazu notwendige Legalisierung kann man sich rasch von Wladimir Putin aus der Yukos-Akte übersetzen lassen und dann mit der Mehrheit der Kopulationsparteien durch den Bundestag peitschen.

Weil der Bundesagenturweise von den schlechten Zahlen auf dem Arbeitsmarkt „kalt“ erwischt wurde und der Monat Februar -wie immer wenn Karneval ist- sicher zu einem weiteren Anstieg der Erwerbslosenzahlen führen wird, auch wenn es in Köln und Mainz heiß hergeht, will er noch nicht einmal mehr eine Prognose abgegeben: „Wir haben Anzeichen, dass die Konjunktur durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer belastet wird. Was das für den Arbeitsmarkt bedeutet, kann Ihnen heute niemand seriös vorhersagen.“

Dagegen sieht IfW-Chef Snower das ganz anders, denn er rät der Koalition „sich mit einem frischen Blatt Papier hinzusetzen und ganz neu zu überlegen, was sie jetzt tun will”.

Ich denke, dass es eigentlich egal ist, was die Koalitionäre des Grauens da zusammenschreiben würden.
Wichtig ist vielmehr, dass das Blatt Papier nicht wie bisher nur zur Reinigung des Darmausgangs verwendet werden kann.
Anzünden und mal richtig Feuer machen ist angesagt, damit es endlich warm wird in der Republik. Weil rein mathematisch-meteorologisch ist das die einzige Möglichkeit den Aufschwung anzuheizen und den politischen und wirtschaftlichen Schlafwandlern saisonbedingt zu ihrer Endlagerstätte heimzuleuchten.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 7. Februar 2006 um 05:45:14 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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