Kopulationsverhandlungen

6. Oktober 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Kaum dreht man diesem Land für einige Tage aus beruflichen Gründen den Rücken, weil man glaubt, dass nach den vom Kanzler so vehement geforderten Neuwahlen zur Ordnung der politischen Kräfte in diesem Land endlich der Aufschwung durch die Arbeitsagenturen und Staatskassen der geplagten Republik rasen wird, lässt sich nun feststellen, dass man jede Tageszeitung schon kurz nach dem Genuss der Titelzeile zur Brechtüte formen müsste.

Da hat der Bürger souverän gewählt und sich für ein Patt entschieden und kaum war dies durch Hochrechnen bekannt geworden, da standen die Sieger auch schon fest. Jeder war größer, besser, schöner, stärker oder einfach nur dicker als der andere und wollte Kanzler sein. Sogar der Kanzler, dem jedes Mittel recht und kein Argument zu seicht war um sich das verlorene Vertrauen zu erschleichen, war Sieger, obschon ihm nach der Wahl noch weniger Vertrauen entgegenschlug, als vor der Wahl. Und die Herausforderin obsiegte gar, weil sie weniger Stimmen verlor, als man von ihr erwartet hatte. Kranke Logik, aus kranken Hirnen entsprungen.
Dann wurde unter den verschiedenen Siegern diskutiert, wer mit wem kopulieren und wer oben liegen darf oder unten liegen sollte. Vom dreifach eingesprungenen Rittberger bis zum mehrfarbigen Gangbang war im Spiel der Machtgeilen um die Macht alles dabei.

Jetzt soll nach Zeitungsberichten bereits wieder über Neuwahlen nachgedacht werden, weil man sich nicht einigen kann, wer mit wem ins Bett gehen darf und wem wann das Recht auf eigene Migräne zugestanden wird.

Nicht nur um Spitzenpositionen wird gestritten, gekämpft und taktiert. Auch die kleinen Abgeordneten auf den hinteren Sitzen des Bundestages haben so ihre Problemchen wieder ein warmes Plätzchen im hohen Hause zu finden. Besonders böse erwischt haben soll es einen 54-jährigen Abgeordneten mit dem Namen Cajus Julius Caesar (der arme Kerl heißt wirklich so), der jetzt wohl seinen Job verlieren wird. „Was der im Moment durchmacht, das wünscht man niemandem”, schreibt der Spiegel dazu. Na, dann soll er doch mal einfach mit einem 54-jährigen Arbeitslosen tauschen, der sich mit ALG II bis zur Rente in die Alterarmut retten muss. Mir kommen fast die Tränen, wenn ich solche Stories lese.

Nach den letzten Meldungen der Medien soll es nun alsbald zu einem flotten Vierer kommen, mit Schröder und Müntefering auf der einen Seite und Merkel und „ihr Schatten“ Stoiber auf der anderen Seite. Man darf gespannt sein, wie sich das Ergebnis dieses Geschachers gestaltet, haben sich doch die Beteiligten noch vor wenigen Tagen der gegenseitigen Lüge, der fortgesetzten Kompetenzlosigkeit und Unfähigkeit, der Volksverdummung in besonders schweren Fällen und sonstiger Nettigkeiten bezichtigt.

Aber lieb Vaterland, du kannst ruhig sein – Pack schlägt sich und Pack verträgt sich.
Irgendwie wird man sich schon auf tiefstem Niveau einigen, ob nun in dieser Seifenoper ein Teilzeitkanzler, ein Ost-West-Kanzler, ein Tandemkanzler oder ein Frühstückskanzler gezeugt wird. Es wird im Ergebnis immer eine steißlagige Zangengeburt bleiben.
Egal wie auch immer die Kopulation über die Bühne gehen wird, eine Regel im ältesten Gewerbe der Welt sollten die Partner unbedingt einhalten: „Den Hurenlohn sollte man vorher vereinbaren und bezahlen, denn wenn nach dem Höhepunkt die Geilheit der Kopulanten verfliegt, schlägt sich das meist in einer abrupt geänderten Zahlungsbereitschaft nieder.“

Sicher dürfen wir aber davon ausgehen, dass diese Kopulation nicht zu einer Befruchtung dieser Republik führen wird. Warum auch, haben doch die Roten sieben Jahre lang bewiesen, dass sie es auch nicht besser können, als die Schwarzen in den sechzehn Jahren vor ihnen.
Was also sollte sich ändern, wenn sich derartige Versager verbünden?
Da spielt es letztendlich auch keine Rolle mehr, welcher Hampelmann den Vorturner macht.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

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6. Oktober 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Kaum dreht man diesem Land für einige Tage aus beruflichen Gründen den Rücken, weil man glaubt, dass nach den vom Kanzler so vehement geforderten Neuwahlen zur Ordnung der politischen Kräfte in diesem Land endlich der Aufschwung durch die Arbeitsagenturen und Staatskassen der geplagten Republik rasen wird, lässt sich nun feststellen, dass man jede Tageszeitung schon kurz nach dem Genuss der Titelzeile zur Brechtüte formen müsste.

