Kleine Schritte

3. Januar 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Das Jahr war noch nicht einmal richtig zu Ende und die Nation harrte erwartungsvoll der ersten Neujahransprache der ersten deutschen Bundeskanzlerin und schon gab es aus den Reihen der Opposition die ersten kritischen Zwischenrufe. Nicht dass sich zu Zeiten einer großen Koalition jemand um die Nobodys der zwischenrufende Opposition kümmern würde, aber lustig ist es schon, was die da so von sich geben.
So erwarten die Grünen, die sieben Jahre lang mit den Roten zusammen dieses Land regiert haben, beispielsweise eine Gesundheitsreform mit mehr Wettbewerb und Solidarität, mehr Kinderbetreuungsplätze für unter Dreijährige und mehr Jobs für Geringqualifizierte. Ob sie mit der letzten Forderung Vorteile für sich selbst erwarten, ließen sie allerdings offen.

Der generelle Sekretär der Freien Demokraten Dirk Niebel, ehemals Sachbearbeiter beim Arbeitsamt in Heidelberg, sagte dem Spiegel, dass „die Neujahrsansprache im Ton zwar sehr sympathisch sei, aber in der Sache aber leider nichts wirklich Neues enthalte. Er fürchte, dass die Probleme, mit denen Deutschland kämpfe, in größerem Tempo voraneilten als die vielen kleinen Schritte, mit denen die Bundeskanzlerin Abhilfe schaffen wolle“.

Die “viele kleine Schritte, die aber in die richtige Richtung gehen“, mit denen die Bundeskanzlerin die Republik aus dem Jammertal führen möchte, bezeichnet man bewegungstechnisch als „trippeln“.
Trippeln ist wie Bummeln oder Schlendern eine Art von Gehen. Aber eben eine Art von Bewegung, die nicht unbedingt zielgerichtet sein muss oder gar zeitorientiert ist.
Es sei mir daher (ausnahmsweise) gestattet diese sprachlichen Relationen am Beispiel eines alten deutschen Volksliedes mit Hilfe der disjunkten Teilmengen von “Gehen, Bummeln, Schlendern und Trippeln” aufzuzeigen. Ich habe dazu mit „Im Frühtau zu Berge“ absichtlich ein Lied gewählt, das der von der Kanzlerin in ihrer Neujahrsansprache beschworenen Aufbruchstimmung durchaus gerecht werden dürfte:

a. Im Frühtau zu Berge wir geh’n – fallera …
b. Im Frühtau zu Berge wir schlendern – fallera …
c. Im Frühtau zu Berge wir bummeln – fallera …
d. Im Frühtau zu Berge wir trippeln – fallera …

Es bedarf wohl keiner weiteren Ausführungen mehr, um deutlich werden zu lassen, dass es sich bei den „trippelnden“ Kleinschritten unserer Angie „Missgriff“ Merkel um die schlechteste und für einen kollektiven Aufbruch absolut ungeeignetste Fortbewegungsart handelt.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass „Trippeln“ seine primäre Ursache meist im Bereich der unteren Extremitäten hat. Ursachen dazu können zum Beispiel hochhackige Schuhe, enge Röcke, extremer Blasendruck, Frostbeulen oder Hühneraugen sein. Aber auch schlechtsitzende oder verrutschte Fremdkörper und Verspannungen sowie Verhärtungen im Genitalbereich können die Ursache für „Trippeln“ sein.

Daher meine ich, die Frau Merkel sollte sich die Sache mit den „kleinen Schritten“ lieber noch einmal überlegen und sich stattdessen für einen „großen Sprung“ entscheiden.
Dafür, dass es bei den Vorregierenden nicht zum „großen Wurf“ gereicht hat, kann die gute Frau ja nix.
Aber wenn die gute Angie ihren in Schrift- und Sprachform ans Volk gerichteten Aufmunterungsappellen nicht bald konkrete Taten folgen lässt, dann kann aus der getrippelten Aufbruchstimmung „Im Frühtau zu Berge“ sehr rasch ein „Im Sonnenuntergang zu Tale“ werden.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 3. Januar 2006 um 05:45:22 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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3. Januar 2006 05:45

