Ansehensverlust

12. Januar 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Dr. sc. techn. Dieter Hundt hat die Regierung scharf angegriffen. Das berichtete der Spiegel am 30. Dezember 2005:
«Hundt wirft der Regierung vor, sie erzähle Ammenmärchen. Zugleich beklagte der Arbeitgeberpräsident den Ansehensverlust von Unternehmen und Unternehmern in Deutschland. Schwarze Schafe gebe es überall, der überwiegende Teil der Manager aber sei hoch anständig. Leider werde das in der Öffentlichkeit nicht ausreichend honoriert, auch wegen der Skandale dieses Jahres.»

Dass sich der Herr Hundt in regelmäßig unregelmäßigen Abständen mit mäßigen Kommentaren in den Medien zur Lage der deutschen Wirtschaft äußert, wird sich sicher nicht gänzlich vermeiden lassen. Schließlich ist der Mann ja wer.
Aber warum er sich, bevor er den Mund aufmacht, nicht wenigstens sachkundig macht oder zumindest machen lässt, das wird wohl sein Geheimnis bleiben.

Zur angeblich so hohen Anständigkeit deutscher Manager hätte zum Beispiel das Lesen (und Verstehen) der Financial Times Deutschland vom 29. November 2005 ganz andere Erkenntnisse vermittelt.
Dort heißt es unter dem Titel «„Wirtschaftskriminell sind oft die eigenen Führungskräfte“, dass an der Spitze der Straftaten mit einem Anteil von fast 50% Unterschlagung und Betrug stehe und jede dritte Straftat in einem deutschen Unternehmen von einem Mitarbeiter aus dem Top-Management begangen wird. Allerdings wirke eine höhere Position meist strafverhindernd und strafmildernd.»

Vielleicht liegt die vermeintlich Unkenntnis der Sachlage der mangelnden Honorierung deutscher Unternehmen und ihrer Manager durch den Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände nur darin begründet, dass der Herr Hundt so viel zu tun hat.

Denn der Mann hat neben diesem Job alle Hände voll zu tun.
Er ist geschäftsführender Gesellschafter der “Allgaier Werke GmbH” in Uhingen. Allein das ist normalerweise schon ein Fulltime-Job. Doch Herr Hundt ist nebenbei nicht nur Mitglied im Aufsichtsrat der „Deutschen Telekom AG“, sondern auch noch Mitglied im Verwaltungsrat der „Landesbank Baden-Württemberg“. Damit noch nicht genug, denn der Herr Hundt hat auch noch Zeit für die Tätigkeit als Mitglied des Beirats der „Allianz Gesellschaften“ und für die Aufgaben als Vorsitzender des Aufsichtsrats der „Stauferkreis Beteiligungs AG“ sowie als Mitglied des Beirats der „Mannheimer AG Holding“.
Wer jetzt glaubt der Herr Hundt wäre damit ausgelastet, der irrt. Denn dieser Mann ist auch noch Vorsitzender des Aufsichtsrats des „Vereins für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 e.V“, besser bekannt als VfB Stuttgart, dem Angstgegner von Bayern München und einstigen Heimatverein von unserem derzeitigen Fußballnationaltrainer „Schwabenpfeil“ Klinsmann.

Dennoch habe ich nur eine Erklärung, warum der Herr Hundt von Zeit zu Zeit einen derartigen Unsinn, wie eingangs erwähnt, verzapft: «Er ist auch noch geschäftsführender Gesellschafter und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Stuttgarter Hofbräu AG.»
Da ist sicher nicht gänzlich auszuschließen, dass in extremen Situationen und bei Arbeitsüberlastung der Haustrunk (Naturalleistung für Mitarbeiter einer Brauerei) aufs Gemüt durchschlägt.

Ach ja, das hätte ich fast vergessen.
Seit 2001 ist der Herr Hundt auch noch Vizepräsident der „Deutschen Handelskammer in Österreich“ mit Sitz in Wien.
Bei so viel Posten, kann man schon mal den Überblick verlieren. Besonders wenn man genau in dem Jahr geboren wurde, als reichsdeutsche Wehrmachtstruppen in Österreich einmarschierten und damit den ersten Schritt für den Anschluss an das Deutsche Reich (Großdeutsches Reich) vollzogen.
Normalerweise sind Menschen dieser Altergruppe als Arbeitnehmer doch längst als unqualifiziert, unbrauchbar und unflexibel aus dem Arbeitsprozess ausgemustert und zwangsverrentet.
Aber bei aller Kritik der Arbeitgeber an diesen für die deutsche Wirtschaft so unbrauchbaren Personen – zum „Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände“ scheinen sie noch zu taugen.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 12. Januar 2006 um 05:45:29 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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12. Januar 2006 05:45

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Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Dr. sc. techn. Dieter Hundt hat die Regierung scharf angegriffen. Das berichtete der Spiegel am 30. Dezember 2005:
«Hundt wirft der Regierung vor, sie erzähle Ammenmärchen. Zugleich beklagte der Arbeitgeberpräsident den Ansehensverlust von Unternehmen und Unternehmern in Deutschland. Schwarze Schafe gebe es überall, der überwiegende Teil der Manager aber sei hoch anständig. Leider werde das in der Öffentlichkeit nicht ausreichend honoriert, auch wegen der Skandale dieses Jahres.»

