Gammelfleisch

20. Dezember 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei“, von Trio war lange Zeit ein Hit im deutschsprachigen Europa.
Die „never ending Story“ von der Gammelwurst hat nicht nur kein Ende, sondern ist auch nicht der Hit und verschlägt wohl nicht nur dem deutschsprachigen Europäer die Sprache.

Wie viele Tonnen Gammelfleisch und Schlachthausabfälle in den letzten Jahren über den Verdauungstrakt unzähliger Bürger umweltschonend und profitsteigernd beseitigt wurden, das lässt sich nur anhand von Hochrechungen nachvollziehen. Denn der Geschäftsprozess zur Entsorgung verdorbenen Fleisches ist das perfekte Verbrechen, wie ein Mord ohne Leiche. Fast wie Kannibalismus in Perfektion, nur dass nicht die Täter das Corpus Delicti auffressen, sondern die Käufer von Fleisch- und Wurstwaren, die anschließend die Verdauungsreste über die öffentliche Kanalisation entsorgen.
Perfekt, perfekt!

Früher, als der Verbraucher noch glaubte, dass es sich bei der Nahrungsmittelkette entweder um ein neu eröffnetes Spezialitätenrestaurant oder gar um verzehrbare Schmuckstücke handelt, hat sich doch kaum jemand Gedanken um den Verbleib von Schlachtabfällen gemacht.
Und wenn, dann ging die Mär um, dass sich die Nahrungsmittelkette auf wundersame Art und Weise selbst veredelt, kurz bevor sie den Menschen erreicht.
„Tiermehl“ hieß die Zauberformel und so ziemlich alles was für den direkten Verzehr durch den Menschen nicht geeignet schien, wurde eben zerstückelt, geschreddert, sterilisiert und getrocknet um dann in Form unterschiedlicher Produkte mit phantasievollen Namen dem lieben Nutzvieh zum Fraße vorgeworfen zu werden, damit daraus wieder wunderbare(!) Steaks und Schnitzel werden.
Perfekt, perfekt!

2001 ist dann allerdings die Verwendung von Tiermehl als Futtermittel in Folge der BSE-Erkrankungen von Rindern in der Europäischen Union verboten worden.
Aber wohin nun mit den Millionen Tonnen Schlachtabfällen?
Nachdem sich weder die Verbrennung, noch die Verwendung zur Rohölgewinnung oder gar die Nutzung als Baustoff als rentabel erwiesen und die Preise für Katzen- und Hundenahrung in den Keller zu gehen drohten, musste eben für das Überangebot eine andere Lösung gefunden werden.
Genau!
Perfekt, perfekt!

Angst, erwischt zu werden müssen die Täter nicht wirklich haben.
Angst vor Kontrolle auch nicht, kommen doch die Veterinäre, anders als die Steuerfahnder, zu den üblichen Öffnungszeiten des Betriebes um die für sie zugängliche Ware „stichprobenartig“ einer „sensorischen Prüfung“ zu unterziehen, wie der EXPRESS unter seiner Rubrik „Lokales“ meldet.

Dass es sich bei dem in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn entdeckten „Gammelfleisch“ um Beamte eines Ministeriums handelt, die den Umzug nach Berlin verschlafen haben, wollte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage allerdings nicht bestätigen.
Vielmehr könnte es sich um ehemalige Angehörige der Task-Force „Rinderwahn“ handeln, die sich derzeit in Ausbildung zur Sonderkommission „Giftgemüse“ befinden könnten, bevor sie unter Minister Seehofer in der Ermittlungsgruppe „Gen(!)iale Lebens(?)mittel“ aufgehen.
Perfekt, perfekt!

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 20. Dezember 2005 um 05:45:02 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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20. Dezember 2005 05:45

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Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei“, von Trio war lange Zeit ein Hit im deutschsprachigen Europa.
Die „never ending Story“ von der Gammelwurst hat nicht nur kein Ende, sondern ist auch nicht der Hit und verschlägt wohl nicht nur dem deutschsprachigen Europäer die Sprache.

Wie viele Tonnen Gammelfleisch und Schlachthausabfälle in den letzten Jahren über den Verdauungstrakt unzähliger Bürger umweltschonend und profitsteigernd beseitigt wurden, das lässt sich nur anhand von Hochrechungen nachvollziehen. Denn der Geschäftsprozess zur Entsorgung verdorbenen Fleisches ist das perfekte Verbrechen, wie ein Mord ohne Leiche. Fast wie Kannibalismus in Perfektion, nur dass nicht die Täter das Corpus Delicti auffressen, sondern die Käufer von Fleisch- und Wurstwaren, die anschließend die Verdauungsreste über die öffentliche Kanalisation entsorgen.
Perfekt, perfekt!

Früher, als der Verbraucher noch glaubte, dass es sich bei der Nahrungsmittelkette entweder um ein neu eröffnetes Spezialitätenrestaurant oder gar um verzehrbare Schmuckstücke handelt, hat sich doch kaum jemand Gedanken um den Verbleib von Schlachtabfällen gemacht.
Und wenn, dann ging die Mär um, dass sich die Nahrungsmittelkette auf wundersame Art und Weise selbst veredelt, kurz bevor sie den Menschen erreicht.
„Tiermehl“ hieß die Zauberformel und so ziemlich alles was für den direkten Verzehr durch den Menschen nicht geeignet schien, wurde eben zerstückelt, geschreddert, sterilisiert und getrocknet um dann in Form unterschiedlicher Produkte mit phantasievollen Namen dem lieben Nutzvieh zum Fraße vorgeworfen zu werden, damit daraus wieder wunderbare(!) Steaks und Schnitzel werden.
Perfekt, perfekt!

2001 ist dann allerdings die Verwendung von Tiermehl als Futtermittel in Folge der BSE-Erkrankungen von Rindern in der Europäischen Union verboten worden.
Aber wohin nun mit den Millionen Tonnen Schlachtabfällen?
Nachdem sich weder die Verbrennung, noch die Verwendung zur Rohölgewinnung oder gar die Nutzung als Baustoff als rentabel erwiesen und die Preise für Katzen- und Hundenahrung in den Keller zu gehen drohten, musste eben für das Überangebot eine andere Lösung gefunden werden.
Genau!
Perfekt, perfekt!

Angst, erwischt zu werden müssen die Täter nicht wirklich haben.
Angst vor Kontrolle auch nicht, kommen doch die Veterinäre, anders als die Steuerfahnder, zu den üblichen Öffnungszeiten des Betriebes um die für sie zugängliche Ware „stichprobenartig“ einer „sensorischen Prüfung“ zu unterziehen, wie der EXPRESS unter seiner Rubrik „Lokales“ meldet.

Dass es sich bei dem in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn entdeckten „Gammelfleisch“ um Beamte eines Ministeriums handelt, die den Umzug nach Berlin verschlafen haben, wollte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage allerdings nicht bestätigen.
Vielmehr könnte es sich um ehemalige Angehörige der Task-Force „Rinderwahn“ handeln, die sich derzeit in Ausbildung zur Sonderkommission „Giftgemüse“ befinden könnten, bevor sie unter Minister Seehofer in der Ermittlungsgruppe „Gen(!)iale Lebens(?)mittel“ aufgehen.
Perfekt, perfekt!

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