Wildbret

3. Februar 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Um zu wissen, wie der Hase läuft und wo der Hase im Pfeffer liegt, muss man nicht unbedingt zu den Waidmännern gehören, die täuschen und tarnen und stundenlang auf dem Hochsitz hocken, nur um das Wild bei der Äsung, Losung oder gar Brunft zu belauern.

Und in Zeiten moderner Technologie müssen die Liebhaber von Wildbret auch nicht mehr zur Büchse greifen und nächtens durch den Wald stolpern, um was zum Beißen auf den Teller zu bekommen. Ein Gang zum Metzger oder zur tief gekühlten Truhe tut es auch.
Doch dieser Tage musste ich den Medien entnehmen, dass viele Redewendungen der deutschen Sprache eine ernst zunehmende Ursache im realen Leben haben.
Oder würden Sie sich bei den folgenden Sätzen sofort was Böses denken:
Bei Nacht sind alle Katzen grau.
Da brat mir doch einer einen Storch.
Den mach ich zur Sau.
Das interessiert doch kein Schwein.
Da kräht auch kein Hahn nach.

Doch jetzt hat krähen es die Hähne von den Dächern und viele Schweine interessieren sich dafür, was da zur Sau gemacht wurde.
Soll ich wirklich aus Fasanen Wildenten machen?” soll in einem Email ein Mitarbeiter der Firma Berger seinen Vorgesetzten gefragt haben. Diskutiert wurde auch wie man das Fleisch so verpackt, dass es nicht auffällt.
«Das bayerische Verbraucherschutzministerium habe immer noch keinen Überblick über Manipulationen beim Passauer Wildfleischproduzenten Berger, wo man Fleisch umetikettiert, Mindesthaltbarkeitsdaten verlängert und Tiefkühlware als Frischfleisch verkauft hat. Betroffen sind tiefgefrorene Produkte wie Hasenkeulen, Fasane oder Hirschrücken. Bei Kontrollen der drei Berger-Fabriken in Ruderting und Ortenburg sowie in Passau hatten Lebensmittelprüfer nach Angaben des bayerischen Umweltministeriums “Ekel erregende hygienische Zustände” vorgefunden. Die Fleischproben hätten ranzig, stickig, muffig oder sauer gerochen, zum Teil hatten sie auch schon zu faulen begonnen.» melden die OÖNachrichten.

Um sich den fehlenden Überblick über die Betrügereien zu verschaffen würde ich den Jungs vom Verbraucherschutzministerium mal empfehlen nächtens einen Hochsitz zu erklimmen. Mit etwas Jägerglück könnte man von dort aus mehrere Dinge auf einen Schlag, oder noch besser mit einem gezielten Schuss erledigen, wie die folgende Geschichte beweist:
Sitzen zwei Jäger auf einem Hochsitz.
Der eine schaut durchs Fernglas und fragt den Kollegen:
“Sag mal, was würdest Du tun, wenn dich deine Frau betrügen würde?”
“Na”, meint der erste, “ich würde’ erst dem Typ sein Dingens wegschießen und dann meiner Frau den Kopf!”
Darauf schaut der erste wieder angestrengt durch sein Fernglas und meint: “Na, wenn Du dich jetzt beeilst, dann schaffst du beides mit einem Schuss.”

Den kühnen Jagern vom bajuwarischen Verbraucherschutzministerium wünsche ich mit einem dreifach knallenden „Waidmanns Heil“ viel Erfolg mit dem geschossenen Bock und dem Kadaver in der Tiefkühltruhe.
Oder war das ein Keiler? Oder doch ein Fasan? Oder war das Dingens eine Ente?

Ach hol’s doch der Geier.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 3. Februar 2006 um 05:45:06 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Wildbret

3. Februar 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Um zu wissen, wie der Hase läuft und wo der Hase im Pfeffer liegt, muss man nicht unbedingt zu den Waidmännern gehören, die täuschen und tarnen und stundenlang auf dem Hochsitz hocken, nur um das Wild bei der Äsung, Losung oder gar Brunft zu belauern.

Und in Zeiten moderner Technologie müssen die Liebhaber von Wildbret auch nicht mehr zur Büchse greifen und nächtens durch den Wald stolpern, um was zum Beißen auf den Teller zu bekommen. Ein Gang zum Metzger oder zur tief gekühlten Truhe tut es auch.
Doch dieser Tage musste ich den Medien entnehmen, dass viele Redewendungen der deutschen Sprache eine ernst zunehmende Ursache im realen Leben haben.
Oder würden Sie sich bei den folgenden Sätzen sofort was Böses denken:
Bei Nacht sind alle Katzen grau.
Da brat mir doch einer einen Storch.
Den mach ich zur Sau.
Das interessiert doch kein Schwein.
Da kräht auch kein Hahn nach.

Doch jetzt hat krähen es die Hähne von den Dächern und viele Schweine interessieren sich dafür, was da zur Sau gemacht wurde.
Soll ich wirklich aus Fasanen Wildenten machen?” soll in einem Email ein Mitarbeiter der Firma Berger seinen Vorgesetzten gefragt haben. Diskutiert wurde auch wie man das Fleisch so verpackt, dass es nicht auffällt.
«Das bayerische Verbraucherschutzministerium habe immer noch keinen Überblick über Manipulationen beim Passauer Wildfleischproduzenten Berger, wo man Fleisch umetikettiert, Mindesthaltbarkeitsdaten verlängert und Tiefkühlware als Frischfleisch verkauft hat. Betroffen sind tiefgefrorene Produkte wie Hasenkeulen, Fasane oder Hirschrücken. Bei Kontrollen der drei Berger-Fabriken in Ruderting und Ortenburg sowie in Passau hatten Lebensmittelprüfer nach Angaben des bayerischen Umweltministeriums “Ekel erregende hygienische Zustände” vorgefunden. Die Fleischproben hätten ranzig, stickig, muffig oder sauer gerochen, zum Teil hatten sie auch schon zu faulen begonnen.» melden die OÖNachrichten.

Um sich den fehlenden Überblick über die Betrügereien zu verschaffen würde ich den Jungs vom Verbraucherschutzministerium mal empfehlen nächtens einen Hochsitz zu erklimmen. Mit etwas Jägerglück könnte man von dort aus mehrere Dinge auf einen Schlag, oder noch besser mit einem gezielten Schuss erledigen, wie die folgende Geschichte beweist:
Sitzen zwei Jäger auf einem Hochsitz.
Der eine schaut durchs Fernglas und fragt den Kollegen:
“Sag mal, was würdest Du tun, wenn dich deine Frau betrügen würde?”
“Na”, meint der erste, “ich würde’ erst dem Typ sein Dingens wegschießen und dann meiner Frau den Kopf!”
Darauf schaut der erste wieder angestrengt durch sein Fernglas und meint: “Na, wenn Du dich jetzt beeilst, dann schaffst du beides mit einem Schuss.”

Den kühnen Jagern vom bajuwarischen Verbraucherschutzministerium wünsche ich mit einem dreifach knallenden „Waidmanns Heil“ viel Erfolg mit dem geschossenen Bock und dem Kadaver in der Tiefkühltruhe.
Oder war das ein Keiler? Oder doch ein Fasan? Oder war das Dingens eine Ente?

Ach hol’s doch der Geier.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 3. Februar 2006 um 05:45:06 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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