Lobende Worte

2. Dezember 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Lobende Worte fand der Bundesköhler zum Abgang von Bundeskanzler Gerhard Schröder, während vielen Bürgern dazu nur noch ein gequältes „Gott sei Dank“ über die Lippen dringt.
Und ich stelle mir mal vor, wie lange der Bundesköhler wohl gebraucht hat, um diese lobenden Worte, wie die Nadel im Heuhaufen, zu suchen.

Der Bundesköhler bescheinigte Schröder, der in seiner Heimatstadt Hannover mit einem „Großen Zapfenstreich“ aus dem Amt ausgeschieden wurde, „bleibende Verdienste um unser Land“ und fügte hinzu: “Gleich zu Beginn der Amtszeit des Kanzlers trat die Bundeswehr an der Seite von NATO-Partnern in ihren ersten Kampfeinsatz ein, um eine humanitäre Katastrophe im Kosovo zu verhindern. Mit der Einführung des Euro und mit der Erweiterung der Europäischen Union um die jungen Demokratien in Mittel- und Osteuropa ist unser Kontinent zusammengerückt und stärker geworden, und Deutschland leistet tatkräftig einen wichtigen Beitrag für Frieden und Freiheit in der Welt.”

Nun hat der Bundesköhler wohl in seiner Freude über den Abgang des Kanzlers, der ihn im Mai diesen Jahres über das Fernsehen von den anstehenden Neuwahlen informieren ließ, zwei Dinge vollkommen übersehen:

  1. Der Kanzler hat die Neuwahlen nicht inszeniert um frühzeitig aus dem Amt scheiden zu können.
  2. Nur der Kanzler geht, die Partei aber bleibt -wie alle permanent beteuern- für weitere vier Jahre.

Bis zu den nächsten Wahlen, denn es müssen ja nicht unbedingt Neuwahlen sein damit die Bürger etwa Neues wählen.

Weiter erklärte der Bundesköhler, dass der scheidende Bundeskanzler die Folgen der Alterung unserer Gesellschaft erkannte und mit hohem politischen Mut und Arbeitseinsatz die Agenda 2010 entwarf und gegen große Widerstände durchsetzte. Daher gebe es keinen Zweifel, dass diese Politik der inneren Erneuerung dem Wohle Deutschlands diene.
Dies alles seien “gute Gründe, dem scheidenden Kanzler und seiner Regierung dankbar zu sein“.

So werden es sicher die 5 Millionen Arbeitslosen, die 1-Euro-Jobber und Inhaber der Ich-AG’s auch sehen. Um deren Dankbarkeit über das Würgen des Kanzlers in den sieben Jahren seiner Regierungszeit zum Ausdruck zu bringen, wäre es sicher besser statt den rund 600 zu einem Empfang geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mal 600 extremst geladene Arbeitslose zu holen.
Denn die hätten dem Schröder einen richtigen Empfang bereitet, bevor ihn die Bundeswehr mit Pauken und Trompeten verabschiedet.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 2. Dezember 2005 um 05:45:45 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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2. Dezember 2005 05:45

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Lobende Worte fand der Bundesköhler zum Abgang von Bundeskanzler Gerhard Schröder, während vielen Bürgern dazu nur noch ein gequältes „Gott sei Dank“ über die Lippen dringt.
Und ich stelle mir mal vor, wie lange der Bundesköhler wohl gebraucht hat, um diese lobenden Worte, wie die Nadel im Heuhaufen, zu suchen.

Der Bundesköhler bescheinigte Schröder, der in seiner Heimatstadt Hannover mit einem „Großen Zapfenstreich“ aus dem Amt ausgeschieden wurde, „bleibende Verdienste um unser Land“ und fügte hinzu: “Gleich zu Beginn der Amtszeit des Kanzlers trat die Bundeswehr an der Seite von NATO-Partnern in ihren ersten Kampfeinsatz ein, um eine humanitäre Katastrophe im Kosovo zu verhindern. Mit der Einführung des Euro und mit der Erweiterung der Europäischen Union um die jungen Demokratien in Mittel- und Osteuropa ist unser Kontinent zusammengerückt und stärker geworden, und Deutschland leistet tatkräftig einen wichtigen Beitrag für Frieden und Freiheit in der Welt.”

Nun hat der Bundesköhler wohl in seiner Freude über den Abgang des Kanzlers, der ihn im Mai diesen Jahres über das Fernsehen von den anstehenden Neuwahlen informieren ließ, zwei Dinge vollkommen übersehen:

  1. Der Kanzler hat die Neuwahlen nicht inszeniert um frühzeitig aus dem Amt scheiden zu können.
  2. Nur der Kanzler geht, die Partei aber bleibt -wie alle permanent beteuern- für weitere vier Jahre.

Bis zu den nächsten Wahlen, denn es müssen ja nicht unbedingt Neuwahlen sein damit die Bürger etwa Neues wählen.

Weiter erklärte der Bundesköhler, dass der scheidende Bundeskanzler die Folgen der Alterung unserer Gesellschaft erkannte und mit hohem politischen Mut und Arbeitseinsatz die Agenda 2010 entwarf und gegen große Widerstände durchsetzte. Daher gebe es keinen Zweifel, dass diese Politik der inneren Erneuerung dem Wohle Deutschlands diene.
Dies alles seien “gute Gründe, dem scheidenden Kanzler und seiner Regierung dankbar zu sein“.

So werden es sicher die 5 Millionen Arbeitslosen, die 1-Euro-Jobber und Inhaber der Ich-AG’s auch sehen. Um deren Dankbarkeit über das Würgen des Kanzlers in den sieben Jahren seiner Regierungszeit zum Ausdruck zu bringen, wäre es sicher besser statt den rund 600 zu einem Empfang geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mal 600 extremst geladene Arbeitslose zu holen.
Denn die hätten dem Schröder einen richtigen Empfang bereitet, bevor ihn die Bundeswehr mit Pauken und Trompeten verabschiedet.

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