Hamas

3. Februar 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Früher hama nix ghabt, aber jetzt hamas“.
So oder ähnlich könnte man nun die Lage im ach so nahen Osten beschreiben. Dabei hatte doch vor der Wahl in Palästina alles so zuversichtlich geklungen. Ein Neuanfang sollte es werden, demokratische Wahlen für ein Volk ohne Staat, in einem Land, das sich seit Jahren in einer Art Kriegszustand befindet.
Dazu beherrscht von einer Clique, die sich die vom Ausland zur Verfügung gestellten Geldspritzen lieber zum Doping in die eigenen korrupten Venen jagt, während der Rest des Volkes am Tropf hängt und das Dach über dem Kopf weggesprengt bekommt oder seit Jahren in Flüchtlingslagern im Schatten einer acht Meter hohen Mauer leben muss.

Und nun sollte erstmals seit 10 Jahren ein neues Parlament gewählt werden. Die Wahl galt als Meilenstein, weil die militanten Islamisten der Hamas zum ersten Mal in den politischen Prozess eingebunden werden, denn 1996 hatte die radikale Hamas aus Protest gegen die damals laufenden Nahost-Verhandlungen den Urnengang noch boykottiert.

Am 25. Januar sah die Welt im nahen Osten für die Welt im Westen noch ganz OK aus und der Spiegel titelte „Hamas erhält laut Prognose nur 30 Prozent“ und Israel erklärte, dass ein Sieg der Hamas das Ende des Friedensprozesses bedeuten könne.
Nur wenige Stunden später meldete der Spiegel dann ein „Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Fatah und Hamas“ und der Stern gestand am 27. Januar mit „Wahlsieg der Hamas schockiert Israel“, die Wahrheit ein, denn die Hamas hatte bei den palästinensischen Parlamentswahlen nach Angaben der Wahlkommission die absolute Mehrheit gewonnen. Die bisher regierende Fatah erlitt eine verheerende Niederlage und der palästinensische Regierungschef Ahmed Kureia von der Fatah-Organisation erklärte seinen Rücktritt.

So weit. so gut, der Souverän des palästinensischen Volkes hatte gesprochen. Doch schon gibt es dicke Backen allerorten.
Genau die gleichen Politiker, die jahrelang Milliarden von Teuronen nach Palästina gepumpt haben, ohne irgendeine erkennbare Wirkung beim „Friedensprozess“ zu erzielen oder sich darum zu scheren, dass das Geld vor allem dem Herrn Arafat und seiner Clique zugute kam, genau diese Politiker blähen sich nun und erheben jetzt plötzlich die Stimme und fordern Konsequenzen.
Und das nur, weil die in Palästina aus demokratischen Wahlen mit Mehrheit hervorgegangene Partei nicht westlichen Vorstellungen entspricht und nicht auf Gewalt verzichten will. Da entsprach die bisher regierende, korrupte Fatah wohl schon eher den Vorstellungen westlicher Politiker.

So ist das aber nun mal mit Wahlen in Demokratien – erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.
Und jetzt hamas – den Salat.
Mich würde nur interessieren wie denn unser Außenjoschka, der größte aller Minister des Äußeren, so kurz nach seinem Abgang die Ergebnisse seiner erfolgreichen Außenpolitik kommentieren würde.
Und, das gehört ja nicht unbedingt zum Thema, aber haben Sie sich schon einmal überlegt, warum sein Nachfolger der Frankensteinmeier seit der Amtsübernahme wie ein Staffelläufer mit seinem Krisenstab von einer Sitzung zu anderen hechelt?
Das hängt mit den siebenjährigen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen im Außenbereich vom Joschka zusammen.
Der Mann hätte unter Rot-Grün nicht Außen- sondern Arbeitsminister sein sollen.
Dann hätten wir jetzt die Vollbeschäftigung.

File Krise.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 3. Februar 2006 um 05:45:56 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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3. Februar 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Früher hama nix ghabt, aber jetzt hamas“.
So oder ähnlich könnte man nun die Lage im ach so nahen Osten beschreiben. Dabei hatte doch vor der Wahl in Palästina alles so zuversichtlich geklungen. Ein Neuanfang sollte es werden, demokratische Wahlen für ein Volk ohne Staat, in einem Land, das sich seit Jahren in einer Art Kriegszustand befindet.
Dazu beherrscht von einer Clique, die sich die vom Ausland zur Verfügung gestellten Geldspritzen lieber zum Doping in die eigenen korrupten Venen jagt, während der Rest des Volkes am Tropf hängt und das Dach über dem Kopf weggesprengt bekommt oder seit Jahren in Flüchtlingslagern im Schatten einer acht Meter hohen Mauer leben muss.

Und nun sollte erstmals seit 10 Jahren ein neues Parlament gewählt werden. Die Wahl galt als Meilenstein, weil die militanten Islamisten der Hamas zum ersten Mal in den politischen Prozess eingebunden werden, denn 1996 hatte die radikale Hamas aus Protest gegen die damals laufenden Nahost-Verhandlungen den Urnengang noch boykottiert.

Am 25. Januar sah die Welt im nahen Osten für die Welt im Westen noch ganz OK aus und der Spiegel titelte „Hamas erhält laut Prognose nur 30 Prozent“ und Israel erklärte, dass ein Sieg der Hamas das Ende des Friedensprozesses bedeuten könne.
Nur wenige Stunden später meldete der Spiegel dann ein „Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Fatah und Hamas“ und der Stern gestand am 27. Januar mit „Wahlsieg der Hamas schockiert Israel“, die Wahrheit ein, denn die Hamas hatte bei den palästinensischen Parlamentswahlen nach Angaben der Wahlkommission die absolute Mehrheit gewonnen. Die bisher regierende Fatah erlitt eine verheerende Niederlage und der palästinensische Regierungschef Ahmed Kureia von der Fatah-Organisation erklärte seinen Rücktritt.

So weit. so gut, der Souverän des palästinensischen Volkes hatte gesprochen. Doch schon gibt es dicke Backen allerorten.
Genau die gleichen Politiker, die jahrelang Milliarden von Teuronen nach Palästina gepumpt haben, ohne irgendeine erkennbare Wirkung beim „Friedensprozess“ zu erzielen oder sich darum zu scheren, dass das Geld vor allem dem Herrn Arafat und seiner Clique zugute kam, genau diese Politiker blähen sich nun und erheben jetzt plötzlich die Stimme und fordern Konsequenzen.
Und das nur, weil die in Palästina aus demokratischen Wahlen mit Mehrheit hervorgegangene Partei nicht westlichen Vorstellungen entspricht und nicht auf Gewalt verzichten will. Da entsprach die bisher regierende, korrupte Fatah wohl schon eher den Vorstellungen westlicher Politiker.

So ist das aber nun mal mit Wahlen in Demokratien – erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.
Und jetzt hamas – den Salat.
Mich würde nur interessieren wie denn unser Außenjoschka, der größte aller Minister des Äußeren, so kurz nach seinem Abgang die Ergebnisse seiner erfolgreichen Außenpolitik kommentieren würde.
Und, das gehört ja nicht unbedingt zum Thema, aber haben Sie sich schon einmal überlegt, warum sein Nachfolger der Frankensteinmeier seit der Amtsübernahme wie ein Staffelläufer mit seinem Krisenstab von einer Sitzung zu anderen hechelt?
Das hängt mit den siebenjährigen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen im Außenbereich vom Joschka zusammen.
Der Mann hätte unter Rot-Grün nicht Außen- sondern Arbeitsminister sein sollen.
Dann hätten wir jetzt die Vollbeschäftigung.

File Krise.

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