Vielweiberei

28. Dezember 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Jetzt ist sie gefunden, die Ursache für die Randale in Frankreich und in der Folge der Grund für Ausgangssperre und Ausnahmezustand.

Im Spiegel war dieser Tage zu lesen, dass die in vielen Immigranten-Familie praktizierte “Polygamie” zu antisozialem Verhalten führe und dieses Verhalten wiederum die Ursache “sozialer Ausgrenzung” und Problemen bei der Arbeitsplatzsuche wäre.

Nun ist ja der Traum fast aller Männer (die Betonung liegt auf Männer), je nach Stimmungslage die Schlafstätte mit verschiedenen Andersgeschlechtlichen mit unterschiedlichen sekundären und primären Geschlechtsmerkmalen zu verwüsten, so alt wie die Menschheit.
Wie nun ausgerechnet der französische Arbeitsminister Larcher ausgerechnet in Paris, der Stadt von L’amoure und Oh la la, die Behauptung aufstellen kann, dies führe zu “sozialer Ausgrenzung” und Verlust des Arbeitsplatzes, ist sicher so gewagt, wie die Behauptung vom Onanieren bekomme man Haare zwischen die Finger.

Das ist wie immer bei Politikern ein an den Haaren herbeigezogener Grund zur Erklärung gesellschaftlicher Probleme. In diesem Fall ein an den Schamhaaren herbeigezogener Grund.

Polygamie ist in Frankreich gesetzlich verboten und kann sogar mit Gefängnis bestraft werden. Dennoch sollen sich rund 30.000 Familien für die Mehrfachbesetzung der weiblichen Rolle entschieden haben, was den Fraktionsvorsitzenden der französischen Regierungspartei UMP,
Bernard Accoyer zu der Meinung veranlasst, dass dies „den Rechten der Frau widerspricht und gewaltige Wohnprobleme schafft”. Als Beispiel wurde ein Familie aus Schwarzafrika genannt, die mit “vier Ehefrauen und 30 Kindern in einer Vierzimmerwohnung lebt”.

Rein mathematisch wären das mehr als sieben Kinder je Frau. Das hat sicher nichts mit Vielweiberei zu tun, denn so viele hat unsere neue Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen auch.
Unter der Annahme, dass die durchschnittliche Größe einer französischen 4-Zimmerwohnung in etwa der einer deutschen 4-Zimmerwohnung entspricht, wäre das auch für eine „normale“ Familie mit sieben Kindern etwas knapp und müsste eigentlich früher oder später das Jugendamt auf den Plan rufen.
Ich denke daher, dass die Gründe für die Aggressionen wohl weniger in der Vielweiberei, als eher in einem gravierenden Missverhältnis zwischen „Personenanzahl“ und „Raumangebot“ zu finden sind.

Wenn Sie allerdings glauben, die Vielweiberei und die damit möglicherweise verbundene „soziale Ausgrenzung“ wäre ein rein französisches Problem, dann darf ich Sie auf ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts von Rheinland-Pfalz aus dem Jahre 2004 aufmerksam machen, das ich im April 2004 unter dem Titel “Doppelt gehoppelt” kommentieren durfte.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 28. Dezember 2005 um 05:45:02 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Vielweiberei

28. Dezember 2005 05:45

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Im Spiegel war dieser Tage zu lesen, dass die in vielen Immigranten-Familie praktizierte “Polygamie” zu antisozialem Verhalten führe und dieses Verhalten wiederum die Ursache “sozialer Ausgrenzung” und Problemen bei der Arbeitsplatzsuche wäre.

Nun ist ja der Traum fast aller Männer (die Betonung liegt auf Männer), je nach Stimmungslage die Schlafstätte mit verschiedenen Andersgeschlechtlichen mit unterschiedlichen sekundären und primären Geschlechtsmerkmalen zu verwüsten, so alt wie die Menschheit.
Wie nun ausgerechnet der französische Arbeitsminister Larcher ausgerechnet in Paris, der Stadt von L’amoure und Oh la la, die Behauptung aufstellen kann, dies führe zu “sozialer Ausgrenzung” und Verlust des Arbeitsplatzes, ist sicher so gewagt, wie die Behauptung vom Onanieren bekomme man Haare zwischen die Finger.

Das ist wie immer bei Politikern ein an den Haaren herbeigezogener Grund zur Erklärung gesellschaftlicher Probleme. In diesem Fall ein an den Schamhaaren herbeigezogener Grund.

Polygamie ist in Frankreich gesetzlich verboten und kann sogar mit Gefängnis bestraft werden. Dennoch sollen sich rund 30.000 Familien für die Mehrfachbesetzung der weiblichen Rolle entschieden haben, was den Fraktionsvorsitzenden der französischen Regierungspartei UMP,
Bernard Accoyer zu der Meinung veranlasst, dass dies „den Rechten der Frau widerspricht und gewaltige Wohnprobleme schafft”. Als Beispiel wurde ein Familie aus Schwarzafrika genannt, die mit “vier Ehefrauen und 30 Kindern in einer Vierzimmerwohnung lebt”.

Rein mathematisch wären das mehr als sieben Kinder je Frau. Das hat sicher nichts mit Vielweiberei zu tun, denn so viele hat unsere neue Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen auch.
Unter der Annahme, dass die durchschnittliche Größe einer französischen 4-Zimmerwohnung in etwa der einer deutschen 4-Zimmerwohnung entspricht, wäre das auch für eine „normale“ Familie mit sieben Kindern etwas knapp und müsste eigentlich früher oder später das Jugendamt auf den Plan rufen.
Ich denke daher, dass die Gründe für die Aggressionen wohl weniger in der Vielweiberei, als eher in einem gravierenden Missverhältnis zwischen „Personenanzahl“ und „Raumangebot“ zu finden sind.

Wenn Sie allerdings glauben, die Vielweiberei und die damit möglicherweise verbundene „soziale Ausgrenzung“ wäre ein rein französisches Problem, dann darf ich Sie auf ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts von Rheinland-Pfalz aus dem Jahre 2004 aufmerksam machen, das ich im April 2004 unter dem Titel “Doppelt gehoppelt” kommentieren durfte.

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