Großfahndung

10. November 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Im Rahmen einer bundesweiten Großfahndung sucht die Sonderkommission „Moneten“ unter der Leitung des designierten Finanzministers Peer „Wer“ Steinbrück nach den Milliarden Euro, die aus dem Bundeshaushalt entflohen sein sollen.
Sein sollen“ deshalb, weil niemand so genau weiß, ob sie jemals da waren. Daher möchte ich, so wie Juristen dies formal zu tun pflegen von „mutmaßlich“ sprechen, solange der Sachverhalt nicht hieb- und stichfest amtlicherseits festgestellt wurde.
Also diese Sonderkommission fahndet nach den mutmaßlich aus der Staatskasse entflohenen -oder vielleicht schlimmer noch- entwendeten Milliarden.
Erste Zeugenvernehmungen brachten bisher kein greifbares Ergebnis. Wie in Insiderkreisen vermutet, brachte selbst das Kreuzverhör vom Finanzhans, dem ehemaligen „Hüter des verflüchtigten Schatzes“ durch Spezialisten einer Sondergruppe des Bundesfinanzkomikeramtes für permanent-effektive Steuerverschwendung“ kein Licht ins Dunkel.
Festzustehen scheint nunmehr aber, dass der Anfangsverdacht für ein Loch besteht oder zumindest bestehen könnte, denn durch Recherchen in Presseerzeugnissen und den Redemanuskripten von Politikern konnte von Sprachforschern in den letzten Jahren eine zunehmende Verwendung des Wortes „Lücke“ in Verbindung mit finanziellen Angelegenheiten des Bundes und der Länder festgestellt werden.
Nun weiß ja jeder in der gesetzlichen Krankenkasse Versicherte, der sich zur jährlichen Zahnvorsorgeuntersuchung begibt und sich im Behandlungssessel mit ruhigem Gewissen und geschlossen Augen zurücklehnt, weil er ja sicher ist alles erdenkliche Notwendige zur Prophylaxe unternommen zu haben und doch plötzlich durch die Worte „Karies“, Lücke“, „Loch“ aufgeschreckt wird, dass das dann so richtig teuer wird und außerdem noch weh tut.

Deshalb scheuen sich die Regierungsparteien ja auch dieses Wort „Loch“ zu verwenden, während die Nichtregierungsparteien darauf beharren, dass dieses Wort die Steigerung von „Lüge – Lücke – Loch“ und eine logische Konsequenz der „verfehlten Regierungspolitik“ ist.

Da nun in der Bundeshauptstadt nach den Neuwahlen von den alten Bekannten die Karten erneut gezinkt und die alten Luschen neu verteilt wurden, ist aus dem Loch nunmehr flugs ein Krater geworden, denn die Zeit erscheint nunmehr günstig den gemeinsamen Spendenaufruf zur Rettung der Nation ans Volk zu bringen.
Das ist ungefähr der gleiche Zeitpunkt wie beim Zahnarzt, wenn Sie mit mehreren Wattetupfern zwischen Ober- und Unterkiefer und diesem rotzelnden Schlürfhaken zum Speichelabsaugen im Mundwinkel die Kostenkalkulation des Zahnarztes zur Kenntnis nehmen müssen, während gleichzeitig vor ihren halbgeschlossenen Augen mit einem gefährlich surrenden Bohrer herumgefuchtelt wird.
Strafrechtlich darf man diesen Zustand (in beiden Fällen) getrost als „versuchte Erpressung“ oder „Nötigung“ bezeichnen.

Damit dieser Sachverhalt nicht gleich so ins Auge sticht, nennt man den Vorgang beim Zahnarzt eben „hygienische Beratung zur Vermeidung von Mundgeruch und Zahnfäule“ und in der Politik „Haushaltsplanung“, volkstümlich auch als „langfristig vergeblicher Versuch zur Finanzierung chronischer Geldverschwendung“ bekannt.
Beides stinkt erheblich, wenn man näher an das Objekt herangeht, bzw. wenn einer der Beteiligten den Mund auf macht.
Nun ist also eine von hohem Medieninteresse begleitete Sonderkommission angetreten um die mutmaßlich aus dem Haushalt entwichenen Milliarden zu suchen und – da bin ich mir ganz sicher – sie irgendwo in Deutschland zu finden.
Bevor Sie jetzt darüber nachdenken und sich schlaflose Nächte machen, wo sich denn die Milliarden versteckt haben könnten, denken Sie einfach nur an die von langer Hand vorbereitete Aufklärungsaktion in den Medien vor wenigen Wochen.
Dann sind Sie auch nicht überrascht wenn nächtens Kommissar „Cash“ Steinbrück und seine Monetenschnüffler Einlass in Ihre Wohnung verlangen – denn „Du bist Deutschland“.

