Gesundheitsgefährdung

30. November 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Eine Gesundheitsgefährdung der Verbraucher bestehe nach derzeitigem Kenntnisstand nicht“, erklärte der Staatssekretär Gert Lindemann im Auftrag des neuen Verbraucher- und Agrarministers Seehofer, der sich bisher um die Gesundheitspolitik dieses Landes verdient gemacht hat, wie die Zwangsversicherten dieses Systems täglich am eigenen Geldbeutel erfahren.
Erfahrung mit Gammelfleisch hat der Minister also nicht, aber er werde sich „ganz, ganz nachdrücklich um dieses Thema kümmern“, gab er bei der Amtsübernahme im Ministerium zum Besten.

Zum Besten steht es nun mit der Versorgung der Bevölkerung mit Frischfleisch nicht gerade, denn nach den Medienberichten zu urteilen kann man sogar mit gequirlter Scheiße im Naturdarm hierzulande noch Kohle machen.
Nimmt das einstige, aus Massentierhaltung und -schlachtung stammende, Frischfleisch durch Überalterung die Farbe und Konsistenz einer ägyptischen Mumie an, so wird es einfach mit neuem Datum etikettiert und die Leichenteile an den nächsten Verwerter weitergeschoben.
Auf diese Weise könnte man sogar noch den Ötzi in die Nahrungsmittelkette einschleusen und als „Frikadelle Tiroler Art“ an den Mann oder die Frau bringen.

Sicher würde sich auch dann noch ein Staatssekretär finden, der der Presse erklärt, dass „eine Gesundheitsgefährdung der Verbraucher nach derzeitigem Kenntnisstand nicht bestehe.“ Die Frage ist doch eigentlich nur, welchen Kenntnisstand man hat oder gar haben will.

Der Herr Staatssekretär Lindemann forderte die kommunalen Behörden sowie die Gerichte auf, «bei Betrugsfällen den Strafrahmen für Bußgelder oder gar Freiheitsstrafen auszuschöpfen. Die Vorfälle erforderten keine weiche, sondern eine harte Reaktion. Nach übereinstimmender Meinung der Länder seien für den Betrug mit verdorbenem Fleisch Einzeltäter und nicht kriminelle Netzwerke verantwortlich. Die Fälle müssten aber dennoch ernst genommen werden und seien hoch kriminell, betonte der Staatssekretär

Bei diesem Text und dem Namen Lindemann fällt mir spontan Loriots Interview mit dem verwirrten Lottogewinner Lindemann ein, der zuerst den Papst besuchen und dann mit seiner Tochter eine Herren-Boutique in Wuppertal eröffnen will.
Am Ende des Interviews steht der Satz: «Ich heiße Erwin Lottomann und bin seit 500 000 Jahren Rentner. Und im Herbst eröffnet der Papst mit meiner Tochter eine Herren-Boutique in Wuppertal»

Zu dieser Perfektion hat es der Herr Staatssekretär LIndemann aus dem Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz zwar noch nicht ganz gebracht, aber sein Chef ist auf dem besten Weg dazu: «Sollte es Bedarf an verschärften Regelungen auf Bundes- oder Europaebene geben, dann werden wir nicht zögern, rechtliche Regelungen entsprechend anzupassen

Ich würde dem Herrn Minister Seehofer dringend vorschlagen es mal mit einer Schutzgebühr über 10 Euro, die vom Verbraucher beim Betreten gammelfleischfreier Zonen entrichtet werden muss, zu versuchen.
Denn laut Bundesgesundungsministerin soll diese Maßnahme in der Gesundheitsverwesung bereits Wirkung gezeigt haben.

Ach übrigens, nicht dass der Eindruck entsteht, dass ich etwas gegen den Herrn Seehofer und/oder die Frau Schmidt hätte – vergammelt war das jetzt gefundene Fleisch schon zur Amtszeit der Frau Künast, nur die hat nix davon gewusst.
Und wenn ich mir jetzt vorstelle, was der Herr Seehofer alles nicht weiß – dann esse ich zukünftig nur noch Fleisch von Tieren die ich persönlich zu Lebzeiten gekannt habe.
Morgen werd ich mir ein Meerschweinchen kaufen!

