Versicherungspflichtgrenze

5. Januar 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Dass man sich nicht groß anstrengen muss, um sich im Gesundheitswesen gesund zu stoßen, wissen Insider und Experten schon lange.
Doch äußerte ein beitragszahlender Versicherter diese Meinung, dann wurde heftigst dementiert und argumentiert, dass sowas in diesem unserem Lande unmöglich wäre und außerdem verwahre man sich ausdrücklich gegen die Diffamierung von Personen, die im Gesundheitswesen ihr Bestes geben.

Nun kann man (nicht nur) bei HR-Online nachlesen, dass im deutschen Gesundheitswesen jährlich etwa 20 Milliarden Euro auf betrügerische Weise den Besitzer wechseln.
«Um gezielter gegen Betrug im Gesundheitswesen vorgehen zu können, gründeten die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, die in ganz Hessen ermittelt, und das Landeskriminalamt im Herbst 2001 die “Arbeitsgruppe Ärzte”. Rund 1.100 Fälle hat die “AG Ärzte” in den vergangenen vier Jahres in Hessen bearbeitet, 1.300 sind noch offen. Hervorgekommen ist, wie Becker-Toussaint es ausdrückt, “eine unglaubliche Plünderung unserer Sozialsysteme.” Doch die meisten Verfahren gegen die Ärzte mussten gegen eine Geldbuße einstellt werden, sagt Staatsanwalt Alexander Badle. “Wenn wir alles vor Gericht bringen würden, würden wir unseren Laden doch nur selbst lahm legen.” Nicht immer liege die Schuld allerdings nur beim Arzt. So stießen die Sonderermittler etwa im Frankfurter Bahnhofsviertel mehrfach auf Fälle, in denen Ärzte, Apotheker und Patienten zu Komplizen wurden. “Das bewegt sich besonders im Bereich der sozial Schwachen”, erklärt Badle und meint damit vor allem Drogenabhängige, die ihre Versichertenkarte gegen ein paar Euro herausgeben. Ärzte und Apotheker nutzen diese dann, um Gebühren für fiktive Rezepte zu kassieren. Die Ermittler stießen nach eigenen Angaben schon auf “ganze Stapel” solcher Verschreibungen

Wer sich jemals eine Versichertenkarte genauer angesehen hat, den wird das nicht wundern. Das Ding hat kein Bild und schon gar nicht eine PIN.
„Technisch nicht machbar“ und „zu aufwändig“ hieß es immer seitens der Kassen, die diese Plastikkarten zur Identifizierung(!) ihrer Beitragszahler herausgeben.
Warum sollte dann ein behandelnder Arzt sich die Mühe machen und überprüfen, ob es sich bei der Person in seinem Behandlungszimmer tatsächlich um den Versicherten handelt.
Geld bekommt er doch trotzdem von der Kasse.
Und die Kasse erfährt doch gar nie, dass der Versicherte beim Arzt war.

Gell, das glauben Sie jetzt nicht?
Dann fragen Sie doch mal bei Ihrer Krankenkasse nach wie hoch denn Ihre Behandlungskosten im den letzten Jahr waren.
Und wenn Sie schon mal dabei sind, dann bitten Sie doch gleich noch Übersendung einer Bescheinigung der von Ihnen als gesetzlich Versicherter bezahlten Krankenkassenbeiträge inklusive Arbeitgeberbeitrag.
Sagen Sie einfach Sie brauchen das für die Sonderausgaben bei der Steuererklärung.
Sie werden als gesetzlich Versicherter keine derartige Bescheinigung bekommen(können), denn Ihre Krankenkasse weiß gar nicht, ob Sie überhaupt Geld für Sie bekommen hat.
Gell, das glauben Sie jetzt auch nicht?
Dann fragen Sie doch mal bei Ihrem Arbeitgeber, wie das mit der Überweisung der Krankenkassenbeiträge bei Arbeitnehmern so vor sich geht.

Ich bin mir sicher, es wird Ihnen die Zehennägel aufrollen wenn Sie anfangen zu begreifen in welchem Selbstbedienungsladen Sie zwangsweise Mitglied sind.

Erst wenn es Ihnen gelingt die Versicherungspflichtgrenze, das ist so eine Art Mauer oder Todesstreifen zwischen Ausbeutung und Freiheit, zu überwinden oder sich selbstständig zu machen, können Sie diesem Abzock- und Geldverteilungssystem entkommen.

