Osthoff

30. Dezember 2005 05:45

Mein lieber Freund!

„Osthoffs Mutter attackiert Bundesregierung“, schreibt der Spiegel und ich versuche mir vorzustellen wie die Frau das wohl macht.
Noch interessanter als die Attacke der Mutter gegen unsere geliebte Regierung interessierte mich zuerst mal die Tochter, deren „Entführung“ unserem neuen Bundesaußenminister Frankensteinmeier (der mit dem stechendem Blick) gleich nach Amtsantritt eine Möglichkeit zur Profilverbesserung bot.
Also diese Tochter, diese Frau Susanne Osthoff scheint ja, zumindest steht es so bei Wikipedia, eine mehr als ungewöhnliche Frau zu sein. Sie wird von ihren Mitarbeitern als eine sehr willensstarke, mutige und hilfsbereite Persönlichkeit beschrieben.
Und diese willenstarke und mutige Persönlichkeit will jetzt ums Verrecken wieder dahin zurück, wo sie entführt wurde – in den Irak.
Dazu meinte der Aussenfrankensteinmeier: „Nach intensiven Anstrengungen vieler Beteiligter über drei Wochen, die schließlich zu ihrer Freilassung führten, hätte ich wenig Verständnis, wenn Frau Osthoff sich erneut in eine Gefahrensituation begeben würde.

Nicht dass es mich jetzt stören würde, dass der Frankensteinmeier kein Verständnis für die Frau Osthoff hat, denn versteh mir einer die Frauen. Aber warum sich die gute Frau Osthoff im Irak in eine „Gefahrensituation“ begeben würde, das macht mich doch nun doch nachdenklich.
Ist denn dieser Irak nicht der gleiche Irak, den unser nordamerikanischer Verbündeter auf der Suche nach Massenvernichtungswaffen zwangsbefriedet hat?
Also ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie der George „Kabeljau“ Bush nach seinem vom Zaun gebrochenen Blitzkrieg der staunenden Weltöffentlichkeit im Mai 2003 das Ende der Kampfhandlungen im Irak eröffnete.
Fast vor Jahresfrist fanden sogar freie Wahlen statt und erst vor wenigen Tagen habe ich irgendwo aus der Presse vernommen, dass die Amerikaner planen einen Teil ihrer Besatzungstruppen zurückzuziehen und für unsere Politiker nun die Stunde eines stärkeren deutschen Engagements gekommen ist – natürlich als Aufbauhelfer und Ordnungskräfte im zivilen Bereich.

Und vor diesem Hintergrund verstehe ich jetzt die Äußerungen von dem Minister Aussenfrankensteinmeier überhaupt nicht.
Meint der denn wirklich, eine sehr willensstarke und mutige deutsche Frau würde sich durch die paar Verkehrsunfälle mit herumfliegenden Autos beirren lassen, wenn zukünftig deutsche Aufbauhelfer und Ordnungskräfte im Irak für die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung sorgen?

Viel wichtiger scheint mir hier die Attacke der Mutter gegen die Bundesregierung zu sein, denn sicher nicht nur mich interessiert brennend wie viel Geld unsere Bundesregierenden bereits in solche Projekte wie den Aufbau eines deutschen Kulturzentrums in der nordirakischen Stadt Arbil oder in die Sanierung einer Karawanserei in Mossul gesteckt haben.
Außerdem habe es allein im Jahr 2005 mehr als 90 Maßnahmen, unter anderem die Ausbildung von Stabsoffizieren, Logistikern und Sanitätspersonal, in der Bundesrepublik gegeben. Zudem seien der irakischen Armee 100 Lastwagen und ein Feldlazarett übergeben sowie 250 Baupioniere in den VAE ausgebildet worden.

