Quotenregelung

24. Januar 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Wer früher aus der Stadt auf’s Land zog und sich in einem dieser kleinen Käffer ansiedelte, die zur Verbesserung ihrer Steuereinnahmen Ackerland zu niedrigpreisigem Bauland umgewidmet hatten und total überrascht waren, dass statt Steuerzahlern Menschen mit Bedürfnissen und Wünschen kamen, der musste sich schon ab und an von den Alteingesessenen nach seiner Herkunft, seinem Namen und seiner Zugehörigkeit fragen lassen.
Ja wo kommscht du denn her“ und „wem ghörscht denn du?“ und „wie hoischt du denn?“ gehörten noch zu den normalen Nettigkeiten, mit denen die neuen Gemeindemitglieder und ihre Kinder begrüßt wurden, bevor sie dann im Kirchenchor, der Freiwilligen Feuerwehr und im Fußballverein ihren Platz in der Hackordnung der Gemeinde einnehmen durften, sofern sie das überhaupt wollten.

Derartige Fragen sollen nach dem Willen unserer neuen Bundesregierung nun auch einbürgerungswilligen Ausländern und Ausländerinnen gestellt werden, „um Zwangsehen, Prostitution und Schleusung erheblich zu erschweren“.
Dazu schreibt der Spiegel in einer Vorabmeldung vom 7. Januar des ach noch so jungen Jahres 2006: «Mit dem Gesetz will die Bundesregierung unter anderem elf EU-Richtlinien umsetzen, mit denen die zentralen Elemente des Ausländer- und Asylrechts in der Gemeinschaft angeglichen werden. Die Fristen für die Umsetzung einiger dieser Richtlinien laufen schon im Herbst ab, wie die Ministeriumssprecherin sagte. Vorher solle das Gesetzespaket verabschiedet werden. Einige der geplanten Änderungen seien zudem schon in der Koalitionsvereinbarung angekündigt worden.»

Jetzt wissen wir ja alle, dass viele der EU-Richtlinien nicht gerade das Gelbe vom Ei sind und über den Koalitionsvertrag ist auch schon genügend gelästert worden.
Doch jetzt blähen sich neben den üblichen Beschwerdeführern und Interessenvertretern, wie dem Zentralrat der Juden (unbedachter Schnellschuss, der schleunigst ernsthaft überprüft werden muss), dem Zentralrat der Muslime (nicht verfassungskonform und nicht integrationsfördernd), auch erstmals ehemalige Regierungsmitglieder, die am rot-grünen Multikulti des letzten sieben Regeierungsjahre beteiligt waren:
Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Renate Künast, hat in der «Welt am Sonntag» unter anderem eine proportionale Besetzung öffentlicher Ämter mit Ausländern gefordert. Die Initiative ihrer Partei sei eine Reaktion auf Fehlentwicklungen in der Gesellschaft, wie der Abschottung von Zuwanderergruppen und der hohen Zahl junger Männer ohne Bildungsabschluss. Auch der Umgang mit Frauen und Mädchen sei vielfach nicht akzeptabel.“

Wer bisher gedacht hatte in einer Demokratie zu leben, in der öffentliche Ämter durch aktives und passives Wahlrecht verbunden mit mehrheitliche Wahl der Wahlberechtigten besetzt werden, muss wohl umdenken. Denn nach der grünen Renate müssten Ämter nach einer Quotenregelung besetzt werden.
Nicht dass ich damit nun unbedingt ein Problem hätte, aber wenn schon Quotenregelung, dann aber bitte gleich richtig.
Dann gilt Gleiches doch auch für Arbeitnehmer und Unternehmer, Angestellte und Beamte, Männer und Frauen, Junge und Alte, Familien und Singles, Reiche und Arme, Arbeitshaber und Arbeitslose, um in den öffentlichen Ämtern einen repräsentativen Querschnitt unserer Bevölkerung abbilden zu können.
Da könnte man sicher gleich mehr als die Hälfte aller Bundestags- und Landtagsabgeordneten nach Hause und ins reale Leben schicken, um sie durch „Quotenabgeordnete“ zu ersetzen.
Für so eine Aktion würde ich mich im Rahmen einer „Qualitätsinitiative“ zur Verbesserung der politischen und wirtschaftlichen Kultur in diesem Lande richtig begeistern.
„Denn ich bin auch Deutschland!“. Oder etwa nicht?
Und “zugewandert” in dieses Land bin ich auch - direkt aus dem Mutterleib.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 24. Januar 2006 um 05:45:20 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

