Türkeibeitritt

26. Oktober 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Also nach unzähligen Medienberichten, vielen Diskussionen und langem Überlegen habe ich mir nun eine eigene Meinung zum Thema „Türkeibeitritt“ gebildet:
Ich bin nun dafür, dass die EU der Türkei beitritt.

Dann können die Deutschen endlich auch in dem Land wohnen wo Milch und Honig fließen sollen und aus dem so viele Türken in das nasskalte, hässliche und ausländerfeindliche Deutschland ausgewandert oder gar geflohen sind.
Dann mach ich irgendwo in der Türkei eine Currywurstbude auf und erkläre die Currywurst zum türkischen Nationalgericht. Außerdem will ich dort eine eigene Kirche haben und das Recht immer dann die Glocken läuten zu lassen, wenn mein Glaube es mir befiehlt.
Selbstverständlich sollen meine Kinder in eine deutschsprachige Schule und in deutschsprachigen Religionsunterricht gehen. Jungen und Mädchen wie beim Sport und im Schwimmbad aber natürlich getrennt.
Mit meinen türkischen Nachbarn werde ich mich sicher gut verstehen, solange sie nichts dagegen haben, dass meine Frau im Bikini auf dem Balkon faulenzt und nabelfrei in kurzen Hosen zum Einkaufen geht.

Abends treff ich mich mit meinen Kumpels immer zur Pflege alter deutscher Traditionen in der Kneipe, trinke ein paar Bier und spiel ein paar Runden Doppelkopf oder Skat. Und auf dem Nachhauseweg grölen wir dann deutsches Liedgut und pfeifen den Frauen nach.

An den Wochenenden und an deutschen Feiertagen können wir dann Sauerkraut und Schweinerippchen kochen, in aller Ruhe unser Bier trinken und lauthals zur vollaufgedrehten Musik unserer Lieblingsblaskapelle mitsingen.
Und wenn sich jemand über unsere Musik und den Geruch nach verbranntem Schweinefleisch und Sauerkraut beschweren sollte, dann mach ich ihm ein für alle mal klar, dass er ausländerfeindlich ist und sich das gerade als Türke nicht leisten kann. Er soll sich doch erst mal schämen, Deutsch lernen und froh sein, dass ich überhaupt bereit ihn an meiner Kultur teilhaben zu lassen.

Wenn die deutsche Fußballnationalmannschaft mal wieder gewonnen hat, werde ich mit meinem Auto laut hupend und deutsche Fahnen schwenkend mit eingeschalteter Warnblinkanlage durch die Stadt fahren und den Verkehr behindern. Und wenn die deutsche Nationalmannschaft mal wieder gegen die Türkei gewinnt, dann wird außerdem noch auf den Straßen getanzt und die ganze Nacht durchgefeiert. Man weiß ja schließlich was man seinem Heimatland schuldig ist, auch wenn man „Türke“ ist.
Aber sollte meine Tochter jemals auf die Idee kommen, sich mit einem Türken einzulassen, dann hört bei mir der Spaß aber auf.
Bei der Ehre meiner Vorväter, wo würden wir denn da hinkommen, da hätten wir ja gleich in Deutschland bleiben können.

Oder meinen Sie, ich sollte meine Meinung über den Türkeibeitritt vielleicht doch noch mal überdenken?

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 26. Oktober 2005 um 05:45:18 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Türkeibeitritt

26. Oktober 2005 05:45

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Ich bin nun dafür, dass die EU der Türkei beitritt.

Dann können die Deutschen endlich auch in dem Land wohnen wo Milch und Honig fließen sollen und aus dem so viele Türken in das nasskalte, hässliche und ausländerfeindliche Deutschland ausgewandert oder gar geflohen sind.
Dann mach ich irgendwo in der Türkei eine Currywurstbude auf und erkläre die Currywurst zum türkischen Nationalgericht. Außerdem will ich dort eine eigene Kirche haben und das Recht immer dann die Glocken läuten zu lassen, wenn mein Glaube es mir befiehlt.
Selbstverständlich sollen meine Kinder in eine deutschsprachige Schule und in deutschsprachigen Religionsunterricht gehen. Jungen und Mädchen wie beim Sport und im Schwimmbad aber natürlich getrennt.
Mit meinen türkischen Nachbarn werde ich mich sicher gut verstehen, solange sie nichts dagegen haben, dass meine Frau im Bikini auf dem Balkon faulenzt und nabelfrei in kurzen Hosen zum Einkaufen geht.

Abends treff ich mich mit meinen Kumpels immer zur Pflege alter deutscher Traditionen in der Kneipe, trinke ein paar Bier und spiel ein paar Runden Doppelkopf oder Skat. Und auf dem Nachhauseweg grölen wir dann deutsches Liedgut und pfeifen den Frauen nach.

An den Wochenenden und an deutschen Feiertagen können wir dann Sauerkraut und Schweinerippchen kochen, in aller Ruhe unser Bier trinken und lauthals zur vollaufgedrehten Musik unserer Lieblingsblaskapelle mitsingen.
Und wenn sich jemand über unsere Musik und den Geruch nach verbranntem Schweinefleisch und Sauerkraut beschweren sollte, dann mach ich ihm ein für alle mal klar, dass er ausländerfeindlich ist und sich das gerade als Türke nicht leisten kann. Er soll sich doch erst mal schämen, Deutsch lernen und froh sein, dass ich überhaupt bereit ihn an meiner Kultur teilhaben zu lassen.

Wenn die deutsche Fußballnationalmannschaft mal wieder gewonnen hat, werde ich mit meinem Auto laut hupend und deutsche Fahnen schwenkend mit eingeschalteter Warnblinkanlage durch die Stadt fahren und den Verkehr behindern. Und wenn die deutsche Nationalmannschaft mal wieder gegen die Türkei gewinnt, dann wird außerdem noch auf den Straßen getanzt und die ganze Nacht durchgefeiert. Man weiß ja schließlich was man seinem Heimatland schuldig ist, auch wenn man „Türke“ ist.
Aber sollte meine Tochter jemals auf die Idee kommen, sich mit einem Türken einzulassen, dann hört bei mir der Spaß aber auf.
Bei der Ehre meiner Vorväter, wo würden wir denn da hinkommen, da hätten wir ja gleich in Deutschland bleiben können.

Oder meinen Sie, ich sollte meine Meinung über den Türkeibeitritt vielleicht doch noch mal überdenken?

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