So was sollte man hierzulande schon wissen, wenn an allen Ecken und Ende so gespart wird, dass ein “Heulen und Zähneklappern” durch die Republik geht.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 30. Dezember 2005 um 05:45:38 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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30. Dezember 2005 05:45

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„Osthoffs Mutter attackiert Bundesregierung“, schreibt der Spiegel und ich versuche mir vorzustellen wie die Frau das wohl macht.
Noch interessanter als die Attacke der Mutter gegen unsere geliebte Regierung interessierte mich zuerst mal die Tochter, deren „Entführung“ unserem neuen Bundesaußenminister Frankensteinmeier (der mit dem stechendem Blick) gleich nach Amtsantritt eine Möglichkeit zur Profilverbesserung bot.
Also diese Tochter, diese Frau Susanne Osthoff scheint ja, zumindest steht es so bei Wikipedia, eine mehr als ungewöhnliche Frau zu sein. Sie wird von ihren Mitarbeitern als eine sehr willensstarke, mutige und hilfsbereite Persönlichkeit beschrieben.
Und diese willenstarke und mutige Persönlichkeit will jetzt ums Verrecken wieder dahin zurück, wo sie entführt wurde – in den Irak.
Dazu meinte der Aussenfrankensteinmeier: „Nach intensiven Anstrengungen vieler Beteiligter über drei Wochen, die schließlich zu ihrer Freilassung führten, hätte ich wenig Verständnis, wenn Frau Osthoff sich erneut in eine Gefahrensituation begeben würde.

Nicht dass es mich jetzt stören würde, dass der Frankensteinmeier kein Verständnis für die Frau Osthoff hat, denn versteh mir einer die Frauen. Aber warum sich die gute Frau Osthoff im Irak in eine „Gefahrensituation“ begeben würde, das macht mich doch nun doch nachdenklich.
Ist denn dieser Irak nicht der gleiche Irak, den unser nordamerikanischer Verbündeter auf der Suche nach Massenvernichtungswaffen zwangsbefriedet hat?
Also ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie der George „Kabeljau“ Bush nach seinem vom Zaun gebrochenen Blitzkrieg der staunenden Weltöffentlichkeit im Mai 2003 das Ende der Kampfhandlungen im Irak eröffnete.
Fast vor Jahresfrist fanden sogar freie Wahlen statt und erst vor wenigen Tagen habe ich irgendwo aus der Presse vernommen, dass die Amerikaner planen einen Teil ihrer Besatzungstruppen zurückzuziehen und für unsere Politiker nun die Stunde eines stärkeren deutschen Engagements gekommen ist – natürlich als Aufbauhelfer und Ordnungskräfte im zivilen Bereich.

Und vor diesem Hintergrund verstehe ich jetzt die Äußerungen von dem Minister Aussenfrankensteinmeier überhaupt nicht.
Meint der denn wirklich, eine sehr willensstarke und mutige deutsche Frau würde sich durch die paar Verkehrsunfälle mit herumfliegenden Autos beirren lassen, wenn zukünftig deutsche Aufbauhelfer und Ordnungskräfte im Irak für die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung sorgen?

Viel wichtiger scheint mir hier die Attacke der Mutter gegen die Bundesregierung zu sein, denn sicher nicht nur mich interessiert brennend wie viel Geld unsere Bundesregierenden bereits in solche Projekte wie den Aufbau eines deutschen Kulturzentrums in der nordirakischen Stadt Arbil oder in die Sanierung einer Karawanserei in Mossul gesteckt haben.
Außerdem habe es allein im Jahr 2005 mehr als 90 Maßnahmen, unter anderem die Ausbildung von Stabsoffizieren, Logistikern und Sanitätspersonal, in der Bundesrepublik gegeben. Zudem seien der irakischen Armee 100 Lastwagen und ein Feldlazarett übergeben sowie 250 Baupioniere in den VAE ausgebildet worden.

So was sollte man hierzulande schon wissen, wenn an allen Ecken und Ende so gespart wird, dass ein “Heulen und Zähneklappern” durch die Republik geht.

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