Machopan

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 30. November 2005 um 05:45:27 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)
 

Gesundheitsgefährdung

30. November 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Eine Gesundheitsgefährdung der Verbraucher bestehe nach derzeitigem Kenntnisstand nicht“, erklärte der Staatssekretär Gert Lindemann im Auftrag des neuen Verbraucher- und Agrarministers Seehofer, der sich bisher um die Gesundheitspolitik dieses Landes verdient gemacht hat, wie die Zwangsversicherten dieses Systems täglich am eigenen Geldbeutel erfahren.
Erfahrung mit Gammelfleisch hat der Minister also nicht, aber er werde sich „ganz, ganz nachdrücklich um dieses Thema kümmern“, gab er bei der Amtsübernahme im Ministerium zum Besten.

Zum Besten steht es nun mit der Versorgung der Bevölkerung mit Frischfleisch nicht gerade, denn nach den Medienberichten zu urteilen kann man sogar mit gequirlter Scheiße im Naturdarm hierzulande noch Kohle machen.
Nimmt das einstige, aus Massentierhaltung und -schlachtung stammende, Frischfleisch durch Überalterung die Farbe und Konsistenz einer ägyptischen Mumie an, so wird es einfach mit neuem Datum etikettiert und die Leichenteile an den nächsten Verwerter weitergeschoben.
Auf diese Weise könnte man sogar noch den Ötzi in die Nahrungsmittelkette einschleusen und als „Frikadelle Tiroler Art“ an den Mann oder die Frau bringen.

Sicher würde sich auch dann noch ein Staatssekretär finden, der der Presse erklärt, dass „eine Gesundheitsgefährdung der Verbraucher nach derzeitigem Kenntnisstand nicht bestehe.“ Die Frage ist doch eigentlich nur, welchen Kenntnisstand man hat oder gar haben will.

Der Herr Staatssekretär Lindemann forderte die kommunalen Behörden sowie die Gerichte auf, «bei Betrugsfällen den Strafrahmen für Bußgelder oder gar Freiheitsstrafen auszuschöpfen. Die Vorfälle erforderten keine weiche, sondern eine harte Reaktion. Nach übereinstimmender Meinung der Länder seien für den Betrug mit verdorbenem Fleisch Einzeltäter und nicht kriminelle Netzwerke verantwortlich. Die Fälle müssten aber dennoch ernst genommen werden und seien hoch kriminell, betonte der Staatssekretär

Bei diesem Text und dem Namen Lindemann fällt mir spontan Loriots Interview mit dem verwirrten Lottogewinner Lindemann ein, der zuerst den Papst besuchen und dann mit seiner Tochter eine Herren-Boutique in Wuppertal eröffnen will.
Am Ende des Interviews steht der Satz: «Ich heiße Erwin Lottomann und bin seit 500 000 Jahren Rentner. Und im Herbst eröffnet der Papst mit meiner Tochter eine Herren-Boutique in Wuppertal»

Zu dieser Perfektion hat es der Herr Staatssekretär LIndemann aus dem Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz zwar noch nicht ganz gebracht, aber sein Chef ist auf dem besten Weg dazu: «Sollte es Bedarf an verschärften Regelungen auf Bundes- oder Europaebene geben, dann werden wir nicht zögern, rechtliche Regelungen entsprechend anzupassen

Ich würde dem Herrn Minister Seehofer dringend vorschlagen es mal mit einer Schutzgebühr über 10 Euro, die vom Verbraucher beim Betreten gammelfleischfreier Zonen entrichtet werden muss, zu versuchen.
Denn laut Bundesgesundungsministerin soll diese Maßnahme in der Gesundheitsverwesung bereits Wirkung gezeigt haben.

Ach übrigens, nicht dass der Eindruck entsteht, dass ich etwas gegen den Herrn Seehofer und/oder die Frau Schmidt hätte – vergammelt war das jetzt gefundene Fleisch schon zur Amtszeit der Frau Künast, nur die hat nix davon gewusst.
Und wenn ich mir jetzt vorstelle, was der Herr Seehofer alles nicht weiß – dann esse ich zukünftig nur noch Fleisch von Tieren die ich persönlich zu Lebzeiten gekannt habe.
Morgen werd ich mir ein Meerschweinchen kaufen!

Machopan

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 30. November 2005 um 05:45:27 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)