Regieren macht klug

17. Oktober 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Wir sind durchs Regieren klüger geworden“ gab Frau Künast von den Grünen, ehemalige Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft dieser Tage dem Spiegel kund.
Man muss jetzt nicht unbedingt so ein Garstl sein, wie ich einer zu sein pflege, und dem solch flotte Sprüche auf die männlichen Weichteile gehen, um zu erwidern: „Schade, dass die Regierten davon nichts bemerkt haben“.

Natürlich sind am Ende immer alle gescheiter, aber eben immer erst am Ende, dann wenn das Kind längst im Brunnen ersoffen ist.
Die Frau Künast tut sich leicht mit dieser Erkenntnis, denn sie hat um Entlassung aus dem Amt als Bundesministerin gebeten und am 12. Oktober vom Bundesköhler ihre Entlassungsurkunde erhalten. Es stimmt die Regierten nicht unbedingt froh, dass Bundesumweltminister Trittin, dessen Tage im Amt ja auch an den Fingern abzuzählen sind, nun mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt wurde.

Man muss jetzt die Frau Renate Künast nicht besonders mögen, um dem im Spiegel veröffentlichten Interview einige herbe Lacher abzugewinnen. Neben der lapidaren Erkenntnis der Frau Künast, dass „man aus Schaden klug wird“, auch wenn bei manchen Zeitgenossen leider der Schaden in einem extremen Missverhältnis zur gewonnenen Klugheit steht, ist mein persönlicher Favorit:
«Es blutet einem schon das Herz, wenn man sich dieses wochenlange Kandidaten-Mikado ansieht: Wer sich zuerst bewegt, verliert. Müntefering, Schröder, Merkel und Stoiber sind nicht gerade die “Fantastischen Vier”. Das wirkt alles ziemlich uninspiriert.»

Recht hat sie, die Renate! Man fragt sich nur, wie sie es in einer Koalition mit solchen Erbsenzählern so lange ausgehalten hat.
Doch wenn man das siebenjährige Desaster der rot-grünen Politik als Betroffener über sich ergehen lassen musste, dann reiht sich der Machtwechsel nahtlos in das bisherige Gewürge, die Selbstbeweihräucherungen und die Pfauentänze unserer politischen Elite ein.

Und weil Regieren klug macht und man im Wein liegend die Wahrheit besser erkennen soll, möchte ich als Fachmann für diese Lebenslage die rot-grüne Regierung in etwa so beschreiben wollen:
Kräftig nur in der Farbe, im Aroma schal, etwas matt und verkorkelt, dafür im Abgang fülligherb mit einem gallig-bitteren Nachgeschmack.

Es wird sich binnen Jahresfrist weisen, ob es sich bei dem Verschnitt „Schwarz-Rot“ um verstärkten Wein oder verstärktes Weinen handelt.
Mit dem Trinkspruch auf dieses Gesöff will ich daher noch etwas zuwarten.
Gut Ding braucht halt lang Weil.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 17. Oktober 2005 um 05:45:24 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

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Regieren macht klug

17. Oktober 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Wir sind durchs Regieren klüger geworden“ gab Frau Künast von den Grünen, ehemalige Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft dieser Tage dem Spiegel kund.
Man muss jetzt nicht unbedingt so ein Garstl sein, wie ich einer zu sein pflege, und dem solch flotte Sprüche auf die männlichen Weichteile gehen, um zu erwidern: „Schade, dass die Regierten davon nichts bemerkt haben“.

Natürlich sind am Ende immer alle gescheiter, aber eben immer erst am Ende, dann wenn das Kind längst im Brunnen ersoffen ist.
Die Frau Künast tut sich leicht mit dieser Erkenntnis, denn sie hat um Entlassung aus dem Amt als Bundesministerin gebeten und am 12. Oktober vom Bundesköhler ihre Entlassungsurkunde erhalten. Es stimmt die Regierten nicht unbedingt froh, dass Bundesumweltminister Trittin, dessen Tage im Amt ja auch an den Fingern abzuzählen sind, nun mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt wurde.

Man muss jetzt die Frau Renate Künast nicht besonders mögen, um dem im Spiegel veröffentlichten Interview einige herbe Lacher abzugewinnen. Neben der lapidaren Erkenntnis der Frau Künast, dass „man aus Schaden klug wird“, auch wenn bei manchen Zeitgenossen leider der Schaden in einem extremen Missverhältnis zur gewonnenen Klugheit steht, ist mein persönlicher Favorit:
«Es blutet einem schon das Herz, wenn man sich dieses wochenlange Kandidaten-Mikado ansieht: Wer sich zuerst bewegt, verliert. Müntefering, Schröder, Merkel und Stoiber sind nicht gerade die “Fantastischen Vier”. Das wirkt alles ziemlich uninspiriert.»

Recht hat sie, die Renate! Man fragt sich nur, wie sie es in einer Koalition mit solchen Erbsenzählern so lange ausgehalten hat.
Doch wenn man das siebenjährige Desaster der rot-grünen Politik als Betroffener über sich ergehen lassen musste, dann reiht sich der Machtwechsel nahtlos in das bisherige Gewürge, die Selbstbeweihräucherungen und die Pfauentänze unserer politischen Elite ein.

Und weil Regieren klug macht und man im Wein liegend die Wahrheit besser erkennen soll, möchte ich als Fachmann für diese Lebenslage die rot-grüne Regierung in etwa so beschreiben wollen:
Kräftig nur in der Farbe, im Aroma schal, etwas matt und verkorkelt, dafür im Abgang fülligherb mit einem gallig-bitteren Nachgeschmack.

Es wird sich binnen Jahresfrist weisen, ob es sich bei dem Verschnitt „Schwarz-Rot“ um verstärkten Wein oder verstärktes Weinen handelt.
Mit dem Trinkspruch auf dieses Gesöff will ich daher noch etwas zuwarten.
Gut Ding braucht halt lang Weil.

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