Da hat der Bürger souverän gewählt und sich für ein Patt entschieden und kaum war dies durch Hochrechnen bekannt geworden, da standen die Sieger auch schon fest. Jeder war größer, besser, schöner, stärker oder einfach nur dicker als der andere und wollte Kanzler sein. Sogar der Kanzler, dem jedes Mittel recht und kein Argument zu seicht war um sich das verlorene Vertrauen zu erschleichen, war Sieger, obschon ihm nach der Wahl noch weniger Vertrauen entgegenschlug, als vor der Wahl. Und die Herausforderin obsiegte gar, weil sie weniger Stimmen verlor, als man von ihr erwartet hatte. Kranke Logik, aus kranken Hirnen entsprungen.
Dann wurde unter den verschiedenen Siegern diskutiert, wer mit wem kopulieren und wer oben liegen darf oder unten liegen sollte. Vom dreifach eingesprungenen Rittberger bis zum mehrfarbigen Gangbang war im Spiel der Machtgeilen um die Macht alles dabei.

Jetzt soll nach Zeitungsberichten bereits wieder über Neuwahlen nachgedacht werden, weil man sich nicht einigen kann, wer mit wem ins Bett gehen darf und wem wann das Recht auf eigene Migräne zugestanden wird.

Nicht nur um Spitzenpositionen wird gestritten, gekämpft und taktiert. Auch die kleinen Abgeordneten auf den hinteren Sitzen des Bundestages haben so ihre Problemchen wieder ein warmes Plätzchen im hohen Hause zu finden. Besonders böse erwischt haben soll es einen 54-jährigen Abgeordneten mit dem Namen Cajus Julius Caesar (der arme Kerl heißt wirklich so), der jetzt wohl seinen Job verlieren wird. „Was der im Moment durchmacht, das wünscht man niemandem”, schreibt der Spiegel dazu. Na, dann soll er doch mal einfach mit einem 54-jährigen Arbeitslosen tauschen, der sich mit ALG II bis zur Rente in die Alterarmut retten muss. Mir kommen fast die Tränen, wenn ich solche Stories lese.

Nach den letzten Meldungen der Medien soll es nun alsbald zu einem flotten Vierer kommen, mit Schröder und Müntefering auf der einen Seite und Merkel und „ihr Schatten“ Stoiber auf der anderen Seite. Man darf gespannt sein, wie sich das Ergebnis dieses Geschachers gestaltet, haben sich doch die Beteiligten noch vor wenigen Tagen der gegenseitigen Lüge, der fortgesetzten Kompetenzlosigkeit und Unfähigkeit, der Volksverdummung in besonders schweren Fällen und sonstiger Nettigkeiten bezichtigt.

Aber lieb Vaterland, du kannst ruhig sein – Pack schlägt sich und Pack verträgt sich.
Irgendwie wird man sich schon auf tiefstem Niveau einigen, ob nun in dieser Seifenoper ein Teilzeitkanzler, ein Ost-West-Kanzler, ein Tandemkanzler oder ein Frühstückskanzler gezeugt wird. Es wird im Ergebnis immer eine steißlagige Zangengeburt bleiben.
Egal wie auch immer die Kopulation über die Bühne gehen wird, eine Regel im ältesten Gewerbe der Welt sollten die Partner unbedingt einhalten: „Den Hurenlohn sollte man vorher vereinbaren und bezahlen, denn wenn nach dem Höhepunkt die Geilheit der Kopulanten verfliegt, schlägt sich das meist in einer abrupt geänderten Zahlungsbereitschaft nieder.“

Sicher dürfen wir aber davon ausgehen, dass diese Kopulation nicht zu einer Befruchtung dieser Republik führen wird. Warum auch, haben doch die Roten sieben Jahre lang bewiesen, dass sie es auch nicht besser können, als die Schwarzen in den sechzehn Jahren vor ihnen.
Was also sollte sich ändern, wenn sich derartige Versager verbünden?
Da spielt es letztendlich auch keine Rolle mehr, welcher Hampelmann den Vorturner macht.

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