Spitzenspitzel

11. Oktober 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Wenn der Superwolli es in der ihm noch verbleibenden Amtszeit noch schaffen sollte seine Pläne zur Eindämmung von Leistungsmissbrauch durch ALGII-Bezieher umzusetzen, dann wird es noch lustiger werden in dieser schwarz-rot-senf-farbigen Republik, als es ohnehin heute schon ist.

Denn Superwolli will durch verstärkte Kontrollen feststellen lassen ob:

  1. junge Arbeitslose nur aus dem Elternhaus ausziehen um mehr Sozialleistungen zu erhalten.
  2. Leistungsbezieher in eheähnlichen Verhältnissen wohnen und daher von ihrem Partner unterstützt werden müssten.
  3. Langzeitarbeitlose über heimliche Zinserträge oder gar Konten im Ausland verfügen.
  4. die Einkommen selbstständiger ALGII bewusst niedrig gerechnet wurden, um als hilfebedürftig zu gelten.

Um zukünftig die zur Vermeidung von Leistungsmissbrauch notwendigen Kontrollen durchführen zu können, sollen die Arbeitsagenturen personell so ausgestattet werden, dass sie auch überraschende Hausbesuche und Telefonaktionen durchführen können.
Wenn also zukünftig der „Hartz-Mann“ vom Ministerium für „Guck und Horch“ an Haustür oder Telefon klingelt, dann heißt es aufgepasst für die Langzeitarbeitlosen und Sozialschmarotzer.
Wer dann keine Umzugsgenehmigungsbewilligung oder gar einen Wohnraumbewilligungsnachweis der Agentur für Arbeit nachweisen kann, muss mit der unverzüglichen Zwangsräumung der Wohnung und Rückführung in die elterlichen Wohnräume rechnen.

Schlecht sieht es zukünftig auch für Sozialschmarotzer aus, die gelegentlich aus hormonellen Gründen in fremden Betten nächtigen oder dort ihren Rausch ausschlafen und sich nach einem One-Night-Stand plötzlich mit lebenslangen Unterhaltszahlung für eine Person konfrontiert sehen, von der sie nicht viel mehr wissen als den Vornamen.
Wenn erst die Bundesagenturen über genügend Mitarbeiter verfügen, könnten die mit den Ermittlungsarbeiten bereits am Abend in der Kneipe oder Disco beginnen um die Leistungsbetrüger auf frischer Tat zu erwischen. Achten Sie also zukünftig darauf, ob sie beim Abschleppen ihres Quickie-Partners von Personen beobachtet werden, die Ihre Kopulationsabsicht amtlicherseits gegen Sie verwenden könnten.

Auch wer sich am abendlichen Kamin mit einem Glas Champagner in der Hand mit der Lektüre der Kontoauszüge seiner Auslandkonten ergötzen möchte, sollte vorher die Sicherheitskette vorlegen, die Wohnungstüre verbarrikadieren und die Rollläden herunterlassen, denn es steht zu befürchten, dass die im ministeriellen Auftrag handelnden Kontrolleure vom Amt sich auch durch den Artikel 13 des Grundgesetzes nicht aufhalten lassen werden.

Selbst bei selbstständigen ALGII-Proviteuren will der Superwolli nachfassen und die Einkommen, die angeblich kein Auskommen ermöglichen, überprüfen lassen. Um allerdings zu verhindern, dass sich die Selbstständigen in der Rechtsform von ALGII das Einkommen bewusst niedrig rechnen, müsste Superwolli wohl die meisten steuerlichen Ausnahmetatbestände abschaffen und eine Einheitssteuer wie in der Ukraine, Russland, der Slowakei, Estland, Litauen, Lettland, Rumänien, Serbien und Georgien einführen. Was das für „furchtbare“ Auswirkungen haben könnte, kann man in der FAZ vom 26. Januar 2005 nachlesen.

Unbestätigt sind bisher noch Berichte geblieben, dass sich der Superwolli von den Überwachungsaktionen einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung und eine gravierende Senkung der Arbeitslosenzahlen erwartet, auch wenn er in dem Interview, das er der Berliner Zeitung gab irgendwas was 10% erwähnte. Ich meine, dass diese Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt wohl nicht durch die Aufdeckung von Missbrauch erfolgen werden, sondern wohl eher durch die Vielzahl neuer Spitzel, die zur Überwachung der Sozialschmarotzer angeheuert werden müssen. Wir können darauf warten, bis die Arbeitsagenturen mit der Rekrutierung der IM (IM Auftrag des Ministeriums für Guck und Horch) beginnen und entsprechende Umschulungsprogramme und Qualifizierungsmaßnahmen zum Spitzenspitzel angeboten werden.

