Schafkopf

27. Oktober 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Ich habe geschworen, versprochen und feierlichst gelobt, der neuen Bundesregierung 100 Tage Frist einzuräumen, bevor ich mich über die Ergebnisse ihrer Tätigkeit hermachen werde.

Gelernt habe ich bis jetzt, ohne nun dieses Gelöbnis brechen zu wollen, dass ich das besser nicht getan hätte. Und Sie dürfen mir glauben, es auch nie mehr tun werde. Das schwöre, verspreche und gelobe ich hoch und heilig, beim Mundgeruch meines Hundes.

Was hätte ich nicht alles zu Sagen und zu Schreiben.
Mein Organismus revoltiert, der Darm rumort, die Leber schwillt, der Hals bläht und die Galle wirkt verbittert. Doch während die Hände sich zuckend in die Tastatur verkrallen und verkrampfen, ruft das Hirn zur Besinnung und mahnt Versprochenes ein.
Noch nie fiel es mir so schwer den Mund zu halten und den Aufschrei der Empörung zwischen den Lippen zu ersticken. Konnte man das Geschacher um die Posten und die Pfründe noch mit dem Streit der Hyänen um den Kadaver vergleichen, so hätte ich spätestens bei der personellen Besetzung der Ministerämter nicht nur einige unflätige Anmerkungen zu machen gehabt.
Aber darauf werde ich sicher noch nach Ablauf der 100-Tage-Frist eingehen.
Oder glauben Sie wirklich, dass eine Lusche nur durch seine Berufung zum Minister plötzlich zum As wird und beim doppelkopfigen Schafkopf spielen einen Stich macht?

Da nützt es auch nix mehr, wenn man das Spiel als Schieberrunde ohne Eichel- und ohne Grasunter spielt.
Und trotz Bauernsprechstunde, Abspatzen und Schmieren kamen die Spieler, die sich natürlich nicht in die Karten sehen lassen wollten, nicht wirklich weiter, waren sich aber einig, dass sich der Kartengeber wegen dem Blatt „die Händ waschen sollte“.
Egal, ob es nun ein Ruf-, Sau- oder Partnerspiel gibt, war man sich auch schnell einig, dass es sicher keine „Steuererleichterungen“ und keine „Rentenerhöhungen“ geben wird, aber die Finanzen des Staates durch Einsparungen und Mehreinnahmen „saniert“ werden müssen.
Denn das Haushaltsloch, auf dem der Arsch von der Eichelsau jahrelang gesessen hatte, ist wohl größer es sich die Luschen vorstellen konnten.
Von vielen Kiebitzen verdrängt wird leider die Tatsache, dass Schafkopf ein Geschicklichkeitsspiel ist und um Geld gespielt wird.
Der Tarif ist - wie alles andere beim Schafkopf - eine Frage der Regelvereinbarung zu Beginn“, heißt es bei Wikipedia.
Und da spielt es keine wirkliche Rolle, ob nun Damensolo oder Bubensolo gespielt wird.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 27. Oktober 2005 um 05:45:52 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Schafkopf

27. Oktober 2005 05:45

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Ich habe geschworen, versprochen und feierlichst gelobt, der neuen Bundesregierung 100 Tage Frist einzuräumen, bevor ich mich über die Ergebnisse ihrer Tätigkeit hermachen werde.

Gelernt habe ich bis jetzt, ohne nun dieses Gelöbnis brechen zu wollen, dass ich das besser nicht getan hätte. Und Sie dürfen mir glauben, es auch nie mehr tun werde. Das schwöre, verspreche und gelobe ich hoch und heilig, beim Mundgeruch meines Hundes.

Was hätte ich nicht alles zu Sagen und zu Schreiben.
Mein Organismus revoltiert, der Darm rumort, die Leber schwillt, der Hals bläht und die Galle wirkt verbittert. Doch während die Hände sich zuckend in die Tastatur verkrallen und verkrampfen, ruft das Hirn zur Besinnung und mahnt Versprochenes ein.
Noch nie fiel es mir so schwer den Mund zu halten und den Aufschrei der Empörung zwischen den Lippen zu ersticken. Konnte man das Geschacher um die Posten und die Pfründe noch mit dem Streit der Hyänen um den Kadaver vergleichen, so hätte ich spätestens bei der personellen Besetzung der Ministerämter nicht nur einige unflätige Anmerkungen zu machen gehabt.
Aber darauf werde ich sicher noch nach Ablauf der 100-Tage-Frist eingehen.
Oder glauben Sie wirklich, dass eine Lusche nur durch seine Berufung zum Minister plötzlich zum As wird und beim doppelkopfigen Schafkopf spielen einen Stich macht?

Da nützt es auch nix mehr, wenn man das Spiel als Schieberrunde ohne Eichel- und ohne Grasunter spielt.
Und trotz Bauernsprechstunde, Abspatzen und Schmieren kamen die Spieler, die sich natürlich nicht in die Karten sehen lassen wollten, nicht wirklich weiter, waren sich aber einig, dass sich der Kartengeber wegen dem Blatt „die Händ waschen sollte“.
Egal, ob es nun ein Ruf-, Sau- oder Partnerspiel gibt, war man sich auch schnell einig, dass es sicher keine „Steuererleichterungen“ und keine „Rentenerhöhungen“ geben wird, aber die Finanzen des Staates durch Einsparungen und Mehreinnahmen „saniert“ werden müssen.
Denn das Haushaltsloch, auf dem der Arsch von der Eichelsau jahrelang gesessen hatte, ist wohl größer es sich die Luschen vorstellen konnten.
Von vielen Kiebitzen verdrängt wird leider die Tatsache, dass Schafkopf ein Geschicklichkeitsspiel ist und um Geld gespielt wird.
Der Tarif ist - wie alles andere beim Schafkopf - eine Frage der Regelvereinbarung zu Beginn“, heißt es bei Wikipedia.
Und da spielt es keine wirkliche Rolle, ob nun Damensolo oder Bubensolo gespielt wird.

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