Was’n los?

20. Oktober 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Was ist wohl schlimmer? Arbeitslos, erwerbslos, obdachlos oder heimatlos?
Vom „Heimatlos“ klagte noch Freddy Quinn im Jahre 1957, landete damit einen Nummer-1-Hit in Deutschland und legte damals den finanziellen Grundstein für seinen späteren Ärger mit dem deutschen Finanzamt.
Jürgen Drews begann seine Karriere als Obdachloser mit einem „Bett im Kornfeld“ und „Wir zieh’n heut’ abend auf’s Dach”, bevor er sich „Barfuß durch den Sommer“ „”Irgendwann, irgendwie, irgendwo” in Richtung Mallorca vom bundesdeutschen Acker machte, um als „König von Mallorca“ zu enden.

Ob es jemals einen Nummer-1-Hit vom „Arbeitslos“ oder dem „Erwerbslos“ gab, entzieht sich meiner Kenntnis. Eher wohl nicht, denn beides ist für die Betroffenen nicht der Hit.
Wenn Sie jetzt denken, dass es zwischen Arbeitslosen und Erwerbslosen eigentlich keinen Unterschied gibt, dann sind Sie offensichtlich nicht mit den Methoden des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden und der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg vertraut.
Wie man bei Wikipedia nachlesen kann «bezeichnet man eine Person als arbeits- oder erwerbslos, die eine bezahlte Tätigkeit, die auf einem Arbeitsverhältnis beruht, anstrebt, aber keine Erwerbsarbeit findet. Oftmals selbst in Rundfunknachrichten bezieht sich der Begriff arbeitslos aber fälschlich nur auf die registrierte Arbeitslosigkeit, ohne das klar zu benennen. Dagegen ist im Begriff erwerbslos auch die verdeckte Arbeitslosigkeit (Stille Reserve) enthalten. Diese Sprachregelung gilt beispielsweise für die Unterscheidung von Arbeitslosenzahlen der Bundesagentur für Arbeit und Erwerbslosenzahlen des Statistischen Bundesamtes

Zur “Stillen Reserve” zählen Personen, die unter bestimmten Bedingungen zwar eine Arbeit aufnehmen würden, sich aber nicht bei der Arbeitsagentur gemeldet haben.
Grafisch verharmlost sieht dieser Sachverhalt etwa so aus:

Quelle: Statistisches Bundesamt Wiesbaden

Ja wat denn nu?
Arbeitslos oder nur erwerbslos?
Ist eh egal, danach kommt immer „obdachlos“ und „heimatlos“, wie bei Auszählreim: „Eeene meene mu und raus bist du“.
Daran ändern auch Neuwahlen und Ministerpostengeschacher nix.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 20. Oktober 2005 um 05:45:14 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Was ist wohl schlimmer? Arbeitslos, erwerbslos, obdachlos oder heimatlos?
Vom „Heimatlos“ klagte noch Freddy Quinn im Jahre 1957, landete damit einen Nummer-1-Hit in Deutschland und legte damals den finanziellen Grundstein für seinen späteren Ärger mit dem deutschen Finanzamt.
Jürgen Drews begann seine Karriere als Obdachloser mit einem „Bett im Kornfeld“ und „Wir zieh’n heut’ abend auf’s Dach”, bevor er sich „Barfuß durch den Sommer“ „”Irgendwann, irgendwie, irgendwo” in Richtung Mallorca vom bundesdeutschen Acker machte, um als „König von Mallorca“ zu enden.

Ob es jemals einen Nummer-1-Hit vom „Arbeitslos“ oder dem „Erwerbslos“ gab, entzieht sich meiner Kenntnis. Eher wohl nicht, denn beides ist für die Betroffenen nicht der Hit.
Wenn Sie jetzt denken, dass es zwischen Arbeitslosen und Erwerbslosen eigentlich keinen Unterschied gibt, dann sind Sie offensichtlich nicht mit den Methoden des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden und der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg vertraut.
Wie man bei Wikipedia nachlesen kann «bezeichnet man eine Person als arbeits- oder erwerbslos, die eine bezahlte Tätigkeit, die auf einem Arbeitsverhältnis beruht, anstrebt, aber keine Erwerbsarbeit findet. Oftmals selbst in Rundfunknachrichten bezieht sich der Begriff arbeitslos aber fälschlich nur auf die registrierte Arbeitslosigkeit, ohne das klar zu benennen. Dagegen ist im Begriff erwerbslos auch die verdeckte Arbeitslosigkeit (Stille Reserve) enthalten. Diese Sprachregelung gilt beispielsweise für die Unterscheidung von Arbeitslosenzahlen der Bundesagentur für Arbeit und Erwerbslosenzahlen des Statistischen Bundesamtes

Zur “Stillen Reserve” zählen Personen, die unter bestimmten Bedingungen zwar eine Arbeit aufnehmen würden, sich aber nicht bei der Arbeitsagentur gemeldet haben.
Grafisch verharmlost sieht dieser Sachverhalt etwa so aus:

Quelle: Statistisches Bundesamt Wiesbaden

Ja wat denn nu?
Arbeitslos oder nur erwerbslos?
Ist eh egal, danach kommt immer „obdachlos“ und „heimatlos“, wie bei Auszählreim: „Eeene meene mu und raus bist du“.
Daran ändern auch Neuwahlen und Ministerpostengeschacher nix.

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