Lesefreundlichkeit

1. Dezember 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Vom Sinn und Unsinn der von Kommissionen erdachten Regelwerke konnte man dieser Tage wieder in den Medien lesen.

Der Rat für deutsche Rechtschreibreform hatte sich mal wieder zum Ratespiel um die deutsche Rechtschreibreform getroffen und hat sich ausgedacht, dass:
a-tens, feststehende Begriffe wieder groß geschrieben werden sollen
b-tens, sinnentstellende Trennungen nicht mehr zugelassen werden
c-tens, vor einem erweiterten Infinitiv wieder ein Komma stehen wird
d-tens, Sinnzusammenhänge wieder mehr durch Kommas getrennt werden

Dass vom Rat aus Zeitmangel nicht noch weitere Änderungen erraten werden konnten, wollte der Vorsitzende des Rates auf Anfrage nicht bestätigen. „Uns geht es nicht darum, daß die Lehrer den Schülern mehr Fehler anstreichen, sondern um mehr Lesefreundlichkeit“, erklärte der ehemalige bayerische Kultusminister Zehetmair (CSU).

Neben dem Vorsitzenden Zehetmair besteht der Rat aus 18 Mitgliedern aus Deutschland, jeweils neun Mitgliedern aus Österreich und der Schweiz sowie je einem Mitglied aus Südtirol und Liechtenstein. In Zukunft soll in dem Gremium auch der deutschsprachige Teil Belgiens vertreten sein.
Die deutschsprachigen Teile Dänemarks, Luxemburgs, Hollands, Polens, Ungarns, Rumäniens, Estland, Lettlands, des Elsaß, der Türkei und Berlins sollen zu einem späteren Zeitpunkt stimmberechtigte Vertreter erhalten, um bei den Sprachregeln zur Groß- und Kleinschreibung sowie den Regeln zur Lautbuchstabenzuordnung zukünftig mitraten zu können.

Es soll wieder mehr nach dem Sinn geschrieben werden“, erläuterte der Ratsvorsitzende Zehetmair nach der siebten Sitzung des Exkrementengremiums in gebrochenem Deutsch, „auch schreibe man das „du“ im Brief wieder groß.
Die neue Schreibweise des „du“ im Email blieb dagegen unerwähnt, was sicher Grund für eine neue Raterunde sein wird.
Weiter meinte Zehetmair es gebe generell eine gewisse Tendenz, mehr Sachen wieder groß zu schreiben. Dies gelte vor allem für feststehende Begriffe wie „Erste Bundesliga“ und „Große Koalition“.
Die Frage, ob die Politik der „Großen Koalition“ nun „Erste Sahne“ oder eher „Große Scheiße“ ist, ließ das CSU-Mitglied Zehetmair unbeantwortet und verwies darauf, dass „ss“ statt „ß“ nach kurzem Vokal weiterhin Bestand habe.

Und ich muss mir jetzt mal jemand suchen, der mir die Sache mit dem Komma vor dem vereiterten Infinitiv erklären kann, denn da scheine ich in der Schule eine kurze Konzentrationsschwäche gehabt zu haben.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 1. Dezember 2005 um 05:45:11 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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1. Dezember 2005 05:45

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Der Rat für deutsche Rechtschreibreform hatte sich mal wieder zum Ratespiel um die deutsche Rechtschreibreform getroffen und hat sich ausgedacht, dass:
a-tens, feststehende Begriffe wieder groß geschrieben werden sollen
b-tens, sinnentstellende Trennungen nicht mehr zugelassen werden
c-tens, vor einem erweiterten Infinitiv wieder ein Komma stehen wird
d-tens, Sinnzusammenhänge wieder mehr durch Kommas getrennt werden

Dass vom Rat aus Zeitmangel nicht noch weitere Änderungen erraten werden konnten, wollte der Vorsitzende des Rates auf Anfrage nicht bestätigen. „Uns geht es nicht darum, daß die Lehrer den Schülern mehr Fehler anstreichen, sondern um mehr Lesefreundlichkeit“, erklärte der ehemalige bayerische Kultusminister Zehetmair (CSU).

Neben dem Vorsitzenden Zehetmair besteht der Rat aus 18 Mitgliedern aus Deutschland, jeweils neun Mitgliedern aus Österreich und der Schweiz sowie je einem Mitglied aus Südtirol und Liechtenstein. In Zukunft soll in dem Gremium auch der deutschsprachige Teil Belgiens vertreten sein.
Die deutschsprachigen Teile Dänemarks, Luxemburgs, Hollands, Polens, Ungarns, Rumäniens, Estland, Lettlands, des Elsaß, der Türkei und Berlins sollen zu einem späteren Zeitpunkt stimmberechtigte Vertreter erhalten, um bei den Sprachregeln zur Groß- und Kleinschreibung sowie den Regeln zur Lautbuchstabenzuordnung zukünftig mitraten zu können.

Es soll wieder mehr nach dem Sinn geschrieben werden“, erläuterte der Ratsvorsitzende Zehetmair nach der siebten Sitzung des Exkrementengremiums in gebrochenem Deutsch, „auch schreibe man das „du“ im Brief wieder groß.
Die neue Schreibweise des „du“ im Email blieb dagegen unerwähnt, was sicher Grund für eine neue Raterunde sein wird.
Weiter meinte Zehetmair es gebe generell eine gewisse Tendenz, mehr Sachen wieder groß zu schreiben. Dies gelte vor allem für feststehende Begriffe wie „Erste Bundesliga“ und „Große Koalition“.
Die Frage, ob die Politik der „Großen Koalition“ nun „Erste Sahne“ oder eher „Große Scheiße“ ist, ließ das CSU-Mitglied Zehetmair unbeantwortet und verwies darauf, dass „ss“ statt „ß“ nach kurzem Vokal weiterhin Bestand habe.

Und ich muss mir jetzt mal jemand suchen, der mir die Sache mit dem Komma vor dem vereiterten Infinitiv erklären kann, denn da scheine ich in der Schule eine kurze Konzentrationsschwäche gehabt zu haben.

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