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24. Januar 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Wer früher aus der Stadt auf’s Land zog und sich in einem dieser kleinen Käffer ansiedelte, die zur Verbesserung ihrer Steuereinnahmen Ackerland zu niedrigpreisigem Bauland umgewidmet hatten und total überrascht waren, dass statt Steuerzahlern Menschen mit Bedürfnissen und Wünschen kamen, der musste sich schon ab und an von den Alteingesessenen nach seiner Herkunft, seinem Namen und seiner Zugehörigkeit fragen lassen.
Ja wo kommscht du denn her“ und „wem ghörscht denn du?“ und „wie hoischt du denn?“ gehörten noch zu den normalen Nettigkeiten, mit denen die neuen Gemeindemitglieder und ihre Kinder begrüßt wurden, bevor sie dann im Kirchenchor, der Freiwilligen Feuerwehr und im Fußballverein ihren Platz in der Hackordnung der Gemeinde einnehmen durften, sofern sie das überhaupt wollten.

Derartige Fragen sollen nach dem Willen unserer neuen Bundesregierung nun auch einbürgerungswilligen Ausländern und Ausländerinnen gestellt werden, „um Zwangsehen, Prostitution und Schleusung erheblich zu erschweren“.
Dazu schreibt der Spiegel in einer Vorabmeldung vom 7. Januar des ach noch so jungen Jahres 2006: «Mit dem Gesetz will die Bundesregierung unter anderem elf EU-Richtlinien umsetzen, mit denen die zentralen Elemente des Ausländer- und Asylrechts in der Gemeinschaft angeglichen werden. Die Fristen für die Umsetzung einiger dieser Richtlinien laufen schon im Herbst ab, wie die Ministeriumssprecherin sagte. Vorher solle das Gesetzespaket verabschiedet werden. Einige der geplanten Änderungen seien zudem schon in der Koalitionsvereinbarung angekündigt worden.»

Jetzt wissen wir ja alle, dass viele der EU-Richtlinien nicht gerade das Gelbe vom Ei sind und über den Koalitionsvertrag ist auch schon genügend gelästert worden.
Doch jetzt blähen sich neben den üblichen Beschwerdeführern und Interessenvertretern, wie dem Zentralrat der Juden (unbedachter Schnellschuss, der schleunigst ernsthaft überprüft werden muss), dem Zentralrat der Muslime (nicht verfassungskonform und nicht integrationsfördernd), auch erstmals ehemalige Regierungsmitglieder, die am rot-grünen Multikulti des letzten sieben Regeierungsjahre beteiligt waren:
Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Renate Künast, hat in der «Welt am Sonntag» unter anderem eine proportionale Besetzung öffentlicher Ämter mit Ausländern gefordert. Die Initiative ihrer Partei sei eine Reaktion auf Fehlentwicklungen in der Gesellschaft, wie der Abschottung von Zuwanderergruppen und der hohen Zahl junger Männer ohne Bildungsabschluss. Auch der Umgang mit Frauen und Mädchen sei vielfach nicht akzeptabel.“

Wer bisher gedacht hatte in einer Demokratie zu leben, in der öffentliche Ämter durch aktives und passives Wahlrecht verbunden mit mehrheitliche Wahl der Wahlberechtigten besetzt werden, muss wohl umdenken. Denn nach der grünen Renate müssten Ämter nach einer Quotenregelung besetzt werden.
Nicht dass ich damit nun unbedingt ein Problem hätte, aber wenn schon Quotenregelung, dann aber bitte gleich richtig.
Dann gilt Gleiches doch auch für Arbeitnehmer und Unternehmer, Angestellte und Beamte, Männer und Frauen, Junge und Alte, Familien und Singles, Reiche und Arme, Arbeitshaber und Arbeitslose, um in den öffentlichen Ämtern einen repräsentativen Querschnitt unserer Bevölkerung abbilden zu können.
Da könnte man sicher gleich mehr als die Hälfte aller Bundestags- und Landtagsabgeordneten nach Hause und ins reale Leben schicken, um sie durch „Quotenabgeordnete“ zu ersetzen.
Für so eine Aktion würde ich mich im Rahmen einer „Qualitätsinitiative“ zur Verbesserung der politischen und wirtschaftlichen Kultur in diesem Lande richtig begeistern.
„Denn ich bin auch Deutschland!“. Oder etwa nicht?
Und “zugewandert” in dieses Land bin ich auch - direkt aus dem Mutterleib.

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