Verhältnisse

21. Dezember 2005 05:45

Mein lieber Freund!

„WIR haben über UNSERE Verhältnisse gelebt?“ hört man dieser Tage immer wieder als Argumentation für Steuererhöhungen und Haushaltssanierung, „deshalb müssen WIR jetzt UNSEREN Gürtel enger schnallen.“

Nun ist das Wort „Verhältnis“ in der deutschen Sprache leider mehrdeutig.
Es bezeichnet zum einen eine logische Beziehung in der Mathematik und den Naturwissenschaften, steht aber auch umgangssprachlich für eine Liebesbeziehung.

Man muss schon längere Zeit unter extremsten Entzug gelitten haben, um die Beziehung der Bürger zu diesem Staat und seinen Parteien noch als Verhältnis im Sinne einer Liebesbeziehung interpretieren zu können.
Dieses Verhältnis zu verbessern scheint sicher nicht nur mir verlorene „Liebesmüh“ zu sein, geht es doch primär nur noch um Geld. Geld für die seit Jahrzehnten andauernde Verschwendung

Put your hands up in the air and give me all your money“ wird gerne als Reform bezeichnet und als einzige Möglichkeit betrachtet das Finanzgebaren des Staates nicht ändern zu müssen.
„Verlorene Liebesmüh“ kann man dazu nur sagen.
Seit Jahrzehnten Fehlentscheidungen und Verschwendung ohne Ende.
Eine Rentenpolitik und ein ausgeplündertes Rentensystem, das mehr einem verbotenen Glücksspiel gleicht, als einer verlässlich finanzierten Vorsorge für das Alter.
Eine Gesundheitssystem, das dem Missbrauch offen Vorschub leistet und die Beitragszahler zu nützlichen Idioten degradiert.
Eine Pflegeversicherung, die schon als Totgeburt gezeugt wurde.
Als ob das noch nicht genug wäre, dann noch eine Wiedervereinigung ohne Hirn und Verstand, frei nach dem Motto „Hurra, wir sind wieder wer und koste es was es wolle“.
Eine Europapolitik nach Gutsherrenart, erlaubt ist alles was uns bei anderen beliebt macht und überhaupt gibt es nichts was wir im Sinne des europäischen Gedanken nicht finanzieren würden.
Eine Finanzpolitik, dass es der Sau graust zur Finanzierung einer unersättlichen Geldverteilungsmaschinerie und einem aufgeblähten Verwaltungsapparat.
Und, last but not least, eine Einwanderungspolitik ohne Hirn und Sack, wie es ein Forumteilnehmer so schön beschrieben hat. Was brauchen wir auch eine deutschsprachige Familie mit zwei gut ausgebildeten Kindern, wenn wir für das gleiche Geld eine fremdsprachige, nicht integrationswillige Multi-Kulti-Familie nebst Oma und Opa bekommen können.

Wenn man sich das leisten könnte, wäre das alles zusammen und im richtigen Mix ja ganz schön.
Nur leider reicht das Geld dazu schon seit Jahrzehnten hinten und vorne nicht.
Dabei kann man das Problem jedem einigermaßen begabten Volksschüler klarmachen, denn so intransparent wie es immer heißt, ist der Bundeshaushalt gar nicht. Das Ding ist kein Staatsgeheimnis und steht sogar jedes Jahr im Internet.
Von den gegenwärtig 254 Mrd. Euro Ausgaben gehen ca. 80 Mrd. Euro als Zuschuss an die Rentenkassen. Die Gründe dafür sind vielfältig und nicht so einfach, wie die Poliker uns das gerne glauben machen wollen.
Weitere 40 Mrd. Euro erhalten die Nachfolgeeinrichtungen der ehemaligen Bundesanstalt für Arbeit. Auch hier sind es nur bedingt echte Zuschüsse sondern überwiegend Ersatz für von der BA bezahlten “versicherungsfremden Leistungen”.
Ja und dann sind da noch die etwa 40 Mrd. Zinsen für in den Vorjahren von unseren Staatsdienern gemachten Schulden. Damit wir uns richtig verstehen, das sind nur die Zinsen, da ist noch keinerlei Tilgung dabei.
Das sind zusammen dann mal so etwa zwei Drittel des Bundeshaushaltes.
Um den Rest rangeln sich dann jedes Jahr erneut die Minister der verschiedenen Ministerien für Wirtschaft, Landwirtschaft, Gesundheit, Forschung, Bildung, Entwicklungshilfe, Familie, Verteidigung, Justiz und Inneres.
Und weil sie sich jedes Jahr nicht einigen können, wo denn nun tatsächlich endlich gespart werden soll, werden jedes Jahr neue Schulden gemacht.
Darüber sind sie sich alle verhältnismäßig genauso schnell einig, wie darüber, dass die Einnahmen des Staates zu erhöhen sind um das Verhältnis zum Volke erneut als Partnerschaft im Sinne von „der Partner schafft“, zu definieren.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 21. Dezember 2005 um 05:45:22 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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„WIR haben über UNSERE Verhältnisse gelebt?“ hört man dieser Tage immer wieder als Argumentation für Steuererhöhungen und Haushaltssanierung, „deshalb müssen WIR jetzt UNSEREN Gürtel enger schnallen.“

Nun ist das Wort „Verhältnis“ in der deutschen Sprache leider mehrdeutig.
Es bezeichnet zum einen eine logische Beziehung in der Mathematik und den Naturwissenschaften, steht aber auch umgangssprachlich für eine Liebesbeziehung.