Und nun werden die Teilnahmegebühren erhoben oder auch zwangseingetrieben.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 10. November 2005 um 05:45:12 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Großfahndung

10. November 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Im Rahmen einer bundesweiten Großfahndung sucht die Sonderkommission „Moneten“ unter der Leitung des designierten Finanzministers Peer „Wer“ Steinbrück nach den Milliarden Euro, die aus dem Bundeshaushalt entflohen sein sollen.
Sein sollen“ deshalb, weil niemand so genau weiß, ob sie jemals da waren. Daher möchte ich, so wie Juristen dies formal zu tun pflegen von „mutmaßlich“ sprechen, solange der Sachverhalt nicht hieb- und stichfest amtlicherseits festgestellt wurde.
Also diese Sonderkommission fahndet nach den mutmaßlich aus der Staatskasse entflohenen -oder vielleicht schlimmer noch- entwendeten Milliarden.
Erste Zeugenvernehmungen brachten bisher kein greifbares Ergebnis. Wie in Insiderkreisen vermutet, brachte selbst das Kreuzverhör vom Finanzhans, dem ehemaligen „Hüter des verflüchtigten Schatzes“ durch Spezialisten einer Sondergruppe des Bundesfinanzkomikeramtes für permanent-effektive Steuerverschwendung“ kein Licht ins Dunkel.
Festzustehen scheint nunmehr aber, dass der Anfangsverdacht für ein Loch besteht oder zumindest bestehen könnte, denn durch Recherchen in Presseerzeugnissen und den Redemanuskripten von Politikern konnte von Sprachforschern in den letzten Jahren eine zunehmende Verwendung des Wortes „Lücke“ in Verbindung mit finanziellen Angelegenheiten des Bundes und der Länder festgestellt werden.
Nun weiß ja jeder in der gesetzlichen Krankenkasse Versicherte, der sich zur jährlichen Zahnvorsorgeuntersuchung begibt und sich im Behandlungssessel mit ruhigem Gewissen und geschlossen Augen zurücklehnt, weil er ja sicher ist alles erdenkliche Notwendige zur Prophylaxe unternommen zu haben und doch plötzlich durch die Worte „Karies“, Lücke“, „Loch“ aufgeschreckt wird, dass das dann so richtig teuer wird und außerdem noch weh tut.

Deshalb scheuen sich die Regierungsparteien ja auch dieses Wort „Loch“ zu verwenden, während die Nichtregierungsparteien darauf beharren, dass dieses Wort die Steigerung von „Lüge – Lücke – Loch“ und eine logische Konsequenz der „verfehlten Regierungspolitik“ ist.

Da nun in der Bundeshauptstadt nach den Neuwahlen von den alten Bekannten die Karten erneut gezinkt und die alten Luschen neu verteilt wurden, ist aus dem Loch nunmehr flugs ein Krater geworden, denn die Zeit erscheint nunmehr günstig den gemeinsamen Spendenaufruf zur Rettung der Nation ans Volk zu bringen.
Das ist ungefähr der gleiche Zeitpunkt wie beim Zahnarzt, wenn Sie mit mehreren Wattetupfern zwischen Ober- und Unterkiefer und diesem rotzelnden Schlürfhaken zum Speichelabsaugen im Mundwinkel die Kostenkalkulation des Zahnarztes zur Kenntnis nehmen müssen, während gleichzeitig vor ihren halbgeschlossenen Augen mit einem gefährlich surrenden Bohrer herumgefuchtelt wird.
Strafrechtlich darf man diesen Zustand (in beiden Fällen) getrost als „versuchte Erpressung“ oder „Nötigung“ bezeichnen.

Damit dieser Sachverhalt nicht gleich so ins Auge sticht, nennt man den Vorgang beim Zahnarzt eben „hygienische Beratung zur Vermeidung von Mundgeruch und Zahnfäule“ und in der Politik „Haushaltsplanung“, volkstümlich auch als „langfristig vergeblicher Versuch zur Finanzierung chronischer Geldverschwendung“ bekannt.
Beides stinkt erheblich, wenn man näher an das Objekt herangeht, bzw. wenn einer der Beteiligten den Mund auf macht.
Nun ist also eine von hohem Medieninteresse begleitete Sonderkommission angetreten um die mutmaßlich aus dem Haushalt entwichenen Milliarden zu suchen und – da bin ich mir ganz sicher – sie irgendwo in Deutschland zu finden.
Bevor Sie jetzt darüber nachdenken und sich schlaflose Nächte machen, wo sich denn die Milliarden versteckt haben könnten, denken Sie einfach nur an die von langer Hand vorbereitete Aufklärungsaktion in den Medien vor wenigen Wochen.
Dann sind Sie auch nicht überrascht wenn nächtens Kommissar „Cash“ Steinbrück und seine Monetenschnüffler Einlass in Ihre Wohnung verlangen – denn „Du bist Deutschland“.

Und nun werden die Teilnahmegebühren erhoben oder auch zwangseingetrieben.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 10. November 2005 um 05:45:12 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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