Dass sich der Herr Hundt in regelmäßig unregelmäßigen Abständen mit mäßigen Kommentaren in den Medien zur Lage der deutschen Wirtschaft äußert, wird sich sicher nicht gänzlich vermeiden lassen. Schließlich ist der Mann ja wer.
Aber warum er sich, bevor er den Mund aufmacht, nicht wenigstens sachkundig macht oder zumindest machen lässt, das wird wohl sein Geheimnis bleiben.

Zur angeblich so hohen Anständigkeit deutscher Manager hätte zum Beispiel das Lesen (und Verstehen) der Financial Times Deutschland vom 29. November 2005 ganz andere Erkenntnisse vermittelt.
Dort heißt es unter dem Titel «„Wirtschaftskriminell sind oft die eigenen Führungskräfte“, dass an der Spitze der Straftaten mit einem Anteil von fast 50% Unterschlagung und Betrug stehe und jede dritte Straftat in einem deutschen Unternehmen von einem Mitarbeiter aus dem Top-Management begangen wird. Allerdings wirke eine höhere Position meist strafverhindernd und strafmildernd.»

Vielleicht liegt die vermeintlich Unkenntnis der Sachlage der mangelnden Honorierung deutscher Unternehmen und ihrer Manager durch den Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände nur darin begründet, dass der Herr Hundt so viel zu tun hat.

Denn der Mann hat neben diesem Job alle Hände voll zu tun.
Er ist geschäftsführender Gesellschafter der “Allgaier Werke GmbH” in Uhingen. Allein das ist normalerweise schon ein Fulltime-Job. Doch Herr Hundt ist nebenbei nicht nur Mitglied im Aufsichtsrat der „Deutschen Telekom AG“, sondern auch noch Mitglied im Verwaltungsrat der „Landesbank Baden-Württemberg“. Damit noch nicht genug, denn der Herr Hundt hat auch noch Zeit für die Tätigkeit als Mitglied des Beirats der „Allianz Gesellschaften“ und für die Aufgaben als Vorsitzender des Aufsichtsrats der „Stauferkreis Beteiligungs AG“ sowie als Mitglied des Beirats der „Mannheimer AG Holding“.
Wer jetzt glaubt der Herr Hundt wäre damit ausgelastet, der irrt. Denn dieser Mann ist auch noch Vorsitzender des Aufsichtsrats des „Vereins für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 e.V“, besser bekannt als VfB Stuttgart, dem Angstgegner von Bayern München und einstigen Heimatverein von unserem derzeitigen Fußballnationaltrainer „Schwabenpfeil“ Klinsmann.

Dennoch habe ich nur eine Erklärung, warum der Herr Hundt von Zeit zu Zeit einen derartigen Unsinn, wie eingangs erwähnt, verzapft: «Er ist auch noch geschäftsführender Gesellschafter und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Stuttgarter Hofbräu AG.»
Da ist sicher nicht gänzlich auszuschließen, dass in extremen Situationen und bei Arbeitsüberlastung der Haustrunk (Naturalleistung für Mitarbeiter einer Brauerei) aufs Gemüt durchschlägt.

Ach ja, das hätte ich fast vergessen.
Seit 2001 ist der Herr Hundt auch noch Vizepräsident der „Deutschen Handelskammer in Österreich“ mit Sitz in Wien.
Bei so viel Posten, kann man schon mal den Überblick verlieren. Besonders wenn man genau in dem Jahr geboren wurde, als reichsdeutsche Wehrmachtstruppen in Österreich einmarschierten und damit den ersten Schritt für den Anschluss an das Deutsche Reich (Großdeutsches Reich) vollzogen.
Normalerweise sind Menschen dieser Altergruppe als Arbeitnehmer doch längst als unqualifiziert, unbrauchbar und unflexibel aus dem Arbeitsprozess ausgemustert und zwangsverrentet.
Aber bei aller Kritik der Arbeitgeber an diesen für die deutsche Wirtschaft so unbrauchbaren Personen – zum „Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände“ scheinen sie noch zu taugen.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 12. Januar 2006 um 05:45:29 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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