Man muss schon längere Zeit unter extremsten Entzug gelitten haben, um die Beziehung der Bürger zu diesem Staat und seinen Parteien noch als Verhältnis im Sinne einer Liebesbeziehung interpretieren zu können.
Dieses Verhältnis zu verbessern scheint sicher nicht nur mir verlorene „Liebesmüh“ zu sein, geht es doch primär nur noch um Geld. Geld für die seit Jahrzehnten andauernde Verschwendung

Put your hands up in the air and give me all your money“ wird gerne als Reform bezeichnet und als einzige Möglichkeit betrachtet das Finanzgebaren des Staates nicht ändern zu müssen.
„Verlorene Liebesmüh“ kann man dazu nur sagen.
Seit Jahrzehnten Fehlentscheidungen und Verschwendung ohne Ende.
Eine Rentenpolitik und ein ausgeplündertes Rentensystem, das mehr einem verbotenen Glücksspiel gleicht, als einer verlässlich finanzierten Vorsorge für das Alter.
Eine Gesundheitssystem, das dem Missbrauch offen Vorschub leistet und die Beitragszahler zu nützlichen Idioten degradiert.
Eine Pflegeversicherung, die schon als Totgeburt gezeugt wurde.
Als ob das noch nicht genug wäre, dann noch eine Wiedervereinigung ohne Hirn und Verstand, frei nach dem Motto „Hurra, wir sind wieder wer und koste es was es wolle“.
Eine Europapolitik nach Gutsherrenart, erlaubt ist alles was uns bei anderen beliebt macht und überhaupt gibt es nichts was wir im Sinne des europäischen Gedanken nicht finanzieren würden.
Eine Finanzpolitik, dass es der Sau graust zur Finanzierung einer unersättlichen Geldverteilungsmaschinerie und einem aufgeblähten Verwaltungsapparat.
Und, last but not least, eine Einwanderungspolitik ohne Hirn und Sack, wie es ein Forumteilnehmer so schön beschrieben hat. Was brauchen wir auch eine deutschsprachige Familie mit zwei gut ausgebildeten Kindern, wenn wir für das gleiche Geld eine fremdsprachige, nicht integrationswillige Multi-Kulti-Familie nebst Oma und Opa bekommen können.

Wenn man sich das leisten könnte, wäre das alles zusammen und im richtigen Mix ja ganz schön.
Nur leider reicht das Geld dazu schon seit Jahrzehnten hinten und vorne nicht.
Dabei kann man das Problem jedem einigermaßen begabten Volksschüler klarmachen, denn so intransparent wie es immer heißt, ist der Bundeshaushalt gar nicht. Das Ding ist kein Staatsgeheimnis und steht sogar jedes Jahr im Internet.
Von den gegenwärtig 254 Mrd. Euro Ausgaben gehen ca. 80 Mrd. Euro als Zuschuss an die Rentenkassen. Die Gründe dafür sind vielfältig und nicht so einfach, wie die Poliker uns das gerne glauben machen wollen.
Weitere 40 Mrd. Euro erhalten die Nachfolgeeinrichtungen der ehemaligen Bundesanstalt für Arbeit. Auch hier sind es nur bedingt echte Zuschüsse sondern überwiegend Ersatz für von der BA bezahlten “versicherungsfremden Leistungen”.
Ja und dann sind da noch die etwa 40 Mrd. Zinsen für in den Vorjahren von unseren Staatsdienern gemachten Schulden. Damit wir uns richtig verstehen, das sind nur die Zinsen, da ist noch keinerlei Tilgung dabei.
Das sind zusammen dann mal so etwa zwei Drittel des Bundeshaushaltes.
Um den Rest rangeln sich dann jedes Jahr erneut die Minister der verschiedenen Ministerien für Wirtschaft, Landwirtschaft, Gesundheit, Forschung, Bildung, Entwicklungshilfe, Familie, Verteidigung, Justiz und Inneres.
Und weil sie sich jedes Jahr nicht einigen können, wo denn nun tatsächlich endlich gespart werden soll, werden jedes Jahr neue Schulden gemacht.
Darüber sind sie sich alle verhältnismäßig genauso schnell einig, wie darüber, dass die Einnahmen des Staates zu erhöhen sind um das Verhältnis zum Volke erneut als Partnerschaft im Sinne von „der Partner schafft“, zu definieren.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 21. Dezember 2005 um 05:45:22 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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