Nullrunden

29. November 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Die Zeit scheint günstig zu sein, um jegliche Art von Blut, Schweiß und Tränen unters Volk zu bringen.
Prophezeite der hessische Ministerpräsident Roland Koch erst dieser Tage „Heulen und Zähneklappern“ weil Deutschland „ziemlich pleite“ sei, so legt der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff nach, dass die Altersrenten in den nächsten zehn Jahren nicht steigen können. Die Bürger sollten sich darauf einstellen und privat stärker vorsorgen.
Mit welchem Geld sie das tun sollten, sagte Wulff nicht, sondern verwies darauf, dass die demographische Entwicklung in Deutschland immer mehr Rentner und immer weniger Beitragszahler hervorbringe.
Nach einem Bericht auf n-tv räumte Wulff allerdings ein dass «die problematische Bevölkerungsentwicklung den Politikern lange bekannt gewesen sei, dass diese aber “die falschen Schlüsse daraus gezogen haben“.»

Nun sind ja Rentner meist Menschen höheren Alters, die altersbedingt nicht mehr arbeiten dürfen, jedoch viele Jahre gearbeitet und Beiträge zur Rentenversicherung bezahlt haben. Und von dieser Rentenversicherung erhalten sie nun ihre monatliche Rente bis der Herr sie früher oder später zu sich ruft.
Personen die während ihres Arbeitslebens durch eigene Beiträge Kapital ansparen konnten, von dessen Erträgen sie im Alter leben können, bezeichnet man als Rentier.
Nicht zu verwechseln mit dem hirschähnlichen Nutztier im Lande der Lappen.

Der wesentliche Unterschied zwischen einem Rent-ner und einem Rent-ier ist also nicht nur der kleine Unterschied in Schreibweise und Betonung, sondern besteht vor allem darin, wem sie das angesparte Geld anvertraut haben oder anvertrauen mussten.

Im Falle des Rentners könnte man leicht auf den Gedanken kommen, dass es sich um Veruntreuung im großen Stil handeln könnte, wenn … ja wenn nicht Vater Staat selbst die Verwaltung der Gelder seiner Untertanen übernommen hätte.

Aber stellen Sie sich mal vor, einem Rentier wurde man kundtun, dass er in den nächsten zehn Jahren nicht mit steigenden Einkünften aus seinem Kapital rechnen könnte.
Der würde doch sofort den Anlageberater wechseln und sein Kapital umschichten.
Und was der Rentier mit dem Verwalter seines Kapitals anstellen würde, wenn er erfährt, dass das Geld für andere Dinge ausgegeben wurde … also daran mag ich jetzt gar nicht denken.
So grausame Sachen kann ich mir gar nicht vorstellen.

Jetzt wollen wir mal hoffen, dass unsere Politiker aus diesen Sachverhalten nicht schon wieder die falschen Schlüsse ziehen und auf die tumbe Idee kommen, sie könnten die Rentner bescheißen.
Oder etwa doch?

Machopan

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 29. November 2005 um 05:45:21 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Die Zeit scheint günstig zu sein, um jegliche Art von Blut, Schweiß und Tränen unters Volk zu bringen.
Prophezeite der hessische Ministerpräsident Roland Koch erst dieser Tage „Heulen und Zähneklappern“ weil Deutschland „ziemlich pleite“ sei, so legt der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff nach, dass die Altersrenten in den nächsten zehn Jahren nicht steigen können. Die Bürger sollten sich darauf einstellen und privat stärker vorsorgen.
Mit welchem Geld sie das tun sollten, sagte Wulff nicht, sondern verwies darauf, dass die demographische Entwicklung in Deutschland immer mehr Rentner und immer weniger Beitragszahler hervorbringe.
Nach einem Bericht auf n-tv räumte Wulff allerdings ein dass «die problematische Bevölkerungsentwicklung den Politikern lange bekannt gewesen sei, dass diese aber “die falschen Schlüsse daraus gezogen haben“.»

Nun sind ja Rentner meist Menschen höheren Alters, die altersbedingt nicht mehr arbeiten dürfen, jedoch viele Jahre gearbeitet und Beiträge zur Rentenversicherung bezahlt haben. Und von dieser Rentenversicherung erhalten sie nun ihre monatliche Rente bis der Herr sie früher oder später zu sich ruft.
Personen die während ihres Arbeitslebens durch eigene Beiträge Kapital ansparen konnten, von dessen Erträgen sie im Alter leben können, bezeichnet man als Rentier.
Nicht zu verwechseln mit dem hirschähnlichen Nutztier im Lande der Lappen.

Der wesentliche Unterschied zwischen einem Rent-ner und einem Rent-ier ist also nicht nur der kleine Unterschied in Schreibweise und Betonung, sondern besteht vor allem darin, wem sie das angesparte Geld anvertraut haben oder anvertrauen mussten.

Im Falle des Rentners könnte man leicht auf den Gedanken kommen, dass es sich um Veruntreuung im großen Stil handeln könnte, wenn … ja wenn nicht Vater Staat selbst die Verwaltung der Gelder seiner Untertanen übernommen hätte.

Aber stellen Sie sich mal vor, einem Rentier wurde man kundtun, dass er in den nächsten zehn Jahren nicht mit steigenden Einkünften aus seinem Kapital rechnen könnte.
Der würde doch sofort den Anlageberater wechseln und sein Kapital umschichten.
Und was der Rentier mit dem Verwalter seines Kapitals anstellen würde, wenn er erfährt, dass das Geld für andere Dinge ausgegeben wurde … also daran mag ich jetzt gar nicht denken.
So grausame Sachen kann ich mir gar nicht vorstellen.

Jetzt wollen wir mal hoffen, dass unsere Politiker aus diesen Sachverhalten nicht schon wieder die falschen Schlüsse ziehen und auf die tumbe Idee kommen, sie könnten die Rentner bescheißen.
Oder etwa doch?

Machopan

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