Falco hat damals recht gehabt, als er sang:
„Dreh dich nicht um,
schau, schau, der Clement der geht um um um!
Wenn er dich anspricht und du weißt warum,
Sag ihm dein Leb’n” bringt dich um”

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 11. Oktober 2005 um 05:45:27 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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11. Oktober 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Wenn der Superwolli es in der ihm noch verbleibenden Amtszeit noch schaffen sollte seine Pläne zur Eindämmung von Leistungsmissbrauch durch ALGII-Bezieher umzusetzen, dann wird es noch lustiger werden in dieser schwarz-rot-senf-farbigen Republik, als es ohnehin heute schon ist.

Denn Superwolli will durch verstärkte Kontrollen feststellen lassen ob:

  1. junge Arbeitslose nur aus dem Elternhaus ausziehen um mehr Sozialleistungen zu erhalten.
  2. Leistungsbezieher in eheähnlichen Verhältnissen wohnen und daher von ihrem Partner unterstützt werden müssten.
  3. Langzeitarbeitlose über heimliche Zinserträge oder gar Konten im Ausland verfügen.
  4. die Einkommen selbstständiger ALGII bewusst niedrig gerechnet wurden, um als hilfebedürftig zu gelten.

Um zukünftig die zur Vermeidung von Leistungsmissbrauch notwendigen Kontrollen durchführen zu können, sollen die Arbeitsagenturen personell so ausgestattet werden, dass sie auch überraschende Hausbesuche und Telefonaktionen durchführen können.
Wenn also zukünftig der „Hartz-Mann“ vom Ministerium für „Guck und Horch“ an Haustür oder Telefon klingelt, dann heißt es aufgepasst für die Langzeitarbeitlosen und Sozialschmarotzer.
Wer dann keine Umzugsgenehmigungsbewilligung oder gar einen Wohnraumbewilligungsnachweis der Agentur für Arbeit nachweisen kann, muss mit der unverzüglichen Zwangsräumung der Wohnung und Rückführung in die elterlichen Wohnräume rechnen.

Schlecht sieht es zukünftig auch für Sozialschmarotzer aus, die gelegentlich aus hormonellen Gründen in fremden Betten nächtigen oder dort ihren Rausch ausschlafen und sich nach einem One-Night-Stand plötzlich mit lebenslangen Unterhaltszahlung für eine Person konfrontiert sehen, von der sie nicht viel mehr wissen als den Vornamen.
Wenn erst die Bundesagenturen über genügend Mitarbeiter verfügen, könnten die mit den Ermittlungsarbeiten bereits am Abend in der Kneipe oder Disco beginnen um die Leistungsbetrüger auf frischer Tat zu erwischen. Achten Sie also zukünftig darauf, ob sie beim Abschleppen ihres Quickie-Partners von Personen beobachtet werden, die Ihre Kopulationsabsicht amtlicherseits gegen Sie verwenden könnten.

Auch wer sich am abendlichen Kamin mit einem Glas Champagner in der Hand mit der Lektüre der Kontoauszüge seiner Auslandkonten ergötzen möchte, sollte vorher die Sicherheitskette vorlegen, die Wohnungstüre verbarrikadieren und die Rollläden herunterlassen, denn es steht zu befürchten, dass die im ministeriellen Auftrag handelnden Kontrolleure vom Amt sich auch durch den Artikel 13 des Grundgesetzes nicht aufhalten lassen werden.

Selbst bei selbstständigen ALGII-Proviteuren will der Superwolli nachfassen und die Einkommen, die angeblich kein Auskommen ermöglichen, überprüfen lassen. Um allerdings zu verhindern, dass sich die Selbstständigen in der Rechtsform von ALGII das Einkommen bewusst niedrig rechnen, müsste Superwolli wohl die meisten steuerlichen Ausnahmetatbestände abschaffen und eine Einheitssteuer wie in der Ukraine, Russland, der Slowakei, Estland, Litauen, Lettland, Rumänien, Serbien und Georgien einführen. Was das für „furchtbare“ Auswirkungen haben könnte, kann man in der FAZ vom 26. Januar 2005 nachlesen.

Unbestätigt sind bisher noch Berichte geblieben, dass sich der Superwolli von den Überwachungsaktionen einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung und eine gravierende Senkung der Arbeitslosenzahlen erwartet, auch wenn er in dem Interview, das er der Berliner Zeitung gab irgendwas was 10% erwähnte. Ich meine, dass diese Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt wohl nicht durch die Aufdeckung von Missbrauch erfolgen werden, sondern wohl eher durch die Vielzahl neuer Spitzel, die zur Überwachung der Sozialschmarotzer angeheuert werden müssen. Wir können darauf warten, bis die Arbeitsagenturen mit der Rekrutierung der IM (IM Auftrag des Ministeriums für Guck und Horch) beginnen und entsprechende Umschulungsprogramme und Qualifizierungsmaßnahmen zum Spitzenspitzel angeboten werden.

Falco hat damals recht gehabt, als er sang:
„Dreh dich nicht um,
schau, schau, der Clement der geht um um um!
Wenn er dich anspricht und du weißt warum,
Sag ihm dein Leb’n” bringt dich um”

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 11. Oktober 2005 um 05:45:27 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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