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Das Jahr war noch nicht einmal richtig zu Ende und die Nation harrte erwartungsvoll der ersten Neujahransprache der ersten deutschen Bundeskanzlerin und schon gab es aus den Reihen der Opposition die ersten kritischen Zwischenrufe. Nicht dass sich zu Zeiten einer großen Koalition jemand um die Nobodys der zwischenrufende Opposition kümmern würde, aber lustig ist es schon, was die da so von sich geben.
So erwarten die Grünen, die sieben Jahre lang mit den Roten zusammen dieses Land regiert haben, beispielsweise eine Gesundheitsreform mit mehr Wettbewerb und Solidarität, mehr Kinderbetreuungsplätze für unter Dreijährige und mehr Jobs für Geringqualifizierte. Ob sie mit der letzten Forderung Vorteile für sich selbst erwarten, ließen sie allerdings offen.

Der generelle Sekretär der Freien Demokraten Dirk Niebel, ehemals Sachbearbeiter beim Arbeitsamt in Heidelberg, sagte dem Spiegel, dass „die Neujahrsansprache im Ton zwar sehr sympathisch sei, aber in der Sache aber leider nichts wirklich Neues enthalte. Er fürchte, dass die Probleme, mit denen Deutschland kämpfe, in größerem Tempo voraneilten als die vielen kleinen Schritte, mit denen die Bundeskanzlerin Abhilfe schaffen wolle“.

Die “viele kleine Schritte, die aber in die richtige Richtung gehen“, mit denen die Bundeskanzlerin die Republik aus dem Jammertal führen möchte, bezeichnet man bewegungstechnisch als „trippeln“.
Trippeln ist wie Bummeln oder Schlendern eine Art von Gehen. Aber eben eine Art von Bewegung, die nicht unbedingt zielgerichtet sein muss oder gar zeitorientiert ist.
Es sei mir daher (ausnahmsweise) gestattet diese sprachlichen Relationen am Beispiel eines alten deutschen Volksliedes mit Hilfe der disjunkten Teilmengen von “Gehen, Bummeln, Schlendern und Trippeln” aufzuzeigen. Ich habe dazu mit „Im Frühtau zu Berge“ absichtlich ein Lied gewählt, das der von der Kanzlerin in ihrer Neujahrsansprache beschworenen Aufbruchstimmung durchaus gerecht werden dürfte:

a. Im Frühtau zu Berge wir geh’n – fallera …
b. Im Frühtau zu Berge wir schlendern – fallera …
c. Im Frühtau zu Berge wir bummeln – fallera …
d. Im Frühtau zu Berge wir trippeln – fallera …

Es bedarf wohl keiner weiteren Ausführungen mehr, um deutlich werden zu lassen, dass es sich bei den „trippelnden“ Kleinschritten unserer Angie „Missgriff“ Merkel um die schlechteste und für einen kollektiven Aufbruch absolut ungeeignetste Fortbewegungsart handelt.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass „Trippeln“ seine primäre Ursache meist im Bereich der unteren Extremitäten hat. Ursachen dazu können zum Beispiel hochhackige Schuhe, enge Röcke, extremer Blasendruck, Frostbeulen oder Hühneraugen sein. Aber auch schlechtsitzende oder verrutschte Fremdkörper und Verspannungen sowie Verhärtungen im Genitalbereich können die Ursache für „Trippeln“ sein.

Daher meine ich, die Frau Merkel sollte sich die Sache mit den „kleinen Schritten“ lieber noch einmal überlegen und sich stattdessen für einen „großen Sprung“ entscheiden.
Dafür, dass es bei den Vorregierenden nicht zum „großen Wurf“ gereicht hat, kann die gute Frau ja nix.
Aber wenn die gute Angie ihren in Schrift- und Sprachform ans Volk gerichteten Aufmunterungsappellen nicht bald konkrete Taten folgen lässt, dann kann aus der getrippelten Aufbruchstimmung „Im Frühtau zu Berge“ sehr rasch ein „Im Sonnenuntergang zu Tale“ werden.

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