Vorhersagen

3. November 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Inzwischen leben wir in einer Zeit, in der es möglich ist das Wetter genauer vorherzusagen als die wirtschaftliche oder gar die politische Entwicklung.
Man muss sich nur die Mühe machen, mal in alten Zeitschriften zu blättern um zu erkennen, was die Aussagen unserer jeweiligen Führungsriege eigentlich wert sind.

Da hatte doch der Bundesfinanzhans in der Financial Times Deutschland am 4. September 2004 davor gewarnt, sollten die geplanten Sozialreformen nicht umgesetzt werden, drohe ein finanzielles Desaster.
«“Wenn HARTZ IV nicht kommt, ist Deutschland pleite”, sagte der Minister und verteidigte die Arbeitsmarktreform. “Die Weinlese in Hessen oder das Spargelstechen in Brandenburg werden von Polen gemacht”, sagte der Finanzminister. “Es gibt eine ganze Menge Arbeit in Deutschland, die Menschen aus Deutschland nicht mehr machen wollen. Dass wir deshalb Arbeitskräfte auf Zeit importieren müssen, hält man doch im Kopf nicht aus“»

Nun sind die Reformen gekommen und der Minister geht, doch Deutschland ist getreu nach dem Motto „erstens kommt es anders zweitens als man denkt“ dennoch pleite.
Das hält doch im Kopf nur jemand aus, der einen Studienrat aus Kassel zum Finanzminister, eine Lehrerin für schwererziehbare Kinder zur Gesundheitsministerin und den Vorsitzender des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR.zum Verkehrsminister gemacht hat.

Dieser Herr wurde ebenfalls im September 2004 von Industriepräsident Michael Rogowski gelobt: «“Es sei mutig, dass der Bundeskanzler trotz Massenprotesten ohne Abstriche an seinem Reformkurs festhalte“, sagte Rogowski der Berliner Zeitung und räumte Schröder Chancen auf einen Sieg bei der Bundestagswahl 2006 ein.»

Woran man mal wieder sehen kann, dass sich nicht nur Politiker heftig irren können.
Von diesem Herrn Rogowski stammt übrigens auch das nachfolgende Zitat: „Arbeit ist keine feste Größe, sondern eine Frage von Angebot und Nachfrage - und damit eine Frage des Preises. Deshalb brauchen wir auf keinen Fall Mindestlöhne. Im Gegenteil, wir müssen die tariflichen Untergrenzen durchbrechen“.

Bleibt noch abzuwarten, ob sich dieser Herr mit seinen falschen Prognosen für das Guinnessbuch der Rekorde qualifizieren kann.

Kleiner Scherz noch am Rande:
„Kennen Sie den Unterschied zwischen einer Prophezeiung, einer Vorhersage und einer Prognose?“
Wenn sie alle Finanzhans stammen, dem Bundesminister für finanzielle Futurologie, dann gibt es keinen – sie sind alle falsch?“.
Wie diese hier.

LOL

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 3. November 2005 um 05:45:42 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Man muss sich nur die Mühe machen, mal in alten Zeitschriften zu blättern um zu erkennen, was die Aussagen unserer jeweiligen Führungsriege eigentlich wert sind.

Da hatte doch der Bundesfinanzhans in der Financial Times Deutschland am 4. September 2004 davor gewarnt, sollten die geplanten Sozialreformen nicht umgesetzt werden, drohe ein finanzielles Desaster.
«“Wenn HARTZ IV nicht kommt, ist Deutschland pleite”, sagte der Minister und verteidigte die Arbeitsmarktreform. “Die Weinlese in Hessen oder das Spargelstechen in Brandenburg werden von Polen gemacht”, sagte der Finanzminister. “Es gibt eine ganze Menge Arbeit in Deutschland, die Menschen aus Deutschland nicht mehr machen wollen. Dass wir deshalb Arbeitskräfte auf Zeit importieren müssen, hält man doch im Kopf nicht aus“»

Nun sind die Reformen gekommen und der Minister geht, doch Deutschland ist getreu nach dem Motto „erstens kommt es anders zweitens als man denkt“ dennoch pleite.
Das hält doch im Kopf nur jemand aus, der einen Studienrat aus Kassel zum Finanzminister, eine Lehrerin für schwererziehbare Kinder zur Gesundheitsministerin und den Vorsitzender des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR.zum Verkehrsminister gemacht hat.

Dieser Herr wurde ebenfalls im September 2004 von Industriepräsident Michael Rogowski gelobt: «“Es sei mutig, dass der Bundeskanzler trotz Massenprotesten ohne Abstriche an seinem Reformkurs festhalte“, sagte Rogowski der Berliner Zeitung und räumte Schröder Chancen auf einen Sieg bei der Bundestagswahl 2006 ein.»

Woran man mal wieder sehen kann, dass sich nicht nur Politiker heftig irren können.
Von diesem Herrn Rogowski stammt übrigens auch das nachfolgende Zitat: „Arbeit ist keine feste Größe, sondern eine Frage von Angebot und Nachfrage - und damit eine Frage des Preises. Deshalb brauchen wir auf keinen Fall Mindestlöhne. Im Gegenteil, wir müssen die tariflichen Untergrenzen durchbrechen“.

Bleibt noch abzuwarten, ob sich dieser Herr mit seinen falschen Prognosen für das Guinnessbuch der Rekorde qualifizieren kann.

Kleiner Scherz noch am Rande:
„Kennen Sie den Unterschied zwischen einer Prophezeiung, einer Vorhersage und einer Prognose?“
Wenn sie alle Finanzhans stammen, dem Bundesminister für finanzielle Futurologie, dann gibt es keinen – sie sind alle falsch?“.
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