Wie schreibt HR-Online am Ende des Artikels richtigerweise:
«Die Leidtragenden des Milliarden-Betrugs sind vor allem die Versicherten, die mit ihren Beiträgen die gefälschten Abrechnungen mitfinanzieren müssen.»
Und jetzt glauben Sie nur nicht, dass die alte und die neue Frau Bundesgesundheitsministerin Schmidt davon nix weiß.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 5. Januar 2006 um 05:45:59 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Versicherungspflichtgrenze

5. Januar 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Dass man sich nicht groß anstrengen muss, um sich im Gesundheitswesen gesund zu stoßen, wissen Insider und Experten schon lange.
Doch äußerte ein beitragszahlender Versicherter diese Meinung, dann wurde heftigst dementiert und argumentiert, dass sowas in diesem unserem Lande unmöglich wäre und außerdem verwahre man sich ausdrücklich gegen die Diffamierung von Personen, die im Gesundheitswesen ihr Bestes geben.

Nun kann man (nicht nur) bei HR-Online nachlesen, dass im deutschen Gesundheitswesen jährlich etwa 20 Milliarden Euro auf betrügerische Weise den Besitzer wechseln.
«Um gezielter gegen Betrug im Gesundheitswesen vorgehen zu können, gründeten die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, die in ganz Hessen ermittelt, und das Landeskriminalamt im Herbst 2001 die “Arbeitsgruppe Ärzte”. Rund 1.100 Fälle hat die “AG Ärzte” in den vergangenen vier Jahres in Hessen bearbeitet, 1.300 sind noch offen. Hervorgekommen ist, wie Becker-Toussaint es ausdrückt, “eine unglaubliche Plünderung unserer Sozialsysteme.” Doch die meisten Verfahren gegen die Ärzte mussten gegen eine Geldbuße einstellt werden, sagt Staatsanwalt Alexander Badle. “Wenn wir alles vor Gericht bringen würden, würden wir unseren Laden doch nur selbst lahm legen.” Nicht immer liege die Schuld allerdings nur beim Arzt. So stießen die Sonderermittler etwa im Frankfurter Bahnhofsviertel mehrfach auf Fälle, in denen Ärzte, Apotheker und Patienten zu Komplizen wurden. “Das bewegt sich besonders im Bereich der sozial Schwachen”, erklärt Badle und meint damit vor allem Drogenabhängige, die ihre Versichertenkarte gegen ein paar Euro herausgeben. Ärzte und Apotheker nutzen diese dann, um Gebühren für fiktive Rezepte zu kassieren. Die Ermittler stießen nach eigenen Angaben schon auf “ganze Stapel” solcher Verschreibungen

Wer sich jemals eine Versichertenkarte genauer angesehen hat, den wird das nicht wundern. Das Ding hat kein Bild und schon gar nicht eine PIN.
„Technisch nicht machbar“ und „zu aufwändig“ hieß es immer seitens der Kassen, die diese Plastikkarten zur Identifizierung(!) ihrer Beitragszahler herausgeben.
Warum sollte dann ein behandelnder Arzt sich die Mühe machen und überprüfen, ob es sich bei der Person in seinem Behandlungszimmer tatsächlich um den Versicherten handelt.
Geld bekommt er doch trotzdem von der Kasse.
Und die Kasse erfährt doch gar nie, dass der Versicherte beim Arzt war.

Gell, das glauben Sie jetzt nicht?
Dann fragen Sie doch mal bei Ihrer Krankenkasse nach wie hoch denn Ihre Behandlungskosten im den letzten Jahr waren.
Und wenn Sie schon mal dabei sind, dann bitten Sie doch gleich noch Übersendung einer Bescheinigung der von Ihnen als gesetzlich Versicherter bezahlten Krankenkassenbeiträge inklusive Arbeitgeberbeitrag.
Sagen Sie einfach Sie brauchen das für die Sonderausgaben bei der Steuererklärung.
Sie werden als gesetzlich Versicherter keine derartige Bescheinigung bekommen(können), denn Ihre Krankenkasse weiß gar nicht, ob Sie überhaupt Geld für Sie bekommen hat.
Gell, das glauben Sie jetzt auch nicht?
Dann fragen Sie doch mal bei Ihrem Arbeitgeber, wie das mit der Überweisung der Krankenkassenbeiträge bei Arbeitnehmern so vor sich geht.

Ich bin mir sicher, es wird Ihnen die Zehennägel aufrollen wenn Sie anfangen zu begreifen in welchem Selbstbedienungsladen Sie zwangsweise Mitglied sind.

Erst wenn es Ihnen gelingt die Versicherungspflichtgrenze, das ist so eine Art Mauer oder Todesstreifen zwischen Ausbeutung und Freiheit, zu überwinden oder sich selbstständig zu machen, können Sie diesem Abzock- und Geldverteilungssystem entkommen.

Wie schreibt HR-Online am Ende des Artikels richtigerweise:
«Die Leidtragenden des Milliarden-Betrugs sind vor allem die Versicherten, die mit ihren Beiträgen die gefälschten Abrechnungen mitfinanzieren müssen.»
Und jetzt glauben Sie nur nicht, dass die alte und die neue Frau Bundesgesundheitsministerin Schmidt davon nix weiß.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 5. Januar 2006 um 05:45:59 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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